Beschreibung
Genosse Don Camillo ist der vielleicht unterschätzteste Film der Serie. Nach dem Schwachen vierten Teil Hochwürden Don Camillo spielt dieser fünfte und letzte Film der Urserie nicht im Postädtchen Brescello, sondern in der Sowjetunion. Dorthin reist eine Delegation um Senator Peppone (Gino Cervi), der sich auch Don Camillo (Fernandel) unter dem Namen Camillo Tarocci anschließt. Für Peppone soll diese Reise sein Leben verändern. Doch anders, als er sich dies gedacht hat. Peppone, ein Kommunist aus Überzeugung, erlebt in der Sowjetunion nicht das Arbeiter- und Bauernparadies, das er sich erhofft hatte vorzufinden. Was er vorfindet, das ist ein Apparatesystem, geleitet von Männern, die ihn an die Großgrundbesitzer seiner Heimat erinnern, gegen die er einst in den Kampf gezogen ist. Nein, dies ist nicht das Paradies. Peppone, dem es bei seinem Kampf stets um das Wohl der Menschen in seiner Heimat gegangen ist, erlebt in der Sowjetunion ein System der Unterdrückung, der Angst, der Verdächtigungen. Und er erlebt, wie er und seine Delegation unter Druck gesetzt werden, dieses System auch in seinem Land durchzusetzen. Etwas, das Peppone nicht will. Im Gegensatz zum Hauruck-Humor des vierten Teils gelingt es dem fünften Teil noch einmal eine sehr ironische, aber auch sehr melancholische Geschichte zu erzählen. Für Peppone ist es eine traurige Geschichte, denn für ihn sind es Weltbilder, die einstürzen. Freuen kann sich über diesen Verlust sein alter Widersacher Don Camillo jedoch nicht. Er weiß, dass Peppone ein guter Mann ist, der das Wohl der Gemeinschaft stets über sein eigenes gestellt hat. So entpuppt sich Don Camillo am Ende weniger als ein Widersacher, denn als ein Freund, dem es sogar gelingt, Peppone seinen Glauben zurückzugeben. Den Glauben an seinen Kampf für die Menschen. Mag die Sowjetunion zu einem verbrecherischen Regime verkommen sein, Peppone ist ein guter Mann. Diese Differenzierung zwischen einem bösartigem System mit einer fragwürdigen Ideologie und den Verdiensten eines Einzelnen zu erzeugen, dies ist die große Stärke dieses von der Kritik leider unterschätzten Filmes. --Christian Lukas
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