Kundenmeinungen
fürchterliche Übersetzung brilliant gelesen!, 24. Januar 2008
Eins vorab: Gert Heidenreich liest herausragend. Er schafft es, mit einem scheinbar unerschöpflichen Stimmenpotential, den zahlreichen und individuellen Charakteren Leben einzuhauchen. Großartig!
Allerdings würde es mich interessieren, was die Leser Heidenreich und Höppner (leider 2006 verstorben) dachten, während sie die teilweise unglaublich missratene Übersetzung von W. Krege (leider 2005 verstorben) lesen mussten. Man merkt manchmal förmlich, wie die beiden versuchen, über einige grobe Übersetzungsfehler zügig hinwegzulesen. Das gelingt leider nur bedingt, denn die Mängel sind zu offensichtlich.
Durch alle drei Bände ziehen sich die Aussetzer des Wolfgang Krege. Da wird beispielsweise aus "Herrn Frodo" der "Chef" und der Zauberer Saruman versucht "seine eigene Firma aufzumachen mit seinem schmierigen weißen Logo". Schauderhaft!
Allem die Krone setzt aber auf, als Sam (nach Krege) bei der Heimkehr ins Auenland dem "Boss" (nicht mehr Oberst), anstatt in sein pickliges Gesicht zu schlagen, ihm "in die picklige Fresse (!!!) hauen" will. Unfassbar!
Da stellt sich die Frage, was einem Menschen durch den Kopf geht, wenn er ein Stück Weltliteratur auf solch eine Art und Weise zerstört. In mir kommt dann immer ein Gefühl auf, welches sich wohl mit "fremdschämen" bezeichnet lässt. Mir liegt sicher nichts daran, die Person des Herrn Krege in die Pfanne zu hauen und er hat sicherlich aus gutem Willen gehandelt, aber hier muss man eindeutig konstatieren, dass er mit diesem "Werk" kläglich gescheitert ist. Ich kann nur hoffen, dass jeder der sich entschließt das Buch zum ersten Mal zu lesen, wissentlich oder unwissentlich, die einzig ernstzunehmende Übersetzung von Margaret Carroux in die Hände bekommt und dass vielleicht eines Tages auch die Carroux-Übersetzung von Heidenreich gelesen und vertont wird.
Ergo: drei Sterne für Heidenreich.
Hervorragenden Lesung in wunderschöner Aufmachung, 8. Dezember 2007
Ja, der Abschluss des Herrn der Ringe hat es in sich und er ist auf ähnliche Weise zweigeteilt wie schon im zweiten Band; erstmal geht es nur um Pippin, Merry und den Rest der Gemeinschaft des Ringes, der zweite Teil ist dann hauptsächlich die Geschichte der Ringträger. Das ist nach heute üblicher Schreibweise ein bisschen seltsam, wird aber von den Fans gerne akzeptiert. Die Qualität der Herr der Ringe-Bücher ist natürlich eine alte Streitfrage. Einerseits kann die Spannung hier und da schon mal sehr abfallen, einiges an gestelzter Sprache ist auch nicht unbedingt das, was man immer brauchen kann. Andererseits hat die Geschichte von Tolkien so unglaublich viel Tiefe und die Welt ist so komplett, dass man sich auch beim Hören die ganze Zeit nur verneigen kann. Der Herr der Ringe hat eine Sonderstellung in der Literatur und sollte eigentlich jedem mal in die Hände gefallen sein.
Die Lesung von Gert Heidenreich ist genauso stark wie die der ersten beiden Hörbücher. Er hat das Werk seines Freundes zu einem wirklich überzeugenden Abschluss geführt. Das hat er vor allem durch seine große Neutralität geschafft. Heidenreich dient mit allem, was er stimmlich bieten kann, der Geschichte, und was könnte man Besseres über einen Vorleser sagen.
Zu dem außergewöhnlichen Buch und der hervorragenden Lesung kommt wieder eine wunderschöne Aufmachung und ein über siebzigseitiges Booklet. Das rundet dieses Hörbuch, genauso wie die ersten beiden, zu einem absoluten Muss. Keine Hörbuchsammlung ohne diesen Ringeherrn.
Wie erwartet ..., 16. Oktober 2007
Auch beim dritten Teil handelt es sich um die Krege-Übersetzung, was wieder oftmals kritisiert werden wird. Ich bin hier hin- und hergerissen. Ich lese abwechselt in der Krege- und in der Carroux-Übersetzung und finde, dass beide ihre Vor- und Nachteile haben. Ring-Einsteiger bevorzugen wohl eher die Krege-, Ring-Erfahrene eher die Carroux-Übersetzung. Man sollte der Diskussion über die beiden Übersetzungen nicht zu viel Aufmerksamkeit widmen.
Viele Interessenten stoßen über den Film auf das Hörbuch. Diese seien gewarnt. Man kann sich einen der drei Filme angucken ohne die beiden anderen zu kennen. Schließlich wollte man die Anzahl der Kinobesucher maximieren. Beim Buch ist das nicht so. Der HdR ist als ein Gesamtwerk bestehend aus 6 Büchern konzipiert, wobei die 6 Bücher eher den Charakter von Abschnitten haben. Je zwei wurden zu einem Teil zusammengefasst. Deshalb wird der HdR häufig fälschlicherweise auch als Trilogie bezeichnet. Entscheidend ist, dass die 6 Bücher Abschnitte eines Gesamtwerks darstellen, und zwar ohne Einleitung für die einzelnen Bücher. Wer also irgendwo einsteigt, beginnt ein Buch in der Mitte. Man sollte deshalb besser mit dem ersten Teil beginnen.
Natürlich gibt es auch für den dritten Teil wieder 5 Sterne. Warum sollte Gert Heidenreich den dritten Teil auch schlechter lesen als den zweiten. Die Geschichte hat sowieso 5 Sterne verdient. Das Hörbuch mit einem glänzend aufgelegten Heidenreich ist ein echtes Erlebnis, das sich keiner entgehen lassen sollte.
Am Ende noch eine kleine Anmerkung: Der dritte Teil umfasst 13 CDs, nicht wie von Amazon angegeben 14.
Tolle Lesung, 9. Oktober 2007
Ich habe mit Spannung die Lesung gehört, da es bereits etwas her ist, dass ich die Bücher gelesen hatte.
Heidenreich liest auch hier wieder sehr gut. Ich finde es sehr angenehm ihm zuzuhören und ich kann ihm gut folgen.
Leider ist natürlich auch hier die Krege Übersetzung herangezogen worden, was ich als kleinen Kritikpunkt anmerke.
Als weiteren Kritikpunkt möchte ich gerne erwähnen, dass in der englischen Ausgabe der Lesung die Anhänge mitgelesen wurden, was bei der dt Übersetzung leider nicht der Fall ist. Diese sind in der original Lesung nochmal eine ganze CD lang. Daher nur 4 statt 5 Punkte.
Aber definitiv dennoch weiterzuempfehlen.
Gewohnt phantastisch!, 30. September 2007
Es war abzusehen: Der dritte Teil der Lesung verdient ebenfalls 5 Sterne! Gert Heidenreich hält auch hier die Qualität der Sprache und der Emotionen hoch. Einziger Kritikpunkt: Manchmal liest er ein wenig atemlos, vor allem zu Beginn; es mag so scheinen, als wolle er schnell fertigwerden mit der grossen Aufgabe...
Nun ist die Trologie also komplett, und keine Zeile ist verloren gegangen! Vor allem bei Büchern, deren Fangemeinde so eng mit dem Werk verbunden ist und deren Texte von vielen regelrecht verinnerlicht werden, ist es ärgerlich, einer gekürzten Version zuhören zu müssen. Textlücken machen den Genuss holprig. Deshalb gebührt auch dem Verlag ein Dank, dass er das Wagnis der dreigeteilten Auflage fortgeführt hat. Es sind immerhin 45 CDs mit 3400 Minuten Laufzeit, das braucht bei den Lesern wie beim Publikum Durchhaltevermögen. Aber es lohnt sich jede Minute! Und vielleicht wird es irgenwann einmal eine Lesung der Übersetzung von Margaret Carroux geben, um alle Fans zufrieden zu stellen.
|