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Gabriel Garcia Márquez: Hundert Jahre Einsamkeit

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Hundert Jahre Einsamkeit

von Gabriel Garcia Márquez

Fischer (Tb.), Frankfurt

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03/Dez/2008 - 20:38


Beschreibung

Nach einem Mord, und nachdem der Geist des Ermordeten ihn und seine Frau nicht mehr in Ruhe gelassen hatte, machen sich José Arcadio Buendía, seine Frau Ursula und einige andere auf den Weg, um ein neues Dorf zu gründen. Macondo liegt irgendwo im Urwald, keine Straße führt dorthin, und nur die Zigeuner finden immer wieder ihren Weg zu ihnen, um ihnen die neuesten Erfindungen zu präsentieren -- die von José Arcadio jeweils mit Begeisterung gekauft und ausprobiert werden, ob es sich nun um Magneten oder um Chemikalien handelt. Melchíades, der Weise, der diese Erfindungen jeweils präsentiert, unterweist ihn im Gebrauch dieser Neuerungen.

Zwei Söhne werden ihnen geboren; José Arcadio und Aureliano. Das Haus füllt sich auch sonst mit Menschen; immer mehr werden es, die Kinder der Gespielinnen der Söhne werden ebenso im Haus deponiert wie entfernte Verwandte, von denen keiner weiß, wer sie eigentlich sind. Über Generationen hinweg wird nun von dieser Familie erzählt; vom General, der 32 Aufstände anzettelt und jedesmal scheitert, der unzählige Attentate überlebt, der siebzehn Söhne zeugt und alle in einer einzigen Nacht wieder verliert; von Eifersüchteleien, von unerfüllter Liebe und Leidenschaft, von Inzest, vom Leben und vom Sterben. Mit der Familie wächst auch das Dorf, wird immer weiter an die Errungenschaften der Technik angeschlossen, eine Eisenbahn verkehrt, eine Bananengesellschaft wird gegründet; bis das Rad sich wieder dreht und das Dorf wieder zu seinem Ursprung zurückkehrt. Naturkatastrophen verhindern das Bleiben der Bananengesellschaft, auch sonst passiert hier nicht mehr viel, und zum Schluss soll sich auch noch die alte Prophezeiung erfüllen, dass zu viel Inzucht zu Söhnen mit Schweineschwänzchen führt.

Zu diesem Buch eine Inhaltsangabe abzugeben, ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Viel zu viel passiert auf diesen beinahe 500 Seiten; und vor allem: Es ist ausgesprochen schwierig, bei diesen vielen sich überschneidenden Generationen mit den ewig gleichen Namen den Überblick nicht zu verlieren. Wobei der Autor mit dieser Unsicherheit ja auch ganz bewusst arbeitet; es gibt ein Zwillingspärchen, das sich bis zum Tod immer wieder vertauscht und selber nicht mehr weiß, wer nun wer ist.

Vor zehn Jahren hatte ich dieses Buch ja schon einmal gelesen. Meine Erinnerung an den Inhalt war recht spärlich, aber woran ich mich noch genau erinnern konnte, war das Gefühl, ein höchst beeindruckendes Buch gelesen zu haben. Es lohnt sich sehr, sich für dieses Buch eine längere Zeitspanne zu reservieren, in der man ununterbrochen lesen kann; der in diesem Buch begründete magische Realismus kann so seine Wirkung am besten entfalten.

Woran ich mich auch nicht erinnern konnte, oder was mir damals vielleicht auch noch gar nicht aufgefallen war, ist der unglaubliche Humor, der hier versteckt ist. Allerdings ist es ein tiefgründiger Humor, der seine Wirkung daraus bezieht, dass man die Figuren im Buch kennt, und der sich schwerlich durch die Erzählung von Anekdoten wiedergeben lässt. Alles in allem bin ich wiederum schwer begeistert und freue mich schon auf den Genuss, den dieses Buch mir beim nächsten Lesen bieten wird. --Daniela Ecker





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Das berühmteste, aber nicht das beste Buch!, 2. April 2008

Über dieses Buch eine Inhaltsangabe zu verfassen dürfte fast unmöglich sein, zuviel passiert hier. Desweiteren dürfte der Inhalt auch den meisten bekannt sein, deswegen nur soviel: Garcia Marquez erzählt hier die hundertjährige Geschichte der Familie Buendia, deren Oberhaupt das Dorf Macondo gründet. Alles scheint wunderbar bis durch das Auftauchen eines Landrichters besagtes Dorf in ein staatliches System eingeglieert wird. Hier beginnt dann langsam der Verfall der Buendias. Bürgerkriege spielen eine Rolle, die Ausbeutung der einheimischen Arbeiter ebenso, Inzest (oder doch nicht!?) u.v.a.Da in dem Buch ungeheuer viel passiert, es sehr bunt und überbordend von Geschehnissen ist und es dadurch eigentlich nie richtig langweilig wird, hätte ich dem Buch gut und gerne 5 Sterne geben können. Doch leider sagte es mir stilistisch weitestgehend überhaupt nicht zu. Zu allererst fehlt irgendwie ein roter Faden. Dass das Buch fast ausschließlich in Macondo angesiedelt ist und es immer um mindestens um ein Familienmitglied der Buendias geht reicht meines Erachtens nach nicht aus, um eine steigende oder gar gradlinige Spannungskurve zu beschreiben oder zumindest durchgängigen Lesefluss zu gewährleisten. Zu vieles scheint einfach so hingeschrieben und es ist recht schwierig am Ball zu bleiben. Gut, der ein oder andere mag mir nun mit Musils "Mann ohne Eigenschaften" kommen und dem Buch dasselbe vorwerfen. Mag sein, aber bei Garcia Marquez tauchen im Gegensatz zu Musil unheimlich viele Personen auf, eben mehrere Generationen, die zu allem Überfluss meist auch noch dieselbe oder zumindest annähernd dieselben Namen haben (was das Ganze wiederrum auch komplizierter macht, als die ebenfalls sehr ausgiebig mit Personen bestückten russischen Klassiker!). Das kann nicht gut sein, wenn man wirklich alles mitkriegen will, da es hierdurch eher zu einem Erzählband verkommt, anstatt ein durchweg stringenter Roman zu sein. Vor allem tauchen für meinen Geschmack fast alle Figuren viel zu unauffälig ab bzw. sterben einfach so, das liest sich teilweise sehr einfallslos. Es wird dadurch, wie schon gesagt, niemals wirlich langweilig, leider aber auch niemals wirklich fesselnd, weil eben kaum etwas besonders Großartiges passiert. Desweiteren ist es bei dieser Masse an Personal nicht sehr vorteilhaft die Geschichte nicht durchweg chronologisch zu erzählen. Was bei "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" noch Sinn machte und die Spannung steigerte, erwies sich für meinen Geschmack hier als Bremsklotz. In einem Kapitel ist eine bestimmte Figur die Hauptperson, im nächsten dann eine andere. Gut. Ein Kapitel weiter erfährt man dann plötzlich, dass die Hauptperson aus dem voherigen Kapitel gestorben ist, um dann nach etlichen Seiten im wiederrum nächsten Kapitel zu erfahren, wie und warum besagte Person gstorben ist. Das gefiel mir nicht sonderlich!Fazit: 5 Sterne für diesen farbenfrohen, anekdotenreichen Roman, der nie langweilig wird und der Autor zu alle dem auch noch mit der Geschichte der Buendias allegorisch die lateinamerikanische Geschichte erzählt. Einen Stern (fast 2) Abzug für den Stil und weil es nie richtig fesselt. Lesen kann man das Buch auf jeden Fall, damit macht man nichts falsch. Mir persönlich hat aber "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" deutlich besser gefallen.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Abtauchen in eine phantastische Welt, 17. März 2008

Das Buch ist das schönste Buch, das ich je gelesen habe. Bereits nach wenigen Seiten tauscht man ab in den südamerikanischen Urwald, ins fiktive Macondo, in dem die Geschichte des Dorfes und der Familie Buendía über 100 Jahre erzählt wird. Teilweise witzig, teilweise traurig, aber immer mit einn gehörigen Portion Charme, so dass man das Buch garnicht weglegen möchte. Leicht beschwinglich wird diese Familiengeschichte erzählt, nicht so melodramatisch wie "Das Geisterhaus" von Isabel Allende oder so nüchtern-trocken wie "Die Buddenbrooks" von Thomas Mann.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Phantastisches Kaleidoskop, 18. September 2007

Hundert Jahre Einsamkeit von Gabriel Garcia MarquezIrgendwo im Kolumbianischen Dschungel lebt die Familie Buendia, deren einzelne Mitglieder mit phantastischen Eigenschaften ausgestattet sind. Immer wissbegierig und mit Forscherdrang versehen, der sich ins Kuriose steigert. Aber auch mit Machtwillen ausgerüstet, der einige Familienmitglieder ins Verhängnis führt.Und so ist diese kaleidoskopartige Familienchronik auch die Schilderung eines scheinbar ewigen Bürgerkriegs.Immer wieder phantastisch überhöht wird das Entstehen und Wachsen, die Stagnation, der Verfall und letztendlich der Untergang eines Ortes und seiner Hauptfamilie dargestellt.Sprachgewaltige Bilder, die einen mitreißen und nicht mehr loslassen.Super


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Absolut geniales Buch! Allerdings: Man muß den Stil mögen..., 18. Mai 2007

"Hundert Jahre Einsamkeit" ist eines von García Márquez' absoluten Meisterwerken, wenn nicht sogar DAS Márquez-Buch schlechthin! Es ist nicht einmal die Geschichte selbst, die bestechend ist, die es hervorhebt, obwohl allein sie schon atemberaubend ist, so verworren, so unglaublich wild und wirr und facetten- und ideenreich. Es ist die Art, wie dieses Buch geschrieben ist, wie wild und wuchernd sich die Sprache (im Deutschen wie im Spanischen!) ihren Weg durch die Wirrnisse dieser Familien-Saga bahnt, wie gigantisch sie Farbexplosionen auslöst und Gerüche aufstieben läßt, wie ehrlich-grotesk, übertrieben-banal sie Persönlichkeiten schafft, die man so schnell nicht vergessen wird, und Gesten, Orte, Landschaften, Momente beschreibt, die man buchstäblich riechen, schmecken, hören und sehen kann. Und es sind diese sich überflügelnden wahnsinnigen, bizarren Gedankengebilde, die Márquez' Phantasie hier zaubert, diese kleinen, aberwitzigen Vorkommnisse seiner Geschichte und Fähigkeiten seiner Figuren, die das Buch zu einem unvergeßlichen Erlebnis machen.Ein farben- und ideenfroher Strudel, von dem sich fortreißen lassen kann, wer Márquez liebt - doch man MUSS ihn lieben, seine Sprachgewaltigkeit verstehen, sonst wird einen dieses Buch wohl schnell langweilen, wenn nicht überfordern.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Das schöne Leben in der Provinz, 25. Januar 2007

Das ist wirklich ein Klassiker. Nicht etwa, weil das Buch alt ist oder besonders berühmt. Der Autor hat danach noch viele erfolgreiche Bücher veröffentlicht, und so ist dieses Werk zu unrecht etwas in den Hintergrund geraten. Es ist ein Klassiker, weil es eine Unmenge an klassischen Geschichten enthält, einen Fundus, aus dem man sich immer wieder bedienen kann, und der als Vorlage für vielleicht ein Dutzend Romane problemlos reichen könnte. Erzählt wird das Schicksal eines Dorfes, und damit auch einer großen Famillie, irgendwo im Nirgendwo Lateinamerikas. Man merkt eigentlich nicht, wie die Zeit vergeht - es sei denn in der Abfolge der verschiedenen Generationen. Aber auch wenn es tiefste Provinz ist, wo die Einwohner die Dramatik der Geschichte nur durch gelegentliche Botschaften, durch seltene Ausblicke in die Welt erfahren, hier passieren wirklich spannende Dinge: Menschen lieben, sterben, kämpfen um ihr Glück, bekommen Kinder, werden in Ehren alt oder verrückt, haben Erfolg oder scheitern. In den intensivsten Momenten des Buches haben sie Sehnsucht. Das Buch wird auch sprachlich sehr gelobt, hier muss ich aber sagen, das der Rezensent der Muttersprache des Autors, also dem Spanisch, leider nicht mächtig ist, also darüber nur schwer eine Aussage treffen kann. Die deutsche Übersetzung liest sich schön, auch wenn es nicht immer einfach ist, die vielen Personen, Namen und Geschichten immer auseinander zu halten. Wie schon gesagt, ein Klassiker.




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