Kundenmeinungen
sehr gut, 9. August 2006
Verdis Il trovatore" in der Inszenierung von Fabrizio Melano aus dem Jahre 1988. Die fast zum Standard gewordene Inszenierung besticht durch teils effektvolle Bilder und Requisiten wie es an der Met allgemein üblich ist. Melano tat sein Bestes, aber der Inhalt der Oper ist schlichtweg zu undurchschaubar. Da passieren Affektänderungen von einem Moment auf den anderen, die Reizwechseldramaturgie mag durch die Librettisten Cammarano und Bardare durchaus gewollt sein, wiewohl sie die Zuschauer an manchen Stellen - namentlich vor allem am Schluss, wenn Azucena enthüllt, er habe gerade seinen Bruder hinrichten lassen - verwirrt sitzen lassen.James Levine führt die New York Philharmonics gewohnt sicher und verleiht ihnen an den richtigen Stellen die nötige Strahlkraft. In prächtiger Form erweist sich Luciano Pavarotti in der Hauptrolle. In den Nummern mit Dolora Zajick (Azucena) und Eva Marton (Leonora) vermag er es, in seiner Rolle voll aufzugehen und mitzureißen. Eva Marton hält die ihrer Rolle gestellten Koloraturen mit Routine, so dass sie den anspruchsvollen Part an des Troubadours Seite mehr als gewachsen ist. Dolora Zajick gibt eine perfide, undurchschaubare Azucena, und verleiht so ihrem Charakter auch im gesanglichen Duktus die erforderte Charakteristik. Zu erwähnen sei noch Sherrill Millnes, der einen manchmal viel zu wenig herrischen Conte abgibt, in seiner stimmlichen Ausprägung dessen ungeachtet den übrigen Sängern in nichts hinterher steht.Rechter Applaus für die Sänger und Orchester.(Manuel Auer)
Ausgezeichnete Aufnahme, sehr empfehlenswert!!!, 11. November 2005
Bei der vorliegenden Liveaufnahme aus der MET von 1988 handelt es sich um eine der besten Trovatoreaufnahmen überhaupt. Schon Verdi hatte treffend zu den Besetzungsanforderungen an seine Oper gesagt, dass dies eine der einfachsten Aufgaben sei: Man nehme einfach den besten Tenor, den besten Bariton, den besten Sopran und den besten Mezzosopran seiner Zeit...
Mit Luciano Pavarotti, Eva Marton, Dolora Zajick und Sherill Milnes treten hier vier ausgezeichnete Interpreten ihrer Zeit an. Pavarotti hier nicht nur stimmlich gut in Form, sondern auch körperlich sehr agil gibt einen ausgezeichneten Manrico. Die Leonore von Eva Marton ist erstaunlich feinfühlig und diffenrenziert. Dolora Zajick als Azucena ist unglaublich. Sherill Milnes gibt einen ausgesprochen noblen Grafen. Alles in einem eine klare Empfehlung: 5 Sterne!!!
Mühsam, 17. März 2001
kommt diese Produktion daher. Irgendwie hat Pavarotti das Feuer für Manrico verloren. Alle anderen Sänger mogeln sich auch nur durch ihre Partien, und die riesige, dunkle Bühne der MET läßt die Düsternis noch dräuender scheinen. Die Produktion wurde wahrscheinlich im NTSC-Format aufgenommen und dann schlecht umgewandelt, aber der große Wurf ist dieser Troubadour auch musikalisch nicht. Besser ist die Laserdisc aus der Arena von Verona mit Herrn Bonisolli, der singt, als ginge es um sein Leben. So wünscht man sich das.
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