Kundenmeinungen
Meisterleistung, 24. Juli 2003
Es erstaunt mich wie der Regisseur es schafft 1600 Seiten auf 3 Stunden Film zu bannen und dabei noch die wichtigsten Aspekte berücksichtig. Natürlich sollte man die beiden Bände von Krieg und Frieden gelesen haben bevor man sich an dieses Machwerk traut, weil der Film wie gesagt nur das allernötigste beinhaltet (geht ja auch nicht anders) Besonders am Anfang habe ich mir schwer getan, weil auf die Personen nicht näher eingegangen wird und sofort gnadenlos die Geschehnisse über einen hereinprasseln. Doch nicht zu letzt wegen Audrey Hepburn ist der Film ein wahres Vergnügen und seiner verstecken Anspielung auf gewisse Vorurteile, so sollte er auch eine symbolische Brücke zu unseren russischen Nachbarn sein, damit wir merken dass auch die Russen einen Sinn für Kultur haben (früher zumindest).
Ansehen lohnt sich, 6. August 2001
"Krieg und Frieden" von King Vidor ist ein bildgewaltiges Epos in verschwenderischer Ausstattung. Die Darsteller sind gut gewählt und überzeugen, selbst in kleinsten Nebenrollen.
Vor dem Hintergrund des napoleonischen Rußlandfeldzuges 1812 erzählt der Film die bewegenden Einzelschicksale der Familien Rostow, Besuchow und Bolkonski. Wir lernen Komtess Natascha Rostowa (hinreißend gespielt von Audrey Hepburn) als ein lebenslustiges, noch etwas naives Mädchen kennen, welches nach schönen und bitteren Erfahrungen zu einer couragierten, verantwortungsbewussten jungen Frau heranreift. Ihre Beziehung zu Pierre (Henry Fonda), dem nachdenklichen Grafen Besuchow, zieht sich wie ein roter Faden durch den Film und mündet endlich in einer den Krieg überdauernden Liebe. Pierre betrachtet seine Welt aus philosophischem Blickwinkel. Er sucht Antworten auf viele Fragen des Lebens. An seiner Seite durchleben wir Angenehmes, aber wir leiden auch oft mit ihm - so unter den Schrecknissen des Krieges und der Gefangenschaft. Von ganz anderem Wesen ist Fürst Andrej (Mel Ferrer), ein geradliniger, seit dem Tod seiner Frau etwas melancholischer Mann mit einem starken Willen. Ein Mann der Entscheidungen trifft, sie durchsetzt und auch verantwortet. Dank seines Freundes Pierre trifft auch er auf Natascha. Er liebt sie, kann ihr jedoch erst auf dem Totenbett einen unbedachten Fehltritt vergeben. Neben dem alzu früh sterbenden, halbwüchsigen Petja Rostow ist Andrej die vielleicht tragischte Figur des Films. Dies sind nur drei von vielen Charakteren des Filmes, die alle friedlich oder im Streit (Krieg) miteinander leben. In K & F kommen auch Geschichts-Interessierte auf ihre Kosten. Der Zuschauer erlebt den Vormarsch der napoleonischen Truppen, das Soldatengemetzel in der Schlacht von Borodino und den taktischen Rückzug Kutusows. Es folgen Napoleons Einzug in ein Moskau, das verlassen ist und ein Opfer der Flammen wird, schließlich Bonapartes von russischen Partisanen flankierter Rückzug und der Untergang der Grande Armée im eisigkalten russischen Winter. Abschließend sei gesagt, dass der Film zwar eine beachtliche Länge aufweist, aber durchweg interessant und keinesfalls langatmig ist. Der Film ist hervorragend - man kommt auf die Idee, (wenn noch nicht geschehen) endlich mal den Roman Tolstoi`s zu lesen.
|