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Nick Drake/Joe Boyd: Bryter Layter

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Bryter Layter

Nick Drake/Joe Boyd

Island (Universal)

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08/Okt/2008 - 06:30


Beschreibung

1968 entdeckte der Fairport Convention-Bassist Ashley Hutchings den jungen Literatur-Studenten Nick Drake, der Auftritte in kleinen Folk-Läden in Cambridge gab. So verwundert es nicht, dass Hutchings zusammen mit Richard Thompson zu den Musikern gehörte, die an Drakes zweitem Album Bryter Layter mitwirkten. Zu den Gastmusikern zählte auch John Cale, der gerade Velvet Underground verlassen hatte und nach England zurückgekehrt war. Gerade Cale lockert mit seinem dezenten, jazzigen Piano-Spiel die tendenziell schwermütigen Songs auf, was genauso für alle anderen Instrumente gilt. Trotzdem bleibt das Album bei allen Streichereinsätzen und Folkelementen ein trauriges, wenn auch nicht wehleidiges Werk. Trotz der beeindruckenden Einfühlsamkeit von Cale, Thompson und allen anderen, trotz einer phantastischen Produktion und trotz eines ergreifend singenden Nick Drakes floppte diese Platte. Für das sowieso kaum vorhandene Selbstbewusstsein war dieser kommerzielle Misserfolg nicht zu verkraften. Der sehr kontaktscheue Drake isolierte sich noch mehr. Der dann folgende, letzte Lebensabschnitt ist eine Geschichte, die zu Drakes Abschiedsalbum Pink Moon gehört. --Sven Niechziol




Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Kaputtproduziert, 19. Juni 2008

Ich kann die Euphorie für diese Platte überhaupt nicht teilen. Für mich als Musikliebhaber und langjährigem Hörer und selbst Musizierenden ist sie ein Paradebeispiel dafür, wie man Aufnahmen durch ein vollkommen überfrachtetes Arrangement kaputtproduzieren kann. Ich ärgere mich jedesmal beim Hören dieser Platte, wie die in der Idee guten Songs zerdudelt werden. Dabei nervt mich auch John Cale's Piano, das ich überhaupt nicht einfühlsam finde - wie jemand in einer anderen Rezension schrieb -, sondern das selbstverliebt und offenbar ohne jedes Gespür für den Song vor sich hin klimpert. Für mich aufgrund der mißratenen Produktion das am wenigsten gelungene Nick Drake Album - ja und ein Ärgernis über so viel Geschmack- und Stillosigkeit, die wahrscheinlich daher rührt, weil Leute im Hintergrund damit "Das ganz große Ding" lostreten wollten. Nick Drake hat das womöglich selbst so empfunden, da er das nachfolgende Album Pink Moon alleine nur mit seiner Gitarre einspielte. Interessant wäre ein Remix von Bryter Layter in der Art wie das Let It Be-Naked-Album von den Beatles, bei dem die Original-Aufnahmen von Phil Spector's Bombast-Arrangements "befreit" wurden. Aber dazu ist Nick Drake wohl zu unbekannt bzw. gibt es dafür zu wenige Käufer. Schade drum!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Zärtlich, 26. Juni 2007

Es ist wirklich traurig, dass Nick Drake erst sterben musste, damit seiner Musik die ihr angemessen Würdigung zu Teil wurde.Für mein Empfinden ist "Bryter Layter" ein bisschen überproduziert, was aber der fast zärtlichen Magie seiner Songs nicht wirklich etwas anhaben kann.Wer die andere Alben von Nick Drake mag, kann auch hier bedenklos zugreifen.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Melancholie?, 12. Januar 2005

Dieses Wort kann ich in Verbindung mit Nick Drake nicht mehr hören. Vielleicht weil es mittlerweile für viel nichtigere Zustände benutzt wird, als die, in denen Drake sich wähnte. Bryter Lyter ist aber auch alles andere als "kitschig". Nur weil Streicher auf einigen Songs eine geradezu heitere Stimmung verbreiten oder John Cales Piano wohltuend die vorerst minimalistsiche Instrumentierung bestens ergänzt. Das zweite Album von diesem einzigartigen Künstler ist für mich eine klare Weiterentwicklung, die das folgende erst zum Höhepunkt in seinem Schaffen machen konte. Nick Drake hätte niemals so früh sterben dürfen und alle kurzzeitig erfolgreichen Folkhöhenflieger sollten sich vor ihm verneigen.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Ungewohnt Heiter für Drake und sehr produktionslastig, 21. Mai 2004

Wer Nick Drake (wie die meisten) durch sein geniales Album "Pink Moon" (das letzte Werk) oder das schöne streicherlastige Erstlings(trauer)werk "Five Leaves Left" kennt, wird ihr überrascht sein: natürlich ist es noch Nick Drake, exzellente Stücke in alternativen Tuning mit der berühmten Picktechnik, die dezente, flüsternend-singende, geplagte Stimme die hervorragende Texte vorzutragen weißt...doch das Nachfolgewerk von Fives Leaves Left kann nicht mit der gewohnten Stille und extremen erzählenden Einsamkeit seiner anderen beiden Werke dienen."Hazey Jane" und "At the Chime of a city clock" sind für Drake fast schon Pop, zeigen vielleicht sogar das er endlich den kommerziellen Durchbruch krampfhaft zu erreichen vermag, den "Hazey Jane" klingt fast wie West Coast Pop. Schließlich sind es aber gut-geschriebene Lieder mit gutem Text und geben noch einen gelungenen Einstieg. Doch dann wird es schwer zu folgen: Die Songs sind noch stärker instrumentiert als auf "Fives Leaves Left", gehen in eine sehr jazzige Richtung, viel hängt von Band/Produktion ab - Panflöten, übertriebene Streicher und Bläser verbannen den genialen Melancholiker Nick Drake eher zum Easy Listening Künstler, der mal im eben Hintergrund durchläuft. Eigentlich schade, denn Drake muss man zuhören um ihn zu verstehen! Der Produzent verpasst es leider das weniger mehr ist, dass Nick Drake mit Gitarre/Stimme und dezenten Streichern (nicht so im Vordergrund stehend wie auf Brayter Lyter) am besten rüberkommt...(Aber vielleicht wäre ohne diesem Album nie der totale Wandel zum finalen Akustik-Meisterwerk "Pink Moon" erfolgt, das nur noch durch Gitarre und Stimme brillierte)Das schwächste, schwierigste der drei Alben, die Nick Drake zu Lebzeiten hervorgebracht hat. Viele Ideen, aber im Gesamtbild wirkt das Ganze doch etwas ziellos und nicht ganz so spontan und ehrlich. (Deswegen ist es für mich auch unverständlich, dass dieses Album in den Bestenlisten eher auftaucht als die anderen zwei...Kritiker eben)

Als Einstieg und um eine Emotionale Bindung zu Nick Drake aufzubauen empfehle ich eher "Pink Moon" oder "Five Leaves Left"...


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Das melancholische Meisterwerk des stillen Songwriters, 7. April 2003

Drei Alben hat der Engländer Nick Drake zu Lebzeiten veröffentlicht: "Five Leafs left", "Bryter Layter" und "Pink Moon". Danach starb der stille Musikant 1974 unter ungeklärter Ursache an einer Überdosis Anti-Depressiva. Suizid oder Unfall ist noch immer nicht klar. Hinterlassen hat Nick Drake drei wunderbare Alben voll schöner Melodien und bezaubernd-sanfter Texte. War "Five Leafs left" noch ein wenig richtungslos und schwer zugänglich, so ist das Nachfolgealbum "Bryter Layter" sein Meisterwerk. Und das, obwohl Drake seinerzeit nur die Songs geschrieben hatte, die dann letztlich auf das Album kamen, weil er nicht wollte, dass man dann auf die drei Instrumental-Stücke der Platte verzichtet hätte, weil er auf die besonders stolz war. Kommerziell wenig erfolgreich versank Drake danach immer mehr in Depressionen, verkroch sich im Haus seiner Eltern und ging erst zwei Jahre nach "Bryter Layter", im Jahre 1974 wieder ins Studio, um innerhalb von zwei Nächten, nur mit einer Gitarre "Pink Moon" aufzunehmen. Sein Abscheidsgeschenk an die Welt. Die letzten Aufnahmen (vier wunderbare Songs, die erst Jahre später auf der Zusammenstellung "Time of no Reply" erschienen) überlebte der Künstler nicht mehr.Zu Lebzeiten verachtet, erfährt derzeit Nick Drake immer mehr Beachtung. Viele Künstler (u.a. R.E.M-Gitarrist Peter Buck) nennen Drake ihren Lieblingskünstler. Eine Ehrung, die wohl sher stark mit der Qualität von Bryter Layter verbunden ist. Ein Traumalbum.




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