Kundenmeinungen
Ein Buch das jeder Politiker lesen sollte., 2. November 2008
Mir hat das Buch sehr zu denken gegeben. Mit der Positionierung in der Mitte zwischen Konzernen und Umweltverbänden hat Jared Diamond eine gute Perspektive gewählt. Obwohl es oft einen Öko-Touch hat, macht es ihn im Vergleich zu den anderen genannten Parteien wesentlich glaubwürdiger. Es hat den Anschein als hätte sich dieser Mann aufrichtig mit der Entwicklung der Welt beschäftigt und möchte mit diesem Buch ein Umdenken fördern. Dieses Buch sollte man Politiker an die Hand geben. Als ergänzende Weltverbesserungs-Literatur auf hohem Niveau empfehle ich Chancen der Globalisierung Joseph Stiglitz.
Völlig am Thema vorbei!, 27. Juli 2008
Der Titel "Warum Gesellschaften überleben oder untergehen" weckt Hoffnung auf Antworten zu Fragen wie z.B.: Warum ging das römische Reich unter und wurde von der dunklen Zeit des Mittelalters abgelöst? Warum ging die antike Religion zugrunde und warum wurden die Menschen plötzlich Christen? Warum scheiterte in der Antike die Demokratie so endgültig und wurde durch 2000 Jahre Monarchie abgelöst? Wird der Westen als Kultur überleben oder wird der Islam die Errungenschaften der Aufklärung wieder zurückdrehen? Wird Deutschland als transkulturell integrierte Nation überleben, oder gehen wir in einem desintegrierten Völkergemisch auf, das im Bürgerkrieg endet?Aber nichts davon in diesem Buch! Dieses Buch lenkt den Blick nur auf ökologische und ökonomische Aspekte. Umweltkatastrophen werden als Untergangsszenarien an die Wand gemalt. Dies ist ein Buch für Multikulti-Fanatiker, die die islamistische Unterdrückung der Frau als kulturelle Eigenart "tolerieren" und nur einen Blick dafür haben, wie man die Energie noch teurer machen kann, denn man muss ja den Planeten retten. Wen kümmert da schon der Niedergang der Aufklärung in der deutschen Gesellschaft?Ergo null Punkte.Wer wissen will, was man gegen den Niedergang unserer Gesellschaft tun könnte, der sollte besser das Buch "Der Multikulti-Irrtum" von Seyran Ates lesen. Der Multikulti-Irrtum - Wie wir in Deutschland besser zusammenleben können
Fundgrube, 16. Juli 2008
Dem Autor wird vorgeworfen, es gebe keine rote Linie, seine Beweisführung sei nicht schlüssig, er habe dieses oder jenes übersehen.Ich lese dieses Buch anders. Ich mag die Fülle der Geschichten. Ich verstehe inzwischen, warum Stahlproduktion so viel schwieriger ist als diejenige von Öl. Dazu fehlten mir wirtschaftliche Grundkenntnisse, über die ökolohischen Konsequenzen hatte ich nicht nachgedacht und die " Moral der Geschichte" interessiert mich brennend. Welche Lösungen angedacht werden, und dann nicht funktionieren, weil die Industrie einfach Brachen hinterlässt und der Steuerzahler dann teuerste Entsorgungen bezahlen muss.Ebenso spannend fand ich die Darstellung des Ruanda-Konflikts. Wie man schon aus Tierpopulationen weiss, tritt Anomie ein, wenn eine zu grosse Verdichtung vorhanden ist. Im Detail erklärt Diamond, wie sich ein Zustand herstellt, den Hobbes bellum contra omnium genannt hätte, der Mensch des anderen Menschen Wolf- erst kommt das Fressen, dann die Moral.Und wenn es gar nichts gibt,dann ist es der schiere Kampf um das Überleben, auch gegen Vater, Brüder, Schwestern, Verwandte.Im Buch finden sich eine Fülle von Überlegungen, warum Schäden nicht wahrgenommen werden ( die hochinteressant sind), warum gegen Schäden nichts unternommen wird, selbst wenn sie festgestellt werden.Welche Erkenntnisse notwendig sind, welche Interessen im Spiel sind.Alldies wird an vielen Beispielen erläutert, mir kommt gar nicht das Gefühl der Redundanz. Der Gedanke wird ausgebreitet und kann dadurch verankert werden.Man sollte dringend von diesem Buch ein "Essenz-Fassung" herstellen, die wichtigsten Thesen, 50 Seiten, jedem Politiker in die Hand drücken, in den Lehrplan von Schulen aufnehmen, damit frühzeitig verdeutlicht wird, weldchen Beitrag wir alle dazu leisten, ob diese Gesellschaft überlebt oder untergeht.
Die Frage ist doch: Ist der Mensch intelligent? Kann er aus seinen Fehlern lernen?, 16. Juli 2008
Und genau hier setzt das Buch meines Erachtens nach an: Den Leser daran erinnern, das alles, was wir heute falsch machen auch damals schon so gemacht wurde (abholzen der Wälder, Wasserverschwendung, u.ä.) und zu bestimmten Ergebnissen (Untergang von Kulturen) geführt hat. Die Indizienführung in sich ist schlüssig, unterliegt aber dem Problem der Beweisbarkeit. Denn ob sich auf der Osterinsel als Beispiel alles so zugetragen hat, darüber kann man auch anderer Meinung sein. Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen (daher auch 5 Sterne) und ich kann die Parallelen zu Heute sehr gut erkennen. Auf jeden Fall für interessierte Einsteiger in die Thematik empfehlenswert. Ob einem der Schreibstil gefällt ist natürlich subjektiv, ich selbst habe weniger als die Abende einer Woche für das Buch gebraucht.
Aus der Geschichte lernen, 12. Mai 2008
Kollaps ist ein immens spannendes und wichtiges Buch über den Untergang einst grosser Kulturen. Jared Diamond hat sich besonders auf isolierte Völker konzentriert, wie die Maya oder die Bewohner der Osterinseln. Am Ende des Buches beantwortet er dann die Frage, was das alles mit der heutigen, globalisierten Welt zu tun hat. Erich von Däniken war der Meinung, dass die riesigen Statuen auf der Osterinsel eindeutig von Ausserirdischen stammen müssten, denn auf der gesamten Insel gäbe es ja überhaupt keine Tiere oder Baumstämme, um die Lasten zu transportieren. Diamond zeigt eindrucksvoll warum die Osterinsel heute voller Steinfiguren ist, aber gänzlich ohne Bäume. Eine sehr tragische Geschichte, denn die Menschen auf der Osterinsel hatten einen Reichtum an Pflanzen und Tieren zur Verfügung. Ein Eingriff feindlicher Völker ist unwahrscheinlich, aufgrund der isolierten Lage der Insel. Mit Raubbau und Vertrauen in ihre Götter hat sich diese Kultur selbst ruiniert.Das eine Kultur nicht gänzlich verschwinden muss zeigen hingegen die Maya. Schon vor der Landung der Spanier war das Maya-Reich nur noch ein Abklatsch einstiger Blüte. Anders als den Inkas mit ihren Lamas, standen den Mayas keine Lastentiere zur Verfügung. Klimaveränderungen und Hungersnöte können ein mächtiges Reich genau so hart treffen wie Kriege.Auch die weiteren Kapitel über die Wikinger oder die USA sind voller interessanter Informationen und spannender Geschichten. Am Ende bleibt die aufrüttelnde Erkenntnis, dass die heutige Menschheit auf einer einzigen, riesigen Osterinsel sitzt. Es kann uns nicht gleichgültig sein, wenn Gletscher schmelzen, der Regenwald abgeholzt wird und Arten aussterben, denn sonst können in Zukunft nur noch Erich von Dänikens Ausserirdische die rätselhaften Ruinen vergangener Kulturen bewundern: Machu Picchu, Chichen Itza, das Weisse Haus, den Eiffelturm, den Berliner Reichstag...4,5 Sterne
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