Kundenmeinungen
Kleinod im schwarzen Bayern, 13. Februar 2007
Guten morgen Amazon, diese CD heißt "WelLcome to Bavaria" - zwar nicht sehr originell, aber nach dem Nachnamen der drei Brüder der Biermösl Blosn, Christian, Michael und Hans Well. Das wäre aber schon alles, was ich an der besten CD der anarchistischen Urbayern aussetzen könnte. Würde ich eine Best-of-CD der besten 20 Lieder der drei zusammenstellen, kämen sicher 6-7 Stücke von dieser Scheibe. Von der frechen Spießerhymne "De Schand vom Oberland", dem dadaistischen "Mäh" als Kommentar auf so manchen schwadronierenden Zeitgenossen bis zur absurden Persiflage der Anbiederung der Kirchen an den Zeitgeist "Ravermess'" reicht das Repertoire. "Kreuzzug" dokumentiert den Untergang des Abendlandes durch das Herunternehmen von Kruzifixen in Schulen, beim "Kung Fu-Platter" verschmilzt altbayrischer Peitschen- und Schenkeltanz mit asiatischer Kampfkunst.
Vor allem auch durch die musikalische Vielseitigkeit der Biermösl Blosn klingt Volkmusik so frisch und unverbraucht wie ich es früher nicht für möglich gehalten hätte, zum Beispiel wenn ein Klassikstück "Prosit con fuocco" heißt und eine Fusion zwischen Bildungsbürger- und Bierzeltkultur entsteht. Aber das genialste Stück ist vielleicht das besinnliche "Fernsehschaun" ganz am Ende. Zu den famosen Harfentönen von Christoph (Stofferl) Well erklingt z.B. folgende Strophe: "Die Sonn senkt sich hernie-ieder d'runt im Vatikan / Da Papst isst g'rad a Polnische / auf einmal klopft wer an. / Der Ratzinger im Schlafanzug kommt ins Zimmer g'rennt / Exzellenz: Im bayrischen Fe-ernsehn wer'd grod a Hex verbrennt!"
6 Sterne wenn man aus der Region ist !!!, 12. September 2001
Für diejenigen aus der Region ist die CD einfach genial. Man sieht zu jedem der Lieder ein Gesicht. Für solche die sich ein Klischee über Bayern bilden wollen ist es einfach nur ein Reisenspass bei dem einem schon mal das Lachen im Halse stecken bleiben wird.
hörenswert, 22. August 2001
An und für sich gibt es nichts zu meckern, obwohl es sich hierbei nicht um die originellste Produktion der Well-Brüder handelt.Manchmal glaubt man den einen oder anderen Spruch schon einmal gehört zu haben.Abgesehen von "1,2+3=?" was meiner Meinung nach selbst für eingefleischte Biermösl-Fans eine Zumutung ist würde ich die restlichen Titel durchaus als gelungen bezeichnen. Die Reime sind ganz nach Windows-Manier nicht immer ganz ruckelfrei und wer alle ihre Werke besitzt würde sich zur Abwechslung einmal ein paar neue Opfer aus der bayrischen Politszene wünschen. Leider kann die neueste Scheibe nicht ganz an die Genialität von " Wo samma" anknüpfen, kein Wunder denn wer sich die Messlatte selbst so hoch setzt wird Mühe haben sich zu überbieten.
Absolut hörenswert, 25. November 1999
Die Brüder Well laufen hier meiner Meinung nach zu ihrer bis jetzt höchsten Form auf. Wieder mal wird mit bayerischem Klischeedenken gehörig aufgeräumt. Gags wirken nie billig oder abgedroschen sondern immer kreativ und wie selbstverständlich. Ein hoher volksmusikalischer Anspruch ist auch garantiert und die Musik dient immer zur verdeutlichung des Textes (falsche Töne sind wohl gewollt und passen immer genau hinein). Die instrumentalstücke sind ein Ohrenschmaus. Alles was angesprochen wird - von der Politik bis zur Kirche - wird aber nicht schonungslos in den Dreck gezogen sondern die kabaretistische Kritik wirkt immer konstruktiv. Daher müssten auch die Angesprochenen darüber lachen können. Eine anhörenswerte CD, nicht nur für Bayern sondern auch für solche die mal was anderes als Peter Steier und Musikantenstadl von hier erfahren möchten.
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