Kundenmeinungen
Anspruch und Wirklichkeit klaffen meilenweit auseinander, 18. Januar 2008
Dieses Buch ist keine "Geschichte von fast allem", sondern allenfalls eine Sammlung von Geschichtchen, Anekdoten und Skurrilitäten aus dem Leben bedeutender Naturwissenschaftler, deren Leistungen Bryson jedoch entweder nicht verstanden hat oder nicht zu erklären versteht (ähnlich schlecht wie Kehlmanns "Vermessung der Welt"). Dort, wo es kompliziert wird, kneift Bryson mit Formulierungen wie "Um das zu verstehen, muss man erst mal ein paar Physikkurse an der Abendschule buchen". Wenn das kein Armutszeugnis ist für einen, der den Anspruch auf Wissenschaftsjournalismus erhebt!
Stattdessen gibt Bryson uns vollkommen überflüssige bzw. banale Informationen: z.B., dass "ein typisches Atom einen Durchmesser von 0,00000008 Zentimetern hat und damit wirklich sehr klein ist", oder dass die Erde 6 Milliarden Billionen Tonnen "wiegt". Was "wiegen" in diesem Zusammenhang eigentlich bedeutet, sagt er uns allerdings nicht, im Gegenteil steht auf einer Fußnote der Seite davor, dass das Gewicht eines Körpers von seiner Entfernung und der Masse eines anderen Körpers abhängt. Bryson erzählt uns weiter, dass der Wissenschaftler Mitchell dieses Gewicht der Erde mit einem Gerät ermittelt hat, das einer Bodybuilding-Maschine ähnlich sah. Gut, aber wie die Messung mit dieser Maschine funktionierte, darüber schweigt Bryson, er macht nicht einmal einen Ansatz zu einer Erklärung.
So geht es das ganze Buch hindurch. Zu einem tieferen Verständnis unserer Welt trägt der Autor damit nicht bei. Im Gegenteil steht zu befürchten, dass er dem unbedarften Leser das Gefühl gibt, Naturwissenschaft sei nur etwas für weltfremde Genies und Käuze.
Im empfehle jedem, dieses Buch so schnell wie möglich wegzulegen - die Lektüre ist verschwendete Zeit - und stattdessen Hoimar von Ditfurths "Am Anfang war der Wasserstoff" (oder jedes andere Buch von ihm) zu lesen. Dort findet sich auf jeder Seite so viel von verständlich gemachter Naturwissenschaft wie bei Bryson in dem ganzen Buch. Dass die Kommentatoren großer Wissenschaftszeitschriften dieses Buch hochgelobt und es in die Bestsellerlisten gepusht haben, ist mir unverständlich.
Tolles, amüsantes Buch!, 16. Januar 2008
Ich gebe zu dass ich in meinem ganzen Leben(immerhin 19 Jahre) erst ein Buch ganz gelesen habe und dass auch nur weil wir in der Schule einen Aufsatz darüber geschrieben haben...ansonsten lese ich höchst selten...
aber mir war einfach mal danach zu lesen und so schaute ich bei amazon was mich interessiert und bestellte mir dieses Buch. Ich muss sagen: Zum ersten mal lese ich ein Buch ganz aus eigenem Antrieb und Lust. Es macht einfach spaß und man lernt viel über die Welt und die Menschen und....ja über alles und jeden eigntlich(deshalb heißt das Buch ja auch so).
Mir gefällt es sehr gut und ich lese seit einigen Tagen regelmäßig ein bisschen darin so dass meine Mutter schon denkt ich bin krank oder so:-) weil ich sonst nie lese.
Klasse Buch!
Eine gelungene Melange, 4. Januar 2008
Es ist nicht leicht, den Spagat zwischen seriösem Wissenschaftsjournalismus und einer lockeren Schreibe zu finden. Bryson gelingt dies jedoch wunderbar, das Buch lässt sich zügig durchlesen, und man nimmt wirklich etwas mit. Etwas ermüdend wird es jedoch manchmal, wenn er sich in der detail-und marottenverliebten Beschreibung einzelner Wissenschaftler ergeht.
eine geschichte, weder roman, noch lehrbuch, 6. Dezember 2007
Brysons "Eine kurze Geschichte von fast allem" kann man nur empfehlen. Die kurzweilige Zusammenstellung derjenigen Momente der Menschheitsgeschichte, als irgendwas von irgendwem entdeckt wurde, liest sich so flüssig wie ein großartiger Roman und wenn die Daten nicht real wären, wär es vielleicht sogar einer geworden.
Im Mittelpunkt steht eigentlich weniger das "Was" der Entdeckungen, sondern mehr das "Wie" und das "Wer". Bryson will nicht den gesamten Schulstoff der Naturwissenschaften in einem einzigen Buch wiedergeben, sondern erzählen, wie man eigentlich all die Dinge entdeckt hat, die wir in der Schule lernen dürfen / lernen durften. Oder, um auf das Beispiel auf der Buchrückseite Bezug zu nehmen: Es interessiert weniger, wie schwer die Erde wirklich ist. Vielmehr wird in dem Buch der lange Weg nachgezeichnet, der nötig war, um das Gewicht bestimmen zu können.
Thematisch dürfte das Buch so ziemlich alle Naturwissenschaften betrachten: Physik, Biologie, Chemie, Geographie, Geologie, Astronomie, ...
Dazu stellt Bryson eine Menge an mehr oder weniger wichtigen Leuten vor, die alle irgendwann mal was mit der Materie zu tun hatten. Dabei zeigen sich leider zwei Schwächen. Zum einen wechseln die Namen manchmal derart schnell, dass man leicht den Überblick verliert, zum anderen ist das europäische Festland mit relativ wenigen Geistesgrößen vertreten, wohingegen England und Amerika umso mehr Präsenz zeigen dürfen. Aber das liegt eben daran, dass Bryson selbst Amerikaner ist und eben die englische Quellliteratur gelesen hat. Welcher Deutsche würde ein Buch über die Entdeckung der Welt schreiben und dafür indische Quellen zitieren?
Das Buch ist eine unbedingte Empfehlung für alle, die Lust auf was Neues, völlig Anderes haben. Und es eignet sich auch sehr gut dazu, sich an die eigene Schulzeit zurückzuerinnern.
Auflistung wichtiger Personen, 1. Dezember 2007
Im allgemeinen lese ich gerne "einfach" gehaltene , unterhaltene Sachbücher, die auch ein wenig ins Detail gehen. Doch irgendwie kam es mir bei dem Buch so vor, als wenn nicht die wissenschaftlichen Aspekte an sich wichtig sind, sondern primär die Personen die damit zu tun hatten.
Also alles in allem würde ich mir dieses Buch nicht noch einmal kaufen...
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