Kundenmeinungen
Gutes Buch, riskantes Thema , 28. November 2008
Ob man dieses Buch bejubelt oder beschimpft, hängt vor allem damit zusammen, wie man selbst zu Persönlichkeitstests steht. Auf der einen Seite ist es zweifellos nützlich, die Selbstwahrnehmung zu erweitern und neue Informationen über bestimmte Eigenschaften zu erhalten, so zum Beispiel über die eigene "Selbstwirksamkeit" (ein Punkt, auf den die Autorin in den Tests und im Lauftext ausführlich eingeht).Auf der anderen Seite sind solche Tests auch gefährlich: Ihr Bewertungsmaßstab schert ganz unterschiedliche Menschen über einen Kamm. Beispiel: Etliche Manager sind enorm erfolgreich, obwohl ihre klassischen Führungseigenschaften - wie man sie testen könnte - wenig ausgeprägt sind. Und war der fast schon unsportliche Gerd Müller nicht der erfolgreichste Torjäger aller Zeiten (obwohl ihm jeder schriftliche Test einen anderen Beruf empfohlen hätte)?Unter Beachtung dieser Warnhinweise lässt sich jedoch sagen: Die Autorin hat aus dem Themen viel gemacht. Sie hat - im Gegensatz zu anderen Autoren - nicht nur bekannte Vorlagen leicht abgewandelt, sondern eigene Tests entwickelt. Die Auswertung und die Erklärung der einzelnen Punkte fallen gründlich und differenziert aus. Als Berater würde ich jedoch das invididuelle Gespräch mit meinen Klienten einem pauschalen Test vorziehen. Doch wer die Selbstanalyse einmal probieren will, ist mit diesem Buch gut bedient.
Ein Ratgeber nicht nur, aber auch zur beruflichen (Neu-)Orientierung, 18. Oktober 2007
Auch wenn dieses Buch nicht ausschließlich dafür geschrieben wurde, um Hilfestellungen bei beruflichen (Neu-)Orientierungen zu geben - dann müsste im Titel ja stehen: WAS will ich sein - richtet es sich dennoch vor allem am Menschen, die sich beruflich etablieren bzw. verändern wollen. Das ist auch kein Wunder, schließlich leitet die Autorin ein Büro für Personal- und Unternehmensentwicklung. Und es gibt wahrscheinlich nicht wenige, die davon träumen, ihr Privatleben und ihre beruflichen Aktivitäten noch einmal in neue Richtungen zu lenken. Welche strategischen Überlegungen man dazu vorab anstellen sollte, versucht die Autorin in ihrem Buch zu zeigen.Als hilfreich erweisen sich dabei ihre unkomplizierte Schreibweise und die zitierten Beispiele, die wohl jeder so oder ähnlich schon selbst erlebt hat: Frust im Studium oder am Arbeitsplatz, lange gehegte, aber unerfüllte Träume, Selbstzweifel etc. Die Autorin versucht nun, ihre LeserInnen mit Hilfe von Tests und Übungen dazu zu bringen, sich der eigenen Werte, Stärken und Wünsche genau bewusst zu werden, um darauf aufbauend die zukünftigen Lebensziele planen zu können. Wie die vorangehenden Bewertungen zeigen, ist eine solche Selbstanalyse allerdings nicht jedermanns Sache. Wenn man sich in seiner augenblicklichen Situation jedoch unwohl fühlt und sich dringend Veränderungen wünscht, kann es einen Versuch wert sein, den Anregungen der Autorin zu folgen - zumal der Preis des Buches dem kaum entgegenstehen dürfte.
Mut zur Neuorientierung, 26. September 2007
Anlass für mich, dieses Buch zu lesen, war die Frage, ob ich in meinem Leben (Mitte 40) noch einmal einen großen Schritt in Richtung Neuorientierung wagen, oder auf dem absehbaren, bequemen und sicheren Weg weiter gehen wollte.Geholfen hat mir dabei das Kapitel über die Entwicklung einer Vision. Es hat bei mir zwar einige Zeit gedauert, aber als meine ganz persönliche Vision dann vor meinem inneren Auge Gestalt angenommen hat, war ich von mir selbst überrascht. Meine ersten Gedanken waren daran gekoppelt, dass meine Umwelt damit nicht umgehen könnte. Erste Versuche, meinen Freundeskreis damit zu konfrontieren, waren jedoch unerwartet positiv. Ich denke, es liegt daran, dass wenn man sich seiner Motive und Werte bewusst ist, der innere Kompass automatisch die richtige Richtung anzeigt.Nachhaltig beeindruckt hat mich außerdem das Kapitel zum Umgang mit Stress und wie man vermeiden kann, dabei in Panik zu verfallen. Bestimmte Stresssituationen sehe ich jetzt unter einem eher positiven Aspekt, nämlich mit der Aussicht darauf, meine Komfortzone zu erweitern und eine größere Handlungsfreiheit zu erreichen. Mir ist bewusst geworden, dass ich durch generelles Vermeiden von Stress zwar ein ruhigeres Leben führe, mir dabei aber auch die eine oder andere Entwicklungschance nehme. Letztendlich werde ich immer wieder in Stresssituationen geraten. Mit einer Vermeidungstaktik wird der Bereich, in dem ich mich wohl fühle, schrumpfen. Wenn ich stattdessen bewusst daran arbeite, habe ich die Chance, die Stressbereiche zu reduzieren und damit insgesamt gelassener durchs Leben zu gehen.Seit der Lektüre des Buches unterscheide ich in meinem Leben zwischen dem Zustand von Zufriedenheit und Glück. Zufrieden war ich schon, jetzt traue ich mich auch noch an das Abenteuer "Glück". Demnach ein großes Lob an die Autorin! Besser kann man sich ein "Arbeitsbuch zur Selbstanalyse und Zukunftsgestaltung" nicht wünschen. DANKE!
Hatte mir mehr versprochen, 9. September 2007
Ganz so überschwänglich wie die meister Vor-Rezensenten möchte ich dieses Buch nun doch nicht bewerten. Zunächst fällt auf, dass der Ansatz sehr berufszentriert ist. Fragen nach Verwirklichung persönlicher Ziele, Lebensgestaltung und Berufung lassen sich aber keineswegs auf die berufliche Seite allein reduzieren. Hilfreich kann der ausführlichePersönlichkeitstest sein, wenngleich auch hier anzumerken ist, dass viele der Fragen sehr ambivalent sind. Ein Beispiel: "Mich auf Neues einzulassen fällt mir sehr schwer." Oder: "Ich suche aktiv die Nähe zu anderen." Beide Fragen, wie auch viele andere des Tests, lassen sich von den meisten Menschen wohl kaum pauschal bewerten. Auf manches Neue lässt man sich in der Regel sehr gern ein, auf anderes überhaupt nicht. Ebenso verhält es sich mit der aktiven Suche nach Nähe anderer Menschen.Problematischer ist der Werte-Test. Manche der erfragten Werte ähneln sich sehr bzw bedingen einander (z.B. Fairness, Verlässlichkeit, Menschlichkeit, Freundschaft), viele andere fehlen (z.B. Familiensinn, Glaube, Kreativität, Ordnungssinn). Ähnlich ist es bei der Kompetenz-checkliste, die wiederum sehr stark aufs Berufliche fokussiert ist.Sicherlich regt das Buch zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit sich selbst an, fruchtbar kann dies jedoch wohl nur dann werden, wenn man über den Rahmen des Buches hinausdenkt.Ein ausgesprochener Patzer scheint mit im Schlussteil "Effizienz" das Kapitel über "Misserfolg" zu sein. Im behandelten Beispiel hält ein junger Angestellter in seinem Betrieb eine Präsentation vor dem Vorstand, erhält allerdings kein Feedback. Seltsamerweise wird die einfachste Lösung - den Vorstand mal von sich aus zu fragen, wie das präsentierte Konzept den war - von Frau Krelhaus überhaupt nicht in Erwägung gezogen. Stattdessen kommen Behauptungen wie: "Der Vorstand ... (ist)nicht überzeugt, das steht leider fest." (S. 190). Nein, gar nichts steht fest, aber die Lösung der Autorin geht offensichtlich in die Richtung "selbst schuld", d.h. die Ursache muss beim Angestellten selbst liegen, und "um das Konzept abzurunden und damit von der Präsentation überzeugt sein zu können, hätte er ... vielleicht noch eine Nacht durcharbeiten müssen." (193).Prost Mahlzeit. Das nächste Buch sollte vielleicht heißen "Strategien gegen Born-out und Worcaholismus".
Ein sehr empfehlenswertes Buch, 17. Mai 2004
Klar, die Frage „Wer bin ich - wer will ich sein?" habe ich mir in der Vergangenheit schon mal gestellt. Doch ernsthaft beantwortet hatte ich sie mir bisher nicht. Zum einen fehlte mir der Mut, Missstände in meinem Leben anzugehen, zum anderen fehlte es mir aber auch schlichtweg an einer systematischen Vorgehensweise.Das Buch von Lisa Krelhaus hat mich Schritt für Schritt bei der Identifizierung jener Lebensvision unterstützt, die mich wirklich glücklich macht. Systematisch habe ich mich bei der Bearbeitung des Buches mit meinen Motiven, meinen Stärken und Schwächen, und letztlich der Umsetzungsplanung meiner neu entdeckten (oder bisher ignorierten) Lebensziele auseinandergesetzt.Ich kann das Buch jedem empfehlen, der eine praktische Anleitung zur Reflexion über das eigene „Ich" sucht. Das Buch ist lebensnah, verständlich und verzichtet auf jegliches esoterisches Gedankengut.
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