Kundenmeinungen
ein gedanke, 26. November 2008
Das Buch "Gott", mit dem Untertitel "Eine kleine Geschichte des Größten", soll wieder zum nachdenken anregen. Es beschäftigt sich vor allem mit der Auseinandersetzung, glaube oder Atheismus.Sehr gut gelungen ist vor allem die sachliche Betrachtung der ganzen Religion, mit all Ihren Fehlern, aber vor allem mit Verständnis und Toleranz dem Atheismus gegenüber. Herr Lütz scheut sich aber nicht von Anfang an sich zum Katholizismus zu bekenne. Warum auch nicht, es wird nie einen Schriftsteller gelingen, eine völlig neutrales Buch, über dieses Thema verfassen zu können. Über das Thema Glaube gibt es viele Meinungen wie Menschen. Aber trotz alle dem ist es Ihm sehr gut gelungen, zu Beschreiben warum es einen Gott geben könnte. Die Frage wird wohl nie beantwortet werden können, aber man sollte sich auf jeden Fall mit diesem Thema auseinander setzen. Sehr Empfehlenswert für Gläubigen, aber auch für die, die mit diesem Thema weniger anfangen können, aber es wird eine Gesprächsbasis für beide Parteien geschaffen. Und wenn man kein Katholik ist, sollte man besser die letzten beiden Kapitel auslassen.
Ein mißglückter Missionierungsversuch, 23. November 2008
Eigentlich macht Herr Lütz bei seinem Buch nur einen Fehler - aber einen eklatatnten. Er schreibt ein Nachwort. Aus diesem ist ersichtlich, daß ihm vieles, was ihm in den negativen Kritiken vorgeworfen wird, bereits beim Schreiben wußte. Warum stellte er dieses Nachwort nicht als Vorwort voran ? Man hätte dann gewußt, worauf man sich einläßt. Oder hatte er Angst, daß man sein Buch dann gar nicht kauft und er seine missionierende Botschaft nicht an den Mann/die Frau bringen kann und sich folglich damit auch kein Geld verdienen läßt ?Ich würde Herrn Lütz gern ein paar Fragen stellen:Als Psychiater/Psychotherapeut : Wie kommt man darauf, Menschen eine Schuld für irgendetwas zuzuschreiben, wohingegen die moderne Psychiatrie feststellt, daß erkrankte Menschen sich schon genug Schuld an Dingen geben, für die sie nichts können (und verweist später auf Jesus, der niemals jemanden verurteilt hat) ? Und wie kommt man darauf bei gleicher Symptomlage einen Atheisten als geisteskrank bezeichnen zu wollen, wohingegen man bei einem Christen bereit wäre auch eine Erscheinung, Vision o.ä in Erwägung zu ziehen ? Leben wir in einer religiösen Zweiklassengesellschaft ?Als Philosophiekenner: Ab wann gilt man denn als solcher ? Wie viele Philosophiekurse- oder bücher muß man sich einverleibt haben, um einfach die Hälfte einer Abhandlung beiseite lassen zu dürfen oder einfach nur Namen aneinanderzureihen, ohne überhaupt noch etwas zum Gesamtwerk dieses Philosophen sagen zu müssen ?Als Theologen: Wie kommt es, daß eine Erklärung über das Dreifaltigkeits-Dogma versucht wird, die so dilletantisch ist, daß sie selbst von einem mit der Materie halbwegs vertrautem Menschen nur noch als verwirrdendes abstruses Geschreibsel empfunden wird ? Und last but not least als Christen: Wie kann man gegen zumindest gegen zwei der zehn Gebote verstoßen und sich immer noch als guten Christen darstellen ? Nur der Volständigkeit halber "Du sollst nicht lügen", d.h. man soll die Wahrheit sagen, und diese umfasst auch die Vollständigkeit (z.B. philosophischer Betrachtungen). "Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst", heißt nicht daß man andersgläubuge Leser zunächst mal flappsig beleidigen kann und sich hinterher dafür entschuldigt. Diesen Beliedigten Menschen wurde nämlich Zeit "vermiest", in denen sie sich nicht wohlfühlten und ärgerten ( wie es im Buch selbst später zur Sprache kommt).Wer lädt hier also Schuld auf sich, ist sich dessen bewußt und schiebt, da er sich dessen bewußt ist und beim lieben Gott wieder gut dastehen möchte im Nachwort eine allumfassende Entschuldigung nach ?Ein wirklich gutes hatte dieses Buch. Ich bin beim Lesen der Kritiken auf das Buch "Gotteswahn" aufmerksam gemacht worden und es hört sich für mich verdammt danach an, als sollte man es lesen !
Die panische Angst vor dem Nichts des Herrn Lütz, 17. November 2008
Das Buch ist durchweg frustrierend, weil es mitunter wirklich peinlich argumentiert (siehe andere Rezensionen), aber es hat mir zu einer nützlichen Einsicht verholfen. Jetzt verstehe ich noch besser warum es Religionen gibt, nämlich weil es Menschen wie Lütz gibt, die panische Angst vor einer "Sinnlosigkiet" ihres Daseins und vor dem Nichts nach ihrem Tod haben. Ich würde Herrn Lütz gerne eine einzige Frage stellen: "Was macht Ihnen dermaßen Angst vor dem Nichts nach Ihrem Tod?"Ich bin Atheist, habe sechs Kinder und finde mein "gottloses" Dasein mintnichten sinnlos. Erstaunlich ist, dass, obwohl Manfred Lütz eigene Kinder hat, ihm anscheinend sein eigener Tod (und nicht z.B. der mögliche Tod eines seiner Kinder) das größte Kopfzerbrechen bereitet. Vielleicht liegt ein fundamentaler Irrtum des Christentums, Liebe mit Sehnsucht zu verwechseln, darin begründet, dass Jesus keine eigenen Kinder hatte. Nur fremden Kindern den Kopf tätscheln und sie als Vorbild anmahnen, ist kein Hinweis darauf, dass Jesus auch nur im geringsten ahnen kann, wie eine Mutter (ein Vater) ihr (sein) Kind liebt. Eigentlich seltsam für einen Gott der Mensch werden will, wenn er die stärksten menschlichen Gefühle (Liebe für ein Kind, Trauer um ein Kind, von Verliebtsein und Sexualität ganz zu schweigen) tunlichst vermeidet. Dieses gleiche Unwissen um wahre Liebe, gepaart mit der Vermeidung von "Sündenverstrickheit" (O-Ton von Lütz, gemeint ist Sexualität) streben ja auch alle zölibateren Kleriker an, oder etwa nicht?
Ein Buch voller zusammengeschusterter Argumente, 10. Oktober 2008
Ich habe das Buch gekauft, weil ich wissen wollte, wie Menschen denken, die das glauben, was die katholische Kirche lehrt. Was ich gelesen habe, war voller nach Belieben zusammengeschusterter Argumente, die zum großen Teil leicht zu entlarven sind.Eigentlich muss man dieses Buch nicht kommentieren. Man muss nur aus ihm zitieren, um als denkender und unvoreingenommener Mensch die Unredlichkeit des Verfassers mit den katholischen Scheuklappen auch ohne Kommentar zu erkennen.Unredlich zum ersten deshalb, weil er z.B. alle Personen, die ihm nicht in seinen Kram passen, herabwürdigt. Beispiele: Freud, der ein scharfer Kritiker der Religion war, ist für ihn ein "tyrannischer Übervater", "ein garstiger Meister", seine Schriften sind "schlichte Thesen". Giordano Bruno war "ein halsstarriger Rebell ohne wirklich schlüssige Argumente". Die Heiden des Altertums sind für ihn "lächerliche Gestalten" und Gagarin ist ein "proletarischer Dummkopf". Einen Wissenschaftler, der auf einer Versammlung erklärt, dass Freud eigentlich schon immer Recht gehabt hat, nennt er arrogant einen "wenig erleuchteten Hirnforscher" usw. Das Buch ist voll von solchen Diskreditierungen verdienter Personen. Man kann nur den Kopf schütteln beim Lesen dessen, was der Autor über Galilei schreibt. Noch harmlos ist: "Er war wahrscheinlich schon ein schwieriges Kind gewesen, das vielleicht nicht genug Aufmerksamkeit bekam". Allein die Worte "wahrscheinlich" und "vielleicht" in diesem Satz enthüllen, dass es dem Verfasser auf Herabwürdigung ankommt, denn er weiß nicht, ob es wirklich so war und schreibt es trotzdem. Was dann folgt, ist eine schlimme Diskreditierung Galileis, die ich hier nicht zitieren möchte. Nach Lütz hatte Galilei überhaupt keine Verdienste, obwohl Papst Benedikt XVI. ihn den "großen Galilei" nennt. Dass dieser Mann sich zum Bekenntnis des heliozentrischen Weltbildes, also zur Wahrheit durchrang, nachdem er unter Androhung von Folter durch die Inquisition zunächst abgeschworen hatte, nennt Lütz eine "kalkulierte Frechheit".Natürlich schlachtet Lütz auch die Naturwissenschaften mit der Methode der Wahrheitsverdrehung zu Gunsten seiner Kirche aus: "Für die wissenschaftsgläubigen Atheisten des 19. Jahrhunderts ... barg die Evolutionstheorie den Keim der Katastrophe ihres Weltbildes". Dabei weiß heute jeder Gymnasiast, dass die Evolutionstheorie zum ersten Male die Entwicklung des Lebens auf der Erde bis zum Menschen auf wissenschaftlicher Basis erklärte, ohne der Mitwirkung eines Gottes zu bedürfen und somit ein ganz wesentliches Argument für den Atheismus war. Fast hat man Mitleid mit dem Autor, wenn er sich auf Gebiete begibt, von denen er nichts versteht. So nennt er die im Jahre 1900 von Max Planck begründete Quantentheorie einen "argumentativen Super-GAU des real existierenden Atheismus". Die "Quantentheorie ... leitet den Showdown des Atheismus ein". Warum das so ist, bleibt das Geheimnis von Lütz und man fragt sich, wieso die überwiegende Mehrzahl der heutigen Physiker und Chemiker eigentlich noch Atheisten sind. "Es wird plötzlich klar, dass die Natur nicht von deterministischen Gesetzen beherrscht wird, ... sondern dass es letztlich nur noch statistische Wahrscheinlichkeiten gibt". Natürlich weiß Lütz nicht, dass das nur im atomaren Bereich und für Elementarteilchen gilt und er weiß auch nicht, dass die Plancksche Quantentheorie überhaupt nichts mit Wahrscheinlichkeiten zu tun hat. Max Planck hat nach nächtlichem Ringen die Energiequantelung der Wärmestrahlung entdeckt, die sich als einziges Mittel für die Erklärung der experimentell gefundenen Strahlungskurve des schwarzen Körpers erwies. Ich vermute, dass Lütz sicher etwas von der freilich auf Plancks Arbeiten aufbauenden Wellenmechanik Schrödingers hat klingeln hören, die sich u.a. auf Aufenthaltswahrscheinlichkeiten von Elementarteilchen, vorwiegend von Elektronen im atomaren Bereich bezieht und deren Geburtsstunde 25 Jahre später war. Lütz jedoch überträgt diese sich auf den Mikrokosmos beziehende Theorie frischfröhlich auf das gesamte makroskopische Naturgeschehen und verbiegt den Wahrscheinlichkeitsbegriff so weit, dass er tatsächlich behauptet, "dass die Himmelfahrt Christi und andere Wunder heute kein unüberwindbares physikalisches Problem mehr darstellen. Physikalisch sind solche Ereignisse höchst unwahrscheinlich, prinzipiell unmöglich sind sie nicht." Lütz merkt nicht einmal, dass er damit zugibt, dass sein doch so "allmächtiger" Gott also auch an die Naturgesetze gebunden ist.Peinlich wird es an der Stelle, wo er am Beispiel der Person des Papstes Gregor XIII. die vermeintliche Wissenschaftsfreundlichkeit des Christentums zu beweisen versucht. Mag sein, dass dieser Papst wissenschaftsfreundlich war (Es muss jedoch angemerkt werden, dass nicht lange nach dem Tode Gregors XIII. Giordano Bruno wegen seiner wissenschaftlichen Ansichten auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Es kann sich also bei Gregor nur um ein eher punktuelles Ereignis gehandelt haben). Aber es ist doch wohl heute bereits jedem Jugendlichen klar, dass das Christentum mit physischer und psychischer Gewalt über viele Jahrhunderte hinweg bis in die Neuzeit jeglichen wissenschaftlichen Fortschritt erbittert bekämpft hat. Lütz aber empfiehlt diesbezüglich ohne Skrupel: Man ..."darf nicht auf all die zahlreichen jahrhundertealten Vorurteile und Falschmeldungen aus der antikirchlichen Mottenkiste hereinfallen." Kreuzzüge, Inquisition und Hexenverbrennung, also die großen Verbrechen des Christentums, werden von ihm heruntergespielt, indem er sie "Lieblingsvorurteile" nennt.Unredlich ist, wie der Autor versucht, Lesern, die es nicht besser wissen, seine Halbwahrheiten zu präsentieren: "Die bloß technische Vernunft, die nicht moralisch" (also ohne Gott!) "reguliert ist, kann zu katastrophalen Folgen führen". Zum Beispiel hätten Wissenschaftler die Atombombe entwickelt, hergestellt und getestet. Es mutet schon etwas eigenartig an, wenn Lütz die Moral dieser Wissenschaftler an den Pranger stellt, wenn man bedenkt, dass sein Glaubensbruder, der amerikanische katholische Pater George Zabelka der Crew, die die Hiroshima-Bombe abwarf und dadurch etwa 160 000 Menschen tötete, vor ihrem Abflug den Segen der Kirche erteilt hat. Es waren also nicht die Wissenschaftler allein, die das zu verantworten hatten. Wo waren denn Moral und Verantwortung der Kirche?Lütz: "Den alten Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion gibt es nicht mehr." Dass auch das nicht stimmt, entnimmt man am besten den Worten eines Wissenschaftlers, der es besser als Lütz einschätzen kann: Peter Atkins, Chemieprofessor an der Oxford Universität, trifft den Nagel auf den Kopf: "Die Wissenschaft enthüllt, was die Religion verbirgt". "Die Wissenschaft respektiert die Macht des menschlichen Intellekts, die Religion setzt ihn herab". "Während die Religion die Macht der menschlichen Verstehensfähigkeit verhöhnt, respektiert sie die Wissenschaft, das edlere Unterfangen". Nur ein Phantast kann da friedliche Koexistenz erkennen.Im letzten Drittel des Buches wird es dann an verschiedenen Stellen ziemlich albern. Ein Beispiel: Lütz wird von einem atheistischen Bekannten angerufen und gefragt, ob er ihm eine Bibel besorgen könne (wo es die doch in jeder Buchhandlung um die Ecke gibt), denn er hätte sich unsterblich in eine Frau verliebt, so dass er unbedingt die Bibel lesen müsse. Und Lütz schlussfolgert: "Ganz unerwartet war für ihn die Liebe zum Gottesbeweis geworden". Wer das Buch nicht gelesen hat, wird das nicht glauben. Aber so steht das tatsächlich drin. Überhaupt glaubt Lütz, dass erhabene Gefühle, die man als Liebender oder beim Hören von Musik oder Betrachten eines Gemäldes haben kann, immer mit Gott zu tun haben: "Ich blickte in die Augen einer Ikone. Ich war da. Und Gott war da". "Die Pieta des tieffrommen Michelangelo gehört zu den Kunstwerken, bei deren Anblick man Christ werden kann." Lütz ist enttäuscht darüber, dass Martin Luther die Pieta damals offensichtlich anders gesehen hat und er versteigt sich zu der Behauptung: "Vielleicht wären die Geschichte der Kirche und die Geschichte Europas anders verlaufen, wenn dieser Deutsche" (Luther) "diesen Italiener" (Michelangelo) "besser verstanden hätte". Im Klartext: Wenn Luther die Pieta so gesehen hätte wie Lütz, hätte die Reformation nicht stattgefunden. Dies muss ich wahrhaftig nicht kommentieren.Den Gipfel der Dreistigkeit aber erklimmt Lütz an der Stelle, wo er das Glaubensbekenntnis von Nizäa zitiert und es mit dem Schlusssatz versieht: "Alles andere können Sie vergessen". Die Moslems können ihren Islam vergessen, die Juden ihr Judentum, die Hindus ihren Hinduismus usw. Es hätte für ihn eine Kleinigkeit bedeutet, den zitierten Schlusssatz wegzulassen. Aber was Milliarden von Menschen, die das Glaubensbekenntnis entweder nicht kennen oder nicht anerkennen, denken, wenn sie einen solchen Satz lesen, interessiert ihn nicht und er kommt nicht auf die Idee, dass das für diese Menschen Nichtachtung und Beleidigung sein könnte. Hier ist Lütz ganz ein treuer Sohn seiner katholischen Kirche: anmaßend, selbstherrlich und intolerant.Wer wissen möchte, wie ein überzeugter Katholik denkt und fühlt und wer sich darüber aufregen möchte oder sich dafür interessiert, wie ein Buchautor es fertig bringt, alles, was Naturwissenschaften, Philosophie und Psychologie hergeben, für sich selbst und seinen Glauben zurecht zu biegen, dem sei dieses Buch empfohlen.
Gegendawkins, 9. Oktober 2008
Manfred Lütz hat ein gut lesbares Buch geschrieben, das zufällig zeitgleich mit Richard Dawkins "Gotteswahn" erschien, auch in den Charts landete und so als eine Art "Gegendawkins" wahrgenommen wird. Lütz sollte auf der Frankfurter Buchmesse sogar mit Dawkins debattieren. (Dawkins kniff aber, "wie es typisch für Fundamentalisten ist, die nicht gerne diskutieren", so Lütz). In Wahrheit ist "Gott" aber eine lockere, manchmal für meinen Geschmack zu flapsig formulierte Reise durch den Diskurs zwischen Theismus und Atheismus. Nun ist es sicher leicht ein Buch zu schreiben, das den "Gotteswahn" albern aussehen läßt - denn Dawkins ist historisch bestürzend ungebildet und lächerlich in seiner vulgärbiologischen Kernthese (ungefähr: Religion sei ein zu überwindendes Überbleibsel vom kritiklosen Kinderglaube, der Kindern Selektionsvorteile bringt - Wo doch 2000 Jahre Theologie das Ergebnis von Beschäftigung gerade mit dem Glaubenszweifel sind, Universitäten und Wissenschaft ihre Wurzeln im christlichen Diskurs haben und der Mensch einige seiner größten kulturellen Leistungen in der Auseinandersetzung mit seinem Gott erbrachte. Sogar das Wort "Vernunft" hat seine Ursprungsbedeutung im "Vernehmen des Wortes Gottes".) Angesichts des "Gotteswahns" also wirkt Lütz leicht zu konsumierendes Buch zumindest wie ein mildes Gegengift gegen die Verdummung. Aber Lütz ist zu populistisch im Gebrauch lockerer Sprüche und "berufsjugendlicher" Sprachwendungen. Das läßt manche wirklich faszinierende Erkenntnis - wie die Wahrheit hinter dem "mittelalterlichen Medienhype" um Galileo - zu leichtgewichtig, fast wie eine Satire daherkommen. Aber ich will hier nicht den Sauertopf spielen:Am besten, man läßt sich von Lütz wendigem Geist mit auf eine kleine Lustreise durch die Kirchengeschichte nehmen - und besucht die Stationen der Reise danach nochmal: indem man die vermutlich von Lütz verwendete Literatur nochmal genauer unter die Lupe nimmt. Zum Beispiel Arnold Angenendt "Toleranz und Gewalt".
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