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Frank Schätzing: Der Schwarm

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Der Schwarm

von Frank Schätzing

Fischer Taschenbuch Verlag GmbH

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10/Okt/2008 - 22:20


Beschreibung

"Die Yrr haben die Welt für alle Zeiten verändert." Letzter Tagebucheintrag, nachdem die Welt haarscharf am Untergang entlanggeschrammt war. Alles hatte angefangen mit einem peruanischen Fischer. Das letzte was Ucañan in seinem Leben zu sehen bekam, war eine riesige silbrig glitzernde Fläche, die näher kam. Ein Schwarm Goldmakrelen, dachte er erfreut. Ucañan irrte. Was ihn das Leben kostete, sollte sich sehr bald zu einer unheimlichen und existenziellen Bedrohung für den gesamten Planeten auswachsen.

Unter der Meeresoberfläche brodelt es neuerdings gehörig. Im Nordwesten Amerikas verschwinden Wale spurlos, um bald darauf gar nicht mehr artgerecht wieder aufzutauchen. Australien gibt Quallenalarm. Vor Norwegens Küste entdecken Ölbohrfachleute eine unbekannte Wurmspezies, deren monströse Kauwerkzeuge einen halben Kontinent zum Einsturz bringen können. Dem Meeresbiologen und Schöngeist Sigur Johanson schwant Übles: Die gesamte Meeresfauna und -flora scheint sich ferngesteuert gegen die Menschheit zu wenden. Ein wissenschaftliches Dreamteam nimmt den Kampf auf.

Unglaubliche 1.000 Seiten (angeblich Verlagsrekord!), routiniert erzählt und -- so weit es sich überblicken lässt -- solide recherchiert (immerhin ging ein wissenschaftlicher Beraterstab von annähernder Heeresstärke dem Autor zur Hand). Die Ökothematik zerdehnt zwar die Story, aber so nebenbei erfährt man allerhand über die Ölgewinnung auf den riesigen Plattformen vor Norwegens Küste und wird mit dem weit gehend unerforschten Ökosystem Tiefsee vertraut gemacht.

Für den spannenden Plot hat Tausendsassa Schätzing (der Mann leitet eine Werbeagentur, ist Musikproduzent, sieht gut aus und hat eine mehr als bewegte Website), diverse Erfolgsrezepte zusammengerührt und mit Öko abgeschmeckt. Nicht unclever und präventiv erwähnt Schätzing im Roman das Quellgebiet, das er geistig angezapft hat. Michael Crichtons Œuvre, Independence Day, Contact mit Jodie Foster und ganz besonders James Camerons Erfolgsfilm Abyss, sie alle grüßen herzlich aus nicht allzu großer Ferne.

Im letzten Drittel wird kräftig (Methan-)Gas gegeben. Tsunamis schwappen, Gallertartiges triumphiert. Höllengleich mutieren Zellverbände zu formenreichen Glibberwesen voller Tentakel. Knietief jagt Schätzing uns durch den intelligenten Schleim, der die Menschheit vor ihre größte Herausforderung stellt. Beängstigender Ökothriller! Bitte sofort die Ölheizung abdrehen! --Ravi Unger





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Thriller mit Tiefgang, 7. September 2008

Ist das alles wahr? Methanhydrate, Erdölförderung unter Wasser, militärische Versuche mit Delphinen, Atommüll, Pestizide, global warming, ... Natürlich haben wir von all dem schon mal gehört. Aber ist uns jemals derart massiv und plastisch das Ausmaß dessen vor Augen geführt worden, was wir mit unserem Planeten Erde und den Geschöpfen auf diesem Planeten anstellen?Erkenntnis #1: Was wir Menschen mit unserem Planeten anstellen, könnte tatsächlich zur Katastrophe führen. OK OK, diese Erkenntnis ist nicht wirklich neu. Aber hier wird sie mittels Literatur erfahrbar gemacht. Das hat eine andere Qualität als die rein theoretische Erkenntnis.Erkenntnis #2: Es ist in der Tat die vielleicht größte Schwäche der Spezies Mensch, dass sie weder kollektives Bewußtsein noch kollektive Erinnerung besitzt. Somit bewegen sich unsere Erkenntnisse, selbst unsere Betroffenheit immer nur auf der Ebene des Individuums, des Details. Das "bigger picture" haben wir nicht. Wenn wir es hätten, würden wir anders leben und handeln. Mag auch nicht neu sein, aber die Idee, dieses kollektive Bewußtsein in Form der Yrr dem menschlichen Bewußtsein gegenüberzustellen, finde ich durchaus originell. Und sie legt die menschliche Schwäche um so offener dar.Jetzt könnte man natürlich ausgehend von diesen Beobachtungen den Handlungsstrang fortführen, weiterhin irgendwie wissenschaftlich bleiben und die Wissenschaft die Erde retten lassen. Aber erstens ist es doch tatsächlich immer wieder so, daß die Politik sich über die Wissenschaft hinwegsetzt, und zweitens wäre es sonst kein Thriller geworden. Ein Thriller mit jeder Menge Spannung, welche sich sowohl aus dem Thema an sich als auch aus dem Handlungsstrang in der zweiten Hälfte speist. Ein Thriller wäre es auch mit einem üblichen Sci-Fi / Allien-Plot geworden. Wirklich gut wird es aber erst dadurch, dass es eben aus den wissenschaftlichen Fakten einen Handlungsstrang entwickelt, der gerade nicht vollkommen irreal ist, nicht vollkommen als Sci-Fi abzutun ist. Oder glaubt wirklich jemand, im Falle einer solchen Krise würden die USA das Feld der UNO (Irak!?), oder die Politik das Feld den Wissenschaftlern überlassen?Erkenntnis #3: Und wenn es zur Katastrophe kommt, können wir uns darauf verlassen, dass die Politik noch immer Politik bleibt, wir Menschen noch immer nur Individualinteressen kennen und somit die Katastrophe nicht aufzuhalten ist.Klingt fatalistisch. Aber es ist nicht damit zu rechnen, dass - wie im Buch - einzelne Individuen den Planeten retten werden. Das einzige, was an diesem Buch stört, ist nämlich das Happy Ending. Das ist nun wirklich irreal. Aber sei's drum. Eben Fiktion. Aber gute!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Starker Beginn - Schwaches Ende, 5. September 2008

kann mich der "ein Sterne Fraktion" nur anschließen: was auf den ersten Seiten gut begonnen hat, läßt auf den letzten 400 Seiten genauso stark nach. Überflüssig, diese zu lesen.Dennoch: wegen der ersten 300 Seiten lohnt das Buch (bis dahin).


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Plagiat!, 26. August 2008

Die Idee ist von Alan Dean Foster's "Cachalot" gestohlen, das nach meiner Meinung viel besser ist; sogar einige Einzelheiten sind entliehen. Der Schwarm ist nicht schlecht geschrieben, auch recht spannend,aber er trieft nur so von Klischees -böses..böses US-Militär und Geheimdienste, braver integerer Naturbursche etc.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Gut, unterhaltsam und lesenswert., 21. August 2008

Ich hatte eine etwas andere Ausgabe von diesem Werk, wobei das Cover eine brandende Welle zeigte, unter dem ein misteriöses, fischförmiges Auge prangte. In Kombination mit dem Klappentext auf der Rückseite, hat das Buch richtig lust zum Lesen gemacht. Und diese Lust wurde dann im Nachhinein auch nicht enttäuscht. Es hat wirklich Spaß gemacht, diese 1000 Seiten zu verschlingen. Bis auf wenige Ausnahmen ist die Geschichte wirklich spannend und dynamisch erzählt. Jetzt darf man aber nicht zu viel von diesem Buch erwarten. Der Autor setzt sich auf seine Weise mit den Gegebenheiten auseinander, die den Figuren in der Geschichte widerfahren. Viele machen ihm dabei den Vorwurf, nur Klischee's zu bedienen und keine wirklichen Persönlichkeiten in der Geschichte handeln zu lassen. Das sehe ich jedoch etwas anders. Auch wenn Anawak ein heimatloser Indianer auf der Suche nach seiner Indentität ist, die Wissenschaftler merkwürdige Eigenbrödler sind und das Militär (meistens) skrupel- und verantwortungslos handelt, bin ich nicht der Meinung, dass das jetzt ein großes Problem darstellt. Im inneren der Erde sitzt kein kleiner Klischee-Teufel, der sich die bösen Klischee's ausdenkt und sie in unsere Köpfe pflanzt. Klischee's entstehen meistens dadurch, dass sich der Großteil der betreffenden Leute wirklich so benimmt, verhält oder tatsächlich so ist. Natürlich entstehen Klischee's auch durch Vorurteile. Aber dieses Buch ist kein wandelndes Vorurteil, sondern gibt nur Situationen wieder, wie sie durchaus passieren könnten. Was soll denn der Autor nach Ansicht von einigen machen? Einen bunten Hund entwerfen, den es so wohl niemals geben wird, nur um dem Vorwurf des Klischee's zu entfliehen? Er lässt die Charaktere ja nicht dumm oder verantwortungslos handeln. Nach dem Motto: "Der Neger kann kein Deutsch."Das ist absolut nicht der Fall, von daher weiß ich nicht, wo das Problem liegt.Außerdem ist dieses Buch, in meinen Augen, weder zu langatmig, noch besitzt es zu viele Handlungsstränge und handelnde Personen. Ich finde es sehr erfrischend, mal zu lesen, dass das private Leben von Menschen nicht schlagartig endet, sobald etwas mehr Arbeit ins Haus steht. In anderen Büchern versteift man sich dann nur noch auf die Haupthandlung und lässt die privaten Sorgen und Nöte seiner Figuren einfach weg. Ich fand es ganz witzig zu lesen, dass, obwohl die Welt vor dem Abgrund steht, der heimatlose Indianer trotzdem noch auf der Suche nach sichselbst und seiner Heimat ist. Ist doch nunmal so! Nur weil man im Begriff ist, eine große Prüfung zu schreiben oder sich gerade eine mittlere Katastrophe anbahnt, ist man doch trotzdem noch in diesen und jenen verliebt oder spart auf sein Auto, oder was weiß ich. Warum denn auch nicht? Und jeder hat nunmal seine Geschichte und wird nicht einfach so in den Plot geschmissen. Es sind halt keine Pappkameraden, die anscheinend erst anfangen zu existieren, sobald sie in der Handlung auftauchen. Nebenbei ist die Handlung mit Personen auch keinesfalls überladen. Mit allen wichtigen und unwichtigen Personen, kommt man vielleicht auf 20 Leute. Die wird man ja wohl noch auseinanderhalten können, im wirklich Leben kennt man ja mit Familie, Arbeitskollegen etc. auch mehr als nur 3 Personen. Das Sinnieren, Aufzählen und Erklären von, über, unter oder wegen Fakten, finde ich kaum fehl am Platze oder langatmig. Natürlich gibt es vieles, was man schon weiß, aber darauf kommt mindestens genauso viel, was man nicht weiß. Ich finde, dass das viele vergessen, wenn sie sich über die Erklärungswut des Autors aufregen. Die neuen Infos werden als selbstverständlich hingenommen. Aber man sollte bedenken, dass das Buch nicht persönlich für einen selber verfasst wurde, sondern viele Menschen erreichen soll. Und nicht jeder hat Ahnung vom Ölbohren oder vom Mechanismus der DNA-Transkription. Warum auch? Man kann nicht alles wissen. Das dieses Werk fachlich nicht 100%ig korrekt ist und philosophisch keine Bäume ausreißt, ist doch auch kein Problem. Es ist ein Roman, der in erster Linie unterhalten soll und das tut er auch. Dass es da keine Jubelschreie von Philosophen und Biologen (ich muss es wissen, ich bin einer) hagelt, weiß Herr Schätzing, glaube ich, selber. Was er im Buch geschildert hat, ist zumindest im Ansatz denkbar und wer eine korrekte, wissenschaftliche Abhandlung der DNA-Evolution und Nukleinsäuren-Chemie haben möchte, darf gern meine Schulbücher ausleihen und sich belesen. Tut mir leid, wer solche Erwartungen in einen Roman setzt, der kann doch nur enttäuscht werden.Ich komme auch hier nicht drumherum auf meine Vorrezensenten einzugehen, die das Werk in der Luft zerrissen haben. Ja, tausend Seiten hätten es nicht sein müssen und nein, ich habe kein Geld von Schätzing bekommen. Mir hat das Buch einfach nur sehr gefallen und es ist jedem sein gutes Recht, das Buch schlecht zu finden. Aber kein gutes Haar dran zu lassen, weil da anscheinend nicht die Geheimnisse des Lebens drinstehen, halte ich für arg übertrieben. Herr Schätzing hat nicht alles richtig gemacht, die Hollywood-Action zum Schluss hat mich sehr genervt und manche Passagen sind wirklich etwas überdehnt (deswegen 4 Sterne, ich hätte gern 5 gegeben). Es ist nicht die Bibel der Geschichtenerzähler, das soll es auch nicht sein und wenn man mit der Einstellung an die 1000 Seiten rangeht, kann man sich auf ein langes Lesevergnügen einstellen. Dieser Roman regt (besonders zum Schluss) einfach zum Nachdenken und Träumen an. Und was will man mehr?


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  sehr spannend - aber die letzte CD sollte man wegwerfen, 20. August 2008

Das Meer und seine Lebewesen spielen völlig überraschend verrückt und greifen uns (die Menschheit) an. Klingt vielversprechend - ist es auch! Eine wirklich packende Geschichte rund um eine geheimnisvolle Macht im Ozean, die in der Lage ist, den Verstand der Meerestiere zu kontrollieren. Viele Dinge sind sehr gut recherchiert und unterstreichen den Aufwand, der zweifellos hinter diesem Werk steht. Vereinzelte langweilige Kapitel fallen angesichts der vielen spannenden Stellen ebenso wenig ins Gesamtgewicht, wie die Parallelen zu Abyss. Nervig hingegen ist die Verwendung von "Plötzlich". Mitunter hört man es in 30 Sekunden-Abständen! "Plötzlich hier - unterbrochen von einem plötzlichen... und das alles ganz plötzlich - während aber ebenso plötzlich gerade dort..."Unglaubwürdig ist das Verhalten der "Guten" auf dem Weg zum Showdown. Wie ein Heer aus Lemmingen wetteifern sie darum, wer zuerst über die Klippe springen darf, um das Ende vom Buch nicht erleben zu müssen. Während zwei sich noch um den Suizid streiten, ergreift der Nächste in der langen Reihe der Freiwilligen die Gelegenheit zu einem schnellen Abgang. Das "Ich-will-zuerst"-Massensterben unter den Protagonisten entbehrt jeder Logik rational handelnder Menschen, passt aber leider gut zu dem massiven Einbruch gegen Ende des Hörspiels. Wirklich schade, denn diese gute Geschichte hätte sich ein würdiges Finale verdient. Fazit: Für sein Geld erhält man 723 Minuten an reiner Hörspiel-Zeit. Die meisten davon sind wirklich spannend und sehr gut gelesen. Bei CD Nummer 10 habe ich dann allerdings gehofft, dass mir jemand eine falsche Disk reingepackt hat. Hätte diese einfach gefehlt, wäre es ein besseres Ende gewesen. Mein Tipp: Nach 9 CDs einfach aufhören!




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