Kundenmeinungen
das album ist gut!, 9. Juni 2006
movement ist ein sehr gutes album, sicherlich nicht einfach zugänglich, aber mit ein bisschen geduld offenbart sich die schönheit und genialität dieser platte: die kristalline energie die aus den ritzen von "truth" strahlt ist einfach nur wahnsinn, "chosen time" räumt am richtigen ort noch heute jeden dancefloor ab, und der opener "dreams never end" steuert uns unbeirrbar durch das stürmische meer des daseins. es geht weiter, eine positive platte!
Oft unterschätzt: Das New-Order-Debüt von 1981, 30. Juli 2005
Retrospektiv wird MOVEMENT von Kritikern meist nicht allzu hoch eingeschätzt. So schrieb unlängst der Musikexpress im Rahmen seines Dossiers "25 Jahre New Order", die acht Songs auf dem Album klängen zwar nach Joy Division, doch jene unvergleichliche Magie der Vorgängerband stelle sich nicht ein. Das mag zum Teil stimmen. Ein Jahr nach dem Selbstmord von Sänger Ian Curtis und dem damit einhergehenden Entschluss der verbleibenden drei Bandmitglieder, die Band in New Order umzubenennen, war die Band noch unentschlossen, jene neuen musikalische Wege zu wagen, dank derer sie kurz später für Furore sorgen sollten. Bei Konzerten präsentierten sie sich, mittlerweilen durch Keyboarderin und gelegentlicher zweiter Gitarristin Gillian Gilbert verstärkt, nach wie vor als kommunikations- und lichtscheue Finstermänner. Gitarrist Bernard Sumner, als neuer Sänger auserkoren, versuchte seine Stimmlage an Ian Curtis zu orientieren - vielleicht der Schwachpunkt schlechthin auf dem Album: der "grabestiefe" Bariton lag ihm nicht. Martin Hannett, der als weithin anerkannter Produzent "Unknown Pleasures", "Closer" und die meisten anderen Joy-Division-Aufnahmen mit seiner Produktionskunst veredelt hatte, war heroinsüchtig und im Umgang extem schwierig geworden, Bassist Peter Hook litt, nach späteren Angaben in Interviews, als Folge des Selbstmordes von Ian Curtis an Depressionen.
Keine allzu schönen Voraussetzungen also, um ein Album zu machen - doch New Order brachten es zuwege, und das 1981 erschiene MOVEMENT verdient es, in einem etwas günstigerem Licht gesehen zu werden. Es gibt Alben, und dieses gehört definitiv dazu, die nicht als Meisterwerke betrachtet werden können, und doch durch ihre unverwechselbare Atmosphäre etwas Einzigartiges besitzen. Alle Songs mögen, mehr oder weniger, unter der schwachen Gesangsperformance leiden, aber sie haben etwas Besonderes - die "tribal Beats", perkussiven Gitarren, der verstärkte Einsatz von Sequencern, Geräuschen und schließlich die elegischen Synhtieflächen von Neuzugang Gilbert verleihen den Songs einen extrem perkussiven, fast tranceartigen Charakter; fast wie eine Post-Punk-Version der Krautrockgruppe Can. Dabei sind nur wenige Stücke als Songs interessant - allen voran bildet der Opener "Dreams Never End", eng verwandt mit der ersten Bandsingle "Ceremony" (die hier übrigens nicht drauf ist) eine Ausnahme, sonst sind memorable Hooklines eine Rarität. Die Musik ist durchgehend grau bis tiefschwarz, unterschwellig melancholisch bis schwer emotional und depressiv, die grüblerischen Texte (deren Interpretationen meist Querverbindungen zu Ian Curtis' Tod herzustellen versuchen) sind nicht nur inhaltlich, sondern, der Produktion und dem zaghaften Gesang wegen, auch akustisch durchgehend schwer verständlich. Keine leichte Kost also - und trotzdem die beste Gelegenheit, sich mit New Order zu beschäftigen, als sie nicht mehr Joy Division, aber auch noch nicht New Order waren, wie wir sie heute kennen.
Schade, dass es nicht in diese Richtung weiterging ..., 11. August 2000
Wer von New Order nur poppige Ohrwürmer wie "Blue Monday", "True Faith" oder "Regret" kennt, oder vielleicht die Substance- oder Best-of-CD sein eigen nennt, von einer Band namens Joy Division aber noch nie gehört hat, dürfte zumindest verwundert, wahrscheinlich beim ersten Hören aber sogar enttäuscht sein. "Movement" enthält überhaupt keine der eingängigen Discorhythmen, die New Order später zu einer Band gemacht haben, die auf keiner feuchtfröhlichen Eighties-Party fehlen darf. Diese Platte ist noch verzweifelter und klaustrophobischer, als es die der Vorgängerband Joy Division waren - kein Wunder, schließlich entstand Movement 1981, in dem Jahr, als der Sänger von Joy Division, Ian Curtis, sich das Leben nahm. Was die Cold-Wave-Band New Order mit der Popband New Order verbindet, sind der warme, melodiöse Gesang und Peter Hooks charakteristisches Bassgitarrenspiel, das schon die Joy-Division-Platten durchzog. Im Vergleich zu den Joy-Division-Alben splittert hier kein Glas mehr, und mit Ian Curtis verließen auch die letzten Überreste des Punk die Musik dieser Band. Insgesamt eine geniale Platte, schade, dass New Order später so fetentauglich geworden sind ...
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