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Arthaus/Kinowelt Home Entertainment: Nackt

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Nackt

mit David Thewlis Lesley Sharp Katrin Cartlidge

Regie: Mike Leigh

Arthaus/Kinowelt Home Entertainment

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Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Düster-zynischer Abgesang auf Verlierer u. Verlorengegangene, 26. August 2004

Der Film "Nackt" von dem britischen Regisseur Mike Leigh erzählt episodenhaft die düsteren, zutiefst deprimierenden Geschichten von Menschen, die sich in den endlosen Schluchten einer grauen Großstadt längst selbst verloren haben.

Hauptfigur des Films ist Johnny, ein arbeitsloser Herumstreuner und gleichzeitig zynischer Gossenphilosoph, der Menschen und ihre Werte gleichermaßen verachtet und diffamiert, ein Misantroph und Nihilist.

Nach einer versuchten Vergewaltigung flüchtet Johnny mit einem gestohlenen Wagen aus seiner Heimatstadt Manchester nach London, wo er sich in der Wohngemeinschaft seiner Ex-Freundin Louise einnistet. Dort angekommen bändelt er zunächst mit Louises dauerbekiffter Mitbewohnerin Sophie an, doch als sich diese in ihn verliebt, weist er sie brutal zurück. Von Sophie bedrängt und voller Verachtung für das scheinbar bürgerliche, gesetzte Leben seiner Ex-Freundin, verlässt er das Haus und lässt die beiden Frauen demoralisiert und vor den Kopf gestoßen allein zurück. Rastlos und getrieben von seiner beißenden Ablehnung gegen alles und jeden, begibt sich Johnny auf eine ziellose Wanderung durch das nächtliche London. Auf seiner Odyssee begegnen ihm allerhand andere gescheiterte Existenzen - Menschen am Rand der Gesellschaft, die ihre Hoffnungen und Träume - anders als Johnny - jedoch noch nicht ganz begraben haben. Und wo diese ihm offen, freundlich und hilfsbereit begegnen, demütigt und nutzt er sie aus und entlarvt mit ätzendem Zynismus ihre zaghaften Lebensentwürfe als lächerliche Utopien.

In extrem düsteren Bildern zeichnet Mike Leigh das Portrait einer Gesellschaft in der Post-Thatcher-Ära, die ganz unten ist. Desillusioniert, resigniert und bar jeder Hoffnung kämpfen sie noch, wo es eigentlich nichts mehr gibt, für das zu kämpfen es sich lohnt. Da sind z. B. Brian, ein Nachtwächter, der Johnny zu essen gibt, die schüchterne, verhärmte junge Kellnerin, die ihn für eine Nacht bei sich aufnimmt, das ausgeflippte junge Pärchen, dem er an einem toten U-Bahn-Gleis begegnet, Louise, seine Ex-Freundin, deren Mitbewohnerin Sophie, mit der er nur seine sexuellen Obsessionen auslebt, und am Ende schließlich Johnny selbst, der die tragischste Figur von allen ist. Doch neben aller Düsternis und Hoffnungslosigkeit, die dem Zuschauer durch diese Charaktere suggeriert werden, offenbaren diese gleichzeitig auch die tiefe Verbundenheit und Solidarität Leighs mit den kleinen Leuten aus der englischen Arbeiterschicht, die in fast allen seinen Filmen die Hauptrolle spielen (siehe z. B. "Secrets and Lies", 1996).

Einsamkeit, seelische und physische Gewalt, Mitleidslosigkeit und emotionale Kälte begleiten Johnnys Tour de Force durch den Untergrund des urbanen Großstadtdschungels. Am Ende kehrt er verprügelt und am Boden zu Louise zurück. Doch auch das Ende des Films bleibt in seiner Art konsequent und unerbittlich: weder Louises noch nicht erloschene Gefühle für Johnny noch ein Moment der Wärme und zerbrechlichen Zärtlichkeit zwischen den beiden und die gemeinsamen Erinnerungen an eine bessere, freundlichere Zeit können ihn davon abhalten, erneut in eine ungewisse Zukunft aufzubrechen. Johnny bleibt ein Getriebener.

Mit "Nackt" zeigt uns Leigh auch ein Bild Londons, das weit entfernt ist von den Prachtstraßen, den illuminierten Plätzen, den Szene-Vierteln und den Reisebuch-Klischees. Leigh zeigt dem Zuschauer die Verlorenen dieser schillernden, lauten Stadt, die nur allzu gern Vergessenen, die von der etablierten modernen Gesellschaft an den Rand Gedrängten, Ausgestoßenen, die vom Großstadtmoloch schon längst Aufgefressenen.

"Nackt" ist meiner Meinung nach Leighs Meisterwerk, verstörend und desillusionierend. Vollkommen zurecht wurden Mike Leigh und sein Hauptdarsteller David Thewlis (einem breiteren Publikum wahrscheinlich besser bekannt aus dem Hollywood-Streifen "Sieben Jahre in Tibet" mit Brad Pitt), der den Johnny brillant und eindringlich verkörpert, deswegen 1993 auch mit der Goldenen Palme von Cannes ausgezeichnet.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Nackt - eine düstere Real-Vison unserer Gesellschaft., 27. März 2001

Nackt, ein Film des Britischen Regisseurs Mike Leigh verlangt dem Zuschaer einiges ab: Der Zyniker Johnny flieht nach einer versuchten Vergewaltigung aus seinem Heimatort nach London und sucht Unterschlupft bei seiner Ex-Freundin die ihr Glück seit einiger Zeit mit mäßigem Erfolg in der Großstadt versucht. Lange hält es Johnny aber hier nicht aus und begibt sich auf eine Odysse durch das größtenteils nächtliche London auf der ihm eine Menge seltsame und skurrile Personen begegnen, jede mit einer eigenen Geschichichte die der Zuschauer hinter den Dialogen erahnen kann. Am Ende kehrt Johnny geschlagen noch einmal zum Haus seiner Ex-Freundin zurück und muss sich entscheiden, ob er schon bereit ist die ihm gebotene Liebe anzunehmen.. In deprimierenden Bilder erzählt der Film von verlohrenen Menschen in der Stadt; verbunden sind die kleinen Episoden durch den Herumstreuner Johnny der ihnen zynisch den Spiegel vorhält und dabei grausam und verlohren zugleich wirkt. Der Film ist eine Charakterstudie und ein Sozialdrama gleichermaßen, der dem Zuschauer wenig Positives Vermittelt - das einzige bißchen Wärme schimmert durch die noch nicht erloschne Zuneigung Johnny's Ex-Freundin durch das graue Mauerwerk Londons, das ausschließlich einsame Menschen gefangenzuhalten scheint. Mir hat der Film sehr gut gefallen, was vor allem an der atmosphärisch gut vermittelten Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit der Geschichte und an den durchweg großartigen Schauspielern liegt. Allen voran David Thewlis als Johnny, der, von treibender Musik untermalt, als Zyniker und Endzeitprohet durch die nächtliche Stadt wandelt, tragische Figuren kennenlernt und trotzdem selbst die traurigste von allen bleibt. Warnung! - Dieser Film ist nicht gerade angenehm und kann durch seine Kälte etwas auf den Magen schlagen, außerdem gibt es ein paar unschöne Sequenzen, z.B eine Vergewaltigung. - Trotzdem, ein toller Film, fernab des Mainstreams der einen zum Nachdenken anregt. Unbedingt anschauen.





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