Kundenmeinungen
Wo bist/bleibst du?, 7. Oktober 2008
Susan und Philip lieben sich, doch anstatt zusammen zu ziehen und eine gemeinsame Zukunft aufzubauen, sucht Susan ihr Glück in Honduras. Sie will den Menschen, die dort leben, helfen. Zwei Jahre lang schreiben die beiden sich und Philip kann es kaum erwarten sie wiederzusehen. Aber als er seine Geliebte am Flughafen abholen kommt, erfährt er, dass Susan nur für wenige Stunden bleibt. Sie will auch weiterhin in Honduras helfen, meint, dass sie dort gebraucht wird und auch hingehört. Philip bleibt nichts anderes übrig als auch die nächsten Jahre zu warten. Bis er es schließlich aufgibt und Mary heiratet.Viele Jahre hören Philip und Susan nichts voneinander, alles was bleibt, sind Erinnerungen einer gemeinsamen Kindheit. Doch dann steht Susans Tochter Lisa vor Philips Tür und stellt das Leben seiner Familie auf den Kopf... "Wo bist du?" ist eine wunderschöne Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Es gibt allerdings einige Punkte, die ich kritisieren möchte: Der Schreibstil des Autors ist nicht immer glatt, sodass man einige (wenige) Sätze perfektionieren sollte. So wusste ich z.B. bei einem Abschnitt nicht, von welcher Person nun die Rede sei (Lisa oder Mary?). Am Anfang des Buches wird über Wirbelstürme geschrieben als seien es Neugeborene, und ich dachte wirklich, es seien welche! Deshalb war ich ein wenig irritiert, als ich die ersten Seiten zu ende gelesen hatte und feststellte, dass es sich um Wirbelstürme handelte... Aber das sind Dinge, die nicht wirklich erwähnenswert sind. Viel mehr möchte ich den Aufbau der Geschichte ansprechen. Das Buch fängt damit an, dass sich Susan und Philip verabschieden, d.h. die Story beginnt sofort, ohne dass man als Leser Zeit hat, die Personen kennenzulernen, um später mit ihnen mit zu fiebern und/oder mitzuleiden. Und Susan war mir von Anfang an unsympathisch, was sicherlich daran liegt, dass ich sie nicht kenne und nicht verstehe, da mir ihre Gedanken und Gefühle nicht offenbart wurden. Überhaupt schien sie mir gefühlskalt und abweisend (was findet Philip nur an ihr?) und als ich erfuhr, dass sie noch länger in Honduras bleiben will, war ich sauer auf sie. Wie egoistisch! Ich war nur froh, dass Philip eine andere geheiratet hat.Noch mehr habe ich Susan allerdings gehasst, als sie ganz plötzlich in Philips Familienleben einbrach, indem sie ihm ihre Tochter schickte. Da kam mir nur eine Frage: Warum zerstört sie Philips Leben??? Andererseits lernt seine Familie Lisa lieben - auch wenn es am Anfang nicht ganz einfach ist - und es scheint, als hätte das Mädchen eine richtige Familie gefunden.Meiner Meinung nach hätte der Autor intensiver auf die einzelnen Personen eingehen sollen, sodass man nicht nur auf der Seite einer Person ist (so wie ich auf der Seite von Philip), sondern auch die anderen Personen und deren Handlungen versteht. Ungefähr die Hälfte des Buches befasst sich mit der Kommunikation zwischen Susan und Philip (Briefe, kurze Treffen und Gespräche etc.). In der zweiten Hälfte tritt Mary in den Vordergrund und die Beziehung zwischen ihr und Susans Tochter Lisa. Ganz plötzlich ist Philip nicht mehr so wichtig. Er wird nur nebenbei erwähnt, und dann auch nur im Zusammenhang mit Lisa. Das ist enttäuschend.Was mir besonders gut gefallen hat, sind die plötzlichen Wendungen. Bei einem solchen Buch könnte man so einiges erwarten, aber nicht SO was! Ich war wirklich überrascht. Auch wenn ab der zweiten Hälfte mehr oder weniger ein "Familienroman" beginnt und dies alles andere ist, als ich erwartet habe, war es schön zu lesen wie die Familie zusammen wächst und Mary und Lisa sich näher kommen. Dieser Roman ist angenehm zu lesen und für Zwischendurch, aber (leider) keiner von den Romanen, bei denen ich sagen würde: "Wow! Ein geniales Buch!" Deshalb würde ich es nicht denjenigen empfehlen, die einen herzergreifenden Liebesroman erwarten.
Ein kleiner Schatz, 2. Juni 2008
Ich hätte die Möglichkeit gehabt, zu diesem Buch an einer Leserunde teilzunehmen, aber wie das Schicksal es wollte, hatte ich dann doch keine Zeit. Zu meinem Glück, denn den Teilnehmern der Leserunde hat es größtenteils nicht gefallen und wahrscheinlich wäre das Buch in der Leserunde totgeredet worden, für meinen Geschmack zumindest. Stattdessen habe ich das Buch in insgesamt 4,5h Zugfahrt ausgelesen: Es hat mir wahnsinnig gut gefallen.Es ist irgendwie so ganz anders, als seine anderen Bücher. Mir gefällt die Schreibweise sehr gut und gerade am Anfang fand ich den Briefwechsel sehr schön. Vor Rührung standen mir auch manchmal die Tränen in den Augen. Die ständigen Wechsel der Erzählerperspektive von Gegenwart auf Vergangenheit sind sehr gewagt, aber perfekt eingesetzt. Marc Levy versteht was von seinem Handwerk. Nur Susan konnte ich nicht so viel Sympathie entgegebenbringen. Mir tat Philipp Leid... dieses Gefühl, sich nicht anmaßen zu können, böse und verletzt zu sein, wo doch Tausende andere ein schlimmeres Schicksal erleiden... es tat mir direkt selbst weh. Alles in allem ein leises, schönes Buch. Anders als die restlichen Bücher von Levy, aber nicht minder schön. Und selbst, wenn viele meine Meinung nicht teilen, weiß ich, dass ich einen Schatz entdeckt habe.
Gelungen!, 23. Juni 2007
Das Buch fing sehr komisch an, da es ständig zwischen den Zeiten hin und her springt und ich konnte mich zuerst überhaupt nicht mit dem Bch anfreunden, doch nach zwei, drei Kapiteln fing es sich und wurde bis zum Schluss noch sehr schön. Also für alle die nach den ersten Seiten aufgeben wollen, weiter lesen, denn es lohnt sich!!
Irgendwie merkwürdig, dieses Buch...., 10. Juni 2007
... das war mein Eindruck, nachdem ich es an nur einem Tag durchgelesen habe. Die große Schrift und nicht so viele Seiten machten dies möglich. Die Geschichte (ist ja bekannt, fasse ich daher nicht zusammen) ist schon irgendwie liebevoll. Wie Susans Tochter ins Leben von Philip und Mary integriert wird, mit all den Schwierigkeiten, die das mit sich bringt, ist schön erzählt und man taucht ein. Auch die Erlebnisse von Susan in Honduras sind packend und teils erschütternd. Die Charaktere Susan und Philip sind mir aber so ein bisschen auf die Nerven gegangen. Philip läuft ihr über so lange Zeit nach, dass man es kaum glauben kann, vor allem da Susan kein Sympathiebolzen ist. Man möchte Philip schütteln und sagen "Lass diese Frau, jag sie zum Teufel". Irgendwann macht er das dann ja auch, zumindest in der Praxis, denn vergessen hat er sie nie. Kann man nicht nachvollziehen, vor allem da seine Frau Mary eine wirklich gute ist. Aber wo die Liebe halt hinfällt... Das Ende war etwas merkwürdig, auch wenn man mit so was rechnen musste. Insgesamt eine gute, wenn auch keine grandiose, Unterhaltung für einen regnerischen Sonntag oder einen Tag am Meer.
Unerklärliche Liebe, 31. Mai 2007
Marc Levy Wo bist du ? Cora Verlag ISBN 3899413237Zunächst ist diese Geschichte , die als Briefroman beginnt, etwas langatmig und zuweilen auch langweilig. Im zweiten Teil aber beginnt eine für mich sehr fesselnde Familiengeschichte.Ein junges Paar, Philip und Susan, sind Studenten , die sich schon aus Kinderzeiten kennen. Sie lieben sich , aber Susan ist vom Helfersyndrom besessen: sie will nach Honduras, um dort Entwicklungshilfe zu leisten.So erleben wir sie beim Abschied auf dem Flughafen von Newark. Fortan sehen sich die beiden nur noch wenige Stunden im Jahr, wenn Susan auf dem Weg nach Washington einen Zwischenstop in New York einlegt.Philip bleibt in NY , um Werbefachmann zu werden. In ihren Briefen versichern sich die beiden ihrer Liebe , aber sie sind über die Zeiten der Trennung auch traurig und verzagt . Besonders Philip wird die Zeit des Wartens zu lang. Er heiratet schließlich Mary, eine Journalistin, die einen sehr liebenswerten und geduldigen Charakter hat.Sie bekommen einen Sohn, und als dieser fünf Jahre alt ist, taucht plötzlich eine Tochter von Susan, Lisa, bei ihnen auf. Sie ist neun Jahre alt , und in einer Art Vermächtnis vertraut Susan diese Tochter Philip und seiner Frau an, da sie selbst bereits tot sei, wenn sie diese Zeilen erreichten.Die Geschichte der Familie wird nun sehr fein und psychologisch gut beobachtet weitergesponnen. Lisa ist zunächst eine Exotin, wild und schwer erziehbar. Mary, Philips Frau, wird mit der Lage kaum fertig, zumal sie bemerkt, daß Philip durch die Tochter wieder sehr an Susan erinnert wird, sich immer mehr verschließt und die Ehe recht problematisch wird. Durch Marys Einfühlungsvermögen und Charakterstärke kann das Familienleben gerettet werden. Alle handelnden Personen sind mit ihren Zweifeln, ihrem Zögern und einer ausgeprägten Nachdenklichkeit durchaus realitätsnah, besonders Mary und Philip. Am wenigsten verständlich bleibt Susan mit ihrem lebenslänglichen Sozialeinsatz, dem sie alles persönliche Glück geopfert zu haben scheint.Der Schluß kam mir ein wenig irreal vor . Hier konstruiert Marc Levy eine Geschichte, wie man sie sich so nicht vorstellen kann. Mir fällt in diesem Zusammenhang auf, daß der Autor Schwierigkeiten hat,einen Roman mit einem schlüssigen Ende zu versehen. So finden sich in diesem Buch interessante und fesselnde Einblicke in ein Familienleben, wie es sicher viele von dieser Art gibt. Gewisse Schwächen aber beeinträchtigen gelegentlich das Lesevergügen.Insgesamt liest sich das Buch unterhaltsam und anregend.
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