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Gundula Janowitz, Christa Ludwig, Fritz Wunderlich, Franz Crass, Mbo: Weihnachts-Oratorium (Gesamtaufnahme)

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Weihnachts-Oratorium (Gesamtaufnahme)

Gundula Janowitz Christa Ludwig Fritz Wunderlich Franz Crass Mbo

Archiv Pro (Universal)

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02/Dez/2008 - 15:09

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Beschreibung

Jeder noch so eingefleischte Anhänger der historischen Aufführungspraxis verbirgt in den Tiefen seines Schallplattenschranks einige "konventionelle" Einspielungen Alter Musik, von denen er sich nicht trennen mag. Meistens sind es Leistungen einzelner Künstler -- man denke etwa an Glenn Goulds Bach-Interpretationen -- deren exzeptionelle Qualität dogmatische Grenzen unwichtig werden lässt.

An der vorliegenden Aufnahme des Bachschen Weihnachtsoratoriums, eingespielt von Karl Richter und seinen Münchner Ensembles im Jahre 1965, gibt es aus heutiger Sicht zweifellos sehr viel auszusetzen: Das moderne Instrumentarium in verhältnismäßig großer Besetzung verleiht der barocken Musik völlig unhistorischen Hochglanz -- an der ersten Trompete ist beispielsweise der junge Maurice André zu hören -- und eine stellenweise recht schwerfällige Klanggewalt. Der "Münchener Bachchor", ein Laienensemble mit dreistelliger Mitgliederzahl, stößt seine Koloraturen oft allzu selbstgefällig ohne Punkt und Komma heraus, unterstützt von der colla parte-spielenden großen Orgel des Münchner Herkulessaals.

Solchen Schauerlichkeiten, mit denen Karl Richter spätestens in den Siebzigern zu einem roten Tuch für die junge "historische Szene" wurde, stehen jedoch einige zeitlos schöne Einzelleistungen gegenüber: Allen voran sei Fritz Wunderlich genannt, der hier, ein Jahr vor seinem tragischen Tod, die Evangelienerzählung mit unvergleichlicher Einfühlsamkeit und Wärme vorträgt und auch in seinen drei Arien in puncto stimmliche Schönheit und technische Präzision aus dem Vollen schöpfen kann. So mancher schmalbrüstige Alte-Musik-Tenor muss heute angesichts dieses Vorbilds erblassen.

Ebenso wenig wie der Gesang Wunderlichs sind die Gestaltungsmöglichkeiten des Bassisten Franz Crass von Kenntnis und Umsetzung rhetorischer Figuren geprägt. Vielmehr ist bei beiden das dichte Legato die vorherrschende Singweise. Dennoch hat die opulente Bassstimme von Crass bis heute nichts von ihrem Zauber verloren: Die beiden Bassarien in der ersten und der fünften Kantate erhalten durch die Kraft und den sonoren Wohlklang seines Materials majestätische Größe.

Was der Hörer also an stilistischer Genauigkeit -- oftmals schmerzlich -- entbehren muss, erhält er durch vokalen Glanz einiger der Solisten zurück: Ein Grund, seine Schallplattensammlung um diese außergewöhnliche Aufnahme zu erweitern. --Michael Wersin





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Elegant, ausdruckstark, mystisch!, 26. Oktober 2008

Man kann viel sagen zu historischer vs. historisierender vs. romantischer Auffuehrungspraxis. Es ist keine Frage der Objektivitaet, noch weniger des Geschmacks. Was die Seele erhebt, Freude entstehen und die urspruengliche Mystik und Anmut dieses Oratoriums befoerdern laesst, ist gerade gut genug. Diese Einspielung beruehrt tief. Die Vokalsolopartien sind mit einer meines Erachtens niemals wieder erreichten Innigkeit und Spiritualitaet dargebracht, dass eine Phaenomenologie des Bachschen Hauptwerks zu erscheinen vermag, die einfach jenseits von Tempi, Phrasierungen und Fermaten liegt. Einfach wunderbar!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Jeder Tag wie Weihnachten, 23. November 2007

Habe verschiedene Interpretationen von Bach's Weihnachts-Oratorium und diese ist ganz einfach die Schönste. Wer sich für Bach's Weihnachts-Oratorium einen großartigen Dirigenten, großartige Interpreten und ein sprühenden Bach-Chor, nicht zu vergessen, einen wunderbaren Trompeter und Originalinstrumente wünscht, der ist hier bestens bedient. Ich könnte mir dieses Weihnachts-Oratorium von Karl Richter jeden Tag anhören ... aber dann wäre jeder Tag für mich Weihnachten --- JA, es ist wahr, ich höre dieses Werk gerade!! Und das obwohl es nochgarnicht Weihnachten ist ... und ich glaube, ich darf die Augen nicht schließen, sonst werden mich die Englein gleich wegtragen.....


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Einzigartige Gesamtleistung, 25. Oktober 2007

Eine Aufführung/Einspielung von Bachs Weihnachtsoratorium allein auf Basis musikwissenschaftlicher, ästhetischer, klanglicher oder geschmacklicher Kriterien zu beurteilen, vernachlässigt meinem persönlichen Empfinden nach einen entscheidenden Aspekt: Es handelt sich um *geistliche* Musik. Hier geht es nicht nur um Frequenzen oder Harmonien oder Timbre - es geht gleichermaßen um Theologie, um Mystik oder schlicht um tiefste religiöse *Gefühle*.Es mag völlig korrekt sein, über musikwissenschaftliche "Moden" zu diskutieren oder die Fähigkeiten von Chören und Solisten an anderen Beispielen zu messen. Doch im Zusammenhang mit Bachs geistlicher Musik ist die religiös-spirituelle Dimension viel zu bedeutsam, um außer Acht gelassen zu werden. Ob die Aufführenden nun jeweils Gläubige waren oder nicht, ist ihre Privatsache. Für die Qualität einer Bach-Aufnahme ist es jedoch meiner Auffassung nach durchaus ausschlaggebend, ob die Gesamtleistung diesen unbeschreibbaren spirituellen Funken überspringen lässt, der Bachs Werk so einzigartig macht. In diesem Sinne gehört Karl Richters Einspielung des Weihnachtsoratoriums von 1965 trotz aller möglicherweise gerechtfertigten Kritik meiner persönlichen Einschätzung nach auch heute noch zu den besten Interpretationen dieses Werkes. Ja sicher, es ist stellenweise pompös und hat gewiss die eine oder andere Schwäche. Doch der Hörer sollte sich entscheiden, was ihm wichtiger ist - musikalische Perfektion oder musikalisch ausgedrückte Liebe?!Was, wenn das eigene Herz von der Liebe zu Gottes himmlischer Offenbarung überschäumt, wenn die Gefühle alles zu sprengen drohen und man die ganze Welt umarmen möchte aus Dankbarkeit für Gottes wundersame Gnaden? Wer je versucht hat, die unfassbar wunderbare himmlische Liebe in Worte zu fassen, weiß, wie unmöglich dieses Unterfangen ist. Mit Musik kann es vielleicht ansatzweise gelingen. Bach hat dies auf unverwechselbare Weise bewiesen. Karl Richters Interpretation schöpft ungebremst aus einem überquellenden Füllhorn religiöser Gefühle - vielleicht zu ungebremst für manche, die eher stille Gefühlsäußerungen bevorzugen oder vielleicht auch zu provozierend in einer eher areligiösen Zeit. Für denjenigen aber, der sich einfach mal wieder mitreißen lassen möchte von einer gewaltigen Woge religiöser Glücksgefühle, bleibt diese Aufnahme ein kostbarer Schatz. Oder, um es in einem Bild auszudrücken: Ein handgefertigtes Musikinstrument kann niemals die technische Perfektion eines elektronischen Instrumentes erreichen - doch welch ein Unterschied im Musikerleben ...


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Originalklang, 15. März 2007

Vorweg ein Wort zum "Originalklang" : Gerade die Komponisten der Barockzeit haben ihre Werke ständig verändert und an die Möglichkeiten der Musiker des Aufführungsortes angepasst. Da wurde sogar der Solopart auf ein anderes Instrument umgeschrieben - wenn kein Solist für das vorgesehene Instrument aufzutreiben war. Sie litten oft an den schlecht ausgebildeten und kleinen Orchestern ihrer Zeit. Ist es nun "Originalklang", wenn man ihre seinerzeitigen dürftigen und unbefriedigenden Aufführungsmöglichkeiten künstlich wiederholt ? Ich vermute, Bach hätte übers ganze Gesicht gestrahlt, wenn er einmal so ein großartiges Ensemble wie Bachorchester und Bachchor zur Verfügung gehabt hätte. Das Bedürfnis der Barockkomponisten war es, ihre Werke möglichst schön und wirkungsvoll aufzuführen. Insoferne ist Richters Aufnahme durchaus als "Originalklang" (im tieferen Sinne) zu verstehen. Bach hätte über die heutige "Originalklang-Askese" wahrscheinlich verständnislos den Kopf geschüttelt.In diesem Sinne erlaube ich mir dieser Aufnahme die verdienten 5 Sterne zu geben - für die orchestrale Klangpracht, den rythmischen Schwung und die herausragenden Gesangs-Solisten. Und Karl Richter einen großen Dank dafür, dass er in den 60'er Jahren das Werk von J.S.Bach wieder bekannt und populär gemacht hat !


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Vorstellung, 22. Januar 2007

So stelle ich mir ein Weihnachtsoratorium vor: Ein Tenor, der die Evangelistenpartie so gestaltet, dass er die Handlung nüchtern erzählt, aber auch innerlich beteiligt ist. Auch meistert Fritz Wunderlich die schwierigen Tenorarien mit Bravour.Franz Crass gestaltet die Arien mit Phantasie, guter Stimmführung, guter Atemtechnik, schönem Klang und mit Volumen. Wie Fritz Wunderlich hat er ein gutes Legato.Auch die Frauenstimmen finde ich von Karl Richter gut ausgesucht.Das Orchester hat einen guten Klang. Auch sind die Tempi weder zu langsam noch zu schnell, sondern eines: genau richtig. Der Chor ebenso.




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Fritz Wunderlich, Elly Ameling, Hermann Prey, Marga Höffgen, Tom Krause, Stuttgarter Kammerorchester, Hymnuschorknaben, Karl Münchinger: Matthäus-Passion (Ga)

Fritz Wunderlich, Gottlob Frick, Karl Richter, Mbo, Wp: Sacred Arias (Geistliche Arien)

Julia Hamari, Wolfgang Schöne: Weihnachtsoratorium (Gesamtaufnahme)



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