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THRILLER DES JAHRES, 1. Februar 2008
Ein ominöser Mörder zieht seit Jahren eine grausame, blutige Spur durch das Russland Stalins, das keine Morde kennt, sie verleugnet. Leo Demidow ist aufgrund der Intrige eines Kollegen in Ungnade gefallener Geheimdienstler und wurde auf einen kleinen Milizposten auf dem Land abgeschoben. Er fühlt trotzdem eine Verpflichtung zu ermitteln, bringt sich und seine Frau aber dadurch in verzweifelte Schwierigkeiten. Und er muss tief in seine eigene Vergangenheit eintauchen, um erkennen zu können, was hinter alledem steckt.
Das fulminante Debüt dieses jungen englischen Autos ist ein historischer Thriller, der sich sehr geschickt auf die damalige Situation in der Sowjetunion aufbaut. Er beschreibt das ewige, omnipräsente Misstrauen gegen jeden (auf welcher Seite ist seine eigene Frau?)und die Lethargie der Bevölkerung gegenüber allen Einflüssen von aussen. Es gibt recht harte Szenen bei der Beschreibung der Leichenfunde oder der Verhörmethoden, was nur die Authenizität des Werkes unterstreicht. Alles in allem ein brilliant geschriebener Krimi, der das Zeug dazu hat, den Leser um seinen Atem ringen zu lassen.
gäbe es doch mehr Sterne zu vergeben, 30. Januar 2008
Anfang der 50iger Jahre werden in der Sowjetunion immer wieder ermordete und grausam verstümmelte Kinder aufgefunden, die alle die gleichen Merkmale aufzeigen, der Magen wurde herausgeschnitten, die Leichen haben eine Schnur um das Fußgelenk und den Mund voller Erde und Baumrinde.
Da es aber im real existierenden Sozialismus keine Kriminalität gibt, weil ja alle Leute zufrieden sind, da sie alle gleich behandelt werden und somit keinen Grund haben kriminell zu werden,werden die ersten Kinderleichen zu Unfallopfern erklärt, oder aber man findet sehr schnell einen Täter, der abgeurteilt wird, um das Ganze nicht public zu machen.
Nur Leo, ein linientreuer Geheimdienstler,scheint diese Vertuschungstaktik zu durchschauen. Er versucht, nachdem er von einem Kollegen denunziert und zu einem kleinen Milizangestellten degradiert, in einen kleinen Ort abkommandiert wurde,dem Serientäter auf die Spur zu kommen.Dabei bringt er nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch seine Frau und seine Familie haben unter seiner Abtrünnigkeit vom Regime zu leiden.
Dieses Buch, das in der Stalin-Ära und Post-Stalin-Ära spielt,ist nicht nur ein fantastisch spannender Thriller, sondern zeichnet auch ein sehr genaues Bild der politischen Situation in Russland zu dieser Zeit. Bespitzelung und Denunziation, aber auch die desillusionierte Bevölkerung und die allgegenwärtige Angst dieser Zeit, sind auf jeder Seite spürbar.
Dieses Buch ist jedem zu empfehlen, der sich für Geschichte interessiert und einen guten Thriller schätzt.
Es wäre schön,wenn dieses Buch eine breite Leserschaft finden würde, denn es ragt aus dem großen Angebot an Thrillern heraus und verdient es berühmt zu werden.
Spannung mit Tiefgang, 27. Januar 2008
Ein spannender Serienmordfall vor dem Hintergrund der stalinistischen Sowjetunion Anfang der 50er Jahre. Leo, ein (zu Beginn) linientreuer Elite-Geheimdienstler, erkennt, dass ein einzelner Täter hinter den Morden stecken muss. Doch so ein Art von Verbrechen darf es in der Sowjetunion nicht geben, und so werden die Morde einzelnen Außenseitern in die Schuhe geschoben, die für etwas büßen müssen, das sie nicht begangen haben. Als Leo immer tiefer in die Recherchen einsteigt, gerät er in größte Gefahr, denn es soll mit allen Mitteln verhindert werden, dass er den Serientäter findet. Und der mordet immer weiter ...
Man braucht gute Nerven bei diesem Thriller, denn als Leser wird man auf fast jeder Seite konfrontiert mit gruseligen Mordszenen, den brutalen Verhörmethoden des Geheimdienstes, überraschenden Wendungen in der Handlung und moralischen Fragen. Wem kann man trauen? Leos Frau? Ist sie vielleicht doch eine Verräterin? Was ist richtig, was ist falsch? Wie hätte ich mich verhalten? Das Buch wirft Fragen auf, die weit über das "Wer-ist-der-Mörder?" der meisten anderen Spannungsromane herausgehen. Und ist daher interessant nicht nur für den klassischen Krimileser. Aber für den eben auch.
Nicht sein kann, was nicht sein darf, 18. Januar 2008
Ein Kindermörder zieht seit Jahren eine blutige Spur durch Russland, aber da aus ideologischen Gründen nicht sein kann, was nicht sein darf, kann er ungestört vorgehen. In der Sowjetunion, 1953, während der letzten Tage Stalins und in der Post-Stalin -Ära, bestimmen Partei und Geheimdienst, dass diese Art von Verbrechen in der neuen Gesellschaft keinen Platz haben. Leo Demidow, aufgrund der Intrige eines Kollegen in Ungnade gefallener Geheimdienstler, fühlt trotzdem eine Verpflichtung zu ermitteln, bringt sich und seine Frau aber dadurch in allergrößte Schwierigkeiten. Und er muss tief in seine eigene Vergangenheit eintauchen, um erkennen zu können, was hinter alledem steckt.
Das fulminante Debüt des jungen englischen Autos ist ein historischer Thriller, der aber noch größeren Raum der Beschreibung der Paranoia in einer Diktatur mit seinem allgegenwärtigen Misstrauen und seiner allgegenwärtigen Überwachung widmet. Obwohl alles nur angelesen ist, obwohl in einigen Szenen allzu lehrbuchmäßig Spannung aufgebaut wird, und obwohl das Happyend etwas übertrieben und unglaubwürdig ausfällt, sind dies nur einige kleinere Einschränkungen für einen Roman, der einer der besten Thriller des Jahres bleiben dürfte.
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