Kundenmeinungen
Religionskritik für KinderAlös, 30. November 2008
Als ich das Buch in seiner Rohfassung(Bleistift und eingeklebten Texten) sah, war ich schon begeistert. Die Kolorierung ist wunderbar gelungen. Und insgesamt zu dem Buch: ein wunderbar modernes, intelligentes und kindgerechtes Geschichtchen für aufzuklärende Kinder. Fragt sich nur, ob Kinder von gottesfürchtigen Eltern dieses Buch zu Gesicht bekommen werden...
Religion, männlich, 28. November 2008
Also so was! Ein Kinderbuch von Männern über Männer, Frauen sind nur Statisten, wenn sie überhaupt einmal auf einer Seite erscheinen, z.B. in der Kirche schauderhaft verzerrt. Und Ferkel und Igel sind selbst in der Badewanne geschlechtsneutral.Deshalb kann ich mit dem Buch vom Ferkel leben, auch wenn ich gläubig bin. Denn es betrifft nicht meine eigene Religiosität. Und Religion ist meistens weiblich. Frauen sind eben näher am Leben (und Sterben) dran als die harten, aufgeklärten Männer. Auch wenn sie als Rabbis und Muftis und Bischöfe auftreten. Darin hat das Buch ja ein bisschen Recht: typisch Mann und Männerreligion. Deshalb sind ja die meisten Rezensionsschreiber hier wohl auch ... Männer.Nur am Ende, wenn sie sich ausziehen dürfen, sind die Frauen natürlich reichlich vertreten. Aber frau muss dem Autor und dem Zeichner zugute halten, dass die fast durchgängig vollbusigen Nackten in anderer Literatur auf der Titelseite wären. Ein kleiner Fortschritt unter Mannsbildern.Dafür gibt es ein Sternchen plus. Mehr nicht, denn Ferkel und Igel sind zu bedauern, dass sie Religion suchen, aber sie nicht finden können. Hätten sie nur mal Frauen gefragt!
Nicht nur was für Kinder, 5. November 2008
Das Buch ist sehr schön gemacht. Lustige Bilder und ansprechende Texte.Meine beiden Kinder (9 und 12 Jahre alt) fanden das Buch toll. Sie verstanden auch die dahinterstehende Kritik an Kirche und Fundamentalismus.Der Glauben meiner Kinder wurde durch das Lesen des Buches nicht erschüttert, ganz im Gegenteil: Wir konnten nach der Lektüre sehr gut über Religion und Wahrheit ins Gespräch kommen. So verstehe ich aber auch Kinderbücher...Man sollte vielmehr mit den Kindern über das Gelesene reden (gilt genauso fürs Fernsehen). Kinder sind sehr kompetent und benötigen den Austausch mit Erwachsenen. Für mich sind Bücher in erster Linie kein Zeitvertreib, sondern die Basis für interessante Diskussionen. Und hierfür liefert "Das kleine Ferkel" eine Menge Stoff.
Am Ziel vorbei geschossen., 19. September 2008
Lieb gemeint, jedoch am Ziel vorbei geschossen. Dieses Buch ist definitiv kein Kinderbuch. Es mag sein, daß Kinder vieles anders verarbeiten als Erwachsene, sonst wären Märchen ab 18. Jedoch kann man Kindern, speziell denen zu deren Alterklasse man ein kleines Ferkel zuordnen würde, dieses Buch noch nicht zumuten. Sowohl Zeichnungen als auch Text fallen durch ihre Übertreibung aus dem zulässigen Rahmen. Aus der Sicht eines Erwachsenen, der seine Religiösität überwunden hat, ist die extreme, aggressive Darstellung nachvollziehbar und nötig. Ein Kind, welches im täglichen Leben in unseren Breitengeraden andauernd mit religiösen Symbolen, Anschauungen und nicht zuletzt Menschen konfrontiert wird, kann die Gegensätze zur Realität nicht verarbeiten. Kein einem Kind bekannter Muslim, Katholik oder Jude verhält sich auch nur annährend wie in dem Buch dargestellt. Dadurch entsteht eine Diskrepanz, die ihrerseits das Kind verleitet das Buch zu hinterfragen wobei es unweigerlich dein Eindruck,erhält, das Buch würde übertreiben und Religionen allgemein verteufeln, die doch in Wahrheit Liebe und Geborgenheit versprechen. Denn genau damit wird es im Kindergarten, in der Schule und von den Mitschülern geködert und genau das gilt es doch zu verhindern. Das Kind ist hier doch meist bereits bekannten, teils geliebten, Kindergärtnerinnen, Lehrern oder Erziehern mit \"Religionshintergrund\" ausgesetzt und nicht den Horrorheiligen aus dem Buch. Eine Unterscheidung zwischen liebgemeinten Ratschlägen, erzieherischen Maßnahmen und religiös motivierter geistiger Vergewaltigung kann durch Kleinkinder noch nicht erfolgen, hier sehe ich den wichtigsten Ansatzpunkt für ein derartiges Buch. Toleranz ja, eigene Meinung bestimmt, anders sein - bitte gerne. Der Ablaßhandel im Kindergarten \"Religiöse Hörigkeit gegen Liebe, Respekt und Gruppenzugehörigkeit\" wird durch das Buch nicht verhindert sondern gestärkt. Schade. Fazit:Ich hätte mir von dem Buch ein wenig mehr Hilfestellung zur Vermeidung religiöser Infiltration durch nicht neutrale Pädagogen gewünscht. Da da Buch durch die extreme Darstellung erst für ältere Kinder geeignet ist, bleibt die empfindlichste Phase, das Kleinkindalter, nach wie vor ohne Anleitung für die besorgten Atheisteneltern. Lieber Herr Schmidt-Salomon, bitte legen Sie nach.Sebastian Garreis
didaktisch naiv und intollerant, 16. September 2008
sicher, das buch polarisiert. egal, auf welcher seite man steht. für erwachsene ist dieses buch vor allen dingen dann geeignet, wenn sie sich in einem ernst gemeinten dialog über ihre religiösen erfahrungen austauschen wollen. für kinder ist dieses buch allerdings vollkommen ungeeignet, weil ihnen nicht die entdeckung eines eigenen lebensweges angeboten wird, sondern sie dazu angehalten werden, einen anderen, der für viele menschen ein schöner weg ist, abzulehnen. wer immer noch an den strafenden, nicht aber an den befreienden gott glaubt und denkt, ist gefangen in seinen ängsten.
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