Kundenmeinungen
Der Film ist nicht gealtert, unsere Gesellschaft ist pervertiert!, 14. Dezember 2007
Schneewittchen und die sieben Zwerge begeistert auch heute noch. Zu seiner Entstehungszeit waren die Zeichentrickfilme wirklich noch liebevoll handgezeichnet und warm in ihrer Farbgebung. Es stimmt schon, dass dieser Film heutigen Generationen eher ein müdes Lächeln abgewinnt. Das liegt aber weniger an seinem Alter als an einem starken Werteverfall in unserer Gesellschaft und in der Kindererziehung. Unsere Kinder werden durch den Konsum erzogen, durch laute Videospiele, "leblose" Computeranimationen und sie leben in einer Gesellschaft, in der Sex und Gewalt alltäglich und mittlerweile zum Prinzip erhoben sind. Alles muss lauter, bunter, schneller und agressiver sein. Ein Film wie Schneewittchen erscheint dagegen "lahm" für die heutige Kinderwelt, weil sich eine krasse pervertierte Entwicklung vollzogen hat (Mein Gott, selbst Zeichentrickfiguren sind heutzutage schon emanzipiert!!! Wie weit soll das denn noch gehen???) Wenn ich mir heutige Disney-Filme ansehe, sehne ich mich direkt wieder nach den "guten alten Zeiten", in der noch die ganze Liebe und Wärme der Zeichner in einen Zeichentrickfilm gesteckt haben. Dieser Film ist der beste Beweis dafür. Ich selbst bin zwar kein Kind mehr, gehöre mit 28 aber auch noch nicht zum alten Eisen. Trotzdem sind für mich persönlich die alten Disney-Klassiker die schönsten.
Ein verträumter Klassiker, 28. Juli 2007
Der Film ist wirklich wunderschön - zwar passt er nicht mehr ganz in die heutige Zeit, aber das macht ihn noch viel mehr zu einer Besonderheit! Es sieht einfach alles sehr schön aus und die Geschichte ist sehr süß, spannend und auch witzig.
Als Kind mochte ich den Film auch, aber meine Mutter musste immer die Szenen mit der Hexe vorspulen, da ich immer sofort tierische Angst bekommen habe und seitdem hatte ich auch eine Weile Angst vor Hexen. Deswegen würde ich allzu kleinen Kindern nicht den Film zeigen (oder halt besagte Stellen auslassen). Denn abgesehen von den furchteinflößenden Stellen ist der Film sehr heiter und fröhlich. Es wird viel gesungen,getanzt und gelacht. Und genau solche Stellen gefallen Kindern nunmal :)
Die Tiere im Wald sind total putzig und die Zwerge machen auch viel Spaß.
Nun aus der Sicht eines Erwachsenen kann ich sagen, das der Film sehr gelungen ist und auch sehr spannend. Die Story wird gut erzählt und die Bilder sind einfach herrlich. Ein Film für jedermann der auch gerne mal "unmoderne" Sachen ansieht.
Zu den Extras und der Qualität der DVD kann ich leider nichts sagen, da mir der Preis für die DvD zu hoch ist :( schade... aber ich habe ja noch die alte VHS - besser als nix.
Nicht nur für Kinder sehenswert, 15. Mai 2007
Ein wunderbarer Film, wird wie viele andere Märchenfilme bereits in der Psychotherapie eingesetzt.
Geschmackssache, 23. März 2007
Als Kind der Neunziger hatte ich das Glück meine Kindheit mit Filmen wie "Aladdin", "die Schöne und das Biest", "König der Löwen" und vielen mehr zu verbringen. Als 1994 die VHS-Fassung von "Schneewittchen" herauskam wurde die mir auch prompt von meinen Eltern gekauft und ich behielt sie in guter Erinnerung. Wenn ich an Schneewittchen zurückdachte, dachte ich an eine hübsche Prinzessin und die niedlichen Zwerge (ganz besonders Seppl ;)) und Schneewittchens Flucht durch den dunklen, bösen Wald (von dieser Szene hatte ich glaub ich wirklich Alpträume)
Nun ja, vor einiger Zeit holte ich mir die DVDs meiner alten Lieblinge (Der VHS-Rekorder war unlängst zugunsten eines DVD-Rekorders rausgeflogen und ich konnte für einige Jahre keine Disneyfilme genießen) und erfreute mich an vielen der Neunzigerfilme.
In froher Erwartung sah ich mir auch Schneewittchen an und ... hm, tja. Ich muss sagen, es hinterließ einen bitteren Nachgeschmack. Was mir als erstes unangenehm auffiel war die klischeehafte Frauenrolle, die Schneewittchen spielte - fröhlich putzend, haushaltend und ihr einziger Lebenstraum ist einmal ihrem Prinzen zu begegnen. Würg. Als Kind ist mir so etwas natürlich nicht aufgefallen, heute tut es dies aber umso negativer. Natürlich muss man hier bedenken in welcher Zeit dieser Film entstand, er war ein Meilenstein. Doch trotzdem kann ich mich meiner Mary Sue Phoebie in dieser Hinsicht nicht verwehren.
Wer kennt sie nicht, diese Mary Sues der Welt? Perfekte Frauen, lieblich, niemals wütend, mit wundervoller Singstimme und all die lieben süßen Tiere scharen sich um sie. Irgendwo in der Ferne höre ich den Schrei "Klischée".
Nicht nur Mary Sue ... Verzeihung, ich meine Schneewittchen ist in charakterlicher Richtung unterentwickelt, auch Prince Charming ist wohl völlig charakterlos.
Was mir allerdings sehr positiv auffiel, woran ich mich auch gar nicht mal erinnern konnte, war, dass die Charaktere teilweise in Reimen sprachen, was ich als niedlich empfand. Auch die Synchronisation ist für mich nicht allzu schrecklich, da ich immerhin mit ihr aufgewachsen bin und die Alternativen nicht kenne.
Trotz allem kann ich diesen Film nicht wie meine restliche Disneysammlung genießen und nutze ihn nur noch unter dem Motto "Point and laugh, mock and shudder".
Nicht für jedermann, nur für Fans und Kinder sollten aber über die flachen Charaktere hinwegsehen können. Ein echter Kinderfilm eben.
Film: 2-3 Sterne
Ausstattung: 1 Stern (Welches Genie denkt sich eigentlich stets, dass man bei den deutschen Fans ja ruhig die Extras weglassen darf?)
Furchtbare Synchronisation und Knallbonbonfarben, 25. November 2006
"und als Beweis dafür, dass Du's getan, bring' mir ihr Herz - hierdrin!"
Mit dem Mut zur dramatischen Pause und dennoch völlig lippensynchron gestaltet die leider unbekannte 1. deutsche Sprecherin ihre Rolle der bösen Königin in Walt Disneys erstem abendfüllenden Zeichentrickfilm "Schneewittchen und die sieben Zwerge". Wer einmal das Stimmvolumen dieser Schauspielerin gespürt hat, der vergisst es nicht. Welche qualitätvolle Ausbildung müssen Künstler früher gehabt haben, um derartig präsent zu sein! Welches Potential und welche Disziplin!
Schauspielerische Meisterleistung
Eine deutsche Lady Macbeth, eine waschechte Wagner-Heroine gibt da unverblümt den Mord an ihrer schönen Stieftochter Schneewittchen in Auftrag. Wie sie das macht, da bleibt einem die Spucke weg: Was zunächst wie ein gut gemeinter Ratschlag klingt, fast schon ein wenig wie ein Kochrezept, steigert sich zum unverhohlenen Wahnsinn. Es ist die Schlüsselszene des Films und in dieser Interpretation eine schauspielerische Meisterleistung, die es mehr als verdient hat aus dem Schatten der Archivregale hervorgeholt zu werden.
Trauriger Rekord: 3x synchronisiert
Drei Mal wurde der Klassiker eingedeutscht. Die 1. Fassung traf noch genau den Ton des amerikanischen Originals. Sorgfältig erstellt bis ins Detail, mit einer Sprecherriege, die direkt dem Original zu entstammen scheint, so ähnlich klingen die Stimmen. Die Sache ist von A bis Z rund! Sei es nun die meisterhafte Interpretation der Königin-Darstellerin, die einem wohlige Schauer über den Rücken jagt oder die unschuldige Stimme einer Paula Wessely in der Rolle des Schneewittchen. Kein Wunder, dass die mehrfach ausgezeichnete Wiener Burgmimin als bestes Gretchen gerühmt wird. Als Schneewittchen mit leicht österreichischem Akzent ist sie nicht weniger frisch und anrührend.
Der Tradition verpflichtet
Die Zwerge: Allesamt einzigartig! Noch voll dem K. und K.-Glanz österreichischer Schauspieltradition verpflichtet. Zucker is' futsch!", der entrüstete Vorwurf Pimpels war lange Zeit eines meiner kindlichen Schlagworte. Oder die Entdeckung Happy's: "Geschirr is' nich' gestohlen. Ist versteckt in Schrank!" Einfach perfekt! Anrührend! Witzig, ohne jede Peinlichkeit! Treuseelig singen die Zwerge hier noch: "Juchhei, Juchhei, die Arbeit ist vorbei!" und man hat seinen Spaß - wenn auch leider nur noch beim Hören der Ausschnitte auf Disney-LP.
Überwacht von höchster Stelle
Der Zauberspiegel: Als unfreiwilliger Helfer ist Aribert Wäscher ein echter Glücksgriff. Wie sein englischer Kollege musste er in eine überdimensionale Trommel klettern, um den mystischen Nachhall zu erzeugen. Walt Disney höchstpersönlich hatte die fremdsprachigen Synchronisationen überwacht. Und das merkt man! Die Texte wurden erst vom englischen ins deutsche und dann wieder rückübersetzt, um so etwaigen Verlusten in der Sprachästhetik entgegen zu wirken. Von solchen Finessen sind die beiden anderen deutschen Fassungen meilenweit entfernt.
Trivial
Sprachlich trivialisiert, bietet die 2. Synchronisation wenig Erbauliches: Die Königin Gisela Reißmanns ist allenfalls Mittelmaß, ohne Resonanz, flach und viel zu jugendlich. Uschi Wolff als Schneewittchen ist wenigstens durchgehend feinfühlig, wenn auch leicht verkniffen und ohne die Ressourcen einer Wessely. Die Zwerge machen viel Lärm. Der Spiegel ist arg desinteressiert. Wie gesagt, alles wenig erbaulich, wäre da nicht Susanne Tremper. Sie singt das Schneewittchen, dass es eine Wonne ist. Fernab von jeder Operettensoubrette zwitschert und tirilliert sie, dass es einem die Luft nimmt. Als Prinz steht ihr René Kollo gleichwertig zur Seite. Selbstverständlich, dass diese Leistungen als deutscher Soundtrack veröffentlicht wurden und dass auf die Koloraturen der Tremper in der 3. deutschen Synchronisation zurückgegriffen wurde.
Indiskutabel
Diese 3. Fassung wurde in aller Eile für die Video-Erstauswertung hingeschludert. Völlig indiskutabel! In einer unharmonischen Mischung der Texte von Fassung Eins und Zwei. Ohne jedes Gespür für Timing oder Sprecherführung! Von der Titelrolle bis zum letzten Zwerg nur Fehlbesetzungen, die hörbar mit der Stechuhr im Hintergrund durch die Märchenwelt hasten. Bei aller Liebe, da schalte ich gleich auf's englische. Was für ein Unterschied. Und was für ein Unterschied zu der oben beschriebenen 1. deutsch/österreichischen Synchronfassung mit Paula Wessely und Aribert Wäscher. Sind die bei der deutschen Disneyvertretung eigentlich unsensibel oder einfach nur schlichtweg dumm? Was sollen diese Neusynchronisationen, die selbst den schönsten Film jegliches Charisma nehmen? Ach, noch was zu den Farben: Von "weiß wie Schnee" kann in der aufpolierten DVD-Fassung keine Rede mehr sein. Die Braut erstrahlt in Pink. So zerstört man Filmlegenden! Also bauen wir uns beim Erklingen der Hörspiele eigene Träume. Mit Tremper, Wessely, Wäscher und all den alten Stimmen "reiten wir in's Glück und kehren nie mehr zurück. Dann hat sich mein Traum erfüllt!"
Fazit: Finger weg, solange Disney nicht die alte Synchronfassung freigibt und sich in den Farben an die Erstauswertung hält!
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