Kundenmeinungen
...flickering I roam..., 15. Juni 2007
Wieder einmal war es soweit, dass Massive Attack ein Meisterstück mit einem Hauch Genialität abgeliefert haben. Man kann es klar raushören, dass sie einen düsteren Weg eingeschlagen haben.
Wobei ich trotz der Selbstverständlichkeit der unterschiedlichen Geschmäcker das Album jedem, dem diese Gruppe gefällt ans Herz lege. Denn das ganze Album lang kann man, abgesehen von dem Stilwechsel die unverkennbare Massive Art erkennen. Atmosphärisch bis zum "gehtnichtmehr", Del Naja's fesselnde Vocals, Daddy G's tiefe Stimme gelegentlich als Kontrast, dieser Sound, der einen voll und ganz einhüllt und vereinnahmt, wie es auf diese Weise nur wenigen Künstlern gelingt... . Ganz zu Schweigen von dem guten Gespür für bewegende Frauenstimmchen. Und solch ein Trio sollte sich ja auch weiterentwickeln und nicht auf der Stelle treten.
Besonders wenn es solche Wunderkinder wie bei Massive sind!
Bei diesem Album gesellt sich zu den Beats und Samples vermehrt handgemachte Musik hinzu.
Beim sich mit Drums und verzerrter Bassgitarre langsam aufbauenden/aufbrausenden "Angel", stellt man sich auf die neue Spielweise ein, um dann bei dem darauf folgenden Stück "Rising son" in Erwartungshaltung zu einem Meisterhaften Album zu gehen, das zwar um einiges düsterer als die vorherigen Werke ist, man aber dennoch in (fast) jedem Song ein winziges Licht am Ende des Tunnels vor dem seelischen Auge wahrnimmt. Mit Plattenspieler- Nebengeräuschen beginnt dann "Teardrop" (wobei man gelegentlich, passend zum Namen ganz unwillkürlich feuchte Augen bekommen kann) und kommt natürlich als logische Singleauskopplung erwartungsgemäß direkt als Ohrwurm in den Kopf. Und so schnell nicht wieder heraus, wäre da nicht das absolut hypnotische "Inertia Creeps", welches sich vielleicht erst nach wiederholtem Hören erschließt, sich dann aber vollends entfaltet.
"Exchange" folgt rein akustisch, strahlt eine für das Album ungewöhnliche Wärme aus und ist einfach nur chillig. In "Dissolved Girl" geht es dann im Gegensatz um eine Person, die aus Zuneigung zu einem anderen Menschen gerne vergisst, dass dieser die Liebe nur körperlich erwidert. Stimmungsmäßig fühlt man sich direkt in einen Film Noir versetzt. Und "Man Next Door" ist ein Nachruf auf die Zivilcourage, welche in der heutigen, eigenbrötlerischen Welt immer seltener geworden ist. Ein passiv leidender Zeuge eines allnächtlichen, handfesten (Ehe-)Streites, der lieber Wegschaut/-zieht, als einzugreifen. "Black Milk" groovt dann etwas monoton vor sich hin, ist aber keineswegs schlecht. Erinnert mich stimmlich (positiv) irgendwie an Portishead. "Mezzanine" spielt wieder mit Störgeräuschen und Minimalistik. Einer meiner Lieblingstracks, wenn überhaupt - "Group Four" baut sich darauf folgend mit Schlagwerk Einsatz langsam zum eigentlichen Finale des Albums auf, welches dann mit der Vocal Version von "Exchange" langsam ausklingt.
Ich würde jetzt nicht so weit gehen und "Mezzanine" als ihr bestes Album zu bezeichnen. Denn obwohl es für mich ein klares Meisterwerk ist, kann man es nur schwer mit den beiden Vorgängern vergleichen. Am ehesten dann noch mit dem Nachfolger "100'th Window", welches den Stilwechsel aus Mezzanine weiterführt, aber von 3D aus diversen Gründen fast im Alleingang produziert wurde, eingängiger ist und technisch etwas anders produziert. Aber das ist eine andere Geschichte.
Wenn man sich auf ein düstereres, nicht ganz so leicht zugängliches Album (Mezzanine) einlässt, kann man durchaus gefallen daran finden und süchtig werden. Schade, das man in letzter Zeit nicht viel neues gehört hat und auch das neue Album "Weather Underground" (Arbeitstitel), mit einer meiner Lieblingssängerinen (Hope Sandoval) noch auf sich warten lässt.
Mezzanine - Perfektion zwischen den Welten, 19. März 2007
Als ich vor gut eineinhalb Jahren auf Massive Attack aufmerksam wurde, blieb ich ca. 3 Monate lang beim Song "Risingson" hängen. Ohne Übertreibung! Erst nach und nach eröffnete sich auch der Rest von "Mezzanine" als klangliche Einheit, als Netz aus auditiver Kunst der Superlative.
Der Wegfall von Mushroom hat der Musik von Massive Attack meiner Ansicht nach das gegeben, was mir vorher noch gefehlt hat: durchgehend düstere Sounds.
Was mir grundsätzlich an "Protection" schon gefallen hat, aber durch die nervig-alternativen "Reggae"-Einwürfe immer wieder zerstört wurde, ist jetzt komplett da: ein düster-genaiales musikalisches Manifest, das gerade mal durch die Füll-Tracks "Exchange" in seiner Kontinuität unterbrochen wird.
Bis ich mich dann zu "Group Four" vorangearbeitet hatte, war die Platte schon ca. ein halbes Jahr in meiner Playlist. Rückblickend steht "Mezzanine" wirklich zwischen den Welten:
"Protection" - Mushroom weg - "Mezzanine" - Daddy G. weg - "100th Window".
Jedes der erwähnten Alben ist zwar auf seine Art und Weise herausragend, aber "Mezzanine" pendelt sich zwischen den Extremen "fröhlich aber doch melancholisch" und "Melancholie mit einem Schimmer Aufbruchsstimmung" perfekt ein.
Für mich vor "100th Window" knapp aber doch das beste Massive Attack-Album.
Mit Spannung erwachte ich "Weather Underground"....
Anstrengend, 7. Januar 2007
Wer sich bis zum Erscheinen dieser CD zu einem Fan von Massive Attack entwickelt hatte, bekam von Mezzanine herb vor die Fresse gezimmert. Die Entspannung war gewichen. Die souveränen Klanggemälde wurden weggedrückt durch bratzendes Gesäge. Immer wieder habe ich in den vergangenen Jahren den Versuch unternommen, mich in die Scheibe reinzuhören. Aber es bleibt einfach saumäßig anstrengend. Wer aufdringliches und schräges Klanggebastel mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Aber wer z.B. "Protection" mochte, könnte hier enttäuscht werden.
Eine Album für die Ewigkeit., 3. Oktober 2006
Als es erschienen ist, ist Massive Attacks "Mezzanine" zunächst ziemlich an mir vorrübergegangen. Zwar bin ich auf die Gruppe bereits durch "Unfinished Sympathy" vom Debüt aufmerksam geworden, bin aber erst viel später wirklich auf den Geschmack gekommen.
Dabei muss gleich vorweck genommen werden, dass Mezzanine wesentlich mehr als nur irgendein Trip-Hop oder Downbeat Album ist. Es ist eine dieser Scheiben von denen in jedem Jahrzehnt kaum mehr als eine Handvoll erscheinen. Eins von denen, die mit einer bestimmten Epoche der Musik untrennbar verknüpft sind. Wenn Leute sich in einigen Jahrzehnten über die Musik der 90iger unterhalten, werden dabei sicherlich auch die Namen Massive Attack und Mezzanine fallen, so wie man heute über Jimi Hendrix oder die Beattles redet. Mezzanine ist eine Scheibe für die Ewigkeit (Schade für Massive Attack, die hier wohl niemals wieder anknüpfen können; die Gruppe ist mittlerweile auch ziemlich ausseinander gebrochen).
Nun aber zur Musik selbst. Leute älteren Semesters werden sich vielleicht an Teardrop erinneren (das Video mit dem Embryo). Vielleicht werden sie die Scheibe trotzdem (so wie ich zuerst) ingnoriert haben. Teardrop ist eine Nummer, die meiner Meinung nach erst im Rahmen dieses Albums ihre Wirkung wirklich entfaltet. Dabei ragt sie gar nicht mal sonderlich heraus. Das liegt nicht etwa daran, dass dies einer der schwächeren Tracks ist, sondern das Mezzanine vom ersten bis zum letzten Moment ein perfektes Album ist. Sobald man die CD started, scheint einem der Käfer vom Albumcover unaufhaltsam mitten in das Gehirn rein zu krichen ;)
Direkt mit dem starken Opener "Angel" wird eine Spannung aufgenbaut, die lückenlos bis zum Ende aufrechterhalten wird und mit "(Exchange)" (auf würdige Weise) ausklingt. Die Musik ist dunkel, melancholisch, emotional. Es macht eigentlich kaum Sinn jeden Track dieses Albums einzeln zu würdigen. Es gibt einfach keinen schwachen Moment. Die einzige Empfehlung die ich geben kann ist: Zieht euch das Teil rein. Die Musik hat auch nach all diesen Jahren kein Stück ihrer Wirksamkeit verloren. Die vielen verschieden Vocalisten (darunter unter anderem Jamaicas Urgestein Horace Andy) fügen sich allesamt perfekt in die Stimmung der jeweiligen Tracks ein.
Man muss keineswegs eingefleischter Trip-Hop Fan sein, um diese Scheibe zu mögen. Mich hat jedenfalls überhaupt erst Mezzanine auf Downbeat Musik gebracht (und ich habe noch nichts wirklich vergleichbares gefunden). Eine gewisse Aufgeschlossenheit gegenüber langsamer, düsterer Musik ist aber wahrscheinlich schon nötig. Auch sollte man keine "Genre-Engstirnigkeit" mitbringen.
Für mich ihr bestes Album, 15. Juni 2006
...denn dieses Album ist chillig, trip-hoppig und einfach nur ein geniales Stück Musik-Geschichte. Für Einsteiger des Trip-Hop}s könnte ich nicht mal spezielle Titel zur Empfehlung geben, da wirklich alle sehr sehr gelungen sind. Welchen Song wohl jeder kennt ist "Teardrop".
Abschließendes Fazit: Diese Platte ist gerade jetzt in der warmen Jahreszeit eine Platte die einen relaxed den Sommer genießen lässt, dabei spacig, etwas rockig ist und einen in andere Sphären versetzt. Viel Spaß beim Hören;-)!!!
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