Kundenmeinungen
WARSAW = JOY DIVISON 1977/1978, 12. Dezember 2005
Bevor sich die vier Musiker: Ian Curtis, Bernard Sumner (alias Albrecht, Dicken), Stephen Morris und Peter Hook den Namen “JOY DIVISION” gaben, traten sie noch wesentlich unbekannter unter dem Namen “WARSAW” auf. Auf der vorliegenden CD (die übrigens aus Portugal kommt) finden sich 12-Demo-Aufnahmen früher Joy Division Songs und 5-Songs, welche im Jahre 1977 in den Pennine Sound Studios in Manchester aufgenommen wurden.
Die 12-Demo-Aufnahmen, Aufgenommen in den “Arrow Studios, Manchester im Mai 1978” erklingen teilweise wesentlich roher und ungeschliffener, besonders “They Walked In Line” gefällt mir in der frühen ‘78er Version besser als auf “Still”. “As You Said” ist ein Instrumentalstück das mit einem Synthesizer eingespielt wurde, obwohl Joy Division auf “Unknown Pleasures” fast vollkommen auf Synthesizer und Keyboards verzichteten, haben sie scheinbar trotzdem mit Synthesizern experimentiert (wenn Joy Division einen Synthesizer benutzten war es fast immer ein “Transcendent 2000”, der auch noch in “New Order’s” Anfangstagen benutzt wurde). Musikalisch und Historisch sind alle Songs absolut empfehlenswert, teilweise sind die Unterschiede zu den veröffentlichten Songs auf: “Unknown Pleasures und Closer” deutlich herauszuhören, teilweise sind die Unterschiede sehr gering. Die 5-Bonustracks sind wohl am interessantesten, zeigen sie doch welch gewaltigen Schritt man von “Warsaw” zu “Joy Division” unternommen hat. “Inside The Line, Gutz, At A Later Date, The Kill und You’re No Good For Me” sind reinster Punk der späten 70er Jahre, Aufgenommen im “Juli 1977 Pennine Sound Studios in Manchester“. Spielt man die Stücke Leuten vor, die zwar Joy Division kennen aber von den frühen Warsaw Stücken noch nichts hörten, werden sie im Leben nicht auf die Idee kommen das aus diesem “Lärm” nur zwei Jahre später Joy Division wurde. Übrigens spielt hier “Steve Brotherdale” das Schlagzeug und noch nicht “Stephen Morris”. Es ist erstaunlich wie roh und plump die “Warsaw” Punk-Songs klingen, die musikalischen Fähigkeiten sind hörbar eingeschränkter als auf den nur ein Jahr später! aufgenommenen 12-Demos der CD. Die Songs ähneln sich sehr stark und man glaubt fast keinen Unterschied zu hören. Egal, die Songs sind für jeden Joy Division Fan ihr Geld wert, da sie zeigen welche Kraft bereits in den Anfangstagen in den Musikern steckte, wie gesagt: es ist einfach bemerkenswert welch gewaltigen Schritt Joy Division von gegrölten Punk-Songs Anno 1977 bis zu ihren genialen, minimalistischen Songs von 1978/1979 vollzogen haben. Andere Bands schaffen einen derartigen kreativen Sprung nicht in zehn Jahren ( und an Joy Division sollten sich die meisten auch besser nicht heranwagen, siehe Interpol, Franz Ferdinand usw. Original bleibt Original!) Das gefaltete Booklet bietet eine kurze Einleitung in die Geschichte und Namensnennung Joy Division’s, sowie den Songs der CD. Desweiteren beinhaltet das Booklet einige Angebote zu anderen Musikern und ihren Platten z.B. “Van Morrison, Cher, Barry White usw.” was in einer Joy Division CD für meinen Geschmack fehl am Platze wirkt (laut einigen Internetquellen soll die “WARSAW” CD ein Bootleg sein. Die Klangqualität ist, für das alter und die damaligen Aufnahmebedingungen betrachtet, sehr gut und keinesfalls Bootlegqualität!) Hier die Songs von “WARSAW”: 1. The Drawback 2. Leaders Of Men 3. They Walked In Line 4. Failures 5. Novelty 6. No Love Lost 7. Transmission 8. Living In The Ice Age 9. Interzone 10. Warsaw 11. Shadowplay 12. As You Said BONUS TRACKS: 13. Inside The Line 14. Gutz 15. At A Later Date 16. The Kill 17. You’re No Good For Me
Beginnende Dunkelheit rules, 18. Januar 2004
Schwarz, düster, depremierend, großartig: Von der Band, die sich später in Joy Division umbenannte, hören wir hier die frühen Versionen und einige neue Songs mehr (teilweise auf Still erschienen). Noch klingt alles roher, unproduzierter _ obwohl es bei einigen Songs einen später nicht mehr vorhandenen Synthi gibt, der im Studio hinzugemischt wurde - aber schon ist die packende Intensität genauso zu spüren, wie bei den später folgenden nur zwei Joys Division Alben. Es beginnt zur Spät-Punk-Zeit und beim ersten Song meint man noch, The Clash herauszuhören, aber bald wird daraus ein ganz eigenes, unheimliches Hämmern und Schreien in der düsteren Nacht der Seele: Ian Curtis , damals noch in Aufbruchstimmung, man weiss wohin das führte. Ergreifend. Einzigartig.
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