Kundenmeinungen
Gemischte Gefühle, 31. Dezember 2006
Die Led Zep "III" erschien im Herbst 1970. Die musikalische Richtung veränderte/erweiterte sich wieder ein bißchen. War das Debut ein hartes Bluesalbum, das 2. eher ein reines Stück Hard Rock, so wurde hier viel Folk und akustische Elemente zum Hard-/ Blues Rock dazugefügt. Somit ging die Gruppe um Jimmy Page doch einen anderen Weg als zur gleichen Zeit Deep Purple, Black Sabbath und Uriah Heep, die allesamt harte Rock Platten veröffentlichten.
Bei den ersten 5 Songs ist noch alles beim Alten geblieben. Hier bekommen wir harten Rock mit Blueselementen vorgesetzt. `Immigrate song`, `Since I`ve been loving you` und `Out on the tiles` sind allererste Sahne. Led Zep von ihrer besten/härtesten Seite. 5 Sterne für die erste Seite der damaligen LP.
Die Songs 6 bis 10 bieten jedoch, wie bereits geschrieben, viel akustische Musik und viel Folk. Hier zeichnen sich besonders Jimmy Page und Robert Plant aus. Mehr als 3 Sterne kann ich aber nicht vergeben. `Gallows pole` und `Tangerine` sind noch die besten Songs. Der eine oder andere Rocker hätte hier Not getan.
Unter dem Strich aber 4 Sterne für "III". Es gehört sicherlich zu den abwechslungsreichsten Alben der Gruppe, die hier beweist, dass sie keine reine Rock Gruppe sind/waren.
Lagerfeuerromantik, Experimente und rabiate Töne, 5. August 2006
Anstatt auf II ein weiteres relativ geradliniges, fast reines Hardrockalbum folgen zu lassen, überraschten Led Zeppelin 1970 die Öffentlichkeit mit einem Werk, das die ruhigere, akustische Seite der Band in den Mittelpunkt stellte. Entstanden in der Abgeschiedenheit und Ruhe eines Landhaus in den Bergen von Wales, zurückgezogen. versammelt vor allem die ehemalige Vinyl-B-Seite (Tracks 6-10) Songs, die eine keltische, ländliche Aura und Lagerfeuerromantik" verströmen.
Das Traditional "Gallow's Pole" versieht die Band gekonnt mit dem ihr eigenen Sinn für Dramatik, "Tangerine" ist ein wunderbar entspanntes Liebeslied im Country-Gewand und das folkige "That's The Way" der vielleicht ruhigste und introvertierteste Song im Bandrepertoir überhaupt. Und wie die 2003 erschienene Live-doppel-DVD mit beweist, schaffte es "Bron-Yr-Stomp" mit seinen schmissigen Akustikgitarren und filigranen Gitarrenkünsten durchaus in die Gunst des Publikums, dem sonst ja gern nachgesagt wurde, es verlange hauptsächlich nach hartem Rock. Am Ende des Albums steht mit Hats Off To (Roy) Harper" eine der für Led Zeppelin typischen überdrehten Interpretationen klassischer Bluessongs und ein weiterer Beweis dafür, dass der verdächtige Hang zum Plagiat auch auf Album Nummer drei nicht enden wollte.
Aber abgesehen davon hat III genug Originelles zu bieten, wobei es doch die Songs derVinyl-A-Seite sind, von denen einige zu den markantesten Led-Zeppelin-Stücken gehören. Zum Beispiel die - auch als Single erfolgreiche - wüste, knapp zweiminütige Proto-Metal--Attacke namens "Immigrant Song". Im selben Ton sollte es allerdings nicht weitergehen. Dann nämlich entführt das experimentell und mystisch klingende "Friends" (unter den weniger bekannten Zep-Songs einer der besten) den Hörer abrupt in den Orient. Daran direkt an schließt mit "Celebration Day" ein Beweis dafür, dass Led Zep satten Bluesrock manchmal durchaus auch interpretieren konnten, ohne allzu harte Töne anzuschlagen.
Der bandeigene Sinn für Hektik und Wahnsinn kommt allerdings beileibe nicht zu kurz: "Since I've Been Loving You" mischt übertriebene Theatralik mit subtiler Musikalität, wobei John Paul Jones an der Orgel und die Sologitarreneskapaden von Jimmy Page ein Highlight darstellen. Am Ende knüpft genau genommen nur "Out On The Tiles" mit seinem bombastischen Riff und großmäuliger Attitüde dort an, wo II zuvor aufgehört hatte.
Fazit: LED ZEPPELIN III ist - anders als II, IV und PHYSICAL GRAFFITI - vielleicht nicht eines der absolut wichtigsten innerhalb der bandeigenen Diskographie. Hört man es am Stück, so wirkt es zwar abwechslungsreich und unterhaltsam, aber nicht ganz so spannend wie die vorher genannten Werke. Eher ein Übergangswerk denn ein wirkliches Meisterwerk, ist III trotzdem ein unverzichtbares Album für jeden, der sich eingehend mit der Musik von Led Zeppelin beschäftigen möchte.
Das BESTE Led Zeppelin Album!!!!, 30. März 2006
Dies ist mit Abstand das beste Led Zeppelin Album! Nach den sehr starken ersten beiden Platten konnten sich die Zep's weiter steigern!!! Auf diesem Album stimmt einfach alles! Die Songs haben eine gewisse "Hitqualität" und gehen schnell ins Ohr! Würde ich jedem Led Zeppelin neuling als erstes Raten.
Topt für mich sogar das IV und Houses of Holy Album!!!
oldie, but goldie, 23. November 2005
Bin durch die Verwendung des "Immigrant Song" in einem Tatort-Krimi auf dieses Album gestossen. Auch 35 Jahre nach Produktion hat die Musik von Led Zeppelin nichts von ihrer Power eingebüßt. Alles andere haben hier meine Vorredner schon geschrieben.
stadt, land, zeppelin, 23. August 2005
Immerhin: Es geht gleich programmatisch los, wenn auch nicht bezüglich dieses speziellen Albums, so doch als Bandmanifest. Im "Immigrant Song" beschreibt Robert Plant Led Zeppelin als Horde plündernder Wikinger, deren einziges Ziel die "Küste im Westen" ist. Dazu Kampfrufe, ein galoppierender Bonzo-Beat und ein unverkennbares Jimmy-Page-Riff (für das sich die ansonsten von mir hochgeschätzten Mother Tongue nicht zu schade waren, es für den Opener "Dark Side Baby" IHRES Albums "Ghost Note" von 2003 komplett zu klauen).
Wie gesagt, ein den Bandmythos schön zusammenfassendes Stück, für Zeppelins Dritte allerdings weniger repräsentativ. Zurück zur Natur heißt ansonsten das Motto und Bron-Yr-Aur in Wales das entsprechende Kreativ-Shangri-La, in welches sich Page und Plant 1970 zurückzogen, um nach dem Über-Erfolg des Heavy-Rock-Prototypen "Led Zeppelin II" über neue Richtungen zu grübeln, in die der Zeppelin in Zukunft fliegen sollte. Eine dieser Richtungen hieß Folk und Akustik, was denn auch auch den Sound von "Led Zeppelin III" bestimmt, und dies vor allem auf der zweiten Seite. Mit "Friends" wird allerdings zunächst die orientalische Variante des Folk'n'Roll erkundet, während "Celebration Day" mit seinem hektischen Slide-Geschrammel an einen aufregenden Tag irgendwo im heißen Süden der USA erinnert. (Tatsächlich geht es wohl um Plants Eindrücke von den diversen Amerika-Tourneen, einem Kapitel für sich im dicken Buch des Zeppelin-Mythos.) "Since I've Been Loving You" ist der einzige Blueser des Albums, und ein beeindruckender dazu, aber dennoch symptomatisch für die Abwesenheit zweier der bisher deutlichsten Einflüsse der Band, nämlich harten Rock und besagten Blues. "Out On The Tiles" ist nicht weiter erwähnenswert, wenn man vom leidlich funkigen Riff absieht - vielleicht hätte etwas mehr Produktion oder Schliff dem Song gut getan. Die zweite Seite bringt dann die volle Folk-Dröhnung (wenn man das so sagen kann), angefangen bei "Gallows Pole", einem neu arrangierten traditionellen Standard, der aber ausgezeichnet zu Plants ohnehin keltophilen Texten paßt. Mit "Tangerine" griff Jimmy Page überraschend auf einen alten Popsong aus dem Yardbirds-Archiv zurück, und mit "That's The Way" gibt es Zeppelins wohl sanftesten Song, der einfach schön und kuschelig ist und ein wenig an fallendes Herbstlaub erinnert. (Naturplatte, wie gesagt.) "Bron-Y-Aur Stomp" macht dann noch mal richtig einen auf Landhausparty, während "Hats Off To (Roy) Harper" zumindest mir den Abschluss dieses netten Albums ein wenig durch seine gewollt verrückt-psychedelische Atmosphäre vermiest. Für das, was die Leute seinerzeit von Led Zeppelins drittem Album erwarteten, war die Platte sicher ein mutiger Schritt, denn sie machte deutlich, dass Page, Plant, Jones und Bonham ihren eigenen Weg zu gehen gedachten und das auch weiterhin tun sollten. Ähnlich wie bei "Houses Of The Holy" und "In Through The Out Door" sollte dieser Mut nicht immer mit Kritikerlob und Publikumsliebe belohnt werden, und es gibt sicher eingängigere Alben der Band als "Led Zeppelin III". Trotzdem empfohlen, denn es enthält einige gute Songs und macht den Umfang des Zeppelin-Spektrums erst vollständig sichtbar.
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