Kundenmeinungen
graziler aufbau, miserabler schluss, 3. Februar 2008
Die ersten Seiten des Buches sind langweilig und aufgesetzt, aber dann nimmt es stark an Fahrt auf und es reisst den Leser mit. Plötzlich wird die Konstruktion, über die Beschreibung aller Personen die Geschichte zu erzählen, zu einem wirkungsvollen Geniestreich. Erst am Schluss begreift der Leser, dass er hier offensichtlich Fahndungsakten zu lesen bekommt (gebe es doch nur mehr solcher Literaten unter den Kommissaren!!). Am Ende aber wird der Fall in typisch deutscher Manier gelöst. Das brutale und widerliche Verbrechen wurde von einem Gekränkten, einem Gequälten, einem Hilflosen begangen. Wieder einmal der Täter als Opfer. Ich kann es nicht mehr hören! Es macht bei dieser Geschichte auch überhaupt keinen Sinn. Diese Art von Delikt und seine Motivation passen überhaupt nicht zusammen. Der Täter hätte niemals so geplant und hinterhältig vorgehen können, wenn er dem Profil der Autorin entsprechen würde. Mindestens der Mord an der Haushaltshilfe ist völlig unlogisch.
Kein Krimi - Aber ein spannendes Drama!, 27. Januar 2008
Gut,als ich anfing Tannöd zu lesen, dachte ich ja das es sich um einen Krimi handeln würde. Mir war aber schon nach wenigen Seiten klar das es sich um ein wahrhaftiges Nachkriegsdrama handelt.
Ein kleines Dorf im Nachkriegsdeutschland auf dem Land. In Bayern. Auf einem abgelegenen Hof wird die komplette Familie Danner samt Magd brutalst ermordet.
In den einzelnen Kapiteln wird mehr und mehr von den Danners und von den Dorfbewohnern preisgegeben. Was sich wann wie zugetragen hat und wer in wie weit vom Tod der Danners Was, wußte .... es wird viel vermutet! Ja so ists halt aufm Dorf. Es wird viel geredet, viel spekuliert. Aufm Dorf halt. In Bayern.
Sehr interessanter Schreibstil, gut konstruiert mit absolutem Spannungsbogen. Ich hab das Ende zwar schon früh kommen sehen aber nichts desto trotz war es sehr spannend dem Drama der Danners zu folgen.
Unfasslich, 25. Januar 2008
Unfasslich. Ich komme mir veralbert vor. Das ist alles mögliche, nur kein Kriminalroman. Die Leute, die dem Machwerk den Deutschen Krimipreis verliehen müssen wohl allesamt auf einem anderen Planeten wohnen. Das Buch verdient den Namen nicht.
Öde, 22. Januar 2008
Der Aufbau des Buches ist recht ungewöhnlich und wohl auch der Grund für den Buchpreis. Allerdings schafft es die Autorin nicht den grausamen Mordfall spannend aufzubereiten. Man liest sich Kapitel für Kapitel durch, erhofft das es irgendwann mal spannend wird, kommt aber vorher auf Seite 111 und an dem Ende der Geschichte an.
Fazit: Die Hahnhofssage über den Bauernhof meines Großvaters liest sich spannender. Man(n) bzw. Frau hätte mehr aus dieser Geschichte machen können.
Langweilig aber tapfer!, 20. Januar 2008
Ziert ein dicker roter Aufkleber mit 'Deutscher Krimi Preis 2007 1. Platz' einen Buchdeckel, ertappt man sich schnell dabei doch mal kurz hinten drüber zu lesen und zu kaufen, was angeblich so lesenswert ist. So erging es auch mir.
Das Buch enttäuschte dann jedoch beim Lesen auf ganzer Länge.
So erzeugt der Aufbau und die Struktur des schmalen Büchleins keinen Funken Spannung. Aussagen verschiedener Dorfbewohner wechseln sich mit kurzen Kapiteln aus Sicht eines allwissenden Erzählers ab, der den Mörder begleitet.
Bis zum Ende webt die Autorin ein Netz aus unterschiedlichen Ansichten und Stellungnahmen zum Fall, die diesen bis zur völligen Ermüdung des Lesers porträtieren. Denn schon recht zu Beginn ist 1. klar, dass die Familie als ein seltsamer Haufen Eigenbrödler angesehen ist und von keinem aus der Dorfgemeinschaft sonderlich gemocht wird und 2. erfährt man auch da schon über die innerfamiliären Sonderlichkeiten, wie z.B. die ominöse Beziehung zwischen Vater und Tochter, die im Dorf allen bekannt sind.
Die nächsten 100 Seiten muss man sich als eine ewige Wiederholung dieser Aspekt aus unterschiedlichen Perspektiven vorstellen, ohne dass dabei noch wesentliche neue Erkenntnis bezüglich der Familie Danner ans Tageslicht kommen. Gähn.
Dann ein kleiner, aber wenig gelungener Versuch der Autorin den Verdacht des Lesers auf einen Dieb und Hausierer zu lenken, von dem gesagt wird, dass er die Familie, die zu damaligen Verhältnissen durchaus nicht als arm bezeichnet werden kann, als seinen persönlichen Spartstrumpf für Notzeiten betrachtet und ihr alsbald einen 'Besuch' abstatten möchte.
Die Lösung, dass dieser auch der Mörder ist, ist jedoch zu naheliegend, als das sie stimmen könnte und als das ein zumindest mittelmäßig intelligenter Leser darauf hereinfallen würde.
Wirklich Spannung kommt also auch an dieser Stelle nicht auf.
Die ganze Zeit wartet man also auf den Wendepunkt im Buch, an dem endlich die erschreckende, unerwartete und absurde Auflösung kommt.
Leider bleibt dieser Punkt gänzlich aus.
Und der junge Mann, der schlussendlich als der Mörder offenbart wird, konnte, zumindest im Nachhinein, wenn nicht, durch einen erfahrenen Krimi-Leser, schon während des ganzen Buches als Täter erahnt werden.
Spannung - Fehlanzeige.
Langweile, ist also das erste Wort, was mir nach dem Lesen in den Kopf kam. Dann 'tapfer', weil die Autorin, während des ganzen Buches immer ihren Schreibstil bewahrt und mit den bayrischen Besonderheiten in der Sprache eine große Glaubwürdigkeit in Bezug auf realitätsnahe Zeugenaussagen herstellt.
Des Weiteren erstellt sie ein durchaus realistisches Porträit einer Dorfgemeinschaft, in der man sich zwischen Lüge und Wahrheit alles erzählt und jeder von jedem weiß.
Deshalb noch 3 Sterne.
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