Kundenmeinungen
Ich hatte auch bissl mehr erwartet, 9. Januar 2008
Dies war mein erste Ausgabe von einem Buch, über das ich sehr viel gelesen und gehört habe. Der Text selbst ist natürlich ähnlich dem "Taoteking" sehr interpretierbar. MEINE KRITIK: Da ich keine anderen Versionen von "Der Kunst des Krieges" habe, kann ich nur vermuten, dass diese Übersetzung nicht so sehr gut geglückt ist. Der übersetzte Text allein betrachtet liest sich nicht sauber geschliffen bzw. "ganz rund". Folgende Dinge haben mir aber besonders den Lesespaß verwässert: 1) Das Vorwort der englischen Ausgabe, die Anekdote mit den gedrillten Konkubinen, ist PsychologINNEN-artig korrekterweise komplett gestrichen worden, obwohl auf dem Cover steht: VOLLSTÄNDIGE AUSGABE. Hmmm? 2) Die zusätzlichen Fußnoten-Kommentare wirken sehr kopflastig und stammen, wies für mich ausschaut, von einem Akademikerschreibtisch, der Sprachstil wirkt etwas unnatürlich und GESTELZT, einfache Dinge werden in komplizierte Bilder gequetscht, die sicher schlauer wirken sollen, als sie dann eigentlich rüberkommen. Hätte Sun Tzu auch so geschrieben? 3) Die Analogien sind nicht immer ganz nachzuvollziehen, kann man evtl. genausogut auf den CO2-Ausstoß beziehen. Oder bin ich nur nicht schlau und tiefsinnig genug? DOCH MEIN LOB: 1) Ich finde die Idee gar nicht mal schlecht, Sun Tzus Militärkonzepte auf Dinge wie die eigene Selbstdisziplin zu beziehen. Für die Idee allein könnte man sichs nochmal überlegen. 2) Geiles Cover, sieht wunderschön aus. Blitzende Schwerter in der Sonne, könnte ich echt stundenlang ankucken und träumen.
Gesamt - 3 Sterne
Ein Buch für Erfolgsmenschen, 21. August 2007
Als ich dieses Buch kaufte, war ich zunächst skeptisch. Die Übertragung der Maximen Sun Tzu's auf psychologische Perspektiven erschien mir äußerst schwierig. Ich hatte unter Psychologie" etwas anderes verstanden, nämlich die Analyse psychischer Komplexe, Neurosen usw.
Entsprechend überrascht, wenn nicht gar schockiert, war ich beim ersten Lesen. Die Übersetzung ist gut gelungen, hier scheint der Übersetzer nicht wie so häufig üblich, einfach nur Giles übertragen sondern es tatsächlich mit dem Original verglichen und entsprechend besser übersetzt zu haben. Ein klares Plus, wenn es um Sun Tzu geht.
Doch, es war nicht der Text Sun Tzu's, der mich in Erregung versetzte, sondern die in Fußnoten gesetzten psychologischen Kommentare. Meine erste Reaktion war ein unterschwelliger Ärger, da diese vollkommen erfolgsorientiert ausgerichtet sind. Dennoch las ich das Buch weiter, ja vergaß teilweise sogar den Originaltext, sondern las nur noch die Fußnoten, ganz so als wollte ich mich ertappt fühlen. Ein innerer Aufruhr entstand, und ich beschloss, das schlimmste Buch aller Zeiten in den Händen zu halten. Nach einer Nacht darüber geschlafen, griff ich gleich beim Frühstück wieder nach dem Buch... Ich war süchtig nach dem Neuen, das mir soviel Ärger bereitet hatte, weil es einfach wahr ist. So sind wir Menschen wohl oft, dass wir unbequemen Wahrheiten aus dem Wege gehen oder sie gar für böse halten.
"Wenn wir uns selbst zu verändern wünschen, müssen wir uns an die Prinzipien halten, die wir aufgestellt haben." heißt es da auf Seite 15, und diese Haltung sich selbst gegenüber zieht sich durch den ganzen Kommentar. "Der Erfolg ist von ausreichenden vorhergehenden Überlegungen abhängig und von steter erfolgsorientierter Beobachtung und entsprechender Anpassung des von ihnen in Gang gesetzten Handelns."
Mit zunehmendem Lesen (mittlerweile habe ich es sechsmal durch) nahm mein Ärger ab und wich einer sehr realistischen Haltung mir selbst und meinen Aufgaben und Zielen gegenüber. Es ist absolut richtig: Wer etwas im Leben erreichen will, kann sich unnötige Fehler nicht leisten. Da viele dieser Fehler das Ergebnis unbewusster Handlungen und Gedanken sind, bleibt nur die gnadenlos rationale Überprüfung des eigenen Denkens und Handelns. Dass man sich selbst häufig im Wege steht, ist unter anderem Folge von Gewohnheiten. Man kann sich jetzt jahrelang darüber ärgern oder einfach anfangen, etwas zu verändern. Eigenartig, manche Dinge wirken plötzlich leicht, wenn man sich vom Ballast üblicher Vorstellungen löst.
Während des Lesens entwickelten sich bei mir automatisch neue Sichtweisen zu unterschiedlichen Angelegenheiten meines Lebens. Das ganze Buch ist nicht nur unternehmerisch wertvoll für Leute wie mich, die sich durch Freundlichkeiten an der falschen Stelle den unternehmerischen Erfolg versauen. Es ist auch wirklich sehr nützlich, um dem inneren Schweinehund auf die Schliche zu kommen und ihm den Garaus zu bereiten.
Ich würde den Untertitel des Buches in mit PRAKTISCHEN psychologischen Kommentaren" ändern.
Ich hatte mehr erwartet, 27. Juli 2007
Das Büchlein enthält eine Übersetzung eines sehr alten chinisischen Werkes über die Grundlagen der Kriegführung in einer feudalen Gesellschaft ohne Schusswaffen, geschweige denn moderne Technik. Das mag zwar arg veraltet klingen, es hat aber wiederum den Vorteil, dass es für den heutigen Leser leichter ist, vom Text zu abstrahieren. Man könnte also sogar mehr davon profitieren, als wenn es hier um aktuelle Kriegsschauplätze ginge. Die Grundüberlegungen im Text kann man eigentlich nicht kritisieren. Das ist sicher alles gut und richtig. Nur sind Grundüberlegungen in vielen Lebensbereichen eben selten wirklich überraschend. Vieles davon hat man schon immer geahnt. Oder man hat die Erfahrung schon selbst gemacht. Deswegen habe ich hier wenig Neues erfahren.
Die ausführlichen Kommentare zum Text, die im Grunde eine Umdeutung sind, gehen in eine Richtung, die ich seltsam finde. Da wird etwas von schlechten Eigenschaften geredet, die man bekämpfen muss. Das hat meiner Meinung nach religiöse Züge. Bestenfalls könnte man sagen, da steht, wie man den inneren Schweinehund besiegen kann. Ich hatte eher Strategien für soziale Situationen erwartet und habe hier Kommentare über Selbstveränderung bekommen. Um damit was anfangen zu können, muss man sich vielleicht für Meditation und so weiter interessieren. Für mich waren die Kommentare jedenfalls uninteressant. Und dann finde ich manche Kommentare sogar ziemlich erschreckend. Da wird z.B. behauptet, dass Demokratien ineffizient sind, weil hier nicht sichergestellt ist, dass diejenigen führen, die die größte Begabung dazu haben. Das kann nur richtig sein, wenn man davon ausgeht, dass Begabung etwas ist, das angeboren ist, und nicht das Ergebnis einer beeinflussbaren Entwicklung. Das bedeutet dann, dass es bessere und schlechtere Menschen gibt. Diese Einstellung finde ich sehr bedenklich. In der Zeit des Autors des Textes wurde so das Feudalsystem gerechtfertig. Das mag damals auch zweckmäßig gewesen sein. Aber heute sowas zu fordern, dass nicht die Mehrheit, sondern eine Elite (die sich vielleicht noch selbst als solche definiert), die Kontrolle übernehmen soll... Über die Kommentare konnte ich auch nur den Kopf schütteln.
Fazit: Das Buch hört sich interessant an, hält für den aufgeschlossenen Leser aber nicht, was es verspricht. Nur Leute, die sich intensiver für asiatische Lehren interessieren, können vielleicht etwas damit anfangen.
Wahrhaft siegt, wer sich auskennt, 5. Juli 2007
Sun Tzu sagte: Die Kunst des Krieges ist von größter Wichtigkeit für den Staat. Sie ist eine Angelegenheit von Leben und Tod, eine Straße zur Sicherheit oder in den Untergang. Folglich ist sie eine Sache, deren Erörterung nicht überbewertet werden kann."
Was im Großen gilt, das gilt auch im Kleinen. Was für Staaten gilt, das gilt auch für Gemeinschaften und Individuen.
Dieses gelungene Büchlein präsentiert die wichtigen Aspekte der Lehre Sun Tzus: Das moralische Recht, Himmel (Ethik, Wahrhaftigkeit, Recht von oben), Erde (das Berücksichtigen von Ort, Zeit, Möglichkeiten), Anführer, Methodik und Disziplin in dreizehn Kapiteln.
Wo Sun Tzu seine Kriegskunst präsentiert, überträgt Gitta Peyn seine Lehren assoziativ auf das ganze Leben. Nicht nur im Krieg, sondern auch in alltäglichen Dingen sind Klugheit, Aufrichtigkeit, Wohlwollen, Mut und Geradlinigkeit wichtige Faktoren. Ein Unternehmen, eine Gruppenarbeit oder auch eine Familie kann nur erfolgreich geführt werden, wenn alle Beteiligten mit dem moralischen Recht übereinstimmen. Wir erkennen dies an der Effektivität, mit der die jeweiligen Arbeiten durchgeführt werden."
Stück für Stück werden die kriegsbezogenen Anweisungen von Sun Tzu auf Persönlichkeitsarbeit und -entfaltung übertragen. Gut gemacht die klare Trennung zwischen Sun Tzu und Kommentar. Wer das eine nicht mag, wird beim anderen etwas für sich finden können.
Das Leben ist Strategie, 1. Juli 2007
Alles wird besser, wenn man weiß wies geht. Ob im Krieg oder im Alltag, ohne überlegtes Handeln geht gar nichts. Man macht Fehler, wiederholt seine Fehler und wird nie erfolgreich sein. Erfolg und Strategie gehören nun mal zusammen. Ein Feldherr, der Unfähige einsetzt oder nicht richtig planen kann, kann nur dann siegen, wenn sein Gegner noch schlechter ist als er selbst. Will man in alltäglichen Sachen etwas erreichen, plant nicht richtig und ist nicht bereit, das eigene Handeln zu überdenken und zu verändern, ist man hoffnungslos verloren.
In diesem Buch werden alltägliche Erfolgs- und Weiterentwicklungsstrategien geschickt mit dem Sun-Tzu-Text verbunden. Und ob es einem nun schmeckt oder nicht: Ein Verlierer wird nicht zum Gewinner, wenn er Gewinnerdenken ablehnt.
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