Kundenmeinungen
Die Beatles als musikalisches Gesamtkunstwerk: Ein Puzzle, dessen einzelnen Steine nur halb so viel wert wären als das Ganze!, 14. Juli 2008
"Sgt. Peppers" hatten die Beatles erfolgreich hinter sich gebracht. Die Psychedelic-Phase war vorbei, ebenso die frühen 60er, wo die Beatles mehrmals pro Jahr einen Superhit landeten. Es war an der Zeit, (wieder einmal) etwas Neues zu schaffen und so nahmen die ehemaligen Pilzköpfe, die zu jener Zeit schon langhaarig durch die Welt stolzierten, "The white Album" in Angriff...Das, was dabei herausgekommen ist kann sich wirklich sehen lassen. Obwohl auf den beiden Scheiben nicht wirklich jeder Song superhittauglichkeit besitzt, ist "The white Album" als Gesamtkonzept absolut überzeugend.Findet man auf (der meiner Meinung nach stärkeren) 1. Scheibe noch "Klassiker" wie "Dear Prudence", "Obladi-Oblada" oder "While my guitar gently weeps" und "Happiness is a warm gun", so ist die 2. Scheibe im wahrsten Sinne des Wortes ein unbeschriebenes, leeres Blatt - vielleicht ist gerade deshalb der Albumtitel, eben "The white Album" auch sehr treffend...Nichtsdestotrotz halte ich dieses Doppelalbum für das gelungenste, kompletteste und gefälligste Beatles-Werk aller Zeiten.Man muss zu Beginn etwas Geduld aufbringen, aber es lohnt sich!Ehrlich gesagt, habe ich selbst erst einige wenige Male beide Scheiben am Stück ablaufen lassen - aber eben genau das sollte man tun, wenn man die "Vollkommenheit" von "The white Album" erleben möchte...Eine GROSSARTIGES Doppelalbum mit Kult-Charakter, das auch Nicht-Beatles-Fans besitzen sollten!!
John, Paul, George, Ringo ... & the Band, 6. Juli 2008
Als die Beatles im Frühjahr 1968 mit den Aufnahmen zum "White Album" anfingen, hatten sie ihren Indien-Trip gerade hinter sich und dort "in den Bergen bei lausigem vegetarischen Essen" (John Lennon) viele neue Songs geschrieben, so viele, dass diese gleich für ein Doppelalbum reichten. John und Yoko hatten vor den Aufnahmesessions noch ihr erstes Duo-Album "Two Virgins" aufgenommen, anschließend waren die beiden so unzertrennlich, dass Yoko sogar bei den Aufnahmesessions kaum von Johns Seite weichen wollte, sehr zum Leidwesen der drei Anderen, und für viele Fans gar der Anfang vom Ende der Beatles. Paul McCartney hatte unter dieser Situation wahrscheinlich am meisten zu leiden und hat wohl auch deshalb einige seiner Songs im Alleingang eingespielt, "Wild Honey Pie", "Martha My Dear", "Blackbird", "Why Don`t We Do It In The Road" und "Mother Nature`s Son", während John sich wohl nur bei "Julia" einmal von Yoko losreißen konnte oder wollte. Trotzdem, das "White Album" enthält eine ganze Reihe wirklich herausragender Songs, neben dem Opener "Back In The USSR" sind da natürlich (u.a.) "While My Guitar Gently Weeps", "Happiness Is A Warm Gun", "Revolution 1" oder "Cry Baby Cry" zu nennen. George Harrison durfte neben "While My Guitar Gently Weeps" noch drei weitere Songs beisteuern, und Ringos Stimme ist gleich bei zwei Songs zu hören, darunter bei seinem selbst geschriebenen "Don`t Pass Me By".Für mich war und ist das "White Album" so etwas wie ein Befreiungsschlag der Beatles von langen, ausufernden Produktionssessions wie bei "Sgt. Pepper" und ihrem Produzenten George Martin, dessen Einfluss bei diesem Album nicht mehr so deutlich zu hören ist, wie bei den beiden Vorgängern. Ein halbes Jahr später begannen dann die nervenaufreibenden Aufnahmesessions zu dem, was später ihr letztes Album "Let It Be" werden sollte, bei denen sich jedoch das Auseinanderdriften der vier Beatles unaufhaltsam fortsetzte, auch wenn man sich für die "Abbey Road"-Sessions ab April 1969 nochmals für ein paar Wochen zusammenraufen konnte.
Das erste Solo-Album der Beatles, 19. Mai 2008
Der große Hype war vorbei: Sgt.Pepper wurde schon mit der Veröffentlichung Legende; Magical Mystery Tour mitsamt Film eher vom Publikum missverstanden ...und dann das Weiße Album! Die Beatles hatten zu dieser Zeit echten Druck. Sie mussten den großen Wurf landen, da ihre Popularität nicht mehr die Spitzenwerte erreichte, die sie noch zu Sgt. Pepper Zeiten gewohnt waren. Die Vorraussetzungen zu den Aufnahmen waren denkbar schwierig: Erstmalig tritt Yoko Ono in Erscheinung, die durch ihre permanente Anwesenheit bei den Aufnahmesessions für Unruhe sorgt. Plötzlich gibt es richtig Zoff im Studio weil Ringo Starr nach McCartney-Kritik die Band für wenige Wochen verlässt. Ein fast wahnsinnig werdender John Lennon muss ca. 36 Takes von Ob-la-di-ob-la-da ertragen, bevor er sein wütendes Piano Intro einhämmert. Damit sei nur ansatzweise der Rahmen skizziert, der für diese Produktion ausschlaggebend war. Nachdem die Beatles mit einer Menge Songs aus Indien zurückgekehrt waren, galt es nun eine entsprechende Reproduktionen herzustellen. Die Fülle des Songmaterials rechtfertigte durchaus ein Doppel-Album; in der Nachschau sind einige Kritiker dennoch geneigt George Martins Tendenz zum Einfach-Album zu unterstützen. Wie dem auch sei: Eine gemeinsame Linie der Band gab es dabei nicht. Jeder einzelne versuchte seine Kompositionen entsprechend zu verarbeiten, was dem Ganzen eine starke individuelle Note verleiht und sogar in Einzelproduktionen unter Verwendung sämtlicher Instrumente durch einen Musiker (hier blendendes Beispiel Paul McCartney bei den Songs: Why dont wo do it in the road; wild honey pie, mother natures son, I will) mündete. Das Gesamtergebnis ist zweifelsfrei beeindruckend, da die Vielfältigkeit der Kompisitionen und Stilmittel bislang einzigartig für ein Beatles Album sind. Von daher ist es zweifelsohne ein sehr gutes und vielschichtiges Album. Durch den durchschlagenden kommerziellen Erfolg der Singel Hey Jude, die wiederum ein sehr geschlossenes Beatles-Konzept implementiert, konnte das Album zeitgleich sehr gut ko-existieren und den vielleicht faden Beigeschmack einer sich auseinanderlebenden Gruppe kompensieren. Viel deutlicher wird es dann bei Let it be.....
DAS 10/10er- Schlachtschiff meiner Plattensammlung , 9. Mai 2008
Ich möchte hier DAS 10/10er- Schlachtschiff meiner Plattensammlung vorstellen. Das neunte Album des Beatles ist ein Füllhorn des Status Quo" der progressiven Musik der ausgehenden 60er Jahre und war ein Versprechen in die Zukunft der Rockmusik. Das Doppelalbum der Beatles wurde zwar unter der Überschrift des Bandnamens veröffentlicht, ist aber eher eine Zusammenstellung von Solo- Kompositionen auf der Höhe des Schaffens der einzelnen Bandmitglieder. Es gibt wohl kein Album einer Band in der Geschichte der Rockmusik, auf den so unterschiedliche Musikstile wie z.B. Rock, Blues, Psychadelic, Country, Ragtime, Folk, Heavy-Metal, Protestsongs, Balladen, Kammer und 30er-Jahre-Dance-Hall-Musik, Schmaltz" oder avandgardistische Toncollagen - scheinbar ohne erkennbares Konzept aneinandergereiht - in so überragender Qualität vertreten sind. Diverse Songs, die für das Album als Demoversionen schon vorlagen, wie z.B. "Mean Mr. Mustard", "Polythene Pam", "Jealous Guy", "Something", "Not Guilty" oder "What's the New Mary Jane" fanden keinen Platz auf dem Album. Daran ist zu ermessen, in welch intensiver Schaffensphase dieses Meisterwerk entstanden ist. Die meisten Kompositionen sind während des Zeit in Indien entstanden. Sie wurden in unterschiedlichsten Besetzungen, z.T. unter der Abwesenheit einiger Bandmitglieder, teilweise in Eigenregie aufgenommen. George Martin hat erstmals seine Führung" an Chris Thomas abgeben, so daß hinsichtlich der Produktion sich entscheidende Neuerungen ergaben. Diese erste Veröffentlichung unter Apple Records" kann sowohl musikalisch als auch in Hinsicht auf die Beziehungen innerhalb der Band als Wendepunkt in der Geschichte der Vier bezeichnet werden. Das Album lebt" von dem Hin-und-Her, von dem Stop-And-Go der Zufallsauswahl aller Songs als Gesamtwerk, trotzdem möchte ich hier die Fab Four" meiner Favoriten auf den Album nennen: "Happiness Is a Warm Gun","Sexy Sadie" , "I'm So Tired","Yer Blues" Wer ein Fundament sucht, auf den er seine Musiksammlung gründen möchte: Das White Album" ist der Fels, an dem sich die Flut allen Musikschaffens immer wieder brechen wird.
an die 2*kritiker: das white album wächst mit!!!, 4. April 2008
habe mir gerade die zwei-sterne-kritiken durchgelesen. interessant ist, welche verschiedenen ebenen der wahrnehmung die - im großen und ganzen - identische hardware mensch haben kann.aber das habe ich ja durchaus an mir selbst beobachtet. ich war im fortgeschritten kindesalter als die beatles erfolge feierten und hatte zb "obladi-oblada", "hey jude", "wanna hold your hand" als singles.anfang der 70er hörte man als pop/rock epigone wohl eher die "harten" sachen, wie led zeppelin, deep purple, später komplexeres wie genesis, yes, vdgg, zappa, zwischenzeitig sind wohl einige bei jazz und klassik angekommen...ich höre mittlerweile jede art von musik - wenn sie nur gut (natürlich subjektiv) ist und mich als zuhörer fordert. die beatles waren ja die softies, bereits die stones wurden als schlimmer und progressiver empfunden, definiert wurden sie primär über den erfolg - den sie ja wohl hatten...WIE genial ihre platten waren, habe ich in der gesamten tragweite erst im lauf der zeit, irgendwie gekoppelt mit meiner persönlichen entwicklung, entdeckt. über die inneren qualitäten von abbey road, sgt.pepper, ect. braucht man sich ja hier nicht mehr verbreiten.das sogenannte weiße album hat mir als jugendlicher gar nicht gefallen (gut so, deshalb habe ich ein hervorragend erhaltenes originalexemplar), trotzdem stand es nie zum verkauf, trotzdem hat man immer wieder mal reingehört und es ist jetzt auch schon wieder bald 20 jahre her, dass ich es mal in einem durchhörte und mir dachte "wow, was waren diese typen ihrer zeit voraus!" da gibts so ohrwürmer wie "blackbird", "martha my dear", "julia", das elegische "i'm so tired", das rebellische "revolution", das schräge "honey pie" - will hier gar nicht aufzählen, man müsste sowieso jeden song erwähnen.die fab four waren mit diesem album am gipfel ihrer kreativität, das album "let it be" ist ja vergleichsweise sogar langweilig. ebenso muss aber gesagt werden, dass es ihr wohl sprödestes werk ist und es ein weilchen dauern kann, bis man den zugang so richtig findet - und manche finden ihn wohl nie. trotzdem: eine jahrhundertscheibe, gehört zur einrichtung, zum leben, ein MUSS in jeder musiksammlung! wenn es möglich wäre würde ich 10 sterne vergeben...im übrigen ist die aufnahmequalität hervorragend, man könnte das WA durchaus auch "audiophil" nennen. ich halte es übrigens auch für wichtig, das werk auf einer möglichst guten anlage zu hören, um alle feinen details in ihrer ganzen tragweite zu erfassen - es ist einfach zu schade für mp3 und ghetto-blaster....
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