Kundenmeinungen
Das düstere "Cursum Perficio", 17. Juni 2007
Den Titel "Orinocco Flow" kannte ich ja schon vorher aus dem Album "Paint the Sky with Stars", das ich mir ja wegen "Orinocco Flow" gekauft habe, und nicht wegen "Watermark", wie ich zu meiner Schande gestehen muß. Das Lied klingt schon so wie der Fluß. "Watermark ist auch ein Favorit, und erinnert mich vom Namen her an das System von Wasserstraßen in Irland. Es ist ein ruhiger Titel.Der beeindruckeste Titel ist für mich aber, und das hat ein anderer Vorrezensent auch schon festgestellt, ist "Cursum Perficio". "Cursum Perficio" ist ein düsterer Titel. In dem Computerspiel "Sanitarium" kommt in einem Level ein Hintergrundthema vor, das dem Anfang von "Cursum Perficio" ziemlich gleicht. Und so würde "Cursum Perficio" auch in dieses Genre passen: Düster, bedrohlich, wenn auch ohne Höhepunkt.Alleine wegen dieser drei Titel ist das Album schon wert, es sich zu kaufen.
Da scheiden sich die Geister..., 14. Dezember 2005
... und diskutieren heftig die Frage: Ist das nun aufgepeppter, belangloser Edelkitsch oder nicht? Ich halte es mehr mit der zweiten Fraktion. Vor vielen Jahren durch "Orinoco flow", einer für die damaligen Charts recht ungewöhnlichen Pop-Nummer auf Enya aufmerksam geworden, schätze ich seitdem eigentlich noch mehr die ruhigen Balladen. Es ist einfach wunderschöne Musik zum Abschalten und Entspannen in beinahe jeder Situation. Man mag ihr vorwerfen, sich seit "Watermark" immer nur wieder selbst kopiert zu haben (ohne jetzt irgendeinen Vergleich zu ziehen, mögen Klassiker mir die ketzerische Anmerkung verzeihen, daß der zu recht hochgeschätzte Johann Sebastian Bach schon im Barock der König des Selbstplagiates war...), aber ihre Konstanz, nicht dem angesagten Trend zu folgen, hat in den heutigen extrem schnellebigen Medien etwas Beruhigendes. Insbesondere reizvoll sind sämtliche Stücke, die sie auf Gälisch singt und somit einer aussterbenden Sprache noch einmal Gehör verschafft. Enya ist zweifellos nichts für Hörer, die von jedem Stück "Action" erwarten. Die Melodien erschließen sich beim ruhigen Zuhören - übrigens finde ich es stets verblüffend, daß Enyas Musik am besten in der dunklen Jahreszeit funktioniert. Wer "Watermark" in die Esoterik-Ecke einsortiert, hat bestimmt nicht ganz unrecht... Für Hörer, die die keltische Motivik schätzen, aber denen der Sound zu verhallt und künstlich erscheint, könnte sich ein Abstecher zu Enyas Schwester Maire Brennan und der Gruppe Clannad lohnen; hier werden die keltischen Folk-Einflüsse "erdiger" verarbeitet als bei Enya. Wer aber einfach Musik zum Zuhören und Entspannen sucht, der ist bei "Watermark" mit Sicherheit gut aufgehoben!
Synthiefolk: einst betörend, heute etwas enttäuschend, 2. Februar 2005
War ich seinerzeit beim Erscheinen von Orinoco Flow (der ersten Single von dem Album) von Enya recht begeistert, stehe ich dem Album mit wachsendem zeitlichen Abstand wesentlich kritischer gegenüber. Als Watermark erschien, waren diverse bereits im Folkbereich anerkannte Größen (vor allem Clannad, aber auch hierzulande unbekanntere Bands wie Capercaillie) gerade dabei, ihren perfekten Folkpopsound zu finden: eingängige, oft traditionelle Melodien, sphärische Texte, ein behutsames, meist halbakustisches Bandarrangement, breite Synthesizerteppiche und eine mittels viel Elektronik künstlich entrückte Stimme. Die Schwester der Clannad-Sängerin Mary Brennan (oder Maíre O'Bhraonain) veröffentlichte nach einer nur ein Album (Fuaim) währenden Zusammenarbeit mit Clannad unter dem Pseudonym Enya (kurz für Eithne O'Bhraonain) zunächst einen Soundtrack zur BBC-Serie The Celts und dann eben das Werk, das sie mit einem Schlag so berühmt machte: Watermark. Das war etwas Neues in den Radios und eine ganz neue Art von Musik für eine überraschend heterogene Fangemeinde. Teils schwungvoll, teils entrückt verzauberte Enya mit synthetischer Poesie, die so neu und perfekt daherkam, daß erst das genauere Hinhören die Erkenntnis brachte: hier ist wohl mehr Synthetik am Werk als Poesie. Aber das störte die Fans nicht, das Konzept ging - wie immer bei solchen neuen Klängen - einige Alben lang auf, bis klar wurde: eine Weiterentwicklung ist hier nicht mehr zu erwarten, nur noch Kopie auf Kopie des einige Jahre zuvor Neuen - insofern haben die anderen recht: Watermark ist und bleibt Enyas bestes Album. Und danach braucht kein Mensch mehr Shepherd's Moon oder The Memory Of Trees, weil es (zumindest in meinen Ohren) schlicht genau das Gleiche ist. Vielleicht war diese Selbstwiederholung einer der Auslöser des Erfolges von Loreena McKennitt Mitte der 90er, die mit ihrer Musik den Gefallensnerv häufig der gleichen Menschen traf, die auch Enya gemocht hatten, aber musikalisch wesentlich vielseitiger war und auch stimmlich Besseres zu bieten hatte bzw. sich zumindest nicht hinter soviel Elektronik und künstlichem Hall versteckte.
Um heute das Album Watermark zu hören (was nicht häufig geschieht), muß ich schon in leicht nostalgischer Stimmung sein, denn Enyas Synthiefolk-Sound war ein Kind der Zeit; nur leider ist das Kind musikalisch nicht mehr gewachsen, nur noch gealtert, und daher wirkt die Musik aus heutiger Perspektive auf mich weitestgehend belanglos. Die Melodien sind immer noch schön und federleicht (Cursum Perficio ist und bleibt mein Favorit auf dem Album), aber die Musik als Ganzes ist eben an ihre Zeit gebunden. Hätte ich damals Watermark bedenkenlos ebenfalls fünf Sterne gegeben (wie die meisten anderen hier), so sind es heute nur noch drei, weil dem Album jene zeitlose Güte abgeht, die einen Klassiker ausmacht. Schade drum, denn ich glaube, daß Enya musikalisch zu mehr fähig (gewesen) wäre.
Unvergänglich und zeitlos, 2. Dezember 2004
Mit "Watermarks" ist Enya ein grossartiges Album gelungen.Alle Titel sind zeitlose Klassiker. Es gibt nicht einen Titel,der einem nach mehrmaligem Hören langweilig werden könnte.
Die Musik ist voller Wärme und Gefühl. Sie lässt einem richtig träumen. Eine CD wie man sie leider nur sehr selten findet.Sie ist absolut empfehlenswert.
Der absolute Enya-Klassiker, 1. Juli 2003
"Watermark" war das erste, was ich von Enya kennen lernte, und diese CD ist (neben "The Celts") bis heute mein Favorit von ihr geblieben. Über die einzelnen Lieder muss ich kaum noch etwas sagen, denn alle sind absolute, zeitlose Klassiker, die auch beim zigsten Anhören nicht langweilig werden, mit Ausnahme von "Ornocco Flow", das ich von Anfang an nie recht mochte und das auch nicht recht in das Album passt. (Ich hatte immer den Eindruck, dass da jemand zu Enya gesagt hat: "Mädel, du hast wunderbare Songs geschrieben und aufgenommen, aber bitte, mach doch noch wenigstens EIN Lied für die breite Masse, damit sich das Ganze auch verkauft". Und sie tat's und schrieb OF.) Aber wie gesagt, der Rest ist so gut, dass kein Grund besteht, einen Stern abzuerkennen. Gerade der heutigen Jugend kann man diese Musik, die so ruhig und dabei doch so voller vibrierender Kraft und Spannung ist, nur aufs wärmste empfehlen.
|