Kundenmeinungen
Der Film hat schon Atmosphäre, 13. November 2007
Ich habe den Film als Paarundzwanzigjähriger im Kino gesehen und fand ihn toll. Das war in einer Lebensphase in der man wohl auch sehr empfänglich ist für diese intellektuell angefüllte Todesnähe. Am Buch selbst bin ich damals gescheitert. Das philosophische bis physikalische Spiel mit der Zeit ist mir auch verborgen geblieben. Inzwischen habe ich das Buch gelesen und es wurde eins meiner Lieblingsbücher. Was der Film davon umsetzt ist ziemlich werktreu. Die Zeitthematik blitzt auch ab und zu mal durch, aber ist vielleicht in der knappen Zeit(sic) nicht befriedigend umsetzbar. Was mich ein wenig stört ist der gestelzte Christoph Eichhorn, was mich massiv stört der rumbrüllende Fremdkörper Rod Steiger. Wunderbar dagegen Flavio Bucci als Settembrini. Ebenso immer noch die lauschig-morbide Atmosphäre.
Literaturverfilmung für Kenner, 12. Juli 2006
Der langweiligste Film aller besten Filme der Weltgeschichte. Nur wer "Den Zauberberg" gelesen hat, kann ihn durchstehen. Und "Den Zauberberg" lesen kann nur, wer sonst alles von Thomas Mann kennt. Für den ist es aber ein Schatz der Weltliteratur: Der Film genauso wie der Roman.
Stimmungsvolle Umsetzung des Jahrhundertromans!, 27. Mai 2006
Wer den "Zauberberg" gelesen hat, wird während der Lektüre seine eigenen Bilder im Kopf gehabt haben. Davon muss man sich lösen, wenn man diesen Film genießen will!
Dann aber verspricht die Verfilmung aus den achtziger Jahren nicht zu viel: Sie fängt sehr genau die Atmosphäre zwischen Todessehnsucht und Übermut, Vorkriegsdekadenz und Prachtentfaltung, geschliffenen Dialogen und ironisch-distanzierter Betrachtung dümmlicher Kommentare ein.
Überzeugend in der Darstellung und der Ausstattung kann dieser Film das Leseerlebnis natürlich nicht ersetzen aber durchaus sinnvoll ergänzen!
Sehenswert!
Sehr schön !, 5. Januar 2006
Ich kann nicht verstehen, warum viele (auch bei IMDB) den Film so schlecht finden. Für mich ist es einer meiner Lieblingsfilme. Vielleicht ist es auch die Enttäuschung über die Single-DVD und die Kurzfassung des Films auf der DVD. Es existiert ja die wesentlich längere 3-Teiler-Fassung die schon mehrmals in den letzten 20 Jahren in der ARD zu sehen war. Es wäre super wenn diese Extended-Fassung auch noch als Double oder Triple-DVD herauskommen würde, am besten noch mit einigen neuen Deleted-Szenen (aber um Himmels Willen keine Neu-Synchronisation !!!, sonst wirds total ungenießbar !!). Das wäre immer wieder für jeden ein wunderbares Weihnachtsgeschenk.
Ein schlechter Film halt, 12. Dezember 2005
2 Sterne allein für die Ausstattung und das setting des Drehortes. Aber neben den üblichen Problemen wie Umfang der Romanvorlage und deren Unübersetzbarkeit in einen 2,5 Stunden Film, dem Verlust wesentlicher - und ich meine wirklich wesentlicher - Abschnitte, Gedanken und Entwicklungsmomente des Buches etc., neben all dem gibt es an dieser Verfilmung vor allem eines auszusetzen: nämlich den furchtbaren, jungen Hauptdarsteller, Christoph Eichhorn.
Ich kenne ihn nicht - muss man ihn kennen? Ist der Mann tatsächlich ausgebildeter Schauspieler? Nichts als Arroganz, bohrende Blicke, keifende Stimmlage und noch mehr Arroganz. Hans Castorp als empfindsamer, leicht bequemer Kaufmannserbe mit Hang zur Hypochondire? Davon it hier keine Spur zu sehen. Settembrini und Naphta hingegen sind wie aus dem Roman geschnitten, erstklassig besetzt. Aber leider werden die gefürchtet-geliebten Streitdialoge des Romans (also das eigentlich wichtige im Text!) zusammen gerechnet auf niedliche 5 Minuten reduziert - und das bei über 2 Stunden Filmmaterial. Stattdessen gibt es eine "errlisch verßogenne madamm schoscha", der der junge Ingenieurazubi so hemmungslos verfällt, dass die blonde Strähne in die Stirn rutscht. Es ist einfach ärgerlich: ein ganz anständiges Ensemble, viele Millionen Mark, ein talentierter Regisseur und dann so ein mieser Drehbuchautor. Fazit: Der Film kommt nicht nur nicht in die Nähe des Romans, er berührt diesen nicht einmal. Wer glaubt, allein nach diesem Film Thomas Manns ZAUBERBERG zu kennen, ohne das Buch gelesen zu haben, täuscht sich. Und das hat nichts mit Möchtegern-Intellektualismus zu tun - es ist ganz einfach eine Wahrheit.
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