Kundenmeinungen
Flucht in das Gewohnte, 27. Januar 2008
Der 1970 in Schweinfurt geborene Tommy Jaud entscheidet sich nach seinem Abitur für ein Germanistikstudium an der Bamberger Universität. Er schreibt nach seinem Studium an Comedy TV-Formaten wie die ,,Harald Schmidt Show. Vor seinem Zweitbuch ,,Resturlaub verfasste Jaud den Bestseller ,,Vollidiot, den er mit Oliver Pocher in der Hauptrolle bereits verfilmt hat. Sein dritter Roman ,,Millionär bekommt nach seiner Veröffentlichung 2007 sofort gute Kritiken. Tommy Jaud arbeitet zur Zeit als freier Autor in Köln.
,,Pitschi, Protagonist in ,,Resturlaub", wohnhaft in Bamberg und PR-Berater in der Brauerei Seppelpeters hat eine Vision:
,,Peter Greulich, bis zu seiner Pensionierung Leiter der Abteilung Öffentlichkeit und Marketing von Seppelpeters Spezialbräu, verstarb am 27.11.2056 in Bamberg-Srullendorf. Seiner Ehefrau Sabine Greulich und seinen drei leicht übergewichtigen Söhnen hinterlässt er ein Reihenhaus mit Kiesauffahrt und einen sauber polierten 5er BMW.
Mit dieser Vostellung kann ,,Pitschi nicht leben und stürtzt sich kurz vor dem Abflug in den immer gleichen Mallorca Urlaub in sein neues Leben. Er hinterlässt einen Abschiedsbrief an seine langjährige Freundin ,,Biene und seinen nun komplett langweiligen und verheirateten Freundeskreis. In seinem neuen Leben in Buenos Aires findet er jedoch genau das, was er in seiner Heimat Bamberg zurücklassen wollte.
Tommy Jaud führt den Leser anhand seines Ich-Erzählers durch das Leben von Peter Greulich, der kein Fettnäpfchen auslässt. Gedankliche Monologe in lustigsten Alltagssituationen von Peter und die Dialoge in schwäbischem Akzent bringen den Leser immer wieder an die Grenzen seines Zwergfells. Das immer wieder auftauchende Spanisch stört allerdings den Lesefluss, behindert aber glücklicherweise nur bedingt das Verständnis, da die wörtliche Rede meist durch Monologe erklärt wird. Für graue Wintertage eine gekonnt lustige Unterhaltung.
Buenos Aires wie es ist, 18. Januar 2008
Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen, vor allem als jemand, der in Buenos Aires aufgewachsen ist und auch die Insider-Jokes versteht. Tommy Jaud hat gute vorort-Recherche betrieben!
Einfach Lustig, 10. Januar 2008
Ich hatte dieses Buch zusammen mit Vollidiot gekauft. Was fuer ein Glueck, denn ansonsten haette ich Resturlaub wahrscheinlich niemals gelesen (Vollidiot gefiel mir eher weniger). Was fuer ein lustiges Lesevergnuegen. Eine wirklich unkonventionelle und witzige Auswanderungsgeschichte, die mich mehrmals laut auflachen liess. Sehr zu empfehlen fuer alle, die wie ich im Ausland leben oder einfach nur davon traeumen und fuer alle, die im Ausland schon mal auf sprachliche Huerden gestossen sind.
Männerroman, der am Ende abstürzt, 22. Dezember 2007
Der letzte von Peter "Pitschie" Greulichs Freunden kommt unter die Haube, um nachher wahrscheinlich wie alle anderen aufs Land in ein Einfamilienhaus mit Kiesauffahrt zu ziehen. Nachdem Pitschies Dauerfreundin Biene ihn wiederholt mit dem Wunsch nach Heirat und Kindern bedrängt, bekommt Pitschie auf dem Flughafen vor dem Abflug in den jährlichen Mallorca-Urlaub die Panik: Er täuscht einen Raubüberfall vor und bleibt mit der Behauptung zurück, er besitze nun keinen Ausweis mehr. Am Ticketschalter fragt er nach dem nächsten Flug, der ihn möglichst weit wegbringen würde. Er landet in Buenos Aires, wo er mit einem Hundefrisör und einer Bambergerin eine WG bildet. Gleichzeitig bringt er es nicht übers Herz, Biene zu sagen, dass es aus ist mit ihnen. Er kommt mit der Spanischlehrerin Luna zusammen, merkt aber bald, dass diese nur an seinem vermeintlichen Reichtum interessiert ist.
"Resturlaub" beginnt wunderbar: Sprachlich knapp und präzise und auch der Humor ist wunderbar dosiert. Der Konflikt, ob derjenige falsch tickt, der immer gesetzter wird oder der, der mit knapp 40 immer noch tut, was Jugendliche tun, wird sehr schön angerissen. Man fühlt mit dem Helden dieses Männerromans, der vom Spießertum bis nach Argentinien verfolgt wird. Gegen Mitte des Buches beginnen sich die ungereimten Konstruktionen jedoch zu häufen. Um Seite 190 von 248 kippt das Ganze dann leider vollends ins Gegenteil um: Die Handlung wird komplett unglaubwürdig und auch das Ende ist spätestens ab Seite 150 klar. Ich habe noch kein Buch gelesen, das zum Finale dermaßen abgestürzt ist. Das ist Schade, denn dadurch bleibt alles unfertig, was so formidabel begonnen hatte. Immerhin (unfreiwillig) lustig ist noch die Gegendarstellung des Mallorca-Sängers Mickie Krause zum Schluss, falls die echt ist.
Genial geschrieben - super, 22. Dezember 2007
Ein absolut genial geschriebenes Buch, was einem beim lesen schon Lacher entlockt.
Absolut realitätsnah. Durch den Schreibstil hat man den Eindruck, selbst in dieser Rolle zu stecken bzw. ganz dicht dabei zu sein.
Insgesamt das beste Buch, welches ich seit langem gelesen habe.
|