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John Boyne: Der Junge im gestreiften Pyjama

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Der Junge im gestreiften Pyjama

von John Boyne

Fischer, S., Verlag GmbH

Artikelbewertung: preisvergleich rating preisvergleich rating preisvergleich rating preisvergleich rating preisvergleich rating  (4 Punkte bei 61 Bewertungen)

Altersempfehlung: 12 bis 13 Jahre



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04/Dez/2008 - 01:21


Beschreibung

Auf dem Umschlagtext des Jugendbuches Der Junge im gestreiften Pyjama findet der Leser nicht -- wie sonst üblich -- eine Inhaltsangabe des Romans. Vielmehr soll der Leser die Lektüre völlig unvoreingenommen beginnen und die Geschichte durch die Augen des neunjährigen Helden Bruno erleben. Bruno wächst zu Beginn des zweiten Weltkrieges wohlbehütet und glücklich mit seiner Familie in Berlin auf. Doch dann muss er plötzlich an einen Ort namens „Aus-Wisch" umziehen, weil der „Furor" den Vater dort für eine wichtige Aufgabe vorgesehen hat. Bruno kann das nicht verstehen und hasst sein neues, graues Zuhause, das in einer öden Gegend liegt, wo keiner mit ihm spielt. Besonders schrecklich und rätselhaft ist der endlose Stacheldrahtzaun hinter seinem Haus, hinter dem Menschen in gestreiften Schlafanzügen in Baracken leben. Die Antworten, die der Junge auf seine Fragen nach den "Menschen hinter dem Zaun" erhält (Antwort des Vaters: "Das sind gar keine Menschen") bringen ihn auch nicht weiter. Dann lernt er auf einem seiner Spaziergänge den gleichaltrigen Schmuel kennen, der auf der anderen Seite des Zaunes lebt, einen gestreiften Pyjama trägt und schrecklich abgemagert ist. Heimlich trifft sich Bruno von nun an fast täglich mit Schmuel und es entwickelt sich eine Freundschaft, die nur ein tragisches Ende finden kann.

Konsequent erzählt der Ire John Boyne seinen Holocaust-Roman aus der kindlich-naiven Perspektive eines neunjährigen Jungen, der nicht nur vorgibt, nicht zu wissen, sondern der wirklich nichts weiß. Durch die Unwissenheit und die Unvoreingenommenheit des Kindes, die Reduziertheit des Blickwinkels und der Sprache schafft Boyne eine neue Art des Erzählens über den Holocaust aus der Perspektive der Täter (wobei auch Bruno ein Opfer des NS-Regimes ist). Gerade das Unausgesprochene macht diesen Roman so eindringlich und schafft eine intensive Atmosphäre, der sich der Leser nicht entziehen kann. Einige Passagen erinnern an Roberto Benignis tragikomischen Film Das Leben ist schön, in dem ein Vater seinem Sohn das Leben im KZ als großes Spiel erklärt. Auch Der Junge im gestreiften Pyjama wird zurzeit unter der Regie von Mark Herman verfilmt und soll Anfang 2008 in die Kinos kommen.

"Eine Fabel" lautet der Untertitel von John Boynes Buch -- und in diesem Sinne sollte man den Roman auch lesen und verstehen, der für Jugendliche ab 13 Jahren zu empfehlen ist. Ein ungewöhnliches Jugendbuch über den Holocaust, das auch Erwachsene tief beeindruckt und erschüttert. -- Alexandra Plath





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  chance verpasst, 24. November 2008

Das Buch und jetzt der Film hat die Chance gehabt eine zeitgemaesse Sichtweise zu der wirklichen Geschichte zu geben. Die beiden Kinder haben ueberlebt und sich in den siebziger Jahren zufaellig wieder getroffen. Der Film haette am Ende darauf eingehen muessen das die Beiden sich jahre spaeter wieder getroffen haben und wie sie dann Ihre Freundschaft fortgesetzt haben und Ihre Vergangenheit bewaeltigt haben.Aber Nein, diese Buch liefert nur den altbekannten braunen Einheitsbrei. Die einen Barbarisch, die andern die zu bemittleidenden Opfer.Bewuste Schock-therapie damit auch weiterhin der Mythos des boesen Deutschen erhalten bleibt.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Nach dieser Geschichte fiel das Einschlafen schwer..., 27. Oktober 2008

Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, und als ich es dann durchgelesen hatte und mein Licht ausmachte, konnte ich nicht einschlafen. Eine unglaubliche Geschichte! Eine Geschichte, die auch noch nachhaltig in den Gedanken kreist. Man darf tatsächlich im Vorwege nichts über den Inhalt erzählen. Meiner Meinung nach sollte jeder dieses Buch gelesen haben.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Bruno in Auschwitz, 20. Oktober 2008

Berlin, 1942. Bruno kommt von der Schule heim und findet in der Wohnung lauter gepackte Kisten. Vater ist versetzt worden und wurde als Kommandant nach Auschwitz berufen. So muss Bruno seine Freunde verlassen, die vertraute Umgebung und ist todunglücklich. Zumal Auswisch, wie Bruno es trotz Verbesserungen seiner Schwester immer nennt, eine trostlose Gegend für Kinder ist. Ein ellenlanger Zaun ist dort, hinter dem sehr traurig dreinschauende Menschen in gestreiften Pyjamas leben. Bruno versteht nicht, was sein Vater für einen Beruf ausübt, er versteht nicht, was sich wirklich hinter dem Zaun abspielt und warum die Menschen dort traurig, hungrig und hoffnungslos aussehen, während die Soldaten dort ständig lachen. Eines Tages lernt er den gleichaltrigen Schmuel kennen, die zwei freunden sich an. Schmuel ist ebenso traurig und gelangweilt wie Bruno und so erzählt Schmuel Bruno, wie das Leben jenseits des Zaunes vonstatten geht. Brunos Mutter beginnt eine Affäre mit einem jungen Soldaten, auch ihr wird es auf Dauer zu langweilig in Auswisch und so schickt der Vater seine Familie zurück nach Berlin. Am Tag der Abreise will Bruno noch Schmuel helfen, den verschwunden Vater zu finden und so wagt er sich auf die andere Seite des Zaunes. Bruno ist überrascht, dass das Leben dort so ganz anders ist, als er es aus Berlin kennt, es gibt keine bunten Farben, keine Geschäfte da kommt eine Kontrolle und die zwei Jungen werden in eine Halle gebracht...Der Protagonist Bruno ist sehr naiv, doch spiegelt er genau das wieder, was man immer wieder hört: dass niemand etwas gewusst hat. Auch wird nie erwähnt, dass es die Zeit des Zweiten Weltkrieges ist. Hier spielt Boyne mit dem Zuhörer und fesselt ihn so dermaßen an die Geschichte, die nicht unbedingt spannend ist, dafür aber umso bewegender und allein schon daher in einem Rutsch gehört werden muss. Der Junge im gestreiften Pyjama ist eine Geschichte, die absolut unter die Haut geht und die man so schnell nicht vergessen wird, zumal auch noch einige Fragen offen bleiben, über die noch nachgedacht werden muss. Eine Geschichte für Erwachsene und Jugendliche ab ca. 12 Jahren, die an der Zeit des Zweiten Weltkrieges interessiert sind und das Leben in einem Konzentrationslager aus der Sicht eines Kindes hören wollen. Bruno macht sprachlich aus dem Führer den Furor und aus Auschwitz Auswisch, hier bleibt die Frage offen, ob er einen eventuellen Hör- oder Sprachfehler hat oder dies aus Trotz macht...Ulrich Matthes liest diese Geschichte so eindrucksvoll und akzentuiert, dass sie den Hörer erschüttert, gleichzeitig aber auch fesselt. 313 Minuten vergehen wie im Fluge, so abgedroschen dies auch klingen mag, doch die Gänsehaut, die ein steter Hörbegleiter ist, bleibt noch eine Weile nach dem Hören da, so sehr geht diese Geschichte förmlich unter die Haut. Bewegt, beeindruckt, begeistert und das alles gleichzeitig, so war mein persönliches Hörerlebnis. Der Junge im gestreiften Pyjama ist eine ungekürzte Lesung auf vier CDs auf einer Gesamtlaufzeit von 313 Minuten.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Geniales Buch!, 26. September 2008

Vorneweg für die meisten Kritiker, die dieses Buch zu unrealistisch und zu unwahrscheinlich finden: Es ist eine Fabel! Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen und bin absolut fasziniert von dieser Geschichte gewesen. Klar ist es sehr unrealistisch, dass Bruno zu der besagten Zeit nichts von den Verhältnissen in Deutschland mitbekommen haben soll. Und klar ist es unrealistisch, dass ein jüdisches Kind im Straflager sich für mehrere Stunden am Zaun mit einem anderen Kind unterhalten kann. Aber dieses Buch ist meines Erachtens nicht dazu gedacht realistisch zu sein. Es soll den Menschen die Augen öffnen, und wie kann man das besser machen als aus der Sicht eines naiven, aber intelligenten Kindes. Bruno und Schmuel sind gleichaltrig, trotzdem ist Schmuel wesentlich reifer. Gerade die unglaubliche Naivität von Bruno und die Reife von Schmuel machen diese Geschichte aus. Bruno hat niemanden gegenüber Vorurteile (wie übrigens alle Kinder). Er lernt aus Erfahrungen und nicht durch die Beeinflussungen der Erwachsenen bzw. seiner Umwelt. Und die Erfahrung lehrt ihn, dass die Juden, mit denen er in Kontakt tritt, gut zu ihm sind. Schmuel wird sogar sein bester Freund. Schmuel dagegen hat durch seine Erfahrungen gelernt, dass Deutsche, besonders Soldaten, grausam sind. Kinder kommen naiv auf die Welt. Nur durch die Erwachsenen und ihre Umwelt lernen sie die Werte des Lebens kennen. In dieser Geschichte hat keiner Bruno in irgendeiner Art und Weise bisher falsche Werte vermittelt. Er hat bisher keine negativen Erfahrungen mit Juden gemacht. Aus diesem Grund steht er Schmuel vollkommen vorurteilslos gegenüber. Und deswegen ist es (leider) eine Fabel! Das Ende kam überraschend für mich. Aber eigentlich ist es das einzige Ende, was in dieser Geschichte möglich ist.An die eigenartigen Ausdrücke wie Aus-Wisch, Furor etc. gewöhnt man sich ziemlich schnell. Jeder, der geschichtliche Vorkenntnisse besitzt, versteht, was wirklich gemeint ist. Vom Stil her ist es auch für Kinder ab zehn Jahren geeignet, vorausgesetzt sie interessieren sich für die Thematik und haben bereits einige Vorkenntnisse. Es werden keinerlei grobe Gewalttätigkeiten beschrieben, sondern nur am Rande berührt. Ich könnte mir dieses Buch auch gut als Unterrichtslektüre vorstellen. Fazit: Hier kann ich nur The Guardian" zitieren: Ein kleines Wunder von einem Buch!" Absolut lesenswert! Ein Lob an den Autor!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Konsequent!, 3. September 2008

Allein das Streifenmuster auf dem Einband lässt uns ahnen, um welches Thema es sich handelt, aber der Verlauf und das Ende der Geschichte treffen uns mitten ins Herz.Bruno ist keineswegs naiver als andere Neunjährige. Von Privatlehrern unterrichtet, ohne Einfluss von Massenmedien, in behütetem Haus aufgewachsen und erzogen von Eltern, die alles andere als eine deutliche Sprache sprechen, ist Bruno nicht der Neunjährige, den man sich heutzutage vorstellt.Man möge auch bedenken, dass all die aufgeweckten, klug fragenden, stets logisch handelnden Kinder letzten Endes doch eher in Romanen vorkommen---die meisten echten Kinder sind schon eher wie Bruno: durchaus neugierig, aber vor allem verspielt, kindlich egoistisch und sprunghaft in ihren Gedanken. Und zuletzt bin ich froh, dass der Autor die realen Details nicht so wichtig genommen hat. Es ist eine Geschichte, keine Dokumentation, aber wir haben wohl zu diesem Thema schon so viele Dokumentationen gesehen, gehört und gelesen, dass wir uns dann von einer Fabel irritieren lassen.Alles in allem sicher kein Buch für Menschen ohne geschichtliches Hintergrundwissen. Ansonsten ein seltenes Juwel der Holocaust-Literatur.




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