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Ausgezeichnetes Handbuch für die schamanische Praxis, 12. Juli 2007
Axel Brück, der sich seit rund 40 Jahren mit Schamanismus beschäftigt und auch ein Schamanismus-Institut ("Megin-Tor") leitet, hat mit seiner "Anderswelt-Reise" ein ausgezeichnetes Handbuch vorgelegt, das sowohl durch seine theoretische Fundierung als auch durch seinen klaren Aufbau und die plastische, praxisnahe Darstellung besticht.
Weit entfernt von jeder verschwiemelten Wohlfühlesoterik oder von guruhafter Geheimniskrämerei betont Brück, daß eine schamanische Weltauffassung keinesfalls etwas mit einer (in esoterischen Kreisen üblichen) Geringschätzung von wissenschaftlicher Erkenntnis und logischer Präzision zu tun hat; stattdessen legt er größten Wert auf die Einhaltung moderner Rationalitätsstandards. Entsprechend beginnt sein in drei Teile untergliedertes Buch mit einer erkenntnistheoretischen Fundierung des schamanischen Weltbildes, der man die philosophische Ausbildung des Autors anmerkt (ohne daß er jemals in einen Fachjargon verfällt). Sein Ausgangspunkt ist dabei die Skepsis des rational denkenden Lesers, der sich fragt, ob es sich bei der "Andersweltreise" nicht doch nur um ein rein psychologisch zu verstehendes Phänomen, eine "Phantasiereise" oder eine Art "Träumerei" handelt, die lediglich Aufschluß über die eigene Persönlichkeit oder allenfalls über "Archetypen" des Unterbewußtseins, keinesfalls aber über Phänomene aus der Realität liefert. Brücks Antwort ist ein klares, überzeugend begründetes Nein; die Andersweltreise führt wirklich in eine - freilich anders als die gewöhnliche Gegenstandswelt geartete - Realität, was er durch eine Darlegung seines (u.a. von der sprachanalytischen Philosophie geprägten) Realitätsbegriffs erläutert: Realität, wie wir sie im Alltagszustand wahrnehmen und für "wirklich" halten, ist nicht schlechthin gegeben, sondern beruht auf Konventionen wie dem "Wahrnehmungskonsens" bzw. der Öffentlichkeit der Wahrnehmung (andere sehen etwas annähernd genauso wie ich, wobei die Öffentlichkeit in manchen Fällen nur aus wenigen Fachleuten bestehen kann), der "Erinnerungskonstanz" (ein Gegenstand ist heute noch dort, wo er gestern war), der "Erinnerungsintensität" und der "sozialen Akzeptanz" von Vorstellungen innerhalb einer Gesellschaft.
Brück zeigt nun, daß alle diese Kriterien ebenso für das in der schamanischen Andersweltreise Erlebte gelten (auch das dabei Wahrgenommene hat, im Gegensatz etwa zu Traumbildern, eine Konstanz, die es z.B. erlaubt, immer wieder dieselben "Orte" zu besuchen) und daß unser eventueller Zweifel daran auf Kategorienverwechslungen beruht: Kategorien wie die der Kausalität, die mit der zeitlichen Sukzession untrennbar verbunden ist, werden - unzulässig verallgemeinert - auf Realitätsbereiche übertragen, in denen sie nicht gelten, da in der "Anderswelt" (man könnte auch sagen, der Welt der "Archetypen", wenn man diese nicht bewußtseinsimmanent auffaßt) alles gleichzeitig koexistiert und statt durch Kausalität durch "Sinnhaftigkeit" verbunden ist. Anders gesagt: Die Gegenstandswelt besteht aus "Dingen", die in Raum und Zeit kausal verknüpft sind, die Anderswelt bildet ein Muster aus erlebbaren Bedeutungszusammenhängen.
Ausgehend von solchen Vorüberlegungen erläutert Brück im zweiten Teil seines Buches, wie man sich selbst, etwa mit Hilfe einer Trommel oder der beigefügten CD, in den Zustand der schamanischen Reise versetzt, und grenzt seine auf exakten Forschungen beruhende Praxis von dem "anything goes" der Selbsterfahrungsgruppen ab, in denen ohne Beachtung der richtigen Technik nach Belieben getrommelt und gerasselt wird. Er erläutert die "Reiseklänge" und das "Reisewerkzeug" (insbesondere die "nordische Rahmentrommel", die sich von einer gewöhnlichen Rahmentrommel, etwa der irischen Bodhran, durch die angehängten "Rasselgegenstände" unterscheidet; näheres hierzu in seinem Buch "Schamanische Ritualmusik"), die richtigen - genau einzunehmenden - Körperhaltungen und den - für Mitteleuropäer empfohlenen - Gebrauch der Runen (die er in seinem Buch "Runen Leben" ausführlich behandelt).
Die Anknüpfung an die verschüttete europäische Tradition des Schamanismus ist ihm dabei von besonderer Wichtigkeit (nicht weil sie "besser" als andere Traditionen, sondern weil sie unsere eigene ist); von anderen Kulturen können und sollen wir dabei zwar lernen, aber dieses Lernen sollte auf die Wiederaneignung der eigenen Traditionen abzielen - nicht zuletzt auch deshalb, weil es nach der Verdrängung etwa der Indianer bzw. ihrer weitgehenden Ausrottung auch noch eine kulturelle Enteignung wäre, ihre Kulturtechniken einfach zu übernehmen. (Axel Brück leistete zu dieser Wiederaneignung der europäischen Tradition auch einen musikgeschichtlichen Beitrag, indem er das "Dord", ein dem Didgeridoo vergleichbares bronzezeitliches Instrument, rekonstruiert hat.)
Der dritte Teil seines Buches ist schließlich dem praktischen Nutzen der Andersweltreise und der Führung eines "schamanischen Lebensstils" in heutiger Zeit gewidmet ("Das haben wir davon").
Auch hier betont Brück die lebensbejahende, diesseitige Existenzweise des Schamanen, dem es nicht darum geht, sich zu kasteien und der Welt zugunsten eines Jenseits oder Nirwana zu entsagen; schamanische Techniken sollen auch niemanden zu einem Guru machen, sondern dazu verhelfen, ein möglichst glückliches und erfolgreiches Leben im "Hier und Jetzt" zu führen.
Und ein erster Schritt dazu kann dieses hervorragende Handbuch sein, weshalb ich es unbedingt empfehlen möchte.
Bestens zu empfehlen!!!, 1. Juni 2007
Wie unendlich bereichernd es für das eigene Leben sein kann, Zugang zu unserer eigenen schamanischen Kultur zu bekommen durfte und darf ich, zum Einen mit Hilfe und Anleitung durch Axel Brücks Sachbücher, aber auch durch einige wunderbar lehrreiche und tiefbewegende Workshoptage bei ihm zu diesen Themen erleben.
...mehr als fünf Sterne wert!!!, 24. Mai 2007
Ein super gelungenes Sachbuch des Autors Axel Brück, das sich ganz klar von den auf dem Markt befindlichen Büchern dieser Thematik durch tiefgründige Recherche unserer eigenen schamanischen Ursprünge und Traditionen abgrenzt. ...mehr als fünf Sterne wert!!!
Sachlich und inhaltlich überzeugend, 15. Mai 2007
Selten habe ich ein "esoterisches" Buch gelesen, das sachlich und inhaltlich so klar und überzeugend aufgebaut ist. Alle Informationen für die praktische Arbeit sind enthalten und auf sachlicher Ebene finden Fragen eine Antwort, die ich mir schon oft gestellt habe. Vor allem der Teil über die Realität der Anderswelt und des schamanischen Erlebens hat mir sehr viel gegeben.
Unbedingt lesenswert!
Sorry, dass ich hier(mal wieder) so gegen den Strich schwimme, 4. März 2007
Ich bekam das Buch(am 2. Februar) zu meinem Geburtstag und tut mir wirklich leid... Ich hatte mich zuvor schon etwas mit den Selbsthypnose-CDs von Werner Eberwein beschäftigt und mit dem rythmischen Trommeln auf der beiliegenden CD zu Axel Brücks Buch konnte ich wirklich so garnichts anfangen. So legte ich das Buch auch schon nach wenigen Seiten zur Seite, wie es mir leider oft geht.
Da ich häufig nicht weiss, was ich vorfinden werde, muss ich oft durch "Versuch und Irrtum" kaufen und ausprobieren.
Ich bin wohl der einzige, dem es so geht. So mein Schluss aus dem Lesen der Vorrezensionen.
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