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Sabine Weigand: Das Perlenmedaillon

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Das Perlenmedaillon

von Sabine Weigand

Fischer (Tb.), Frankfurt

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04/Dez/2008 - 03:01




Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Langatmig, 9. November 2008

"Das Perlenmedaillon" war das 2. Buch von Sabine Weigand, das ich (nach der Markgräfin") gelesen habe. War ich von ihrem ersten Buch noch restlos begeistert, musste ich mich durch dieses regelrecht zwingen.Wie schon bei der "Markgräfin" beginnt das Buch mit dem Fund eines historischen Gegenstandes in der Gegenwart, der zum Ausgangspunkt des mittelalterlichen Geschehens wird.Im Gegensatz zur "Markgräfin" finden hier jedoch keine historischen Recherchen statt, die die Ereignisse im Mittelalter rekonstruieren, sondern das Geschehen wird GETRÄUMT.Zwar bleibt der Leser auf die Art nun die ganze Zeit im mittelalterlichen Traum (einige Rezensenten hatte das Hin- und Herspringen zwischen den Zeitebenen in der "Markgräfin" ja sehr gestört), dafür werden die dortigen Ereignisse nun sehr zerstückelt. Da es mehrere Hauptpersonen gibt, die alle unterschiedliche Wege gehen, folgt man als Leser immer abwechselnd mal dem einem, mal dem anderen. Das fand ich persönlich wenig vorteilhaft, da man kaum Zeit hat, sich wirklich auf eine Figur einzulassen.Zudem zieht sich das Geschehen über fast 20 Jahre hin und ist dadurch teilweise wirklich regelrecht LANGgezogen - und damit unglaublich langatmig.Sabine Weigand versucht die Beschreibung der Ereignisse zwar wieder durch das Einflechten von Briefen oder Berichten aufzulockern, aber insgesamt versteht das Buch nicht zu fesseln.Dabei wäre die Grundidee durchaus spannend: Cousin und Cousine werden nach einer verbotenen Liebesnacht entzwei gerissen und müssen ihr Leben fortan getrennt meistern - ohne sich jeh zu vergessen. Doch dazu kommen einfach zuviele andere Nebenhandlungen, die z.T. nicht mehr glaubhaft sind: Der Bruder der Cousine, der an seinem Mönchsein zweifelt; der neue Mann der Cousine, der gewalttätig ist; die Hure, die mit dem Mann schläft und sich in den Bruder verliebt; der Cousin, der in finstere Machschaften in Venedig verwickelt wird und nebenbei den Maler Albrecht Dürer zum Freund hat, dessen Frau wiederum mit der Cousine befreundet ist.....usw.Sabine Weigand wollte da wohl zuviel. Die Hälfte der Seiten hätte es auch getan. Schade!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Zu viel gewollt, 19. Oktober 2008

Ich kann mich den Lobpreisungen meiner Vorredner nur bedingt anschließen. Sicherlich ist das Buch interessant geschrieben und gut recherchiert, scheitert aber einfach daran, dass die Autorin zu viel will. Erstens wird versucht einen Linie zur Gegenwart zu ziehen, in der Prolog und Epilog spielen, was aber einfach nicht wirklich passt. Dann muss ich leider sagen, dasd das Perlenmedaillon selber immer mal wieder vorkommt, doch beileibe keine Hauptrolle spielt.Das größte Problem ist aber, dass es 3 Hauptpersonen gibt. Anna, eine begehrte "Hübscherin", die wirklich eine interessante, aber keineswegs spannende Geschichte hat; Nikolas/Nicco, welcher als Goldschmied in Venedig sein Glück versucht und den für mich besten Teil des Buches darstellt und Helena, eine unglücklich verheiratete Patrizierin, welche Nicco liebt und deren Geschichte ich einfach nur langweilig finde (monoton, wenn zum 3. Mal ihre Geburt geschildert wird und wie sie immer wieder geschlagen wird). Daraus folgt, dass dem Buch fast jegliche Spannung fehlt. Hätte man sich hier auf Nicco konzentriert, wäre es wahrscheinlich ein wirklich tolles Buch geworden. Was mich insbesondere stört, sind Passagen von Niederschriften der Hauptpersonen, welche in altem Dialekt geschrieben sind und daher schwerer lesbar werden. Der Effekt mag ja gut gemeint sein, aber mir geht es ums Lesen und nicht um Effekte. Außerdem gibt es mehrere Seiten Beschreibungen aus einem Edelsteinbuch, was später vollkommen ohne Relevanz ist und seitenlange Gerichtsprotokolle, die mich einfach gestört haben.Als letzten Kritikpunkt möchte ich anmerken, dass mir so ein wenig die Historie fehlt. Natürlich spielt der Roman in der Vergangenheit und einige Begebenheiten, Nürnberg und Venedig werden auch beschrieben, aber das sollte nun mal jeder Roman der Vergangenheit haben, irgendwie fehlt mir hier das Außergewöhnliche.Fazit: Kein schlechtes Buch, aber auch nicht wirklich gut. Mittelklasse und einfach nicht spannend. Wer wirklich gern Mittelalterromane liest, dem sei Rebecca Gable empfohlen.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Top-recherchiert und gekonnt erzählt, 22. August 2008

"Das Perlenmedaillon" von Sabine Weigand ist ein top-recherchierter und gut erzählter historischer Roman, der im Nürnberg und Venedig des 15. /16. Jahrhunderts spielt. Ich habe in jeder Zeile gespürt, dass die Autorin vom Fach ist, das unterscheidet sie von vielen anderen Autoren historischer Romane, die zwar ausführlich für ihr Werk recherchierten, aber keine jahrelange Ausbildung in diesem Bereich genossen haben. Und so handelt dieser Roman nicht von edlen Rittern, tugendhaften Burgfräuleins und ähnlichem Kitsch, sondern er beschreibt den Alltag von Patrizierinnen, Handwerkern, Huren, Mönchen. Dazu gehören ihre Liebschaften, Sorgen, Nöte und Glaubensvorstellungen ebenso wie viele Schattenseiten dieser Epoche: Dreck, Krankheiten, Seuchen, die menschenverachtende Behandlung von Behinderten, Huren, Ehefrauen und die brutalen Strafen des "Rechtssystems". Bei den Seuchen drängt sich der Eindruck auf, dass die Autorin so viele wie möglich in diesem Buch unterbringen wollte, hier eine Auswahl: Pest, Lepra, Syphilis, Frieseln, Pocken.Aber halt! Dieser Roman ist keine Horrorgeschichte, sondern in erster Linie die spannende Erzählung von insgesamt vier Hauptfiguren: Ein Mönch, eine Hure, eine Patrizierin und ein Goldschmied. Diese Hauptfiguren waren der Grund, warum ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand gelegt habe. Jede Figur hat einen unverwechselbaren Charakter, mit jeder Figur fieberte ich mit. Auch mit Helena, auf die sich die Handlung am Ende zuspitzt. Sie wird gegen ihren Willen mit einem Patrizier verheiratet, die Ehe mit ihm wird nach und nach zur Hölle. Die spannende Frage während des Romans ist, ob sie wieder mit ihrer Jugendliebe Niklas zusammenkommt. Jedoch hat mich von allen Hauptfiguren ausgerechnet Helena am wenigsten in ihren Bann gezogen. Vielleicht lag es an ihrer Passivität, mit der sie am Anfang alles mit sich machen lässt, vielleicht aber auch an einigen dämlichen Aktionen. So kauft sie z. B. einen Besitz, den ihr Ehemann verspielt hat, mit ihrer Mitgift wieder auf. Damit hat sie ihre Mitgift vergeudet und ihr verschwenderischer Ehemann hat wieder Zugriff auf das Vermögen.Für Abwechslung ist also dank der Hauptfiguren gesorgt. Doch das Geschehen wird nicht nur aus Sicht dieser vier Figuren erzählt, manchmal wechselt die Autorin auch in die Perspektive von Nebenfiguren, einige Male sogar in die Perspektive von Tieren (Wölfin, Ratte). Was mir nicht gefallen hat: Einige Male erklärt die Autorin selbst, dann fallen Sätze wie: "Mühlen waren die Fabriken der damaligen Zeit." Danach wird das Einsatzgebiet von Mühlen erklärt, was eher nach Sachbuch klang als nach einem Roman. Diese Einblendungen der Autorin halten sich jedoch in Grenzen, meist werden Dinge aus Sicht der Figuren beschrieben, also in die Handlung eingefügt. So beschreibt die Autorin z. B. Venedig auf vier Seiten, allerdings nicht trocken nach Reiseführer-Art, sondern aus der Sicht einer Hauptfigur, die durch die Gassen streift, beobachtet und bewundert. Aber nicht alle Beschreibungen sind so elegant: Wenn Sabine Weigand den Wissenstand der damaligen Zeit erläutern will, kommt oft eine Überleitung der Art: "Schließlich wusste jeder", "sagen die Leute", "jedermann wusste schließlich", "es war schließlich allgemein bekannt".Herausragend finde ich die altertümliche Sprache, die die Autorin in Dialogen und Briefen verwendet, die Handlung erscheint damit sehr authentisch. So fallen z. B. Begriffe wie Schelln, Bratwurstweck, Göschlein. Die Anrede in einem Brief geht so: Libster Vater, lib Swesterlein und gute Stief mutter, wollet nicht altzu betrübt sein wenn ir diß leset. Dies ist nicht das einzige Stilmittel, durch das der Leser in das Mittelalter zurückversetzt wird, es sind auch die Gedanken, die sich die Menschen der damaligen Zeit machen, z. B.: Wie sehen Engel aus? Oder auch ihr Glaube, z. B. an die Heilkräfte von Reliquien. Oder durch die Gliederung der Gesellschaft, insbesondere der Stadt Nürnberg, deren Gesellschaft in ihrer ganzen Breite dargestellt wird: Patrizier, reiche Geschäftsleute, Hurenhaus. Es sind also nicht nur ein paar Details, die den Leser in das Mittelalter zurückversetzen, es ist der gesamte Hintergrund. Jeder Platz, jede Straße, jedes Haus wirkt authentisch.Den Erzählstil fand ich ebenso abwechslungsreich wie die Handlung: Einmal ist alles süß und putzig, z. B. wenn sich Helena um ihre Kinder kümmert, dann wieder kommt es zu brutalen Szenen, z. B. Hinrichtungen und Folterungen (Augen ausstechen, vierteilen, lebendig begraben), Verstümmelung und Mord (der Schädel wird mit der Axt zerteilt). Für weitere Abwechslung sorgen die Briefe, die zwischen die normalen Szenen eingefügt werden, ebenso wie z. B. Protokolle von Zeugenbefragungen.In weiten Teilen des Romans springt die Handlung zwischen Nürnberg und Venedig hin und her. Aber nicht nur die Städte wechseln, auch die Schauplätze in den Städten selbst, so wird der Leser in ein Nürnberger Bürgerhaus ebenso entführt wie in ein Hurenhaus, die Sebalduskirche und den Rathaussaal.Ein paar kleine Kritikpunkte habe ich noch: Nach zweihundert Seiten baut die Spannung für kurze Zeit ab. Keine der Hauptfiguren befindet sich in Gefahr, es gibt nichts zu zittern und zu bangen. Helena und Niklas schicken Briefe hin und her, aber sie schildern alltägliches und plaudern nur. Aber keine Angst: Dieser Zustand hält nicht lange an. Bald wird die Ehe für Helena immer unerträglicher und Niklas gerät in die Fänge der venezianischen Mafia...Auf eine Übertreibung (um nicht zu sagen eine Lüge) muss ich noch aufmerksam machen. Auf dem Umschlag steht, dass es sich um "Die wahre Geschichte der Helena Heller" handelt. Die Autorin hat jedoch nur einige Motive aus dem Leben einer Nürnberger Patrizierin mit Namen Dorothea Landauer übernommen, Helena Heller gab es nicht. Was wieder einmal beweist: Auf Buchcovern wird mehr gelogen als auf Wahlkampfveranstaltungen.Fazit: Kaufbefehl! Besonders für Franken und Nürnberger.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Spannender Einblick in die Vergangenheit, 13. August 2008

Die Schilderungen der ganz normalen Lebensabläufe war so detailreich und plastisch, dass man sich gut vorstellen konnte, wie es ist, in dieser Zeit zu leben. Die Lebensgeschichten der Hauptpersonen waren spannend und mitreissend. Das Ende hat mir einen Kloß in den Hals getrieben, obwohl ich sonst nicht so bin, weil ich mich total in die Handlung hineinversetzen konnte.Nur etwas genervt hat mich der Klappentext.Zitat:... geben ihr noch Hoffnung - und das Perlenmedaillon, das sie zu Anna, der "Hübschlerin", führt. Mit Annas Hilfe wagt Helena das Unerhörte: sie begehrt gegen ihren Mann auf, ruft den Nürnberger Rat an.Denn das stimmt so einfach nicht.Aber das tut dem Buch an sich natürlich keinen Abrruch und ich kann es nur hundertprozentig empfehlen!!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Historische Geschichte und Spannung in einem Buch, 11. August 2008

Ein wirklich gelungenes Buch das man gar nicht mehr weglegen will. Habe mir nun auch das zweite Buch der Autorin bestellt, weil sie es versteht diese Zeit spannend und interessant zu erzählen. Das Schicksal der Figuren geht einem echt unter die Haut. Ich kann es zu 100% weiterempfehlen.




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