Kundenmeinungen
Mein Klassiker, 21. Dezember 2002
Diese CD ist mein Klassiker der traditionellen kubanischen Musik. Immer wieder vermittelt sie mir Lebensfreude und zaubert durch ihre Frische ein Lächeln auf meine Lippen. Mein Bedürfnis nach guter Unterhaltung verwandelt sich in Freude am Zuhören und in Neugier am Detail der "Musik des Son".
Das Booklet wartet mit den eigens erzählten Lebenserinnerungen des kubanischen Pianisten Ruben Gonzalez (Jahrgang 1919) auf, der aus ereignisreichen Jahrzehnten seiner Musikerlaufbahn berichtet; mit Fotos von ihm und seinem Lebensumfeld und mit der Entstehungsgeschichte dieser CD. 1998, direkt nach den Aufnahmen zum Film "Buena Vista Social Club" entstand sie aus der ungebremsten Spielfreude des Pianisten und befreundeten Musikern. Ohne vorherige Proben spielten sich Solist, Rhythmus-Gruppe, Trompete, Kontrabass, Flöte und Sänger alles aus der Seele, improvisierend und im "Descarga-Stil", dem Stil der kubanischen Jam-Session. Die Sammlung der neun Tänze beginnt mit einem Cha-cha-cha von Enrique Jorrin. Nach der Lektüre des Booklets weiß ich auch nun endlich, daß der Cha-cha-cha aus Kuba stammt. Er wurde in den 50ern von Jorrin erfunden, von seinem Orchester in Havanna gespielt und in kurzer Zeit weltweit populär. Ruben Gonzalez hat diese Zeit aus nächster Nähe miterlebt, als Pianist in genau diesem Orchester und als Spielpartner der namhaften Musikszene Kubas, was meine Bewunderung und meinen Respekt hervorruft. Der zweite Titel der CD bringt im Mittelteil die Improvisationslust zum Vorschein, um die sich später alles dreht. In "Cumbanchero" beschränkt man sich dabei auf ein Pattern in d-moll; um sich warmzuspielen und alle Möglichkeiten zu eröffnen. In den folgenden ruhigeren Tänzen "Danzon" und "Bolero" genieße ich den empfindsamen, nuancierten Gestaltungsreichtum, der mir an der CD so gut gefällt. Bei der kleinen Besetzung mit wenigen Instrumenten hört man sehr transparent, wie gut die Musiker sich ergänzen, sich abwechseln in ihren Ideen, zusammenspielen. Gonzalez wirft im "Bolero" immer mal ein paar schillernde Kaskaden von Akkordtönen zwischen die Hauptthemen, der Kontrabass spielt federnd und leicht durch wechselnde Lagen. Beim Zuhören fühle ich mich, als würde mich ein Kamel durch eine Oase tragen. Die ruhigere Variante des Salsa- der Son- bringt mich zum Träumen. "Weniger ist mehr" - das ist das Motto der fein aufeinander abgestimmten Combo, die mit den sparsamen Harmonien, den chromatischen Umspielungen der kubanischen Musik und ihrer federnden Rhythmik sehr schöne Effekte erzielt. Spiel- und Improvisationsfreude pur blitzt in den schnelleren Titeln wie "San Montuno" und "Tumbao" auf ; wie eine Solo-Zugabe wirkt zum Abschluß das "Coma siento yo": Ein poetisches Bonbon. Einziger Minuspunkt dieser CD ist das etwas verstimmte Klavier, das sich aus den Umständen der Aufnahmen und den kubanischen Lebensbedingungen erklären könnte. Mich hat diese CD im Ganzen sehr bereichert.
Mein Klassiker, 4. Dezember 2002
Relaxed swingend, dann Tempo aufnehmend, landet González bald beim ersten Klassiker: Cumbanchero. Ob er grooved oder träumt, ober er zitiert oder improvisiert, sein Fingertip trifft jeden Ton auf den (berühmten) Punkt. Schlafwandlerisch!González ist "ein alter Hase": Er hat seine erste Scheibe vor ca. 50 Jahren aufgenommen - und er hat mit über 70 Jahren aber auch gar nichts verlernt - im Gegenteil!Es perlt nur so aus dem Piano und seine Band ist ihm kongenialer Partner. Klassiker, die wir alle kennen, wie Mandinga, Siboney oder Almendra und weniger bekannte Stücke (davon 3 Eigenkompositionen) sind ein gelungenes Potpourri zur kubanisches Tradition.Es kommt einem vor, als schwebe González über den Rhyhtmen, dann wiederum spielt er den Rythmus, um auf einmal Alles in tanzenden Pirouetten aufzulösen. Und zwischendurch träumt er kurz. Das ist die hohe Kunst des Pianospielens!Ry Cooder nannte ihn den "greatest piano soloist I have ever heard in my life. A Cuban cross between Thelonious Monk and Felix the Cat". Der Vergleich spielt auf González Spielwitz an. Zu Recht! Zwinkert er uns nicht immer wieder mal zu?! Das Alles kommt so locker und beschwingt daher, so souverän und unangestrengt, als würde er mal eben ins nächste Café gehen."Recorded live with no uberdubs in two days" macht einem diese Scheibe die Klasse eines Pianisten überdeutlich, und man mag vor Ehrfurcht erstarren. Nur, seine Musik bewahrt einen - Gott sei dank - davor!
es ist wohl DIE CD des Jahres., 6. Januar 2000
Ein fantastischer Klavierspieler mit einem wahnsinnigen Rythmu
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