Beschreibung
Nach rationalen Maßstäben ist Alan Parkers filmische Interpretation von Pink Floyds The Wall ein herrlicher Flop. Herrlich deshalb, weil seine vom begnadeten Kameramann Peter Biziou meisterhaft fotografierten und häufig pathetischen Bilder auf geradezu hypnotische Weise beeindruckend sind. Und ein Flop ist er, weil die ganze Operation hoffnungslos finster ist, zwar getreu den tristen Themen und der psychologischen Qual von Roger Waters' großem musikalischen Opus, doch völlig bar jeglichen Humors, den Rogers in seinem Material sicherlich auch empfand. Jeder Versuch, The Wall optisch umzusetzen, muss aus künstlerischer Sicht zwangsläufig gefahrvoll sein. Parker erliegt dabei seiner eigenen Selbstgefälligkeit und schafft einen Film, der genauso faszinierend wie mangelhaft ist. Der Film ist -- zum Guten wie auch zum Schlechten -- das Produkt dreier Künstler, die miteinander im Clinch liegen: Parker, der sich selbst frönt, und Waters im Bunde mit dem Trickfilmer Gerald Scarfe, dessen brillanten Tricksequenzen einen wünschen lassen, er hätte beim gesamten Film Regie geführt und ihn animiert. Glücklicherweise hinderte dieser Konflikt der Talente und der Egos The Wall nicht daran, trotzdem ein faszinierender Film zu werden. Boomtown-Rats-Frontmann Bob Geldof (in seinem Leinwanddebüt) ist eine ausgezeichnete Besetzung für Waters' Alter Ego Pink -- ein entfremdeter, gleichgültig-emotionsloser Rockstar, dessen Psychose sich als emotionale (und symbolisch auch als tatsächliche) Mauer manifestiert, die ihn von der kalten, grausamen Welt da draußen trennt. Indem er Waters' autobiografische Details in seine eigene wirre Vision einflicht, gelingt es Parker letztlich nicht, den erzählerischen Faden mit einer experimentellen Struktur unter einen Hut zu bringen. The Wall ist ein prachtvoller, bizarrer und oft erstaunlicher Film, der stets seine Anhängerschaft finden wird. Aber die wahre schöpferische Quelle ist nach wie vor die Musik von Roger Waters. --Jeff Shannon
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Kundenmeinungen
Welcome to the movie, 22. Juli 2007
Nach all den Jahren des Besitzes dieser DVD wird es mal Zeit, dass ich auch ein paar Worte darüber verliere:Pink Floyd's "The Wall" gehört für mich in den Olymp der bisher produzierten Musik-Alben. Andere dachten ebenso und so folgte der Film.Doch gehört dieser Film dementsprechend auch zu den besten Filmen aller Zeiten?Nun, das sicherlich nicht, aber immerhin ist "The Wall" von Alan Parker einer der interessantesten und denkwürdigsten Musikfilme.Worum geht es? Ein junger Brite namens Pink Floyd vegetiert, nachdem er eine eher trostlose Kindheit und Ehe durchmachte, in seinem Hotelzimmer dahin, welches ziemlich gut seinen mentalen Zustand wiedergibt. Auch das Fernsehen, sein Geld oder eine Prostituierte können ihm kein Licht in seinem Leben geben, bis Pink letztlich faschistische Ideologien entwickelt.Wer den Film sieht, bevor er das Musikalbum gehört hat, wird vieles in diesem Werk nicht verstehen. Es ist fast schon eine Voraussetzung, die Liedertexte von "The Wall" zu kennen, da andernfalls so mancher Zusammenhang oder wichtige Punkt in der Geschichte (z.B. die Beziehung zu seiner Mutter oder seine Depressionen) verloren geht. Darüber hinaus sollte man als Zuschauer Interesse, etwas Fantasie und Geduld für diese Story mitbringen. Es ist deutlich, dass "The Wall" kein Film für die Masse ist, aber das ist auch gut so.Es ist kein Film der üblichen Sorte, der mit vielen Dialogen auskommt (darum ist es auch ein Musikfilm), sondern die Lieder erzählen die Geschichte oder spiegeln den Seelenzustand des Proganisten wieder. Und bei dieser grandiosen Musik fasziniert diese Erzählweise auch beim wiederholten Zuschauen.Ebenso faszinierend wie unverzichtbar in diesem Film sind die Trickfilmszenen, für die Gerald Scarfe verantwortlich ist (dieser sorgte u.a. auch im Disney-Streifen "Hercules" für den rustikalen Zeichenstil). Auch ihm ist es zu verdanken, dass die berühmten marschierenden Hammerarmeen (eine deutliche Anspielung auf das Dritte Reich) ein prägendes Bild in der Musiklandschaft geworden sind.Was gibt es über die DVD-Ausstattung zu sagen?Wenig. Wenig Negatives. Denn alle Menüpunkte wurden mit Musik und Animationen unterlegt, darüber hinaus sind es keine 08/15-Menügestaltungen, sondern sehr nah an den Charakter der Pink Floyd-Werke (nicht nur "The Wall") gelegt und das ist mehr, als man von solch einer DVD verlangt hätte. Manchmal ertappe ich mich selbst dabei, dass ich die DVD nur wegen den Menüs einlege *g*. Einzig und allein die Kapiteleinteilung hätte man übersichtlicher machen können, denn es wird rein nach Nummern sortiert. Keine Screenshots, keine richtigen Titel, es liegt auch kein Zettel mit den Kapitelbezeichnungen in der DVD-Hülle bei. Schade.Auch sehr viele Extras kriegt der Fan geboten, z.B. den Trailer, Bildergallerien, Musikvideos, Dokumentationen oder den Audiokommentar.Sprachlich übrigens ist es sehr vorteilhaft, Englisch zu können oder einen Dolmetscher zur Seite zu haben, denn - natürlich - ist der Film auf Englisch und Untertitel gibt es lediglich in Englisch, Spanisch und Französisch.
Schonungslose Psycho-Analyse einer geschundenen Seele, 17. Februar 2006
Wer weder mit dem Pink-Floyd-Werk noch mit Al Parker etwas anfangen kann, wird wohl auch dem Film ,The Wall' nichts abgewinnen können. Dazu ist er zu sehr von den widersprüchlichen Charakteren des Regisseurs und der Musiker bestimmt.Al Parker, das ist der Mann, der eindrucksvolle Spielfilme wie ,Birdy' und ,Die Asche meiner Mutter' gedreht hat, aber auch so seltsame Werke wie ,Angel Heart' und ,Fame'. Zweifellos ist der Mann ein Könner, aber sicher nicht jedermanns Sache.Bei ,The Wall' führten eine Menge Meinungsverschiedenheiten zu Kompromissen, die wohl weder den Regisseur noch die Band befriedigen konnten. Parker gefielen die Trickfilm-Einlagen von Scarfe nicht (die aber schon wesentlich zur Wall-Show gehörten) und Waters war wohl mit der filmischen Umsetzung einzelner Elemente nicht einverstanden. Ein weiteres Manko mag sein, dass Pink Floyd nirgendwo als Band auftauchen: Der junge Pink, eine Art Alter Ego von Waters, wird naturgemäß von einem anderen gespielt. Dass ausgerechnet aber Bob Geldof die Rolle des erwachsenen Pink übernehmen musste, mag zum damaligen Zeitpunkt, Anfang der Achtziger, wohl niemandem eingeleuchtet haben.Trotzdem ist der Film zu einer adäquate Umsetzung der Musik geworden, denn er ist mindestens so zerrissen, vielschichtig, belastend, ernst, hart und illusionslos wie die Lyrics von Waters. Ganz sicher ist er kein Cineasten-Film, eher ein Musikfilm mit eigenwilligen Assoziationen zu einer vorgegebenen Musik, durchaus vergleichbar mit ,Tommy' von Ken Russell. Es ist schwer, diesen Film zu lieben, dazu ist er zu depressiv, negativ, subversiv, aggressiv. Doch wenn man Waters folgen will, wirkt genau das heilend auf die geschundene Seele, zu allererst natürlich beim Songwriter selbst. Menschen seiner Generation, die kriegsbedingt ohne Väter aufwachsen mussten (zu denen auch Pete Townshend gehört, der das gleiche Thema in ,Tommy' umsetzt), mögen so denken und fühlen wie er. Alle Älteren und Jüngeren stehen der Nicht-Handlung des Films wahrscheinlich eher ratlos gegenüber. Zuletzt bleibt sicher aber die Erkenntnis zurück, dass der Weltkrieg bei der ersten Nachkriegsgeneration (und bei der davor) unheilbare Wunden hinterlassen hat, die den Bau einer inneren Mauer begünstigen. Diese Mauer musste gewaltsam zum Einsturz gebracht werden - zum Beispiel durch Rockmusik. So gesehen ist dieser Anti-Spielfilm und Nicht-Musikfilm einfach notwendig gewesen, vergleichbar mit Becketts Romanen oder Bacons Bildern von gequältem Fleisch. Dass ein schreiendes Elend das Cover der DVD ziert, kommt nicht von ungefähr. Hier verschafft sich eine geschundene Seele Ausdruck mit un-erzählbaren Geschichte, die nur durch assoziativ aneinandergereihte Bilder und eine emotionale, aber kalte Musik zum Ausdruck gebracht werden kann. Auch hier verdient Waters, wie bei allen seinen Statements, ehrlichen Respekt. Dass mir das Ergebnis nicht so gefällt wie ,Wish You Were Here' oder ,Dark Side Of The Moon' ist sicher nicht seine Schuld. Wahrscheinlich kann er auf die Bedürfnisse und Erwartungen seiner Fans auch keine Rücksicht nehmen. Und Al Parker tut es sowieso nicht.
Ein Film zum Nachdenken incl.super Musik!!, 2. November 2005
Erstklassig!!! Für jeden Pink Floyd-Fan ein muß!Habe den Film das erste mal vor fünfzehn Jahren auf einem Lehrgang mit dem Thema"Fremdenfeindlichkeit/Ausländerhaß"gesehen,in Zusammenhang mit dem Film "Die Welle".Wenn man dann noch die Lebensgeschichte von Hitler kennt,weis man, was der Film sagen will!Mit der super Musik zusammen ist der Film Erstklassig!!!
Ein Meisterwerk, 12. April 2005
The Wall ist ein zeitloses Meisterwerk.Es hilft jedoch ungemein, wenn man sich vorher oder direkt bei dem Film die Texte anschaut. So ist die Handlung besser zu verstehen, Album und Film werten sich gegenseitig auf. Habe ihn schon mindestens 20 Mal gesehen und er ist immer wieder ein Meisterwerk...Welcome to the machine
1 Legende, 30. November 2004
The wall is not the best musical of all times, but has poetry and imagination enough to have it at home. the animated parts and the music are simply visionare!
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