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Christopher Hitchens: Der Herr ist kein Hirte

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Der Herr ist kein Hirte

von Christopher Hitchens

Blessing

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Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Herbe Religionskritik und Forderung nach säkularisierender Menschlichkeit , 16. Januar 2008

Viele neue Buch Neuerscheinungen der letzten Jahre,insbesondere auf dem deutschen Buchmarkt, beschäftigen sich mit dem Thema Religion und diese Bücher liegen weit oben auf den Bestsellerlisten. Erleben wir eine Wiederkehr des Religiösen? Wenn man sich berechtigterweise diese Frage stellen darf, dann muss der aufgeklärte Zeitgenosse sich bei der Lektüre von Der Herr ist kein Hirte" doch eher Sorgen machen.

Der anglo - amerikanische Autor, Publizist und Literaturkritiker, mit Wohnsitz in Washington, ehemaliger Trotzkist und Kolumnist der dem linken Spektrum zugehörenden Zeitschrift The Nation" warnt auf eine äußerst provokante Weise vor der Macht des Glaubens, die viele Mitmenschen, die gläubig sind maßlos ärgern wird. Nach dem 11. September 2001 hat er dann verstärkt Kritik an der Linken geübt, stellte sich auf die Seite der Neokonservativen, unterstütze den zweiten Irakkrieg, weil er seiner Meinung nach den Feminismus, die liberale Demokratie und die Werte des Säkularismus verteidigte.

Für seinen Atheismus und seinen Antitheismus ist Hitchens bekannt, erregte in Schrift und Wort mit scharfen Attacken gegen Vertreter des religiösen Lebens Aufsehen. In seinem neuesten Buch "God is not Great" in deutscher Übersetzung "Der Herr ist kein Hirte" , bezeichnet er die Religion als eine "Erbsünde", fordert die Befreiung von der "geistigen Sklaverei der Religion" und plädiert Glasscherben scharf für eine neue Aufklärung, die für jeden Durchschnittsmenschen erreichbar sein soll. Der Glaube an Gott selbst wird von ihm scharfzüngig zur Disposition gestellt. Er hält die Religionen der Welt im politischen Geschehen für ein Unglück, weil sie seiner Überzeugung nach "gewaltsam, intolerant und irrational" sind. Seiner Meinung nach sind sie eine Mischung aus zur Schau getragener Frömmigkeit und übertriebenem Stammeszugehörigkeitsgefühl.

Auch in Deutschland ist scheinbar eine konfessionelle Bindung nicht mehr sehr gefragt und verbreitet, man hat sich seine "Privatreligion" patchworkförmig zusammengechristelt. Doch hier ist eine gewisse Ambivalenz erkennbar, denn die Sehnsucht boomt, die Kirche schrumpft. Die Empirie sagt uns, dass viele der Gläubigen, egal ob sie nun Mitglieder der Kirche sind oder nicht, mit der Orthodoxie und mit der Vorstellung eines klaren Wahrheitsbegriffs wenig anfangen können. Hierin liegt auch ein Grund, dass die Identifikation mit den Kirchen nachlässt. Wir haben so etwas wie eine neue Konkordanz, ein Milieu des Christentums, das auch für die christliche Lehre ist, aber nicht mehr dazu bereit ist diese Unterscheidung und Dogmatik mitzumachen.

Christopher Hitchens unterstreicht, dass es ein Streben der Menschen gibt, sich in einfache Verhältnisse zurück zu ziehen. Dem kann auch ich zustimmen, denn die Hinwendung zum Fundamentalismus, ob Evangelikal oder Orthodoxie, heißt ja, man hat ganz klare Vorstellungen davon, was gut und böse ist, was Gott ist, was heilig ist.

Hitchens geht es mehr um die Religionen der Welt und er glaubt an die Kraft wissenschaftlicher Lektüre und vertritt in seinem Buch vier für ihn relevante Postulate:
Religionen haben die Schöpfungsgeschichten über die Menschen und die Ursprünge des Weltalls nachweislich falsch dargestellt. Dabei kann er die Skepsis gegenüber der Darwinschen Evolutionstheorie ebenso wenig verstehen, wie den Versuch die alttestamentarische Schöpfungslehre, den Kreationismus, also das besonders in den USA verbreitete Festhalten an der wörtlichen Auslegung der biblischen Schöpfungsgeschichte in den Biologieunterricht der Schulen einzubringen. Er argumentiert ferner, dass Religionen ungerechtfertigter Weise von ihren Gläubigen ein ausgeprägtes devotes Verhalten mit auffälliger Selbstsüchtigkeit erwarteten. Er protestiert insbesondere dagegen, dass verschiedene Glaubensrichtungen das Fundament für risikoreiche sexuelle Unterjochung bilden. Schließlich kritisiert er, dass alle Religionen auf Illusionen basieren und weil er sie für eine Erbsünde hält werden alle Glaubensrichtungen, ob jüdisch, islamisch, christlich oder fernöstlich mit beißendem, verletzendem Spott überzogen.

Ob Christopher Hitchens, der häufig auch als "liberaler Falke" bezeichnet wird, mit seinen zum Teil gewagten Thesen Recht hat, mag dahin gestellt sein. Man sollte sich mit ihnen auseinandersetzen und die unterschiedlichen Denkansätze einer kritischen Prüfung unterziehen. Ein sehr nachdenkenswertes Buch, bei dessen Einschätzung man durchaus eine gespaltene Haltung einnehmen kann. Hitchens ist fraglos einer der genialsten Journalisten unserer Zeit, aber bei allen Empfindungen, Verflechtungen, Irrwegen und Ebenen kann auch er gewisse Ambivalenzen nicht vermeiden.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  "Kick them when they are down" - von der Erbfolge in der Ideologiegeschichte, 14. Januar 2008

Die Lektüre ist trotz der Schwerfälligkeit der Darstellung und dem historischen Eklektizismus der Methode aus zwei Gründen aufschlußreich: Erstens bietet sie einen vielfältigen, anschaulichen Einblick in atheistisches Denken. Genau die Intoleranz, Borniertheit und Anmaßung, die früher von der christlichen Kirche und heute noch von weiten Teilen des Islam gegenüber "Ungläubigen" an den Tag gelegt werden, zeigen mit dem zunehmenden Erwachen von überindividuellen nichtreligiösen Strömungen auch Atheisten. Daher - und das ist der zweite Grund - ist der aggressive, bekehren wollende Atheismus Teil des Phänomens, das das vorliegende Buch beschreibt. Das zeigt sich etwa daran, daß er sich schon in seiner Selbstbezeichnung nur über seine Gegner definieren kann und diese sogar bei Bedarf aus der Mottenkiste der Geschichte hervorzerren muß. Er ruht nicht in sich als positives Verhältnis von Mensch zu Schöpfung, sondern er ist "Nicht-Religion" insoweit, daß er Gott nicht ertragen kann. Er entzündet sich am Glauben anderer Menschen, denen er alles Böse in der Welt zuschreibt, ungeachtet der Tatsache, daß die Massenmörder des 20. Jhds. zumeist enthemmte Atheisten waren.

Die Bewertung ist natürlich eine Gretchenfrage; was gebt ihr Tageslohn für Dinge, die nicht sättigen? Atheisten, die immer neuen Nährstoff für ihren Haß auf Gläubige suchen, sind wohl besser bedient als ich. Bei mir gibt es nur einen Stern: Der Ansatz, Gläubige als vorsätzlich dumm und böse hinzustellen, ihnen gleichsam alles Unheil der Weltgeschichte anzuhängen, während der Atheismus allein selig mache, ist nicht nur überheblich, sondern auch gemeingefährlich. Er nährt eine ganz unhumanistische Intoleranz und birgt den Sprengstoff zu künftigen Eskalationen.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  sehr gutes buch, 22. Dezember 2007

Endlich, es wurde auch Zeit, daß wir, ich meine uns Religionsgegner, wieder ein Forum haben. Man darf nicht vergessen, die Masse ist immer noch klerikal, die Kleriker haben auch immer noch starken und natürlich verdummenden Kultureinfluß. In Bayern beherrschen sie alles.
RELIGION IST GIFT FÜR DAS LEBEN!!
Ich habe selber sehr schlechte Erfahrungen mit Kirche gemacht. Als Jugendlicher forderte ich Beweise vom Pfaffen, er hat sie verweigert. Die Kirche hat in meiner Jugend die ganze Palette von Verdummung abgezogen bis zur sexuellen Belästigung. Pfui!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Dieses Buch verlangt Arbeit, 22. Dezember 2007

Ich habe das Buch aus Interesse am Thema gelesen und habe lange gebraucht, mich da "durchzukämpfen". Das liegt daran, daß der Author an sehr vielen Stellen Fremdwörter einfließen läßt, die er als bekannt voraussetzt. Leider gibt es kein Glossar, so daß ein Fremdwörterbuch bzw. Wikipedia immer griffbereit sein sollte. Ich fand das sehr ermüdend. parallel dazu führt er zig Personen und geschichtliche Ereignisse auf, von denen ich teilweise nie etwas gehört hatte. Dies macht auf mich den Eindruck eines abgehobenen Fachbuchs für Leute, die in diese Richtung studiert haben. Dabei sind die aufgeworfenen Fragen doch so spannend, daß sie einen viel größeren Leserkreis verdient haben. Ich wünschte mir, daß der Author viel mehr Zusammenhänge erklärt und nicht als bekannt vorausgesetzt hätte.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Eine bitter notwendige Polemik..., 12. November 2007

... gegen alle Erscheinungsformen der Religion und darüber, welche Verwüstungen sie an und in den Menschen angerichtet haben und immer noch anrichten. Bei aller Zustimmung zur Religionskritik von Hitchens im Einzelnen (und ähnlich der von Dawkins) bin ich dennoch der Meinung, dass man die Kirche im Dorf lassen sollte: Es gibt Menschen von höchsten ethischen und intellektuellen Standards, die Christen, Mohammedaner oder Hindus sind, ebenso wie es Mörder, Verbrecher und Dumpfbacken gibt, die völlig areligiös sind. Umgekehrt gilt das Gleiche.

Somit ist es aber auch nicht richtig, dass die Religion an allem schuld ist, was in der Welt an Bösem passiert. Ich bin eher der Meinung, dass das Böse auch ohne die Religion in der Welt vorhanden ist. Der Mensch ist - wie Dawkins es beschreibt - aus vielen Gründen dafür disponiert und anfällig, irrationalen Lehren zu glauben und zu folgen. Somit ist es auch kein Wunder, dass macht-, ruhm-, blut- oder geldrünstige Menschen sich dies zu Nutze gemacht und missbraucht haben. Dann ist das Böse aber weniger eine Folge von Religion als Religion eine Form ist, in der sich das Böse manifestieren kann. Dies sollte man wissen, um nicht bei aller berechtigten Kritik an Religion und insbesondere an religiösen Menschen plötzlich falsche Allianzen zu schmieden.




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