Kundenmeinungen
Ein etwas anderer Werwolf, 30. November 2007
Ein armer Holzschuhmacher wird zum Werwolf. Doch nicht ein Biss, nein, ein schwarzer Pakt ist der Auslöser seines selbstgewählten Schicksales. Das böse in ihm macht ihn nach und nach zur Kreatur. Aber steckt das Böse nicht in uns allen und würden wir nicht ebenso handeln und letztendlich auch so enden wie der Protagonist? Wer also eine typische Werwolf-Geschichte mit blütrünstigen Bestien und zerfleischten Menschenopfern erwartet, sollte lieber die Ohren von diesem sehr gelungene und eher leisen Hörspiel lassen.
Belanglos, 23. November 2007
Während eines gigantischen Schneesturms klopft es an die Kirchentür. Der Holzschuhmacher Thibaut tritt ein und erzählt seine Leidensgeschichte dem Priester, den er schon seit seiner Jugend kennt. Schon damals war er nicht mit dem Stand, in den er hineingeboren wurde, zufrieden und strebte nach Höherem und grosser Macht. Diese wurde ihm letztendlich durch einen Werwolf zuteil, der ihm anbot, ihm jeden Wunsch zu erfüllen, der seinem Nächsten schaden würde. Im Gegenzug dafür sollte er selbst mehr und mehr zum Werwolf werden. Dummerweise kommen aber alle seine Wünsche zurück wie ein Bumerang und treffen eher ihn als andere.
In diesem Hörspiel ist weder ein Hauch von Grusel zu spüren noch ist es auf irgendeine Weise spannend oder fesselnd, sondern einfach nur langatmig, langweilig und belanglos. Schade.
Gruselkabinett 20: Der Werwolf, 21. November 2007
Der Holzschuhmacher Thibaut hat es satt, in Armut zu leben, während die Edelleute in Luxus schwelgen. Als ein Wolf vor der Jagdgesellschaft des Barons in seine Hütte flieht und sich dort in einen Menschen verwandelt kommt seine große Stunde. Gegen das Versprechen, dem Wolfsmenschen zu helfen, bekommt er die Gabe, alles wahr werden zu lassen, was er anderen schlechtes wünscht. Natürlich gegen einen kleinen Preis ...
Wieder einmal wurde eine alte Geschichte für das Gruselkabinett ausgegraben. Einige kleine Schätze sind bereits in dieser Serie erschienen, aber leider gehört "Der Werwolf" nicht dazu. Zwar ist die technische Seite (Sprecher, Musik, Geräusche) wieder sehr gut gelungen, aber die Geschichte selber fand ich ziemlich langweilig. Sie hat nichts mit dem zu tun, was man heute von einer Werwolfgeschichte erwartet. Ein armer Mann bekommt eine unglaubliche Macht, aber alles was er damit tut, wendet sich früher oder später gegen ihn. Mit einem Werwolf hat das ganze nur sehr wenig zu tun. Leider ist diese Folge für mich eine ziemliche Enttäuschung gewesen.
Lauwarm, 15. November 2007
Frankreich im 18. Jahrhundert. Der arme Holzschuhmacher Thibaut sehnt sich danach, seinem Stand zu entfliehen. Er hat keine Chance, seine angeborenen Talente zu entfalten und erkennt durchaus die Ungerechtigkeiten des Gesellschaftssystems, in dem die Fürsten achtlos über ihre Untertanen herrschen. Als er es wagt, der Jagdgesellschaft seines Fürsten frech zu widersprechen, wird er angeschossen und ausgepeitscht. Nur die Fürsprache der schönen Agnelette rettet ihn. Gedemütigt kehrt er nach Hause zurück, wo er in derselben Nacht noch einem Wolf Zuflucht vor der Jagd bietet, der sich plötzlich in einen Menschen verwandelt. Er macht ihm ein verlockendes Angebot: Alles was er einem anderen Menschen an Bösem wünscht, soll in Erfüllung gehen. Im Gegenzug soll der Wolf für jeden Wunsch einen Teil von Thibauts Körper bekommen, der mit Wolfshaar zuwachsen wird. Thibaut nimmt an, doch nichts kommt, wie er es wünscht.
Prinzipiell ist dies eine gute Ausgangsposition für eine spannende Geschichte, allerdings fällt der Spannungsbogen ziemlich schnell ab. Dass das Geschäft mit den dunklen Mächten nichts Gutes bringen wird, war von Anfang an klar. Darüber hinaus erschlägt einem der moralische Zeigefinger geradezu: Schuster, bleib bei deinen Leisten! Begehre nicht mehr, als dir von Geburt an bestimmt ist!
Und dies stille Erdulden predigt der Autor Alexandre Dumas pére auch dann noch, wenn Thibaut bitter Unrecht widerfährt, nimmt den prügelnden und hurenden Baron noch in Schutz, lässt ihn vom Mädchen Agnelette sogar noch als guten Herren bezeichnen. Dieses Mädchen verkörpert spürbar das menschliche Idealbild Dumas', an dem jeder katholische Priester seine Freude hätte: rein, sittsam, fromm, bescheiden und sein armes Großmütterchen pflegend, verkörpert es einfach zu sehr verstaubte und verklemmte Ideale. Gewiss baut die klassische Gruselliteratur auf dem damals noch merh als heute verbreiteten Christentum auf. Jedoch diese Geschichte übertreibt es mit der Moral.
Die technische Umsetzung ist von gewohnter hoher Qualität, die Sprecherleistung ist auch gut, obwohl auch schon einmal besser (Hugo Nero Wolff spielt hörbar quasi ein zweites Mal seine Rolle aus der Blutbaronin). Die Schwächen liegen allerdings weniger in der Umsetzung, die man trotz der genannten leichten Abschnitte immer noch als sehr gut bezeichnen kann, sondern mehr in der Geschichte. Deshalb noch drei Sterne großzügig bewertet.
Spitze wie fast alles von Titania Media, 8. November 2007
Beeindruckend am Gruselkabinett von Titania Media ist unter anderem, dass hier immer wieder gute, literarische Vorlagen, die zum Teil in Vergessenheit geraten sind, ans Tageslicht kommen.
Und wieder einmal ist es Titania gelungen, ein sehr gutes Hörspiel zu produzieren. Gute Sprecher, gute Geräuschkulisse, atmosphärische Musik. Die Texte kommen teilweise etwas befremdlich, weil eben schon älter, rüber. Auch, wer unter Werwolfgeschichten blutrünstige Monstererzählungen erwartet, wird enttäuscht. Ansonsten darf ich sagen, dass der Kauf sich für Hörspielfans auf jeden Fall lohnt.
Nebenbei könnte ich mir in dieser Serie sehr gut Schillers Geisterseher" vorstellen.
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