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Radiohead: Kid a

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Kid a

Radiohead

Parlophone (EMI)

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Beschreibung

Bei jeder Platte riskiert Radiohead Sprünge von immer höheren und noch höheren Klippen, was ihre Fans dazu antreibt, tief einzutauchen in ihre künstlerisch waghalsig verwegenen Bravourstücke. Die Reise von dem damaligen krächzenden Gitarrenstück als Ausdruck urwüchsiger Angst bei "Creep" (aus dem 1993 erschienenen Pablo Honey) bis hin zu einem der Songs auf Kid A wird zu einem Drahtseilakt, an den sich nur wenige -- wenn überhaupt irgendeine -- der Bands der Popmusikszene jemals herangewagt haben. Es fällt einem schon schwer zu glauben, dass beide Platten vom selben Planeten stammen, erst recht von der gleichen Band. Ebenso ist der grandiose, an Pink Floyd erinnernde Themenumfang des außergewöhnlichen OK Computer (1997) nirgendwo mehr zu finden. Ruhig und gelassen und weniger auf Konfrontation ausgerichtet kommt die Eröffnung ohne bombastische Effekte, und bei "Everything In Its Right Place" wird Spannung aufgebaut mit gespenstischen Stimmen aus dem Hintergrund, einem trocken pulsierenden Rhythmus und einem verschwommenen Orgelmotiv. Diese Spannung begegnet einem immer wieder bei Kid A. Bei "How To Disappear Completely" setzt sich das angespannte, atonale, anschwellende Keyboardspiel im Hintergrund deutlich ab von Thom Yorkes klagender Stimme, und bei "Idioteque" verstärken die unorganischen Rhythmen bei der bedrückenden Ziellosigkeit dieser Melodie deren nervenaufreibende Wirkung. Überall erkundet Radiohead furchtlos Dissonanzen und neue Strukturen, verbindet dabei verzerrte Klanglandschaften, in denen anscheinend Brian Eno auf Aphex Twin trifft, mit dem Gefühl extremen Unbehagens in der sie umgebenden Welt. Sie mögen zwar manchmal über das Ziel hinaus schießen und ihr künstlerischer Ehrgeiz mag sie daran hindern, uns die himmlischen Werke unserer Arena-Rock-Götter zu liefern. Aber ihr Engagement in Richtung ruhelose Kreativität bringt ein Vergnügen, das sich nicht so schnell verflüchtigt, sondern nach mehrfachem Hören in einem immer noch nachklingt.

Wenn OK Computer das Unbehagen zur Jahrtausendwende in der Rockmusik war, dann ist Kid A genau das Gegenteil; es ist die erste Platte des 21. Jahrhunderts, die nach Zukunft klingt und sich überhaupt nicht mehr darum schert, was dieser ganze Millennium-Zauber eigentlich sollte, sondern sich mehr darum kümmert, was wir jetzt alle zu tun haben. --Matthew Cooke





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  paranoide andrioten on the rocks, 10. Dezember 2007

Dieses Album ist ja so unkonventionell, so experimentierfreudig. Thom Yorke und seine Mannen haben sich mit Kid A ja so weit aufs dünne Eis hinausgewagt. Dies ist der Sound des neuen Jahrtausends, ja so muss Pop anno 2000 klingen. Dises Album ist ja so was von mutig und fern jeder Erwartungen. Alles Blödsinn, sage ich, diesen Schrott braucht man sich wahrhaftig nicht anhören!

Fakt ist, dass Kid A ein völlig anderes Album darstellt als das geniale 'OK Computer'. Völlig anders deswegen, dass auf Kid A eben einfach keine Songs zu finden sind - es fehlen die Tugenden der alten Radiohead: keine Melodien, nichts zum festhalten, nichts um sich zu verlieren.
Es regiert unglaubliche Stille, gepaart mit Ausbrüchen von Lärm, Dissonanz, und psychedelisches Synthiegedudel aus den 70ern (übertragen in die Moderne) - also all das, was für mich Musik zur Qual macht.
(Weiters stellt sich die Frage, ob eine Newcomerband 500 Stück von diesem Brei absetzen könnte, Radiohead sind damit immerhin weltweit in die Charts gestürzt...)

Wer hier 5 Sterne vergibt, hat diese Musik wahrscheinlich verstanden, oder besitzt ausgeprägt masochistische Züge, ich bekenne mich hier offen, hierfür zu blöd zu sein und zu ignorant gegenüber der Moderne. Ich stehe halt nicht auf abstrakte Kunst, sofern man sie Hören muss. 'OK Computer' bleibt heilig, 'Kid A' wurde verkauft, so schnell kannst gar net schaun.

Allen empfohlen, die Musik nur ungern hören.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  heute erst gekauft... - gerne würde ich mehr Sterne geben..., 27. September 2007

Das Album finde ich seit Jahren gut (als es rauskam, fand ich es übrigens furchtbar), kenne die Songs bestens. War mir trotzdem zu teuer. Nach Thom Yorkes mehr als grandiosem Solo-Meisterwerk war es aber klar, dass ich es mir im Original zulegen werde. Heute lag sie im Regal - für 8 Euro. Jetzt liegt sie in meinem Wagen und ich vertröste mir die Zeit bis zum neuen Radiohead-Album.

Kid A: eines der besten Alben, die ich je gehört habe. Und das auch noch von der besten Band der Welt. Ein grandioser Beginn mit "Everything in this right Place" Der Höhepunkt mit dem für mich besten Song überhaupt "Idioteque", verschmolzen mit dem darauffolgenden "Morning Bell" und einem Abschluss, der einen sehr ruhig und melanchonisch stimmt. Das perfekte Album für jede Gelegenheit. Beispielsweise im Auto, wenn es draußen dunkel und kälter ist und man durch die Lichter der Stadt oder auf einer Autobahn fährt.

Ein Genuss. Wozu Drogen, wenn man sich von so einem Kunstwerk berieseln lassen kann...?


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Kid A ist ein Album, das eigentlich jeder kennen sollte, 26. Juni 2007

Bekanntermaßen ist Kid A eine recht kontroverse Platte. Das liegt aber in erster Linie daran, dass Radiohead nun einmal einen background als alternative rock-band haben und sich die Hörer von "The Bends" nachvollziehbarerweise nur schwer mit den "neuen" Radiohead anfreunden konnten. Zwar sehe ich Kid A als längst nicht so revolutionär an wie manch anderer hier (bands wie Sigur Rós oder Mogwai haben schon früher ähnliche Musik gemacht, die überdies noch eine Ecke weniger dem mainstream verhaftet war, von den Altmeistern des "proto-post rock" Bark Psychosis und den späten Talk Talk ganz zu schweigen), aber auf einer 5-Sterne-Skala bin ich trotzdem gerne dazu bereit, die Höchstwertung zu ziehen.
Denn kreativ ist die Musik allemal, obwohl sie freilich sehr reduziert, ja teils minimalistisch, rüberkommt. Die erschütternd kalten Klanggebirge, die die Jungs um Thom Yorke hier auftürmen, sind schon zutiefst beeindruckend und wirken emotional sehr glaubhaft. Die Trostlosigkeit der postmodernen Welt wurde wunderbar eingefangen, auch textlich. Darüber hinaus stellen Radiohead mal wieder unter Beweis, dass sie einfach ein Händchen für großartige, eindringliche Melodien haben. Die Produktion ist auch glasklar, was zwar meiner Meinung nach nicht grundsätzlich wünschenswert ist, aber in diesem Fall sicher sehr gut zur Musik passt. Außerdem wirkt das Album wie aus einem Guss, was man etwa über die (nichtsdestotrotz ebenfalls brillianten) Nachfolge-Platten "Amnesiac" und "Hail To The Thief" so nicht unbedingt sagen kann.
Als leichte Schwachpunkte würde ich aber die beiden songs "The National Anthem" und "In Limbo" ausmachen. Bei ersterem fängt das repetitive Bass-riff aus meiner Sicht doch nach einiger Zeit an, gehörig zu nerven. Immerhin sind die Bläser am Schluss sehr gut gesetzt. "In Limbo" dagegen hat mich immer irgendwie eher kalt gelassen. Die restlichen songs sind aber im Prinzip durchgehend sehr stark.
Fazit: Kid A ist ein Album, das eigentlich jeder kennen sollte. Leute, die mehr aus dem progressiven/ experimentellen Bereich kommen, sollten vielleicht nicht unbedingt erwarten, hier richtige avantgarde-Musik zu hören zu bekommen, wenn man sich aber anschaut, was es noch so an kommerziell erfolgreicher Musik gibt, dann ist das hier wohl mit das beste, was ein charts-Hörer jemals vorgesetzt bekommt.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Everything In Its Right Place, 4. April 2007

Die meisten halten ja OK Computer für das beste Radiohead Album. Aber wirklich interessiert hab ich mich für Radiohead erst, als ich auf Kid A aufmerksam wurde. Ich mag auch OK Computer, Amnesiac, Hail to the Thief und The Bends (Pablo Honey is auch ok), welche ich mir mittlerweile auch zugelegt habe, aber das Gesamtbild und die Atmosphäre von Kid A ist mir immernoch am Liebsten. Wahrscheinlich hab ich in den letzten (fast) sieben Jahren kaum eine andere Platte häufiger aufgelegt. Dabei hat mich Kid A anfangs gar nicht so richtig vom Hocker gerissen. Alles doch sehr introvertiert, düster und geheimnisvoll. Trotzdem hab ich Kid A immerwieder aufgelegt. Jedesmal entdeckt man was Neues. Und was anfangs erstmal nur interessant und anziehend war, ist irgendwann richtig gut. Unverzichtbar. Ein Meisterwerk.

(Wer The Bends klasse findet und OK Computer schon nicht mehr nachvollziehbar fand, der wird mit Kid A (und Amnesiac) auf jeden Fall Schwierigkeiten haben)


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  manchmal versteh ich die (musik-)welt nicht...., 26. Januar 2007

alles Lobhudelt über diese Platte. Natürlich kann man über geschmack streiten. Ich höre auch Free-Jazz, Moderne Klassik und anderes Schwieriges -
damit habe ich auch mit unkonventionellen Platten keine Probleme.
Nur diese Platte ist ganz einfach Einfallslos. Ich hab den Eindruck, das die
Band eine Handvoll mittelmässiger Songs hatte, und sie wussten es - also
Bastelt man mit Studiotechnik herum, gibt sich etwas depressiv und schwierig, um zu bemänteln, das man hier ganz einfach keine Inspiration hatte - ich denke das nennt man hype. Und hätte die Band nicht Radiohead
geheissen, hätte wahrscheinlich auch keiner hingehört.




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