Kundenmeinungen
Ultimative Stille, 3. Dezember 2002
Arvo Pärts Musik schwankt immer etwas zwischen der ultimativen Stille und der puren Langeweile. Das hat auch damit zu tun, dass z.B. "Arbos" und "Passio" nur kammermusikalisch und "Te Deum" nur mit Streichorchester minimalistisch und etwas fad instrumentiert ist. Es tönt immer ein wenig nach Sing-Sang aus dem Kloster. "Litany" (1994), eine Vertonung von 24 Gebeten für jede Stunde des Tages, wunderbar gesungen in englischer Sprache von Mitgliedern des Hilliard-Ensembles, markiert eine Weiterentwicklung, da Pärt mehr Dynamik und somit vordergründige Spannung in den Orchesterpart bringt, indem er ein ganzes Sinfonieorchester (samt Bläsern) zum Klingen bringt. Das kommt besonders in einer orchestralen Steigerung um 19:26 gut zum Ausdruck. "Psalom" (1985/95) und "Trisagion" (1992/95) sind zwei kürzere angenehme, meditative Streicherstücke. Leider ist die CD mit 42 Minuten etwas gar kurz.
Glanzstücke!, 17. Dezember 2001
Arvo Pärt ist nicht ohne Berechtigung einer der Hit-Komponisten der letzten Zeit. Seine zutiefst meditativen, aber gar nicht anspruchslosen Werke scheinen den Nerv der Zeitgenossen zu treffen. Das vielfältigste und längste der drei Werke auf dieser Scheibe ist zweifellos "Litany". Bemerkenswert ist, daß diese Vielfalt allein aus minimalen harmonischen und melodischen Mitteln besteht; Tempowechsel existieren praktisch kaum, d. h. alle drei Stücke sind beträchtlich langsam. Die motivisch-thematische Arbeit beruht auf winzigsten Bausteinen (vor allem "Psalom"), und die Stille bekommt einen ganz eigenen Platz in Pärts Werken. Am besten alle Lichter aus und eine Kerze anzünden.
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