Kundenmeinungen
Der Exorzismus einer geschundenen Seele, 20. Mai 2007
Michael Trent Reznor, so sein voller Name, ist seit der Gründung seiner Band Nine Inch Nails ein musikalischer Einzelgänger. Bis heute lehnt er so gut wie jede kreative Hilfe von Außen ab und ist somit mit dem Ruf des Eigenbrötlers behaftet. Besonders in den frühen Tagen seines Schaffens mit Nine Inch Nails galt Reznor als exzentrischer, schwieriger Typ, der mit einem scharfkantig, elektronischen Sound das Klangbild moderner Rockmusik in den 90ern maßgeblich veränderte. The Downward Spiral aus dem Jahr 1994 sollte den definitiven Gipfel dieser Phase markieren. 7 Jahre nach dem Erscheinen von The Downward Spiral sagte Reznor: Die schönste Belohnung ist, zu merken, dass man das Leben eines anderen Menschen bereichert hat, den Soundtrack zu einem schönen oder schrecklichen Moment geliefert hat. Reznors Begabung dafür, auf einnehmende Art sein Innerstes nach Außen zukehren, wuchs hier zu einem albtraumhaftem Kunstwerk. Ein Monster das in seiner radikalen Haltung und destruktiven Zerstörungswut seines Gleichen suchte und immer noch sucht. Es ist diese Gegenüberstellung von komplizierten, elektronischen Songstrukturen und wüstem Gitarrenlärm. Schlichter Melancholie und großem Gefühlskino. Noisigen Krachorgien und völliger Stille. Dieses ambitionierte und dennoch hoch sensible Songwriting kostet Nerven. Die Genialität Reznors liegt genau darin. Trotz dieses radikalen Weges, den Reznor hier beschrieb, avancierte The Downward Spiral zum Millionenseller. Die Singleauskopplung Closer wurde ein Hit. Die nur ein Jahr später veröffentlichte Remix-Platte Further Down The Spiral sollte seine verstörende, musikalische Attitüde um ein Vielfaches maximieren. 5 Jahre später öffnete sich Reznor mit dem Nachfolger The Fragile erstmals mehr dem Experiment, ehe er sich weitere 6 mit dem viertem Album With Teeth völlig neu erfand. Es scheint so als ob die Musik der Nine Inch Nails einem ständigem Veränderungs- und Weiterentwicklungsprozess ausgesetzt ist. Den Ruf des Perfektionisten hat Trent Reznor bis heute behalten. Mit Sicherheit ist die gegenwärtige Relevanz der Nine Inch Nails besonders dem durchschlagenem Erfolg vonThe Downward Spiral zu verdanken, mit der er sich schon früh ein Denkmal für die Ewigkeit gesetzt hatte und einer der größten Blaupausen in der alternativen Rockmusik der 90er Jahre lieferte. Reznor schrieb mit diesem Album Musikgeschichte. Und zwar ganz allein.
musikalische aggressionsentladung , 26. September 2006
dieses album gehört zu der sorte cd, die man so oft hören kann wie man will und sie trotzdem nicht tot hört.
ich habe The Downward Spiral mit sicherheit schon an die 100 mal gehört und liebe die platte mit jedem mal hören mehr.
die ersten paar male mag es noch verstörend und verworren klingen,was mastermind trent reznor hier fabriziert hat,doch ich garantiere,wenn man sich darauf einlässt,wächst diese cd mit jedem mal hören !
aber nun will ich auf die songs im einzelnen eingehen
Der opener "Mr Self destruct" stellt eine gute einleitung in das album dar.
Dieses Lied kommt etwas aggressiv daher und ist geprägt von plötzlichen gefühlsausbrüchen (8/10)
Als zweites lied erscheint "piggy" als süß,klein,lieb und verspielt...der gesang plänkelt gefällig vor sich hin und das lied läuft zum schluss hin langsam aus...(9/10)
"heresy" ist geprägt von electro-einflüssen und besticht durch den ausgefallenen gesang (man koennte es glatt als sing-sang bezeichnen^^)
(8/10)
Das vierte lied ("march of the pigs") ist ein absoluter knaller...kurz,laut,schnell,aggressionsentladend,genial =)
(10/10)
Der fünfte song auf dem album ist "closer",welcher als single-auskopplung sehr erfolgreich ist und heute noch beliebt ist in discos unterschiedlichster art.Ferner wurde ein Remix des liedes zur musikalischen untermalung des vorspanns von dem film "seven" verwendet.
Das lied geht sofort ins ohr und macht gute laune.
Viel zitierte textpassagen (die mit dem "animal" :P ) lass ich jetzt mal außen vor ;)
(9/10)
lied 6,"ruiner" bewegt sich im guten musikalischen mittelfeld (6/10)
mit lied 7 steht der nächste höhepunkt des albums bevor,mein lieblingslied,"the vecoming".
Der Gesang ist einprägend und die musikalische umsetzung einfach vom feinsten! das lied geht sofort ins ohr und bleibt auch erstmal eine ganze weile dort ;)
(10/10)
mit dem lied "i do not want this" kann ich bis heute nicht wirklich viel anfangen...meines erachtens ist der aufbau sowie die struktur simpel und uninspiriert (3/10)
"big man with a gun" ist wieder ein kurzer,aggressionsgeladener kracher,der richtig spaß macht
(9/10)
lied 10 ("a warm place") besticht durch eine wunderbar warme (wie der name schon sagt ) und surreale atmosphäre.
ein lied zum entspannen =)
(9/10)
in lied 11 ("eraser") liegt ein progressiver aufbau und eine in sich verstrickte struktur vor.
der gesang ist nicht prägendes merkmal,sondern wird nur im hinteren quartil des liedes spährlich,aber gezielt eingesetzt
(8/10)
"reptile" ist wieder ein höhepunkt dieser platte.
der text ist verstörend,die atmosphäre beklemmend,der refrain bohrt sich ins hirn! was will man mehr?^^
(10/10)
mit lied 13 nähern wir uns langsam dem ende der cd.
dieses lied,(nach dem titel der cd benannt) ist quasi schon das outro der cd.
der text ist wieder sehr verstörend und von suizid-gedanken geprägt
(7/10)
"hurt" ist das letzte lied auf der cd.
eine wunderbare ballade,die auch von johnny cash grandios gecovert wurde.
geht direkt ins herz und berührt.
(10/10)
..auf der Spitze der Schmerzgrenze..., 10. September 2006
Wow, was gibt es provokanteres als Nine Inch Nails?
Dieses exzessive, Extreme das sich in jedem Song wiederfindet ist einfach unglaublich gut. Das Über-etwas-hinausgehen beherrschet die Band wie keine Zweite. Wie ich einfach nur aus einer anderen CD-Kritik zitieren kann: " Der Kerl ist unfähig, schlechte Songs zu schreiben." Einzuordnen ist der Musikstil eher schwer, vielleicht errinnert es etwas an Hardcore, Dark-oder Death-Metal oder die Richtung. Für mich sind Nine Inch Nails nicht in irgendeine Richtung einzuordnen, viel zu speziel ist ihre Musik dafür und darüberhinaus fehlen mir immer die Worte dieses Extra, eben dieses Besondere an ihnen zu beschreiben. Sehr faziniert mich auch die Zusammenarbeit von Trent Reznor mit PETA, die sich auch in den Videos der Band wiederspiegelt un deswegen lass ich es mir auch nicht nehmen auf 'Closer' anzusprechen. Wer das Video gesehen hat, versteht sicherlich was ich meine. Wie ich es eben schon gesagt habe es ist provokant und es ist großartig. Gänsehaut ist vorprogrammiert, aber nicht diese typische Gänsehaut, sondern eher diese total-verwirrende-chaos-schockierte-Gänsehaut. Anspietipps sind für mich auch auf jeden Fall noch 'Mr. Self-Destruct' und sicherlich 'Ruiner'. 'Hurt' bringt mich heute noch zum Heulen. Aufjedenfall anhören. Man muss allerdings für sich selbst entscheiden, ob man es mag. Ich liebe diese Linie in den Songs und die harten Worte. Göttlich.
Es geht bis zur äußersten Schmerzgrenze und es ist verdammt anspruchsvoll.
Für die Ewigkeit, 13. Juni 2006
Da können noch so viele 'ultrabrutale' Grindcore-Death-Metal-Kapellen daherrauschen, voll auf die Kacke hauen und sich einen Wolf brüllen. Ausser einem kaputten Genick, bleibt einem nicht viel.
Aber das hier, ja genau DAS hier! Das ist Härte! Das ist Schmerz! Das ist Brutalität! Emotional brutal!
Ich weiß gar nicht, wie oft ich mir dieses Teil reingezogen hab. Es wär auch egal, denn auch in den nächsten 20 Jahren, wird dieses Industrial-Juwel das Maß aller Dinge sein, besonders in Bezug auf "musikalisch umgesetzter Schmerz, mit allen seinen Facetten".
Wenn es mir mal schlecht geht, dann hilft nur eins: Zimmer auf Rotlicht, Wein, Zigaretten und Anlage auf voller Lautstärke.
Kein anderer Künstler wird jemals wieder so ein Meisterwerk aufnehmen.
Hm, viell. auch besser so...
Mein LIeblingsalbum meiner Lieblings"band", 23. Februar 2006
Schon als ich das erste Mal dieses Album hörte, war es Liebe. Liebe auf das erste Hören. Viele haben mich gefragt: Warum hörst du dir sowas an? Es gibt nur eine Antwort: Der Mann spricht mir aus der Seele und das tut gleichzeitig weh und gut.
Wann immer es mir schlecht geht, ist Trent meine Heilung. Es ist als kommen die Musik und die Texte direkt aus meinem eigenen Innenleben und Trent hätte das alles zu Worten geformt und in eine der besten Scheiben der Musikgeschichte gepresst. Dieses Werk ist sperrig und wem die Genialität verschlossen bleibt, die dahinter steckt, der wird das Album nie verstehen und auch Trents Musik nie verstehen. Der Mann hat irgendwas in sich, das in ihm brodelt und er sagte selbst mal, nur in der Musik kann er das so ausdrücken und sich auch selbst helfen. Danke Trent, damit ist auch mir geholfen. Trent ist eigentlich sowas wie ein Solomusiker, er macht alles selbst. Seine Alben brauchen ihre Zeit, da muss der geneigte Fan schon mal ein paar Jahre warten. Aber es lohnt sich immer wieder. Wer schon bei "Closer" eine Gänsehaut bekommt, der wird den Liveauftritt mit diesem Song aus "All that could have been" abgöttisch lieben. Unbedingt sollte man sich auch mal Trents Videos ansehen, die ebenso verstörende Genialität beinhalten wie die Songs selbst. Bereits mit "Pretty Hate Machine" hatte er eine Richtung eingeschlagen, die er noch mit "Downward Spiral" erweitert und perfektioniert hat. Dieses Album ist ein Meilenstein, Therapie und Wahnsinn zugleich. Kein anderes wird einen je so berühren und auch spalten wie dieses. Man möchte es an sich drücken und Trent danken. Man möchte es in die Ecke werfen und ihn verfluchen, weil es einen nicht mehr loslässt.
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