Kundenmeinungen
Amazon, bitte wieder nachbestellen, 27. Juli 2006
Über den Film selbst wurde oben schon alles geschrieben.
Aber bitte nehmt ihn wieder ins Programm mit auf und mehr noch, korrigiert mal bitte so langsam den Preis nach unten. Knapp 20 Euro kostete dieser Film bis vor kurzem noch, das ist einfach zu teuer - egal für welchen Film.
Milieustudie, 21. Dezember 2003
1995 inmitten des Booms deutscher Filme bannte Wolfgang Becker ein Stück Leben auf Zelluloid. Großstadtleben pur, doch mehr Milieustudie und Momentaufnahmen aneinandergereiht zu einer Geschichte über das Leben in seiner Gesamtheit, seinen Wirren und seinen schönen Seiten.
Jan und Vera finden sich per Zufall, beide geheimnsivoll und unnahbar, jeder hat sein Privatleben vor dem er meint, sich verstecken zu müssen. Und beide kleben aneinander, verlieren sich, finden sich wieder, gehen gemeinsame Wege. Ebenso Jans neuer Freund Buddy, mit dem er sich bald die Wohnung seines verstorbenen Vaters teil. Auch Buddy ist vom Leben gezeichnet, hängt gedanklich in der Vergangenheit und verflossenen Musikererfolgen und -träumen fest, verliebt sich in eine junge Griechin die mitten in der Stadt ohne Geld und ohne ihren Bruder strandet. Und dann ist da noch Jans Schwester Lilo und ihr Freund Harry, den die kleine Tochter Jenny gar nicht leiden kann und sich umso enger an Jan klammert. Das Leben ist eine Baustelle - der Titel ist Programm. In Wolfgang Beckers Film bauen und basteln die Protagonisten noch an ihrem Leben. Alles scheint brüchig. Alle sind auf der Suche: Nach sich selbst, nach anderen, nach ein bißchen Glück und großer Liebe. Sensibel und leise, schrill-komisch und laut erzählt Regisseur Wolfgang Becker von Menschen in einer Stadt im Umbruch, von ihren Träumen, Ängsten und Sehnsüchten.
Leichte Schwermut, 16. Oktober 2002
Bei diesem Film ist schon ein kleines Kunststück gelungen: Arbeitslosigkeit, Entfremdung, Vereinsamung, Generationenkonflikt, Beziehungsstress, Perspektivlosigkeit, AIDS ... das klingt nach Sozialkitsch-Drama, das einem pausenlos auf die Tränendrüse drückt. Aber mit nichten: Heraus kam eine recht legere Tragikomödie, in der sich Humor und Melancholie die Bälle zuspielen. Der Galgenhumor, mit dem selbst härteste Sujets behandelt werden (z.B. Vereinsamung und schliesslich Tod des Vaters) erinnert ein bisschen an irische Komik à la Commitments. In dieser ganzen Misere entwickelt sich zudem eine tolle romantische Liebesgeschichte, die ebenfalls ihre komischen und ihre tragischen Momente hat. Die Schauspieler sind erstklassig, sowohl die Hauptdarsteller als auch alle Nebendarsteller. Der Film wirkt glaubhaft, lässt mehr schmunzeln als lachen, mehr seufzen als weinen, und bleibt so in seiner emotionalen Dynamik angenehm bescheiden. Nur die Theaterszene ist derartig übertrieben, dass ich einen Punkt abziehen musste.
Mehr als großartige Unterhaltung, 16. Juni 2001
Komödie, Drama, Romanze in einem? Das gelingt normalerweise nur den Briten, vor allem Mike Leigh und Ken Loach. Vielleicht kein Zufall, daß dessen Hauptdarsteller aus "RiffRaff" und "Raining Stones", der wunderbare Ricky Tomlinson, hier mitspielt. Ein seltener Fall eines deutschen Films über die sogenannte Unterschicht, der überhaupt nicht trocken akademisch daherkommt und trotz einiger komischer Überspitzungen glaubhaft bleibt. Die Besetzungsliste liest sich wie ein Who Is Who des deutschen Films (nicht der Stars, sondern der Könner). Neben den beiden Hauptdarstellern, Jürgen Vogel und Christiane Paul, glänzen in den Nebenrollen u.a. Martina Gedeck, Armin Rhode, Meret Becker und (ein Glücksgriff) die kleine Rebecca Hessing. Trotzdem sei mir erlaubt, die damals 21jährige Laienschauspielerin Christiane Paul hervorzuheben. Nicht wegen der offenherzigen Liebesszene (eigentlich schon, würde ich aber nie zugeben), sondern weil sie ihre Rolle mit so erstaunlich viel Leben erfüllt hat. Sie kann mit sparsamen Gesten und Blicken so viel ausdrücken... Wollen wir hoffen, daß sie Hollywood und die Medizin links liegenläßt und dem deutschen Kino erhalten bleibt - das bietet zwar nicht viele gute weibliche Rollen, aber diese wenigen kann man ihr getrost alle anvertrauen. Den Rest des Lobes muß ich nun Wolfgang Becker aussprechen, der (mit ein bißchen Hilfe von Tom Tykwer) eine originelle Geschichte (die nur ab und zu auf Klischees zurückgreift) erfunden und grandios inszeniert hat. Herausragend (9/10).
Die DVD ist in Bild und Ton perfekt (es gibt sogar ein paar liebevoll ausgedachte Surround-Effekte), Untertitelspuren u.a. in Deutsch sind vorhanden. Außerdem dabei: ein paar lustige Outtakes, Infos über die Mitwirkenden und einen längeren Teaser-Trailer. Die 17 Minuten Casting-Aufnahmen haben mir besser gefallen als die meisten "Making of"-Filmchen. Erhellend die Probeszenen mit den nicht deutsch sprechenden Gästen (Ricky und Christina); das ist gelebtes europäisches Kino.
COOLER FILM!, 20. Juni 2000
Wir sind drei Schüler aus dem Kapstadter Goethe Zentrum und wir haben uns den Film "Das Leben ist eine Baustelle" im Deutschunterricht angeschaut. Der Film ist sehr interessant und regt einem zum Denken an. Der Film spielt sich in Ost Berlin. Es handelt sich um eine Gruppe Leute die aus dem Arbeitermilieu kommen. Der Hauptdarsteller ist Jan der sich mit verschiedene Probleme befassen muss. Unter den Themen geht es um Liebe, Tod und die witzige Seite in schlechten Situationen. Der Film ist generell ziemlich traurig, hat aber ein paar leichtere Aspekte die durch guten Humor dargestellt werden. Der Realismus des alltaeglichen Leben in diesem Milieu ist sehr gut dargestellt vom Regisseur. Echte Probleme, wie AIDS, menschliche Verhaeltnisse und Arbeitslosigkeit. Unter menschlichen Verhaeltnisse ist zum Beispiel Jan und seine Freunde die ein Fremdes Maedchen helfen um ihr Bruder wiederzufinden. Und die Vaterrolle die er seine Nichte gegenueber spielt. Der Film hat sehr starke Symbole. Ein Beispiel waere; die Dunkelheit im Verlauf der ganzen Filmes widerspiegelt die Stimmung der Darsteller. Der Film gibt den Zuschauer eine positive Perspektive des Lebens trotz anscheinend unueberwindbaren Situationen. In unsere Gruppe hatten wir Probleme mit den Titel. Ein Teil fand den Titel passend, eine andere Teil fand das es nicht den Film ganz wiederspiegelt. Vielleicht passt der englische Untertitel "Life is All you Get" besser?
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