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Peter Bieri, Pascal Mercier: Das Handwerk der Freiheit. Über die Entdeckung des eigenen Willens.

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Das Handwerk der Freiheit. Über die Entdeckung des eigenen Willens.

von Peter Bieri Pascal Mercier

Fischer (Tb.), Frankfurt

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12/Okt/2008 - 12:29


Beschreibung

Sie sind ein freier Mensch! Sie können dieses Buch jetzt bestellen oder aber nicht. Was so einfach klingt, ist in Wahrheit eines der kniffligsten Probleme der Philosophie, an dem sich schon geniale Köpfe wie Immanuel Kant abgearbeitet haben. Der Berliner Philosophieprofessor Peter Bieri geht scheinbar unbekümmert an das Thema der Willensfreiheit heran und beschließt, "kein akademisches Buch" zu schreiben, das "den Leser über die Schlachtfelder der Fachliteratur schleift". Auf den über 420 Seiten Text findet sich tatsächlich keine Zitat, kein Name eines anderen Philosophen. Und was er im Vorwort ankündigt -- "über ein zum Verzweifeln komplexes Thema in einfacher, mühelos fließender Sprache schreiben" --, ist Bieri hinreißend gut gelungen.

Der Grund dafür ist wohl in der zweiten Leidenschaft des aus der Schweiz stammenden Philosophen zu suchen -- dem Schreiben von Romanen (zuletzt Der Klavierstimmer unter seinem Pseudonym Pascal Mercier). Analytische und erzählerische Passagen sind miteinander verwoben. Und die vielen Beispiele und Gedankenexperimente sind nie bloße Illustrationen für etwas, das begrifflich und gedanklich bereits entschieden ist. Das "Stellen Sie sich vor..." am Anfang vieler Absätze lädt den Leser ein, unterschiedlichste Situationen des Erlebens von Freiheit oder Unfreiheit mit dem Autor gedanklich durch zu spielen. In bester phänomenologischer Tradition muss sich das Denken, das an allgemeinsten Begriffen wie Freiheit, Handeln, Entscheiden oder dem Unterschied zwischen Wollen und Wünschen ansetzt, in konkreten Alltagssituationen beweisen und festmachen lassen.

Warum aber ist die Freiheit des Willens ein Handwerk? Weil sie uns nicht in die Wiege gelegt ist oder wir qua Menschsein zur Freiheit verurteilt sind, wie Sartre meinte. Vielmehr müssen wir sie uns erarbeiten, brauchen Fantasie, Selbstreflexion, Engagement und Verantwortung um die Freiheit unseres Willens zu entdecken und zu verfeinern. Also schon fast eine Kunst -- so wie es bestimmt eine Kunst ist, solche Bücher zu schreiben, bei denen philosophische Tiefe und Genauigkeit mit sprachlicher Eleganz und Lesbarkeit eine wundervolle Verbindung eingehen. --Christian Stahl





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Freiheit als Bewusstheit, 14. September 2008

Vorweg sei gesagt: Wer weiß, wie heute im Zeitalter von Postmoderne und Dekonstruktivismus in philosophischen Büchern bisweilen formuliert wird, der freut sich, mit Bieris Buch ein hervorragendes Muster an argumentativer Stringenz in der Philosophie zu finden. Aber ist es überhaupt ein philosophisches Buch, oder vielmehr ein psychologisches? Auch wenn Bieri dies im Anhang zurückweist, meine ich, mindestens zu 50 Prozent ist es Psychologie. Immer wieder werden phänomenologisch-typologische Beispiele menschlichen Erlebens beschrieben (der Zwanghafte, der Getriebene, der Spieler, der Willenlose u.a.). Der explizite fortwährende Bezug auf Dostojewski, sicher einer der brilliantesten Psychologen unter den Literaten, kommt nicht von Ungefähr. Insgesamt handelt es sich um ein bemerkenswertes Buch im Spannungsfeld zwischen Psychologie und Philosophie.Der Grundgedanke ist einfach: Der bedingte (eingegrenzte) Wille wie der unbedingte (nicht eingegrenzte) Wille führen, zu Ende gedacht, zur Auflösung der Person, zum Verschwinden von Individualität und Identität. Der Widerspruch zwischen beiden wird auf einer höheren Stufe aufgelöst, dem angeeigneten Willen. Dieser ist die permanente Aufgabe eines bewussten Lebens. Wenn ich hier doch nur 4 statt 5 Sterne gebe, dann deshalb, weil man diese Auflösung als psychologisch gebildeter Leser schon ahnt. Immer wieder musste ich beim Lesen an Freuds Satz "Wo Es war soll Ich werden" denken. Und auf Sigmund Freud bezieht sich Bieri dann am Ende auch ausdrücklich. Zudem wirkt manche argumentative Schleife doch etwas langatmig. Und noch ein Kritikpunkt: Der Autor zeichnet bisweilen das Bild einer Person, die in einer Gesellschaft lebt, die ihr alle Freiheit des Entscheidens prinzipiell überlässt. Der Blick für die Zwänge des täglichen Lebens in Familie und Beruf, geht manchmal verloren.Im Übrigen versteht man dieses Buch nur richtig, wenn man es als Abgrenzung zur modernen Hirnforschung liest, die uns in weiten Teilen der Forschung vorgaukelt, unser Gehirn steuert uns auf unbewusster Basis permanent in unserem Handeln. Wir wären also unfrei. Das Buch ist damit auch als Abgrenzung des philosophisch-psychologischen Terrains in der interdisziplinären Hirnforschung zu verstehen. Es war wohl professorale Rücksichtnahme, dass Bieri auf jeden Bezug zur naturwissenschaftlichen Hirnforschung verzichtet, obwohl er, vor Fertigstellung des Manuskripts, etliche Jahre in einem interdisziplinärem Projekt in der Hirnforschung mit Naturwissenschaftlern und Psychologen zusammengearbeitet hat.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Labyrinth und Ariadnefaden im Wechselspiel, 3. Juli 2007

Sie sind ein freier Mensch! Sie entscheiden, ob Sie diese Rezension lesen und sich auf eines der bemerkenswertesten Themen der Philosophie einlassen. Sie werden einen brillanten Bieri erleben. "Frei ist, was nur den Gesetzen seines eigenen Wesens gemäß handelt und von nichts anderem weder in noch außer ihm bestimmt ist" (Schelling) Weder solche Art von Herleitung noch die Fragen des Determinismus im Widerspruch zur Freiheit sind Bieri wichtig. Er leitet sein Bestreben einzig aus der Fülle der Gedanken über die Jahrtausende ab, mit dem Wissen, nichts Neues bringen zu können außer genau die Transparenz, die dem Leser ein gesellschaftliches Verständnis von Freiheit und Willen ermöglicht. Er möchte zu einer begründeten Entscheidung kommen in einer verwirrenden Sache. Eloquent und eben bestens verständlich leitet er die aus den Begriffen und Schriften von Platon, Aristoteles, über Kant, Fichte, Schelling, Wittgenstein und den anderen Freiheitsphilosophen und -dichtern gewonnene Erkenntnisse in ein flüssiges Leseerlebnis, weil er auf Fußnoten und sonstige Literaturverweise im Text verzichtet. Lassen Sie sich also entspannt in ein Labyrinth der philosophischen Verwirrung führen, bedenken Sie mit Bieri die Möglichkeiten und die Gründe weiterer Wege, um am Ende zu wissen, was Erkenntnis und Entscheidung ist und mit welchen rationalen Mitteln Sie zur angeeigneten Handlungsfreiheit kommen, die aus dem gedanklichen Irrgarten hinausführt. Er spielt gelassen mit Labyrinth und Ariadnefaden zur selben Zeit.Verständlichkeit als Prämisse legt nahe, Beispiele (z. B. der Literatur) zu verwenden, da hier jeder den Zugriff und eine Vorstellung gewinnen kann. Dostojewski zeigt in "Verbrechen und Strafe" (Schuld und Sühne) die Hintergründe eines Mordes und reibt sich an der Frage, ob Schuld vorliegt, wenn nicht selbst gewählte Bedingungen diesem Vorschub leisten. So erreicht Bieri schnell den Kontext, in dem "Freiheit von" und "Freiheit zu" diskutiert und beleuchtet werden. Freiheit, die zu Handlungen führt, zur Verantwortung der Handlung und zu bedachten Möglichkeiten zukünftiger Art oder rückwirkender Reflexion zur Klärung der Schuldfähigkeit und Verantwortung. Aufgezeigt wird somit der Spielraum von Möglichkeiten, der von inneren Motiven (aktuelles Außen, gespeicherte Erfahrung, Herkunft) beeinflusst wird. Dostojewskis Roman ist die Schnur, Raskolnikov die Figur, an der Bieri jede Idee, jeden Gedanken in seiner Verzwirbelung entdeckt.Wunsch, Wille, Handlung - real oder in der Phantasie grenzt er ab. Er spürt den Voraussetzungen nach wie Fähigkeit, Mittel oder Gelegenheit; er klärt die Wege zur Entscheidung auf Grund der Voraussetzungen, die zu Handlungen führen, sei es widerwillig oder willenlos. Nur dort wo Wille ist, ist Urheberschaft, ist Ich. Dort ist Entscheidung, diese wiederum bezeugt die Urheberschaft des eigenen Willens. Das gilt ebenso in der Spekulation: "Ich könnte auch anders wollen", denn nur in dieser Überlegung bekräftigt man das erste, Wille ist nicht beliebig und die Freiheit des Willens damit sinnvoll gebunden, nämlich in der Folge des Urteils über das Richtige. Da wo eigene Entscheidung ist, ist eigener Wille, wo Manipulation die Entscheidung scheinbar als eigene girlandet, wird man in der Nachträglichkeit des Überlegens zum "Lakai eines fremden Gedankens", wie Dostojewski es treffend formulierte. Und doch sind wir Menschen aus dem Kontext der Kernfamilie gebunden an Regeln und Vorstellungen, an Gedanken und moralischen Werten. Diese Familie ist wie eine "sanfte Sekte", deren Gedankengut wir in Übereinstimmung oder in kritischer Distanz überblicken und vielleicht in einigen Provinzen des Denkens zur Freiheit verhelfen. Ganz sicher jedoch gelingt dieses nicht, wenn der Wille ein erzwungener ist.Bieris Brillanz ist sehr einfach und damit umso bemerkenswerter: er lockt nicht gleich mit bündigen Thesen, sein Buch gleicht vielmehr einem Übungsbuch. Der Meister führt Regie und damit das Denken in die unterschiedlichen (Sack-)Gassen des Irrgartens, in denen uns die verschiedenen, nicht selten überraschend andersgearteten Intuitionen der Freiheit entgegenkommen. Bieri bemüht die sokratesschen Methoden des Dreischritts zur Auflösung. (1) Widerspruch erzeugt er in der Idee der "bedingten Freiheit". Dass "frei" und "bedingt" nicht zusammen passen, scheint so offensichtlich, dass sein Bemühen höchste Aufmerksamkeit des Lesers bekommt; und man erkennt, dass gerade die Freiheit des Willens ihre Bedingtheit verlangt. (2) So folgt er Sokrates zweiter Methode, in der der Beweis an seinem Widerspruch erhärtet werden muss. Die Idee einer "unbedingten Freiheit" kann, wie Bieri scharfsinnig dekonstruiert, nur unbeherrschbar, rätselhaft oder verrückt sein. Da wo alles "unbedingt" ist, wird keine Entscheidung möglich, die Frage Warum? gälte als Unverschämtheit, der Wille stürbe im Dilemma zwischen allem Gleichwertigen wie Buridans Esel. Die Unbedingtheit löscht ihn als Wille aus. (3) Die dritte Rede bringt die Synthese in der Idee einer "angeeigneten Freiheit". Aneignen ist eine Tätigkeit, sie macht etwas persönlich. Damit muss persönliche Willensfreiheit mit Engagement erkämpft werden im Strom des Lebens, zwischen seinen Widerständen, Hemmnissen und Passagen. Sie kann kommen und gehen, erreicht werden und wieder verloren gehen. Spätestens hier steht fest, dass Bieri dem Determinismus mikrophysikalische Unbedeutendheit zumisst. Das "Handwerk der Freiheit" so betrachtet lässt vermuten, dass Sie alles bekommen, was sich zu wünschen lohnt. Wünschen Sie sich dieses Buch. Diese Lese-Erfahrung formt ihr Selbstbild, genau wie Bieri selbst die Philosophie einstuft.Peter Bieri, (1944 -) aus Bern, ist Professor für Philosophie an der Freien Universität Berlin. Unter dem Alter Ego Pascal Mercier erschienen der bekannteste Roman "Nachtzug nach Lissabon" und der aktuelle "Lea".


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Wann ist ein Mensch wirklich frei in seinen Entscheidungen?, 3. Juli 2007

Der Philosoph Peter Bieri macht im vorliegenden Buch deutlich, dass der Mensch unter bestimmten Voraussetzungen durchaus die Möglichkeit hat frei zu entscheiden und frei zu agieren. Diese Voraussetzungen beleuchtet er in der Folge sehr detailliert.Damit wendet sich der Autor gegen diejenigen, die behaupten, der Mensch sei grundsätzlich determiniert und insofern per se unfrei.Seine Betrachtungen implizieren neben philosophischen, psychologische, soziologische und juristische Denkansätze. Neurobiologische Erkenntnisse lässt er textlich weitgehend außen vor. Seine relativ breit angelegte Sicht ermöglicht Bieri den Freiheitsbegriff aus verstaubten, einseitig orientierten Fakultätsecken hervorzerren. Auf diese Weise versucht er offensichtlich dem ziemlich abgenutzten Begriff neuen Glanz zu verleihen. Ob es ihm gelingt, möge jeder Leser selbst beurteilen.Der Autor erklärt, dass ein Wunsch sich stets zum Willen verdichten muss, um sich in Bewegung zu setzen und Handlungen hervorzubringen. Damit sich ein Wunsch zu einem Willen verdichten kann, muss der Inhaber eines Wunsches zwischen widerstreitenden Wünschen entscheiden können. Es muss also Wahlfreiheit gegeben sein. Je leidenschaftlicher dieser Wunsch dann vorhanden ist, desto intensiver ist der verdichtete Wille. Bieri verdeutlicht, weshalb derjenige , der über mehr Vorstellungskraft verfügt, die größere Chance hat freie Entscheidungen hervorzubringen.Wenn Können und Wollen allerdings langfristig auseinanderklaffen, kann aus dem Wollen letztlich keine geglückte Handlung entstehen.Im Übrigen geht Bieri bei seinen Betrachtungen hinsichtlich des Umsetzens von Willen auch auf den Begriff des Unterlassens ein. Dieser ist ähnlich wie die Handlung vom Wollen an sich abhängig.Wer frei entscheiden möchte, muss in der Lage sein Abstand zu sich selbst zu entwickeln ,( das ist ganz wichtig!!!) und sich und sein Handeln stets neu überdenken. Er muss die Spielräume des Handelns ausloten und sich darüber klar werden, dass Wankelmut und Unentschlossenheit den Weg zur Freiheit verbauen können.Durch Zwänge eingeschränkte Personen können, solange sie sich nicht mit ihren Zwängen auseinandersetzen, auf keinen Fall den Zustand der Freiheit erreichen. Auch so genannte Getriebene und Mitläufer schaffen es nicht frei zu sein, wenn sie keine kritische Distanz zu ihrem Wollen aufbauen und sich darüber nicht bewusst werden, ob ihr Wollen aufgrund eines persönlichen Wunsches entstanden ist oder aber aufgrund des Wunsches eines anderen.Ein Wille , der das Ergebnis innerer Zwänge ist, ist unkontrollierter Wille, weil der Zwanghafte keine Distanz zu sich selbst aufbauen kann.Desweiteren klärt Bieri darüber auf, weshalb sich Freiheit und Unfreiheit des Willens in der Art und Weise spiegeln, wie man Zeit erlebt. So haben Hörige, auch Hypnotisierte, die sich aus der Hörigkeit befreit haben oder aus der Hypnose erwacht sind, nicht selten hinterher das Gefühl man habe ihnen Zeit gestohlen.Bei dem Zeitphänomen geht es letztlich darum in den Bann fremder Zeit zu geraten. Ein zwanghafter Wille , so der Philosoph, schiebt sich beispielweise wie eine unsichtbare Wand zwischen den Wollenden und seine Gegenwart.Fest steht für Bieri, dass es keinen unbedingt freien Willen gibt, weil kein Wille losgelöst sein kann von ursächlichen Zusammenhängen, wie etwa dem Körper, dem Charakter, den Empfindungen, Erinnerungen und Gedanken etc.Ein Wille ist immer ein bestimmter Wille und er ist jemandes Willen. Die Bestimmtheit des Willens verlangt nach seiner Bedingtheit.Verantwortung kann nur derjenige für sein Handeln übernehmen, der frei gehandelt hat. Das wissen auch die Juristen. Der Handelnde muss die Freiheit haben einen rechtlichen und moralischen Fehler zu begehen. Hat er diese nicht, muss seine Verantwortlichkeit überprüft werden.Bieri konstatiert, dass es vor allem Lebenskrisen sind , die zu einer genaueren und tieferen Artikulation unseres Willens zwingen. Nicht selten nämlich besteht die Krise darin, dass der bisherige Wille nicht mehr trägt, jedoch ein neuer Wille noch nicht erkennbar ist, der ihn ablösen könnte. Damit man einen neuen Willen ermitteln kann, muss man sich mehr Klarheit über seine Wünsche verschaffen als man sie bislang hatte. Man muss herausfinden, was man langfristig wünscht. Eine Lebenskrise veranlasst demnach dazu an der Freiheit unseres Willens zu arbeiten.Freiheit des Willens ist nichts Statisches. Willensfreiheit muss immer wieder neu hervorgebracht werden und setzt voraus , dass man seine Wünsche, sein konkretes Wollen und seine Entscheidungen immer wieder neu überdenkt und zwar ganz konkret mit der nötigen Distanz zu sich und seinem Umfeld.Wer ein freier Mensch sein möchte, muss notwendiger Weise eine mündige Person sein. Das bedingt zunächst einmal, dass man geistig und seelisch gesund ist und ein Selbstbild von sich entwickelt hat, das freiem Handeln nicht zuwider läuft. Natürlich muss man reflektiert und analytisch in seinen Betrachtungen sein und Manipulationsversuche durch Dritte zu durchschauen lernen.Voraussetzung dafür ist, dass der Einzelne an sich arbeitet. Es genügt nicht, dass man sich bloß bemüht sich und seine Umwelt zu erkennen, sondern man muss in diesen Bemühungen auch erfolgreich sein, ohne dabei zwanghaftes Verhalten herauf zu beschwören.Mögen in der Zukunft viele solcher Menschen auf Erden wandeln. Das Paradies wird uns sicher sein!Ein interessantes Buch , das sogar literarische Höhenflüge nicht vermissen lässt; ein Buch, dessen Titel bereits verdeutlicht, dass Freiheit nicht vom Himmel fällt, sondern ein Handwerk ist, das, wie jedes Handwerk natürlich erlernt werden kann! Hoffentlich hat Bieri mit seiner Annahme recht. Die Ergebnisse können nur erfreulich sein!Empfehlenswert!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Verständigungs- und Entwicklungshelfer für Leute um 40, 10. Januar 2007

Peter Bieri schafft etwas einzigartiges. Er stellt ein Kochbuch für die Entwicklung von Freiheitsempfinden und das Packen von Lebenschancen zusammen. Wie macht er das? Indem er den eigenen Willen und die Freiheiten ständig wieder neu in Frage stellt, und sie damit die Begriffe Stück um Stück ergänzt und schärft und die eigenen Erfahrungen einordnen lässt.Nach dem ersten Block meint er selber, man könnte jetzt eigentlich aufhören, wenn man Wunsch, Wille, Entscheidung, Phantasie, Freihet usw. verstanden hat und die Unfreien, den Zögerer, den Getriebenen, den Hörigen, den Mitläufer nur genug bemitleidet hat.Aber er nimmt uns weiter auf die Reise, indem er schwierige Fragen wie Ohnmacht, innere und äussere Faktoren, die Befreiung von Zwängen und die Frage nach Bedingtheit etc. stellt. Er spricht uns dabei direkt an, versetzt uns in Situationen eines Flüchtlings, eines Straftäters, eines Bankkassiers mit der Pistole am Kopf, eines Paares auf gedankenlosem Stadtrundgang.Klasse. Am Ende hilft es mehrfach. Ich schreibe meine eigenen Gedanken und Begriffe besser an, mache meinem Umfeld klar, ob ich gerade auf Willenssuche bin oder schon richtiggehend einen Plan in aller (bedingter) Freiheit umsetze!Lesenswert, braucht jedoch etwas Ausdauer und vielleicht auch ein Blatt Papier für ein paar Skizzen von Begriffen und Zusammenhängen. Stoff für Leute im Umbruch. Frauen und Männer um 40!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  philosophische Lebenshilfe, 19. Oktober 2006

Was will ich eigentlich? Was sind meine Spielräume? Was bildet überhaupt die Basis für meine Entscheidungen? Habe ich überhaupt die Freiheit Entscheidungen zu treffen? Wo ist meine Freiheit eingeschränkt? Wer sich solche Fragen stellt, und keine Scheu hat Dingen einmal theoretisch wirklich tief auf den Grund zu gehen, ist bei diesem Buch genau richtig. Bieri schafft es Philosophie lebensnah und ohne "Fachchinesich" auf den Punkt zu bringen. Mit scharfem Blick und einer klaren, einfachen Sprache, führt er vor Augen, was Freiheit bedeuten kann. Dies gelingt ihm über vielfältige Ansätze. Der Leser wird mitgenommen auf eine gedankliche Reise, bei der an viele eigene Erfahrungen anknüpfen kann. Begriffe, die alltäglich erscheinen, werden unter die Lupe genommen und auf den Kern des Erlebens hin untersucht. Ebenso finden sich zahlreiche Beispiele für Unfreiheit, und mit ein wenig Humor ausgestattet, kann man sich da an so einigen Punkten wiederentdecken. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, welche man grob als These, Antithese und Synthese bezeichnen könnte. Die Vorstellung von Freiheit, welche im ersten Teil propagiert wird, wird im zweiten zunächst gründlich über den Haufen geworfen (was durchaus verwirrend aber beabsichtigt ist, man hat das Gefühl man kann beidem zustimmen, und das mit Recht...). Im dritten Teil werden beide Vorstellungen zusammengeführt und der Leser wird ein Stück weit am Schopfe gepackt: Freiheit ist Arbeit. Es ist nicht (nur) die Frage, ob es sie grundsätzlich gibt, sondern es ist vor allem eine Frage ob man sich sie erarbeitet. Darüber Klarheit zu verschaffen und ebenso einen Weg dahin aufzuzeigen, darin liegt für mich ein großer Verdienst dieses Buches.




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