Kundenmeinungen
Weber Max, 5. Januar 2008
Auf dieser CD sind zwei der besten Stücke, die ich je von Polt gehört und gesehen habe: 1. Attacke auf Geistesmenschen:Da sind 5 Metzger auf der Wiesn. Bevor sie zur Hauptsache kommen, nehmen sie ein Feuerwasser zu sich und statten der Geisterbahn einen nachdrücklichen Besuch ab. Unbeschreiblich, man muss es gehört haben!2. Weber Max: Es war eine ganz normale Gemeinderatssitzung wie sunst aa.Mein Lieblingsstück, ich glaube 40 mal habe ich es bestimmt schon gehört.Eine CD voller Kraft, Realitätssinn und Präsenz!
Polt's zweitbestes Livealbum, 20. Februar 2007
"Attacke auf Geistesmensch" ist essentiell wegen drei Stücken, die alleine für 5 Sterne reichen würden: "Menschenfresser" ist ein hanebüchener Monolog einer schwadronierenden Wohlstandsbajuwarin mit globalem Geltungsdrang, deren Gatte "mal was ausgestorbenes probieren" möchte. "Der Nobelpreisträger" schildert von der Begegnung eines studierten "Zwetschgenmanderls" mit "sieben Metzgern" auf dem Oktoberfest, bei der ersterer eine größere Kopfverletzung erleidert: "Wenn oahna so studiert ist wie der... soviel Hirn muss er doch ham, dass er wissen muass, dass ma mit am Schädl, der wo gar nix aushält, net aufs Oktoberfest geht!" Bei "Eh-mam-bele" singt Polt eine bavaro-afrikanische Hymne im Stil einer schwergewichtigen Gospelinterpretin zur Marschbegleitung der Biermösl Blosn.Daneben ist "Der Cineast" eine amüsante Rede über die Erfahrungen eines Filmkomparsen, die Polt mal bei der Verleihung des bayrischen Filmpreises gehalten hat. Bei "Rückblickserwartung" und "Gemütlichkeit" handelt es sich um eher besinnliche Nummern und von dem "Weber Max" kenne ich eine frühere, bessere Version. Wer bayrische Kultur verstehen möchte, sollte sich dieses CD nicht entgehen lassen. Drei Stücke sind ein Muss, der Rest ist immer noch sehr gut.
Gestochen scharfe Momentaufnahmen des deutschen Spießers, 20. September 2005
Gerhard Polt schlägt wieder zu: Er hat seinen Mitbürgern haargenau aufs Maul geschaut und hält ihnen mit so perfider Unschuld den Spiegel vor, dass einem das Lachen im Halse steckenbleibt und dann doch umso hemmungsloser rauskommt -- lauter hinterhältig treffende Momentaufnahmen des deutschen Alltags, in denen Polt weniger karikiert, aber umso mehr komprimiert.Die alte Erkenntnis "Nichts ist komischer als die Realität" wird hier bestätigt: Wenn es in "Der Weber Max" 15 Minuten lang fast im O-Ton um die gesammelten Feinheiten des kommunalpolitischen Filz geht, wo eine Bosheit mit harmlosem Antlitz die nächste jagt und man bei jedem Hören neue versteckte Fiesheiten bemerkt. Oder wenn Polt bildungsbürgerliche ("Der Kaiser Nero") oder kulinarische ("Menschenfresser") Ambitionen der aufstiegswilligen Neueichen mit deren eigenen Worten auf den Punkt bringt und, immer noch in deren eigenen Worten, den Flachsinn hinter den Worthülsen gnadenlos hervorzerrt -- oder ob es in "Der Cineast" um inhaltsschwangere TV-Produktionen geht, oder ob um "Mir san mir"-Gehabe beim Oktoberfest ("Der Nobelpreisträger"), oder um den allgegenwärtigen World Music-Hype ("E-Mam-Be-Le") -- Polt hat genau hingeschaut und hingehört. Er lässt seine Landsleute scheinbar ganz einfach reden, bis sie aus den erhabenen Höhen ihrer vermeintlichen Hochkultur wieder runterpoltern in die tiefergelegten Ödnisse ihres Spießertums.Gestochen scharfe Momentaufnahmen der deutschen Befindlichkeit präpariert Polt hier unter seinem Vergrößerungsglas; sie gipfeln in einer geradezu lyrischen Eloge auf die "Gemütlichkeit" -- hier zelebriert Polt förmlich die sprachlichen Versatzstücke des Feierabend-Philosophen. Selten wurde Feierabend-philosophisches Gehabe dermaßen präzise auf den Punkt gebracht.Was Polt hier als Quintessenz seiner Landsleute präsentiert, in dem sie ganz einfach in ihrer Sprache reden lässt, das sucht seinesgleichen: Schwärzer, boshafter, treffender kann man nicht sein.
Großartig!, 26. Januar 2003
"Attacke auf Geistesmensch" ist neben dem "Standort Deutschland" das beste, was Gerhard Polt bisher abgeliefert hat. Der "Nobelpreisträger" ist legendär, zum brüllen und gehört zu seinem festen Live-Repartoire. Der "Weber Max" ist mit knapp 15 Minuten eines seiner längsten und besten Stücke. Urkomisch ist auch die Satire über den Deutschen Film: "Der Cineast". Da wird aus dem Terminator schon mal der Transpirator. Und wer hat jemals das bayerische Gefühl der "Gemütlichkeit" besser beschrieben als Polt? Bei diesem Stück steigt er förmlich zu lyrischem Pathos auf.Attake auf Geistesmensch zeigt wieder mal deutlich, warum Polt zu den fähigsten Kabarettisten hierzulande gehört!
Bayrische Politik für "Extra-Bavarische", 26. Oktober 2000
Auch für mich als Berlinerin eine leicht verständliche durch und durch bayrische und vor allem köstliche Komposition aus Irrsinn, Lebenssinn und Feinsinn. Ganz der gute alte Polt - und jedem zu empfehlen!
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