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Joel & Coen, Ethan Ost/Coen: O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi Odyssee

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O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi Odyssee

Joel & Coen, Ethan Ost/Coen

Mercury (Universal)

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Beschreibung

Wer den Soundtrack zum aktuellen Film der Coen-Brüder erwirbt und eine Kollektion trendiger Titel mit Kult-Charakter erwartet, könnte beim Anhören der CD einen mittelschweren Schock erleiden. Gleich das erste Stück lässt keinen Zweifel, dass kommerzielle Verwertbarkeit und postmoderne Coolness bei der Auswahl der Stücke keine Rolle gespielt haben: "Po Lazuras" von James Carter and the Prisoners ist ein Klagegesang, den eine Chaingang aus den 30er Jahren zum Rhythmus ihrer Hammerschläge vorträgt.

Auch die übrigen Lieder stammen aus einer anderen Zeit, sind Dokumente einer amerikanischen Vergangenheit, die der Film liebevoll wieder auferstehen lässt. Es handelt sich dabei jedoch nicht um Jazz und Swing, wie ihn die New Yorker Upper Class damals goutierte, sondern im besten Sinne um Volksmusik, wie sie den rückständigen Süden dominierte: Hillbilly, Country und Gospel sind angesagt. Insofern muss man wohl die Zuneigung nachempfinden, mit der die Coen-Brüder Land und Leute im tiefsten Mississippi portraitiert haben, um an dem sorgfältig zusammengestellten Soundtrack Gefallen zu finden. Nur dann kann man vorbehaltlos die Ohrwurm-Qualitäten von "I Am A Man Of Constant Sorrow" genießen -- jenem Stück, mit dem die Soggy Bottom Boys im Film ihren großen Hit landen und das man auch jenseits des Kinosaales immer wieder hören will. --René Classen





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  toll :), 28. Januar 2008

Mein Freund fragte mich, was ich denn da für einen Mist hören würde,
als ich gerade den Soundtrack am hören war.
Ich selbst war total begeistert von den Liedern (ich hatte den Film schon gesehen, mein Freund nicht).
Als wir uns dann den Film zusammen mit ein paar anderen angeschaut hatten,
hörte er den Soundtrack rauf und runter.
Auf einmal gefielen ihm die Lieder auch unglaublich gut.

Also meiner Ansicht nach ein toller Film mit einem genialen Soundtrack,
der - meiner Ansicht nach - nur gut ist,
wenn man den Film dazu kennt.
Echt genial!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Halt anders..., 29. Juli 2007

Als ich den Film das erste Mal sah,fand ich die Musik einfach klasse.Also ,dachte ich,kaufe ich mir diese CD und ich wurde nicht enttäuscht.Wer jetzt allerding erwartet,dass es sich bei den Titeln auf der CD um klassische Titel ala John Williams oder Hans Zimmer handelt der irrt gewaltig.Die CD ist ein guter Mix aus Gospel,Acapella und Country des 18 Jahrhunderts in Amerika.
Das beste Stück ist ganz klar "I am a Man of Constant Sorrow",welches einen den ganzen Film über begleitet.
Ich geben diesem Soundtrack also 4 Punkte weil ich ihn sehr gut finde aber,er nun mal nicht die Klasse für einen Spitzen Soundtrack ala Kill Bill Vol.1 hat.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Das ist eben nicht DER O Brother...-Soundtrack!, 11. Januar 2007

Auch wenn ich jetzt eigentlich nur wiederhole, was weiter unten schon so treffend ausgeführt wurde: Sofern Ihr den Film schon kennt und hier die entsprechende Musik erwartet, hört erstmal in alle Songs der CD rein. Zum Glück ist das bei Amazon möglich.
Was hatte mich der Film doch fasziniert! Und völlig hin und weg war ich bei "I'll Fly Away" (da haben's die Kossoy Sisters gesungen, wenn ich mich nicht irre). Diese Harmonien, diese Wärme! Und dann höre ich die CD-Version... Phantasielos, lieblos, unterkühlt - jedenfalls im Vergleich zur Filmversion. Ähnliches gilt für die meisten anderen Songs, aber gerade "I'll Fly Away" hatte es mir besonders angetan, und da tut dieser Qualitätsverlust am meisten weh. Es sind eben, soweit ich das übersehen kann, ganz andere Interpreten am Werk! (Ich war leider nicht clever genug, im Netz erstmal reinzuhören; ich hab' die CD dann wieder an Amazon zurückgeschickt...)
Warum ich trotzdem drei Sterne gebe? Nun ja, immerhin ist es wirklich keine schlechte Musik, die hier geboten wird. Wer sich für die ländliche US-Volksmusik der Zwanziger begeistern kann und sie losgelöst vom Film einfach nur hören möchte, ist hier immer noch hervorragend bedient. Trotzdem ist es eine Unverschämtheit, diese Aufnahmen als Soundtrack (ein wirklicher Originalsoundtrack existiert leider nicht) zu bezeichnen. Es gibt z.B. eine CD, die heißt "Songs made famous by the Movie .......", sowas hätte eher gepaßt...


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  auch ein audiophiler Leckerbissen!, 9. Januar 2007

Neben den bereits erwähnten Beschreibungen der Musik an sich ist hervorzuheben, daß die CD auch ein audiophiler Leckerbissen ist. Aufgrund der hohen Musikalität und der gleichzeitig hervorragenden Aufnahmequalität eignet sie sich ganz famos für die Beurteilungen von Wiedergabeketten.

Gleich zu Beginn sorgt die Chaingang für einen Moment des Erschreckens, wenn unvermittelt das harte perkussive Geräusch aufschlagender Hämmer die Lautsprecher martert. Die Anlage muß in der Lage sein, jede einzelne Stimme des Chorgesangs darzustellen und nachvollziehbar zu machen. Hochauflösende Anlagen werden wegsplitternde Steinchen aufzeigen.

Das Aufnahmeteam hat sehr sorgfältig und liebevoll gearbeitet und läßt den Musikstücken die verdiente Ruhe: Die Stücke werden am Ende nicht einfach abgeschnitten oder ausgeblendet. Vor allem, aber nicht nur hier, läßt man auf Track 8 und 9 das Mikro offen bis die Saite ausgeschwungen ist.
Auf Track 13 fängt das Mikro nicht nur den Geigenton an sich auf, sondern auch das Streichgeräusch, das leichte Kratzen des Bogens auf der Saite. Feinauflösende Anlagen zeigen hier auf, wie sich Geige spielen definiert: Das Reiben eines Pferdeschwanzes an einem Katzendarm ;-)

Fast als Abschluß der CD (Track 18) ein a capella der Fairfield Four: Fantastische, eindringliche Stimmen, räumlich gestaffelt. Man sieht die Sänger geradezu ums Mikrofon versammelt vor sich.

Eine Anlage ist dann als gut zu bezeichnen, wenn sie die technischen Details dieser CD herausarbeitet und dabei - vor allem - in der Lage ist, auch die Emotion der Musik zu transportieren. Wem bei dieser CD der Taktfuß stillbleibt, sollte umgehend den nächsten HiFi-Fach(!)händler aufsuchen.

(gehört mit Mark Levinson 38s PreAmp, ML 36s/37 Wandler-Laufwerkkombi, Spectral DMA 250 Endstufe und HGP Fuga2 ST Lautsprechern).


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Back to the Very Roots of American Music, 15. Dezember 2006

Den Film "O Brother, Where Art Thou?" kenn ich (noch) nicht -- aber dieser Soundtrack ist einmalig! Eine Querfeldein-Tour durch die Wurzeln der amerikanischen Musik -- die Musik der kleinen Leute: Worksongs der schwarzen Landarbeiter, oft noch mit lebhaften Erinnerungen an die Sklaverei; Spirituals; die Musik der weißen Sharecropper, die oft genug von der Hand in den Mund lebten; die Songs der Kettensträflinge; aber auch Tanzmusik der europäischen Einwanderer... Diese atemberaubende Tour de force führt einen durch alle möglichen Facetten von Bluegrass, Blues, Spiritual, Folk und frühem Country. Traditionals vom Feinsten kriegt man hier so authentisch zu hören, wie's authentischer nimmer geht -- und das, obwohl es sich bei den meisten Tracks um Neueinspielungen zeitgenössischer Musiker handelt. Allerdings ist hier die Crème der Szene beteiligt (u.a. Alison Krauss, Norman Blake, Chris Thomas King, Gillian Welch, Emmylou Harris, die Stanley Brothers und Ralph Stanley solo), die ihre Klasse nicht zuletzt durch bewundernswertes Einfühlungsvermögen in diese Traditionals beweisen.
Hinzu kommen noch einige wenige Originalaufnahmen, etwa Harry McClintocks unbekümmertes "Big Rock Candy Mountain" von 1928, oder, gleich als erstes, ein Worksong der Art, wie sie von Kettensträflingen gesungen wurden: "Po Lazarus" von James Carter mit Gefangenen. Nicht nur einfach gut, sondern ehrfurchtgebietend gut...

Erwähnenswert ist auch ein Überraschungseffekt der etwas anderen Art, nämlich die Peasall Sisters mit einem weiteren Carter-Family-Klassiker: "In the Highways" von unbekümmerten Kindern gesungen...Im ersten Moment gewöhnungsbedürftig... Aber diese drei Mädels, die sich absolut nix scheren, sind auf ihre Art hinreißend. Jelängerjelieber...

Aber die wahren Juwelen liegen woanders; dieser Soundtrack jagt einem einen Schauder nach dem andern den Rücken hinunter. Jeder Song ist einfach phantastisch -- schwer zu sagen, was aus diesem musikalischen Hochgebirgsmassiv besonders hoch emporragt... Ich versuch's mal:

Sicher gehört Alison Krauss' a capella "Down to the River to Pray" zu den allerbesten Songs dieser CD; ein ergreifendes Highlight... Sie singt diesen Spiritual dermaßen eindringlich, dass man nur die Augen schließen muss, und schon befindet man sich mitten im tiefsten verzweifelten Süden der 1930er Jahre. In Höchstform präsentieren sich auch Alison Krauss, Gillian Welch und Emmylou Harris bei "Didn't Leave Nobody but the Baby" -- drei stimmgewaltige Sängerinnen, die sich auch zurückzuhalten wissen, machen nahezu a capella diesen Spiritual zu einem Ereignis. Das einzige Instrument im Hintergrund ist -- eine "singende Säge"; vermutlich das erste und einzige Beispiel in der Musikgeschichte dafür, dass dieses Instrument seine Berechtigung hat.
Ähnlich überzeugend: "I'm a Man of Constant Sorrow", gleich zweimal von den Soggy Bottom Boys (zusammen mit Dan Tyminski, dem Sänger von A. Krauss' Union Station) -- diese Bluegrass-Version sticht sogar die von Bob Dylan aus... Eindrücklicher geht's schier nicht. Beeindruckend sind aber auch die Instrumental-Versionen: Zum einen besticht die des Gitarristen Norman Blake, und John Hartfords einsame Fiddle ruft der ganzen Menschheit Jammer ins Bewusstsein.
Chris Thomas Kings "Hard Time Killing Floor Blues" gehört sicher auch zu den aller-allerbesten Songs dieses Albums -- er zeigt hier, welches musikalisches Potential bereits im scheinbar schlichten Country-Blues steckt.
Wunderschön ist auch "Keep on the Sunny Side of Life" der Whites, ganz auf den Spuren der Carter Family.

Ein ähnlicher Höchstkaräter wie Alison Krauss' "Down to the River to Pray" schließlich ist Ralph Stanleys "O Death" -- die verzweifelte a-capella-Klage eines alten Mannes, der dem Tod noch einen Aufschub abhandeln will. Man muss das gehört haben, wie der große alte Mann Ralph Stanley hier seine brüchige Stimme einsetzt! Fast schon gespenstisch.
Stilistisch wieder ganz anders, aber nicht minder hinreißend sind ein weiteres Mal die Soggy Bottom Boys, diesmal mit Jimmie Rodgers' Klassiker "In the Jailhouse Now" -- mit Jodeleinlagen, wie sie auch Rodgers auf Lager hatte... Auch ein Must-Hear..
Und dann die Fairfield Four mit "Lonesome Valley" -- ein Einblick in die Ursprünge des Spiritual. Ein archaisches Monument des Chorgesangs -- ich konnte es nicht glauben, dass das keine historische Aufnahme ist, sondern neu eingespielt wurde. Unglaublich...

Keine Folk-, Blues-, Spiritual-, Bluegrass- oder Country-Sammlung kann ohne den Soundtrack von "O Brother, Where Art Thou?" vollständig sein. Wer ein wenig über die Ursprünge der gegenwärtigen Musik wissen will, sollte sich diese CD ebenfalls nicht entgehen lassen.

Und wer mit Sammlungen und Musikgeschichte nichts am Hut hat, sondern "nur" ganz einfach gute Musik hören will, dem sei dieser Soundtrack ganz besonders an Herz und Ohr gelegt.




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