Kundenmeinungen
sanfter, 17. Oktober 2005
Warum muss ein Kunstwerk immer mit einem andern Kunstwerk eines Künstlers verglichen und dann abgeurteilt werden? Ist denn Vincent van Goghs Sternennacht nur ein müder Abklatsch seiner Ansicht des Cafe Terrace oder seiner Brücke von Arles? Wer die (musikalische) Kunst so misst, wird selbstverständlich nicht den richtigen Draht zu einem Werk finden und die Aura nicht spüren. Oldfield hat vier großartige „alte" Werke geschaffen. Aber alleine Tubular Bells ist nicht sein Meisterwerk, sondern es ist vielmehr die selten gewordene Fähigkeit eines Musikers, mit Klängen zu malen und eigenen Ideen etwas zu schaffen. Was kommt denn heraus, wenn ein experimentierfreudiges, höchstmotiviertes, musikalisches Multitalent mit dem erworbenen Geld seines Geschichteschreibenden Erstlings ein Stück Landgut mit Hof irgendwo in Herefordshire adaptiert, ein 24-Track Studio mit allem Drum und Dran einrichtet in dem er alle seine Instrumente malträtieren kann und inspiriert von einer sanften Hügellandschaft (namens Hergest Ridge) in seiner Nähe seinen aus allen Nähten platzenden Ideen freien Lauf lässt? (Und nicht vergisst, dass er musikalische Geschwister hat).Nein - Hergest Ridge ist keine Ausnahme der vier Ausnahmewerke. Es ist nur sanfter und weniger Aufsehen erregend als Tubular Bells. Es hat im Grunde überhaupt nichts zu tun mit Tubular Bells. Es ist viel lieblicher und eher aus einem Guss. Hergest Ridge besteht aus sechs zusammenhängenden Themen, in denen ein paar Tonexperimente eher die Fachwelt und Fans erregende Ausnahme bilden (z.B. the electronic thunderstorm), jedoch die schöne Melodie überwiegt und bewegt. Eines jedoch gilt für Hergest Ridge wie für Tubular Bells, Ommadawn und Incantations - bei genauem Hinhören ist der Klangteppich dermaßen komplex, dass die einzelnen Instrumente fast nicht mehr zu durchschauen sind.Das ist schön so und da hilft auch keine HDCD, diesen Klangteppich zu differenzieren. Denn - da muss ich mich einigen Rezensenten anschließen - die alte Vinyl knistert zwar schon, aber es steckt mehr ihr. Tubular Bells ist toll, aber es wäre schade, gäbe es Hergest Ridge nicht! Fünf Sterne!
Geht so..., 15. September 2004
Ein bischen arg tranig ist das Nachfolgwerk von "Tubular Bells" schon geraten. Gegen ein auf Atmosphäre bedachtes, fast meditativ anmutendes Album ist bei Gott nichts zu sagen, aber ein bischen was sollte im Laufe von 45 Minuten schon passieren. "Hergest Ridge" macht mich beim Hören einfach immer maßlos müde. Wer auf die frühen Instrumentalwerke von Mike Oldfield steht, ist mit "Tubular Bells" oder "Ommdawn" weit besser beraten.
Zwischen gut und so lala, 17. August 2004
Hergest Ridge ging mir lange Jahre gepflegt nur auf die Nerven. Die Musik ist verglichen mit den Vorgängern viel seichter und gleichgförmiger, die dumpfen Gitarren im Hintergrund schnurren satt durch das ganze Album und walzen dabei vieles platt, was sich ihnen klanglich in den Weg stellt. Dazwischen kommt irgendwo ein Sangesversuch, der in wolfsartiges Geheul mündet...Somit ist das Album mit dem legendären "Tubular Bells" nicht annähernd zu vergleichen und schneidet für mich auch deutlich schlechter ab als "Ommadawn".
Allerdings habe ich nach Jahren nun doch Gefallen an dem Album gefunden und finde es gar nicht mehr so nervig sondern vielmehr interessant. Zieht man dann noch den Vergleich zwischen Oldfield früher und Oldfield in den 80/90ern, kommt man zu dem Schluss, dass "Hergest Ridge" doch eher zu den besseren Scheiben gehört.Sie liegt bei mir irgendwo zwischen 3 und 4 Sternen mit aufstrebenden Trend - also geb ich 4!
Ja, ja, nun....., 10. März 2004
Für mich reicht diese CD nicht an Tubular Bells heran, sie ist meiner Meinung nach mehr in der Attitude entstanden, nach dem sensationellen Erfold von TB, etwas Ähnliches nachschieben zu müssen. Ich persönlich könnte auf Ommadawn und Hergest Ridge problemlos verzichten.
Ein Klassiker, 3. März 2003
Mike Oldfields zweites Album schlägt "Tubular Bells" um Längen, nur der Nachfolger, "Ommadawn", kommt noch an die musikalische Qualität von "Hergest Ridge" heran, die Oldfield später leider nie wieder in der Art erreichen konnte, meiner Meinung nach auch nicht mit Amarok."Hergest Ridge" brennt ein musikalisches Feuerwerk der Extraklasse ab, es beginnt mit mystisch klingenden, irisch angehauchten Themen im ersten Teil, der einen guten Einstieg in das Album bietet. Man kann sich gehen lassen und einfach nur genießen. Der zweite Teil ist sehr abwechslungsreich und der siebenminütige "electronic Thunderstorm" (so die Kritiker), bestehend aus 90 (!) Gitarren, ging in die Musikgeschichte ein. Nach diesem furiosen "Finale" folgt dann das wirkliche Ende: Harmonische Gesangstöne wie zu Beginn des Stückes, die ruhig ausklingen und den Hörer mit einem unbeschreiblichen Gefühl zurücklassen.Leider ist auf CD nur die Boxed-Version zu kaufen. Wer das 1974 komponierte Original hören möchte, das auch während des "Thunderstorms" Gesang bietet, der möge sich die Original-Platte kaufen, die Investition lohnt sich, weil die Vinyl-Version noch um einiges interessanter ist als die heutige CD-Version.Ich bin großer Oldfield-Fan und Hergest Ridge II ist mein Lieblingsstück; das will was heißen! Ich kann allen, die halbwegs etwas mit außergewöhnlicher Instrumentalmusik anfangen können, dieses Album nur empfehlen! Es lohnt sich!
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