Kundenmeinungen
Ein faszinierender Soundtrack von den Londoner Symphonikern!, 14. April 2008
Meine unsterbliche Geliebte spürt den Geheimnissen eines Klassikers nach: Wer ist Beethovens "unsterbliche Liebe", der er sein gesamtes Vermögen vermacht?Assistent Schindler begibt sich nach dem Tod des Meisters auf die Spur...Mit Gary Oldman als Beethoven und Isabella Rossellini, Valeria Golino und Johann ter Steege als dessen Topthree.Ein faszinierender Soundtrack von den Londoner Symphonikern!
Alles durcheinander, 2. April 2008
So viele Details stimmen nicht. Es lohnt nicht, sie aufzuzählen. Aber: es ist ein Film.Wie eigentlich alle Beethoven-Filme wird die Taubheit nicht konsequent filmisch umgesetzt, sondern führt zu häufigen Brüchen im Ablauf.Immer wieder werden Begebenheiten eingestreut, die der Überlieferung entsprechen und Authentizität suggerieren. Aber zu viele Unrichtigkeiten zerstören diesen Eindruck.Wird eine interessante Geschichte erzählt ? Man lernt zwar einige Frauen kennen, die in Beethovens Leben eine Rolle spielten, aber auch diese Geschichte wird nicht durchgehalten. Es sieht dann plötzlich mehr aus wie Teile aus dem Leben von Beethoven, zB die Geschichte mit seinem Neffen Karl. Der Plot, der dann schliesslich kommt,ist nur absurd.Es geht nicht darum, dass die Fakten nicht stimmen können, sondern, dass Beethoven in seiner uns überlieferten Art so völlig verkannt wird. Beethoven war ,bei aller Anfechtbarkeit seines Handelns, ein zutiefst moralischer Mensch, vielleicht könnte man sogar schreiben " moralin-sauer". Ein Verbindung mit der Schwägerin wäre ihm niemals in den Sinn gekommen, Niemals.Die Musik von Beethoven wird als Filmmusik ganz grässlich eingesetzt. Nicht nur die zeitliche Bezüge stimmen oftmals nicht, sondern die Musik wird so schrecklich gestückelt ,einfach als Untermalung für eine Scene. Da hört man den zB den wunderbaren zweiten Satz des fünften Klavierkonzerts, bevor allerdings das Klavier einsetzt, ist die Musik schon wieder abgebrochen. Gerade diejenigen, die Freunde der Musik Beethovens sind, werden von diesem Streifen gar nicht erfreut sind.Die Scene einer gequälten Kindheit mit der Musik aus dem Schluss-Satz der Neunten zu unterlegen, ist schlicht Beethoven-Kitsch ( natürlich Vollmond)Der Film ist einfach ärgerlich.
Kein Film ermöglicht automatisch Wissen, 3. November 2007
Von verschiedenen Filmmusik-Seminaren weiß ich, dass mit großer Vorliebe ein Vergleich der Filme "Amadeus" und "Ludwig van B." gezogen wird. Doch führt dieser meiner Meinung nach geradewegs in die Irre, da Amadeus "nur" ein exzellenter Krimi ist, der sich - mit Ausnahme der Fakten vielleicht, dass Mozart Billard spielte, Wein trank und ein Requiem unvollendet ließ - einem historischen Hintergrund - natürlich absichtlich - ohne jegliche Verantwortlichkeit bedient, und Ludwig van B. sich immerhin an Fakten aufbaut, der solcherlei Spekulationen, wie sie zuhauf in diesem Film vorkommen, zulässt. Es kann natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass eine ganze Menge Unkorrektheiten (allein die Blamage beim 5. Klavierkonzert, das er nie selbst spielte und seine abstrus "unkünstlerischen" Ansichten über die Aufgabe der Musik) dafür herhalten müssen, Beethoven einem breiten Publikum zugänglich machen zu wollen, was, auch aus Musikersicht, keineswegs von vornherein zu verurteilen ist. Ob das gelungen ist bleibt eine andre Frage. Aber solche Filme sollten nicht primär dazu benutzt werden, komturlosen Massen den Komponisten näher zu bringen. Da bleibt "leider" nur der Gang zum CD-Regal oder in ein Konzert - der Rest kommt meist von allein.Sieht man also von zweitrangigen Unkorrektheiten ab, die dem Genre Film dienen, so muss man aus meiner Sicht diesem Film vieles zugute halten: Die kokurrenzlose (wenn auch ein wenig der Tradition des wilden, Latino-Romantikers verhafteten) Darstellung Oldmans (im Gegensatz zum wildgewordenen Pferd namens Mozart aus "Amadeus") ebenso, wie die teilweise ausgebremste Handlung, die, Hollywood-untypisch, Zeit zur Reflektion gibt.Und: Was ist schon daran so schlimm, dass die 5. im Hintergrund läuft während Beethoven in der 3. rumradiert? So etwas dem Film negativ anzuhängen, ist kleinlich und unwichtig. Die, die es wissen, wissen es und denen, die es nicht wissen, ist es ohnehin egal.
Schlechte Umsetzung- Gute Musik, 26. September 2007
Der Film erzählt im Rückblick Auschnitte Beethovens Lebens. Sein Freund uns Assistent Schindler versucht nach Beethovens Tod die unbekannte Frau bzw. große Liebe Beethovens zu finden, der er seinen Nachlass überlassen hat.Leider teilweise etwas konfus dargestellt und in kleinen Lebensausschnitten. Manche sind hintergründiger, mache nicht. Man befindet sich ständig im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart und springt innerhalb Beethovens Leben hin und her. Trotzdem hat man die Dramatik in der Musik gut auf die aktuellen Lebensabschnitte Beethovens übertragen und so versucht die Musik mit dem Film bzw. mit den Gefühlsphasen Beethovens zu verbinden. Leider fehlen teilweise sehr viele berühmte Werke Beethovens, die ich gerne gehört hätte.Inhaltlich ist dieser Film gut. Allerdings hätte ich eine flüssigere Abhandlung seines Lebens und eine ausfühlichere Verknüpfung seiner Werke erwartet. Die Art uns Weise wie sein Leben erzählt wird, hätte man sich sparen können und sich darauf konzentrieren sollen, wie die Stücke zu welchem Zeitpunkt entstanden sind und welche Hintergründe eine Rolle spielten. Die Szenen aus der Gegenwart in der Schindler nach Beethovens großen Liebe sucht kosten nur Zeit und verwirren. Hier kann man allerdings die Zeit nutzen und sich noch ein Kaffee holen oder eine rauchen.Wer Beethoven nicht kennt und sich einen groben Umriss seines Lebens und des dramatischen Werdegangs verschaffen möchte sollte sich den Film anschauen. Als Film sicherlich ein optisches Schmankerle im Vergleich zur üblichen Textlektüre über die berühmten Komponisten.
Prächtiger Kostümfilm auf hohem Niveau, 22. September 2007
Der Film beginnt mit Beethovens Tod und entfaltet über Rückblenden Stationen seines Schaffens und früherer Liebschaften. Sein ehemaliger Sekretär Anton Schindler versucht eine "unsterbliche Geliebte" ausfindig zu machen, der Beethoven sein gesamtes Vermögen und sein Werk vermacht hat (das beruht übrigens auf einer historischen Tatsache, wenngleich man bis heute nicht sicher weiß, wer diese Dame war!). Berühmte Werke Beethovens wie die "Ode an die Freude" oder die Kreutzersonate werden ebenso geschickt mit der Handlung verwoben wie reale historische Ereignisse, wie z.B. die Belagerung Wiens durch die Napoleonischen Truppen.Besonders gut hat mir an dem Film neben dem bis ins kleinsten Detail stimmigen Biedermeier-Ambiente der Erzählstil gefallen. Obwohl auch dramatische Ereignisse in die Handlung involviert sind, wird doch die ganze Zeit über meist heiter und leichtfüßig erzählt, so dass man selbst nach dem bewegenden Ende nicht das Gefühl hat, in einem historischen Sumpf aus Leid zu ertrinken (wie bei vielen anderen Erzeugnissen des Genres). Ausgezeichnet ist auch Gary Oldman als Beethoven, der den Charakter mit allen Ecken und Kanten überzeugend verkörpert, ohne ihn jedoch dabei an Sympathie einbüßen zu lassen.Für mich ganz großes Kino, Gefühl und Dramatik im richtigen Maß, dabei niemals banal oder langweilig, und mit großartigen Darstellern.
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