Kundenmeinungen
Phänomen, 22. April 2008
Zum Inhalt der Story haben die anderen Rezensenten schon alles gesagt. Ich möchte auf Mario Adorf als Vorleser eingehen. Anfangs dachte ich, wie ist das möglich, dass ein Hörbuchverlag bei der Aufnahme eines Textes so viele Nuschler durchgehen lässt. Doch dann, wenn man sich an Adorfs Lesestil gewöhnt hat, wird der Nachteil zum Vorteil. Adorf "wird" Schmidt beim Lesen - und Schmidt ist ein Typ, der vermutlich auch beim Sprechen nuschelt. Also passt es. Sehr empfehlenswert ist auch der Film zum Buch, der, nebenbei, eine geniale Filmmusik hat.Doch noch ein paar Worte zur Geschichte: "Schmidt" ist eine exzellent geschriebene Story über einen alten (einst erfolgreichen), verwitweten Mann, der seine Macht und seine Kräfte schwinden sieht. Er versucht noch dies und das, findet aber nirgends mehr wirklich Halt. Ja, so ist das wohl, am Ende des Lebens, wenn die Seelenverwandten sterben und man weiß, dass Neues sich nicht mehr aufbauen lässt, weil man schon zu müde ist. Man irrt noch ein wenig herum und weiss nicht mehr so recht, was man eigentlich noch soll auf der Welt. Da hilft dann, wie so oft, nur noch der Humor. Und den hat Begleys "Schmidt" glücklicherweise.
Hier ist die Story der Star., 7. Februar 2008
Louis Begleys "Schmidt" ist ein außergewöhnlich guter Lesestoff. Der New Yorker Anwalt Schmidt ist im Ruhestand und will sein Leben neu ordnen. Seine Frau ist verstorben, seine Tochter will einen jungen Anwalt aus der Kanzlei heiraten, bei der Schmidt gearbeitet hat. Irgendwie passt ihm das nicht, aber er ist nicht in der Lage seiner Umwelt seine Gefühle mitzuteilen. So tapst "Schmidti", wie ihn seine Freunde nennen dürfen, von einer persönlichen Krise in die nächste und eckt vor allem bei der Familie seines zukünftigen Schwiegersohns an.Dann lernt er Carrie kennen, eine Kellnerin aus dem Lokal, in dem Schmidt immer diniert. Mit Carrie gibt es wieder eine Beziehung und auch Sex. Aber Carrie bringt auch "Den Mann" und ihren Liebhaber Brian mit. Ab da wird Schmidts Leben ein klein wenig komplizierter.Begley hat seinen Roman wunderbar formuliert. Die Story strotzt vor herrlichen Begebenheiten und Mario Adorf liest die fatalistischen Seiten des Schmidt facettenreich und mit Herz. Auch wenn er hier und da ein wenig nuschelt. Es stört zwar, dass die Hörbuchfassung gekürzt ist, nichtsdestotrotz ist der Hörspaß desssen, was man geboten bekommt, ungebrochen.Für einen wirklich fairen Preis ein guter Hörbuchspaß.
Ein Rentner fängt neu an, 31. Januar 2008
Louis Begley ist 1933 in Stryi in Polen geboren, ist mein seinen Eltern nach New York ausgewandert und machte als Rechtsanwalt Karriere. Mit 57 hat er dann seinen ersten Roman geschrieben, welcher als literarische Sensation gefeiert wurde. Begley gilt heute als einer der wichtigsten amerikanischen Autoren der Gegenwart.Die Handlung:Schmidt, d.h. Albert Schmidt muss nach dem man ihn als Anwalt in Pension geschickt hat, neu anfangen und nun beginnt ein wirklich rührender, leidenschaftlich und komischer Roman mit vielen Schmunzeleinheiten.Mario Adorf ist der ideale Vorleser für die Geschichte. Er trifft immer den richtigen Ton und man hat das Gefühl er verwandelt sich in Schmidt. Damit zieht er den Zuhörer geschickt auf die Seite des manchmal unleidlichen, zutieft menschlichen Helden. Ich kann dieses Hörbuch sehr empfehlen.
Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit..., 10. Januar 2008
Schmidt ist alt, einsam und ziellos. Nach dem Tod seiner Frau und dem Umstand, dass er nach seiner Pensionierung in der Kanzlei nicht mehr benötigt wird, ist er seiner tagtäglichen Routine beraubt und verloren in einer Welt die er (und die ihn) nicht mehr versteht. Seine Wertmaßstäbe an Etikette und Umgang sind zu antiquiert für die jungen Leute und ohne seine Frau fehlt ihm der gesellschaftliche Anschluss an Menschen seines Alters. Die Sehnsucht nach dem gewohnt geborgenen Familienleben äußert sich in der Liebe zu seiner Tochter, die sich jedoch ihrerseits gerade von eben diesem Leben abgenabelt hat und die Hochzeit mit einem jungen Mann plant, der Schmidt genauso wenig gefällt, wie dessen Familie. Zu allem Überfluss scheint sie in erster Linie darauf bedacht zu sein, möglichsten großen finanziellen Nutzen aus ihrem Vater zu schlagen, während er sich ohnehin schon damit plagt, seinen Lebensstiel einschränken zu müssen. Eine junge Frau, die ihm unerwartet in den Schoß fällt, verschafft ihm einige Freude, löst aber auch neue Komplikationen aus.Unzufrieden und nörglerisch brummelt sich Schmidt durch sein Leben und gibt für den Zuhörer dabei eine tragisch-komische Figur ab. Die episodenhaft beschriebenen Alltagssituationen halten beeindruckend die Balance zwischen Schwermut und einem gewissen absurden Witz. Der Autor beweist ein beeindruckendes Gespür dafür das ernsthafte Thema unterhaltsam zu verpacken ohne zu banalisieren. Die Hörbuch Version ist ordentlich. Mario Adorf erweißt sich als guter Vorleser. Die etwas nuschelnde und brummelige Stimme passt sehr gut zur Hauptperson. Die Kürzungen des Romans sind akzeptabel. Bei dem ohnehin episodenhaften Erzählstiel, ist ein Verlust des Erzählflusses kaum zu bemängeln, allerdings ist manch ein Handlungssprung doch etwas groß ausgefallen.
Gewöhnungsbedürftig, aber..., 24. November 2007
....eine tolle Geschichte. Ich muß sagen, ich hatte am Anfang Schwierigkeiten Mario Adorf zu zuhören. Es ist, als ob er manchmal so vor sich hinnuschelt. Was allerdings wieder zu der Hauptfigur der Geschichte, Schmittie, passt. Und, man gewöhnt sich nach einer Zeit daran. Für den Preis, ein Hörbuch zu einer guten Story....ja, das sollte mach sich nicht entgehenlassen.
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