Kundenmeinungen
Ein Zen-Film, 13. November 2006
FILM:
Über den Film ist bereits so viel geschwärmt worden, dass ich die Liste nicht viel länger machen will, man muss ihn einfach sehen. Die "7 Samurai" aus dem Jahr 1954 wurde in der Internationalen Movie-Database auf Platz 8 der besten Filme aller Zeiten gewählt. Mir hat - wie bei vielen alten Filmen - gefallen, dass weniger die Aktion, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht. Die durchgehend realistische Handlung, eine feine und komplexe Psychologie aller Beteiligten, die alte japanische Kultur und die Natur des Dorfes sind zu einem wunderbaren und einzigartigen Gesamtkunstwerk verflochten. Wie in einem japanischen Garten sieht alles natürlich gewachsen aus. Es ist die tiefere Ruhe und die innere Kraft, ausgedrückt vor allem von Takashi Shimura in der Hauptrolle, die diesen Film so faszinierend machen.
DVD-VERSIONEN:
- The Criterion Collection (ISBN 0780020685, 207 Min.) - die jap.Originalfassung mit englischen Untertiteln. Als Extra wird der komplette Film von Michael Jeck Szene für Szene kommentiert. Erstklassig, leider nicht bei Amazon verfügbar.
- Seven Samurai (B00004D04C, 190 Min.) - UK-Import, Japanisch mit engl. Untertiteln, die Kürzung betrifft nur ein Pausenzeichen von 17 Minuten in der Orig.Fassung. Empfehlenswert.
- Die sieben Samurai (B0007PLF98, 160 Min.) - die ursprüngliche deutsche Kinofassung. Leider ohne jap.Originalton und mit minderer DVD-Qualität. Die Kürzung auf 160 Minuten sehe ich weniger nachteilig, da das Original Längen hat.
- Die sieben Samurai - Steelbook (B000HOJO2O, 160 Min.) - erscheint 2007, deutsche Version, mir unbekannt
Ist das ein Film für Erwachsene?, 29. Januar 2006
Ich wundere mich über die restlose Begeisterung, die dieser Film heute noch erzeugt. Sicher, er hat den Reiz des Exotischen, ist gut gefilmt und ein Klassiker der Filmgeschichte. Aber die Handlung und die Charaktere sind so masslos einfach gestrickt, so klischeehaft. Der super-weise alte Samurai, der super-strebsame junge Samurai, der super-tollpatschige Pseudo-Samurai. Und manchmal fragt man sich, ob nicht einmal zwei Minuten vorbei gehen dürften, ohne dass ein lautes herzliches männliches Gruppen-Gelächter erklingt. Im Gegensatz zu den edlen Samurai sind die Bauern als totale Tölpel dargestellt. Die Tochter, in die sich der jüngste Samurai vorübergehend verliebt, kann nichts als abwechslungsweise weinen und verstört glotzen - mir wäre das ein etwas zu beschränktes Repertoire. Knapp sehenswert ist der erste Teil des Films: Wie die Samurai zusammen finden, bzw. ausgewählt werden, bis die Zahl von sieben beisammen ist. Das hat etwas traditionell-märchenhaftes. Der zweite Teil des Films besteht aus den Kämpfen mit den Banditen und mag reine Action-Liebhaber befriedigen. Es gibt keinen Charakter im Film, der menschlich überzeugt. Alle sind wie im Märchen entweder hemmungslos gut oder abgründig böse.
Einfach GENIAL!, 28. Dezember 2005
Das ist wirklich geniales Meisterwerk des Japanisches Film! Einfach genial. Geschichte, spiel, darstellung konten wirklich nicht besser sein!
Verbeugung vor Kurosawa, 27. November 2004
Erinnern Sie sich noch an "Das grosse Krabbeln" ? Das war einer der ersten computeranimierten Trickfilme. Die Handlung ist schnell erzählt: Ein Dorf wird von Heuschrecken überfallen. Der einsame Held (eine Ameise) zieht aus, um Hilfe zu holen. Er kehrt mit einer Gruppe arbeitsloser Insekten zurück, die den Kampf gegen die räuberischen Heuschrecken aufnehmen. Was das mit den "7 Samurai" zu tun hat? "Das grosse Krabbeln" ist die tricktechnische Umsetzung der gleichen Geschichte und ein weiterer Beleg dafür, dass die "Sieben Samurai" einer der meistzitierten und meistkopierten Filme aller Zeiten ist. Was aber macht diesen 50 Jahre alten japanischen Film so richtungsweisend? Mit den Antworten könnte man eine Liste füllen. Ich werde mich auf drei Punkte beschränken: 1. Die Geschichte - ungeliebte aber aufrechte Männer kämpfen gegen einen zahlenmässig überlegenen Feind - ist die Mutter fast aller Action-Film-Drehbücher. Einfacher, spannender und genialer kann man eine Story nicht aufbauen. 2. Die Hauptfigur des innerlich zerissenen Helden (meisterhaft dargestellt von Mifune), macht jedes Action-Epos auch zu einer tragischen Geschichte. 3. Zum ersten Mal in der Filmgeschichte liess Kurosawa in Zeitlupe sterben und schuf damit eine neuartige Kampfästhetik, die Regisseure wie John Woo zu technischer Perfektion bringen sollten.
Das vielleicht verblüffendste an Kuroswas Meisterwerk ist seine Zeitlosigkeit. Auch ohne Special effects und Computeranimation funktionieren die "7 Samurai" bis heute auch als spannendes Action-Kino. Sogar, wenn man nur die japanische DVD mit englischen Untertiteln zur Verfügung hat (was recht mühsam ist). Nebenbei erwähnt: Es ist eine Schande, dass kein deutscher Verleiher den Mut hat, eine deutschsprachige Version dieses Kino-Meisterwerks anzubieten. John Ford, Bruce Willis, Steven Spielberg, George Lucas, John Woo - sie alle verehren und verehrten Akira Kurosawa als einen der grössten Künstler seines Fachs. Dem möchte ich mich anschliessen - mit einer Verbeugung.
Cineastisches Superlativ, 1. Juni 2004
Dieser Film und sein Regisseur sind wohl ein altes Stück Kinogeschichte, oft kopiert und zitiert (und zwar ganz offen von vielen Hollywood Meistern).
Wer das amerikanische Remake "Die gloreichen Sieben" kennt, hat eine Idee worum es im Film geht, sollte aber das Remake schnellstens vergessen und zum Original, bzw. der Quelle übergehen und einen Film geniessen, der (vor allem) an Atmosphäre kaum zu überbieten ist. Die Kameraarbeit wirkt auch heute noch erstaunlich modern, wie ich finde (Bsp.: Zeitlupe als Stilmittel heute hochaktuell!). Besonders gelungen ist sie während der entscheidenden Schlacht am Ende des Films. Einfach grandios. Der Handlungsstrang ist sehr linear und schön zu verfolgen: Ein paar abgesandte Bauern eines Dorfes suchen in der Stadt nach Kriegern (Samurai), um gegen eine Schaar von Banditen zu kämpfen, die das Dorf regelmäßig nach den Ernten aufsuchen und brutal ausplündern. Ein erster Samurai ist gefunden und gemeinsam sucht man nun nach weiteren Helfern. Sehr schön ist diese Suche zu verfolgen, es werden die verschiedenen Typen/Charaktere der Helden dargestellt. So fühlt sich ein Samurai in seiner Ehre beleidigt, ein Angebot zu bekommen, bei dem der Lohn aus nichts weiter als Reis Mahlzeiten besteht. Ein anderer sagt zu, nur weil er Interesse am Chakrakter des ersten Samurai - welcher von nun an der Füherer sein wird - gefunden hat. So werden weitere Typen gezeichnet, unter anderem natürlich ein versoffener, angeberischer Grobian, köstlich gespielt von Toshiro Mifune. Irgendwann sind 6 Gefährten vereint und man bricht zum Kampf "Gut gegen Böse" (wer hier gut und/oder böse im Sinne der Menschlichkeit ist, wird im Laufe des Filmes noch heftigst zur Diskussion gestellt) in Richtung Dorf auf, verfolgt vom vorher abgewiesenen Tölpel (Mifune), der nicht ernst genommen und nur belächelt wird. Doch dann beginnt die Entwicklung der einzelnen Charaktere auf phantastische Weise. Der Tölpel entpuppt sich plötzlich als gar nicht so dumm wie angenommen, sogar nützlich im Umgang mit den Bauern, die unseren Helden zunächst gar nicht über den Weg trauen (Zwei Welten treffen hier aufeinander). Warum unser mit einem Riesenschwert bewaffnete Tölpel so einen guten Draht im Umgang mit Bauern hat, wird sich später im Film in einer der dramatischsten und gleichzeitig stärksten Szene des Films auflösen. Es ist unmöglich nun auch nur in Ansätzen zu erzählen, wie sich die Charaktere mit der Zeit darstellen und ändern und wie sich damit die Geschichte des Films verknüpft. Aus Jungen werden Männer, aus Siegern werden Geschlagene und aus Geschlagenen große Sieger. Es wird aufgeräumt mit vielen Klischees und uns eröffnet, daß auch die glorreichen Samurai menschlich und auch moralisch nicht unfehlbar sind. Und dies ist nur eines von weiteren (auch allgemeineren) Themen die behandelt werden und das menschliche Dasein behandeln. Das Ende gibt Hoffnung und ist doch zugleich sehr tragisch. Dieser Film ist natürlich hoch interessant für Liebhaber der alten japanischen Kultur und seiner Geschichte. Der Film ist jedoch davon unabhängig ein solch fulminantes Werk voll tiefgründiger Erkenntisse, hurmovoller Seitenhiebe und unglaublicher atmosphärischer Dichte, dass es wohl einer der größten Filme aller Zeiten ist und immer sein wird.
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