Kundenmeinungen
Sorry, aber da bin ich mal wieder völlig anderer Meinung!, 31. Oktober 2007
Vor 3 Tagen habe ich mir Scorseses DEPARTED angesehen, der Film hat mich nicht vom Hocker gerissen. Nichtsdestotrotz habe ich gestern abend gutgelaunt die GOODFELLAS eingelegt, einen Film den ich mir schon an die 10 x im TV hätte ansehen können, es aber nicht getan habe.
Es ist klar, die GoodFellas haben für die SOPRANOS (deren enthusiastischer Fan ich bin) Pate gestanden - zumindest was die Darstellerliste angeht. Michael Imperioli, Tony Sirico, Vincent Pastore und Frank Vincent sind bei David Chase zu Ehren gekommen und Lorraine Bracco ist ebenfalls aufgestiegen. Sie hat mich in ihrer Rolle als 'Dr. Melfi' schauspielerisch weitaus mehr angesprochen, als es ihr in der Rolle der 'Karen Hill' möglich war.
Zurück zu den GoodFellas: Ray Liotta und Paul Sorvino konnten mich schauspielerisch noch nie überzeugen, daran hat sich auch gestern abend nichts geändert.
Robert de Niro war für mich (wie in anderen Rollen) der Lichtblick, dieses Mal wurde er allerdings noch von Joe Pesci als eiskaltem Psychopathen 'Tommy DeVito' übertroffen.
Wie es aussieht, halten begeisterte Fans der GoodFellas diesem Werk z.T. seit 1990 Jahre die Treue, sehen über vieles hinweg und lassen sich in ihrer Begeisterung DURCH NICHTS beirren.
Für mich, die ich erst durch die SOPRANOS Interesse an den Mafia-Werken von Scorsese bekam, hat sich dagegen Ernüchterung eingestelt.
Ich merke dem Film deutlich sein Alter an und habe mich mehrmals gefragt, wie der geniale David Chase, mit Tim von Patten oder Alan Taylor als Regisseur, die GoodFellas HEUTZUTAGE produzieren würde. Die Frage bleibt natürlich unbeantwortet, aber die Hoffnung dass Chase vielleicht irgendwann noch einen SOPRANOS-Film mit bewährter Besetzung folgen läßt, stirbt zuletzt!
Zuletzt noch ein Wort zur GoodFellas-Filmmusik:
LAUT und AUFDRINGLICH, dazu zumeist ohne jeden Bezug zu den gezeigten Szenen. Keine Ahnung was sich Scorsese dabei gedacht hat, ich vermute mal NICHTS! Auch bei der Musikauswahl schlägt David Chase ihn um Längen.
Fazit: 1 x gesehen... und abwarten, ob es nicht irgendwann technisch möglich ist, den Film auf EINE DVD-Seite zu brennen und die störende, fast pausenlose (!) musikalische Berieselung ZUR GÄNZE an- oder abzustellen.
Wenn diese Kriterien erfüllt sind, gebe ich den GoodFellas vielleicht nochmal eine Chance.
Scorsese wie er leibt und lebt!, 31. Oktober 2007
Dieser Film gehört für mich zu den besten Filmen die Martin Scorsese je gemacht hat. Die Atmosphäre in diesem Film ist einfach grandios und die Starbesetzung trägt ihr Übriges zu diesem Genre-Klassiker bei.
Kaufen!!!
Ein großer Wurf..., 26. Juli 2007
...ist Scorsese mit "GoodFellas" unabstreitbar gelungen. "GoodFellas" gilt heute als einer der besten Filme aller Zeiten und das nicht zu Unrecht.
Dabei basiert der Film größtenteils auf dem Buch "Wise Guys" von Nicholas Pileggi, dessen Buch wiederrum auf das Leben des wirklichen Ex-Mafiosis
Henry Hill fußt.
Der Film spielt anfangs im New York der 1940er Jahren: Der damals 11-jährige Henry Hill (Ray Liotta) wächst in eher bescheidenen Verhältnissen auf. Um sein eher bescheidenes Leben zu verbessern, träumt er von einer Karriere in der lokalen italienischen Mafia.
Bald schon bricht Henry seine Schullaufbahn ab und macht kleinere Botengänge für den Mafiaboss Paulie. Als Henry beim Verkauf von gestohlener Zigaretten erwischt und verhaftet wird und im anschließenden Verhör bei der Polizei keinen der Mafiosis verrät, wird er erstmalig innerhalb der Mafia respektiert.
Nach einem Zeitsprung erlebt man Henry als bereits anerkanntes Mitglied der New Yorker Mafia. Der Boss Paulie Cicero vertraut ihm und gemeinsam mit Jimmy Conway (Robert De Niro) und Tommy DeVito (Joe Pesci) bildet Henry ein gefürchtetes Gangstertrio.
So begehen die Drei gemeinsam mit einigen anderen ausgewählten Gangstern den legendären Lufthansa Coup und sind bereits in jungen Jahren schwerreiche Männer.
Doch als Henry zusammen mit Paulie und Jimmy im Gefängnis landet, da er den Bruder einer FBI-Agentin aufgemischt hat, begeht er einen schweren Fehler: Er steigt ins Drogengeschäft ein und leugnet dies seinem Boss Paulie gegenüber. Dazu hat er auch guten Grund: Drogengeschäfte sind bei Paulie unerwünscht, da erwischten Dealern hohe Haftstrafen drohen. Je höher die drohende Haftstrafe, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass einer auspackt und damit zur "Ratte" wird.
Tatsächlich entwickeln sich dann die Drogengeschäfte für Henry zum Anfang vom Ende in privater und beruflicher Hinsicht...
Selten hat man so einen packenden Thriller in derartiger Topbesetzung gesehen: Ray Liotta brilliert in der Rolle seines Lebens und über Robert De Niro und Joe Pesci muss man eigentlich keine weiteren Worte verlieren. De Niro, der Meister des Method Acting, spielt seine Rolle des kühl berechnenden und leicht nervösen Jimmy Conways perfekt.
Joe Pesci mimt den gefährlichen, sehr schnell reizbaren und skrupellosen Giftzwerg gekonnt und bekam für seine Leistung verdient den Oscar als bester Nebendarsteller verliehen.
Allein schon für die legendäre Szene Pescis mit Liotta im Restaurant ("Du hältst für mich lustig?") hat Pesci sich diesen Oscar verdient. Wer die Szene kennt, weiß was gemeint ist. Man bedenke dabei: Nach den Aussagen der Beteiligten war diese Szene lediglich improvisiert!
In kleineren Nebenrollen tauchen dann noch versierte Stars wie Frank Vincent (bekannt aus vielen Mafia und Scorsese Filmen, wie etwa "Raging Bull", "Casino" etc) und sogar Samuel L. Jackson auf! Der Cast ist wirklich erstklassig und spielt auch dementsprechend.
"GoodFellas" war zu seinem Erscheinungspunkt etwas gänzlich neues: Die Die rasante Erzählweise (besonders ab Erscheinen des Hubschraubers entwickelt die Story einen unheimlichen Drive), die schonungslose Gewaltdarstellung (nicht selten gekoppelt mit dem schwarzen Humors Pescis), die dreckige Sprache, die innovative Kameraführung (lange Steadicam-Fahrten), die Überspitzung und ironisierung der Gewalt durch geschickten Einsatz der Musik oder auch die - damals eigentlich als veraltert galtende - Idee, den Film aus der Sicht Henry Hills zu zeigen und von ihm aus dem Off kommentieren lassen.
Kurzum: "Goodfellas" war damals erfrischend anders, neu und er wirkt auch 17 Jahre später noch kein bisschen angestaubt.
"GoodFellas" war bei Oscar-Verleihung 1991 für sechs Academy Awards nominiert (Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Nebendarsteller, Beste Nebendarstellerin, Bester Schnitt), doch lediglich Pesci gewann den Oscar als bester Nebendarsteller.
Im Prinzip ein Hohn für diesen Film, aber seinen Weg in die Herzen der Filmfans hat er ja dennoch gemacht.
Die hier vorliegende DVD Umsetzung wird diesem Film aber leider keinesfalls gerecht. Trotz des aktuellen Schnäppchenpreises würde ich jedem Filmfan dazu raten, sich die Special Edition zuzulegen, die ihr Geld definitiv wert ist. Diese DVD hier (dank "Wendetechnik" und anderen Ärgernissen) bekommt von mir genau 0 Sterne.
Über den Film gibt es aber im Prinzip nichts zu meckern: Über 2 Stunden nahezu perfekte Unterhaltung und quasi alles - Schauspieler, Spannungsbogen, Dialoge, makabarer Humor, Kamera, Schnitt, Musik - scheint wie aus einem Guss. Daher 5 Sterne für einen Meilenstein der neueren Filmgeschichte.
Gut, 4. Mai 2007
Also ich habe den Film sehr gut gefunden. Was mir auch sehr daran gefällt ist, dass er auf einer wahren Geschichte beruht. Was man dazu sagen muss ist, dass der Film auf alle Fälle nicht für jedermann ist. Wem ein "Der Pate" oder "The Untouchables" nicht gefallen hat, dem wird auch dieser Film nicht wirklich gut gefallen...
Einem Genrefan kann ich den Film auf alle Fälle empfehlen!
Eindringlicher Mafiafilm mit lauem Ende, 6. April 2007
Henry (Ray Lyotta) ist schon als Heranwachsender von der sizilianischen Nachbarschaft begeistert: Sie besitzen tolle Autos und schöne Anzüge. Vor allem aber werden sie von allen respektiert. Unter den Fittichen seiner väterlichen Freunde Jimmy (Robert de Niro) und Pauly (Joe Pesci) erledigt Henry die ersten kleinen Jobs für die Mafia und arbeitet sich langsam hoch. Er begreift schnell, dass es ihm solange gut geht wie er 100%ig loyal ist und seinen Mund hält. Mit 21 heiratet er eine Jüdin und kann sich schon bald eine anspruchsvolle Geliebte halten.
Zusammen mit Pauley und Jimmy misshandelt er einen Schuldner schwer und die drei landen für ein paar Jahre im Knast. Einige Jahre später sind sie wieder unter strengen Auflagen draußen. Henry steigt groß ins Koksgeschäft ein, obwohl Pauly ihm jede Aktivität verboten hat. Jimmy zieht mit Henrys Hilfe einen großen Coup durch. Anschließend gilt es Monate lang Komplizen auf die Seite zu räumen, die nach dem Raub unvorsichtig sind, oder denen die Polizei auf der Spur ist. Henry landet wegen der Drogengeschäfte wieder in den Knast. Er kommt auf Kaution raus und fürchtet um sein Leben, weil er auf eigene Faust mit dem Koks gedealt hatte. Da kein Stoff mehr übrig ist, wendet er sich in seiner Verzweiflung an Pauly, der ihm ein paar Tausend Dollar gibt, ihn aber ansonst fallen lässt. Henrys trifft Jimmy, der ihm einen Tötungsauftrag besorgt, um sich zu rehabilitieren. Henrys muss sich zwischen diesem Himmelfahrtskommando und der Möglichkeit entscheiden, zum Chronzeugen gegen Jimmy, Pauly und alle anderen zu werden und unter falscher Existenz irgendwo ein tristes Leben in Angst vor der Rache des Syndikats zu verbringen.
Der Film aus dem Jahr 1990 zeigt drastisch die Konsequenz und Rücksichtslosigkeit der ehrenwerten Gesellschaft, der Good Fellas (gute Kumpel), im Umgang mit jedem, der ihr gefährlich wird. Die Mafia tötet völlig unvermittelt mit einem Lächeln im Gesicht und spendiert eine prächtige Beerdigung.
Martin Scorseses Regie ist eine Bank: Die präzise narrative Erählung aus Henrys Sicht, perfekte Einstellungen, überzeugende Schauspieler bis in jede Nebenrolle und ein bemerkenswerter Soundtrack. Allein ist der erste Teil etwas langatmig und das Ende ist für mich zu aprupt, da hätte man noch mehr draus zu machen können.
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