Kundenmeinungen
DIE Melodie, 22. Oktober 2007
Das unerreichbare Köln-Concert wird hier musikalisch, pianistisch nicht getoppt, aber nahezu erreicht. Vielmehr gewinnt diese Aufnahme an Wert, merkt man doch, dass sie eine "Dedication" an seine Frau ist. Wie schön lassen sich Nocturne Klänge vermitteln, wenn man sie nicht nur "eine Meldodie" nennt, sondern gleich zur Einmaligkeit kommt. "Die Melodie der Nacht mit Dir" heisst doch die vermutete Einmaligkeit als Erinnerung ins Leben zu führen. Jarrett ist bravourös sentimental. Und in der ihm eigenen Langsamkeit seiner Stücke entdeckt man die fünfte Essenz, die Quintessenz seines Könnes.
Eine wahre Begebenheit, 23. Mai 2007
"Erklär' mir die Liebe" forderte mich neulich ein guter Freund in einem unserer philosophischen Gespräche auf.
"Schreib einen Text, mal ein Bild oder versuch's irgendwie anders, aber erklär mir was Liebe ist"
Ich dachte kurz nach, stand auf und ging zum CD-Regal und spielte ihm Keith Jarretts "The Melody At Night With You" vor...
Love from Keith, 9. Januar 2007
Keith Jarrett ist unumstritten in der Klassik sowie im Jazz ein Genie. Aber hier ist er ein Pianist, der mit bekannten Stücken eine dichte, intime Stimmung schafft. Die Stücke werden sehr langsam und eigenwillig betont präsentiert, mit viele Liebe.
Herausragend sind "My Sweet Irish Rose" und "Shenandoah". Eine Super CD.
Intime Liebeserklärung, 11. Mai 2004
Als Keith Jarrett in seinem Heimstudio in New Jersey Standards aufnahm, litt er an einer heimtückischen Bakterienerkrankung, dem chronischen Erschöpfungssyndrom. Da ihm keine öffentlichen Auftritte möglich waren, hatte er genügend Zeit, über sich und das Leben nachzudenken. Seine Interpretationen sind deshalb zu musikalischen Meditationen geworden. Alles ist sehr langsam, entspannt, bedacht, schlicht, aufs Wesentliche konzentriert gespielt, ohne jegliche virtuosen und schnellfingrigen Spielereien, wie in seinen Konzerten. Neben "The melody at night, with you" erscheinen selbst seine Konzerte von Paris, Wien und "La Scala" als sehr lebendig, obwohl diese eigentlich äusserst streng und klassisch sind. Die CD eröffnet mit dem Gershwin-Klassiker "I loves you Porgy". Dies ist das eigentliche Programm, den bei jedem Stück hört man Keith Jarretts sehr persönliche Liebeserklärung an seine Frau: "I love you, Anne Rose!". Und so gelingt es Keith Jarrett, während 55 Minuten eine intime Spannung aufzubauen, ohne je langweilig zu wirken. Eine kontemplative Leichtigkeit, die einfach schön ist und direkt das Herz berührt.
Schwerelos..., 29. November 2003
Seit ich sie habe, ist sie meine zweite Lieblings-Klavier-CD (neben den Etudes Tableau von Rachmaninow mit Hélène Grimaud). Diese Platte ist nur auf den ersten Blick "schlicht". Sie ist brilliant. Ich kenne keine zweite jazzige Platte, auf der dem Pianisten ein ums andere Mal die gleiche Melodie so leicht durch die Finger rieselt, um jedes Mal eine andere Nuance ihrer Schönheit zu offenbaren. Es gibt auf dieser Platte keine Wiederholungen, nur Variationen. Keith Jarret (und deswegen liebe ich die Melodies at night) holt den Hörer aus der Geschwindigkeit des Alltags, in dem er die einfachsten Melodien in die farbigsten Harmonien hüllt. Das Thema jedes Songs kehrt wieder und wieder, immer neu gebrochen, immer neu verkleidet, bei jedem Durchgang durch Keith's Fantasie noch schöner, zarter, feinsinniger. Während Herr Jarret beispielsweise im Köln Concert (die Fans mögen mir verzeihen!) in meinen Augen bei den Improvisationen immer wieder den Faden verlor, ruhen die Melodies at night in beethovenscher geschlossenheit auf einer Nadelspitze. Das Schönste, was sich nach Mitternacht vor dem Kamin hören lässt...
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