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Alice Schwarzer: Der kleine Unterschied und seine großen Folgen. Frauen über sich, Beginn einer Befreiung.

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Der kleine Unterschied und seine großen Folgen. Frauen über sich, Beginn einer Befreiung.

von Alice Schwarzer

Fischer (Tb.), Frankfurt

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10/Okt/2008 - 22:15




Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  sehr wertvoll, 2. August 2007

Das Buch gibt anhand von Fallbeispielen detailliert Auskunft über die Probleme, mit denen Frauen zu kämpfen haben und stellt vor allem die sexuelle Ausbeutung dar.
Alice Schwarzer zeigt auf, dass die männliche Sicht von Sexualität in unserer Gesellschaft dominiert und Frauen häufig von ihren Partnern abhängig sind.
Ein sehr aufschlussreiches Werk, das sicher manchen Frauen vor allem in Bezug auf die Sexualität die Augen öffnen wird.
Dieses Buch ist aufwühlend, da die interviewten Frauen ganz offen über ihre Erlebnisse sprechen.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Immer noch aktuell, 30. Dezember 2006

Erschütternd die Protokolle,schonungslos das Fazit.Noch immer hat das Buch nichts an Aktualität verloren,wenn man zb.an so unsinnige Klischee-Shows wie "Männer-Frauen,Frauen-Männer" denkt...


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Eines der wichtigsten deutschen Bücher, 30. Dezember 2006

Jede Bewegung ist am Anfang radikal.Das muß sie sein.Denn zunächst geht es einmal darum,daß die um die es geht gehört werden,daß Probleme offen und schonungslos besprochen werden - sonst würde jeder noch so bemühte Versuch etwas zu ändern wirkungslos bleiben.Von diesem Standpunkt aus gesehen,mußte "Der kleine Unterschied" auch radikal geschrieben werden.Und natürlich klar,daß das vielen (Männern) nicht paßt(e).
Denn immer schön alles unter den Teppich kehren,alles alltäglich Perverse in heterosexuellen Beziehungen als völlig normal ansehen ist natürlich viel bequemer und erfordert keine Denkprozesse...
Alice Schwarzer hat mit ihrem Buch damals (wie heute) viele Menschen aufgerüttelt,Möglichkeiten der Veränderung aufgezeigt und Mut gemacht.Und schon alleine dafür,daß sie sich diverser Schmähungen und Beleidigungen seitens der Presse ausgesetzt hat für ihren Kampf für die Frauen,gebührt ihr Respekt.
Beim ersten Lesen des Buches konnte ich kaum fassen,was die beschriebenen Frauen alles durchgemacht hatten - und trotzdem nicht für ihre Stärke bewundert,sondern weiter gequält wurden.Unter dem Deckmantel der Liebe wird vergewaltigt,unterdrückt,erniedrigt,gefoltert - ich war beim Lesen oft den Tränen nahe.Anstatt diese Frauen zu bewundern und zu verstehen,wird auf Alice Schwarzer rumgehackt - deutlicher kann Oberflächlichkeit und Stumpfsinn nicht gezeigt werden!
Ich bewundere jedenfalls den Mut und die Stärke dieser Frauen,die trotz allem weitergemacht haben,und Alice Schwarzer,durch die diese Frauen (stellvetretend für Millionen andere) endlich gehört wurden.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Schade!, 16. September 2006

Eine ursprünglich gut gemeinte und auch wichtige Bewegung ist durch unsägliche Entgleisungen Marke >Schwarzer & Co.< längst zur Fratze verkommen. Ein sich selbstverherrlichendes, Gift und Galle speiendes Bollwerk selbsternannter Frauenrechtlerinnen, denen es offenbar um alles geht, nur nicht um gegenseitige Wertschätzung und Gleichberechtigung. Dabei wäre es ja auch nicht weiter schlimm, wenn ein paar verstörte Feministinnen ihre extremistisches Gedankengut zum Besten geben. Was nachdenklich stimmt, ist vielmehr die Resonanz zahlreicher Frauen, die ohne jegliche Reflexion Schwarzers Unflat inhalieren und wie die Lemminge in einen Männerhass propagierenden Kanon mit einstimmen.
Da fragen sich zurecht immer mehr Leute, wie man einer Frau, die das Absäbeln des männlichen Geschlechtsteils (wie im Fall Bobbit tatsächlich geschehen) in widerlicher Genüsslichkeit, als >Frauenbefrei und ledigliche Entwaffnung des Mannes< empfindet, statt einer nötigen Langzeittherapie, das Bundesverdienstkreuz zukommen lässt. Falls es irgendwann dazu kommen sollte, dass der Feminismus sich aus der pubertären Phase befreit, wo schließlich Frauen das Sagen haben, die ihren Selbsthass und Frust nicht länger auf die Männerwelt projizieren, wird auch Gleichberechtigung möglich. Dazu bedarf es, die eigenen Schattenseiten wahrzunehmen, den, wenn auch schmerzhaften Blick in den Spiegel der eigenen Seele. Etwas, was die moderne Frauenbewegung noch zu lernen hat!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Falsifizierbare Ideologie, 29. Juli 2006

Es ist zwar ein politisches Buch und das heißt: ein "Meinungsbuch". Und politische Meinungen und Werthaltungen an sich lassen sich nur schwer kritisieren, denn über Geschmack sollte man sich bekanntlich ja nicht streiten. Dennoch beinhaltet dieses Buch eine Fülle von einzelnen Thesen über reale Tatsachenzusammenhänge sowie einzelne Tatsachenbehauptungen, welche doch einer objektiven wissenschaftlichen Prüfung prinzipiell zugänglich sind.
Es wäre tatsächlich durchaus lohnend, dieses folgenreiche Buch einmal in seine einzelnen Sätze bzw. einzelnen Thesen und Tatsachenaussagen zu zerlegen und diese einzeln mit dem aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand in den Bereichen Psychologie, Sexualwissenschaft, Völkerkunde und Geschichte zu vergleichen. Es wäre dann eine geradezu wissenschaftliche Überprüfung eines politischen Buches.
Damit ist jedoch bedauerlicherweise nicht zu rechnen. Zum einen ist es gar nicht die Aufgabe der Wissenschaft, sich in aktuelle politische Auseinandersetzungen einzuschalten und politische Bücher zu kritisieren. (Abgesehen davon, dass gerade männliche Wissenschaftler sich ohnehin nicht gerne dem Vorwurf aussetzen würden, Männerprivilegien verteidigen zu wollen.) Umgekehrt wäre Alice Schwarzer auch selbst gar nicht bereit, eine solche wissenschaftliche Kritik zu akzeptieren, handelt es sich doch in ihren Augen bei der Psychoanalyse etwa um nichts weiter als ein Instrument zur Verunsicherung und Unterdrückung von Frauen. In diesem Zusammenhang kritisiert sie auch ohne jede Schonung den Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich, was insofern durchaus pikant ist, als seine Frau Margarethe Mitscherlich-Nielsen ihrerseits zu den theoretischen Autoritäten zählt, auf die sich Alice Schwarzer mit ihrer "Emma" stützt. Es wäre aber doch eine interessante Frage gewesen, wie Margarethe Mitscherlich-Nielsen den "Kleinen Unterschied" und auch die Kritik von Alice Schwarzer an der Psychoanalyse sieht und in welchen Punkten sie Alice Schwarzer widersprechen würde. Das M.Mitscherlich-Nielsen als Psychoanalytikerin Alice Schwarzers Ansicht teilt, die Psychoanalyse sei eine voreingenommene Männerwissenschaft und auch Freud selbst als Mann voreingenommen gewesenen, kann ich mir nicht vorstellen. (In diesem Punkt hätte sie Alice Schwarzer auch ruhig einmal deutlich widersprechen können.)
An wissenschaftlichen Theorien und Thesen akzeptiert Alice Schwarzer ohnehin nur die, welche geeignet sind, ihr Buch und ihren Feminismus zu stützen. Es wäre dann wohl eben dem Publikum überlassen, ob es der unvoreingenommenen Feministin Alice Schwarzer oder der voreingenommenen Männerwissenschaft den größeren Kredit gibt.

Folgende Thesen bilden m.E. den Kern dieses Buches:

In einer wirklich freien Gesellschaft wären gleichgeschlechtliche Beziehungen ebenso "normal" und häufig wie gemischtgeschlechtliche. Das die Heterosexualität auch heute immer noch absolut dominiert und als normal gilt, hat 2 Gründe:

Erstens der verbreitete (von auch von der Psychoanalyse gestützte) Glaube an die Möglichkeit, dass die Frauen allein durch den Geschlechtsverkehr zum Orgasmus kommen können. Diesen "Mythos vom vaginalen Orgasmus" versucht Alice Schwarzer mit dem Hinweis zu entkräften, die Scheide sei ebenso wenig reizempfindlich wie der Dickdarm. Am Geschlechtsverkehr kann die Frau selbst kein wirkliches Interesse haben. Dieser dient ausschließlich dem "Potenzgeprotze" der Männer und der Aufrechterhaltung ihres Anspruchs auf Dominanz und Überlegenheit. Abgesehen vom Koitus, der ja ohnehin nicht zum Orgasmus führt, gebe es schließlich auch noch genügend andere Sexualpraktiken. (Wobei interessanterweise mit den von ihr stattdessen empfohlenen "oral-genitalen Stimulierungen" auch das ansonsten von Feministinnen so erniedrigend empfundene "Fellatio" mitgemeint zu sein scheint.) Auch das (von Schwarzer auch tatsächlich so bezeichnete) "Elend der Abtreibungen" ließe sich leicht vermeiden, wenn der Geschlechtsverkehr ausschließlich der Zeugung vorbehalten bliebe.

Zweitens der gesellschaftliche Druck, der von der vermeintlichen Normalität auf das tatsachliche Verhalten von Frauen ausgeht und der sie dazu bringt, Männer gegenüber Frauen zu bevorzugen. Auf dieser "Zwangsheterosexualität" gründet für sie letztlich das männliche "Sexmonopol" über Frauen.

Wesentlich ist hier, dass Alice Schwarzer offenbar glaubt, die sexuelle Orientierung sei ausschließlich einem theoretischen Glauben und dem gesellschaftlichen Druck der vermeintlichen Normalität zu verdanken. Was bedeutet es aber, wenn eine Frau sagt: "Ich stehe nun mal auf Männer" oder ein Mann sagt: "Ich stehe nun mal auf Frauen."? Schon allein diese geläufigen Formulierungen sind doch schon allein ein Indiz dafür, dass Alice Schwarzer's Theorie falsch ist. Sie widerspricht auch den psychologischen Theorien über die Ursachen der Homosexualität, was Alice Schwarzer allerdings nicht daran hindert, weiterhin an ihrer eigenen Theorie festzuhalten. Der Männerwissenschaft ist ohnehin nicht zu trauen.

Alice Schwarzers Kritik des "Mythos vom vaginalen Orgasmus" ist nichts anderes als eine Kritik am "Mythos von der frigiden Frau". Allein der verbreitete Glaube an einen vaginalen Orgasmus ist für sie die Ursache für den Glauben an die Existenz einer sexuellen Störung namens "Frigidität". Frigidität gebe es in Wahrheit gar nicht. Einerseits hat die sexuelle Revolution die sexuellen Ansprüche an Frauen so hoch geschraubt, dass diese außerstande sind, ihnen zu genügen. Und wenn andererseits der angeblich alleinselig machende Koitus ohnehin nicht zum Orgasmus führt, dann braucht man sich eben auch über Frigidität nicht zu wundern. Die Frigidität sei die in Wirklichkeit sehr gesunde Reaktion von solchen Frauen, die sich weigern, den Männern auch weiterhin einen Orgasmus vorzuspielen und beginnen, nun ihrerseits von Männern ihr Recht auf einen wirklichen Orgasmus einzuklagen. Männerwissenschaften wie die Psychoanalyse reden den angeblich "frigiden" Frauen eine in Wahrheit gar nicht vorhandene sexuelle Störung ein und treiben sie damit selbst erst in die Krankheit. Auch die Rückführung der "Frigidität" auf die frühere Vater-Tochter-Beziehung hindere die Frauen nur daran, sich mit ihren (Ehe-)männern auseinanderzusetzen, die in Wahrheit für die sexuelle Misere der Frauen verantwortlich seien. Die Psychoanalyse ist mit ihrer Vergangenheitsbetrachtung für Alice Schwarzer ein Hindernis, den heutigen (Ehe-)Männern die Schuld zuweisen zu können.

Besonders verübelt Alice Schwarzer den Psychoanalytikern, dass diese sexuelle Störungen wie den Vaginismus auf die fehlende Fähigkeit maskuliner Frauen (den "Brunhilden") zurückführt, sich Männern hinzugeben und auch auf die fehlende Aggressivität von Männern ihren Frauen gegenüber. Das Aggressivität ein notwendiges Element von Sexualität darstellt, kann Alice Schwarzer sich einfach nicht vorstellen und das ist für sie auch ein geradezu perverser Gedanke. Die Psychoanalyse rechtfertige damit geradezu die "Vergewaltigung" von Frauen.
Überhaupt neigt Schwarzer sehr zu moralischer Kritik an all solchen "perversen" wissenschaftlichen Theorien, die für sie ein Hindernis auf dem Weg zur angestrebten Frauenemanzipation zu sein scheinen.

Ein Motiv für Alice Schwarzer Kritik am "Sexmonopol" der Männer dürfte auch ihr Bedauern darüber sein, dass es insgesamt so wenige Lesben gibt. Nach einer statistischen Untersuchung, welche Mitte der 90er Jahren in den USA durchgeführt wurde, beträgt dort der Anteil der Homosexuellen beiderlei Geschlechts (je nach Definition) nur zwischen 3 und 6 Prozent, was in der Tat ja nicht gerade viel ist. Hoffnung auf eine Besserung der Verhältnisse scheint es da nur zu geben, wenn die sexuelle Orientierung eben wirklich nur eine Sache des theoretischen Glaubens und des hierauf gründenden gesellschaftlichen Zwanges ist.

Was nun den von Alice Schwarzer verbreiteten Mythos von der Nichtexistenz des vaginalen Orgasmus betrifft, so wagt Alice Schwarzer es immerhin, sich eindeutig festzulegen. Sie behauptet in der Tat, es habe noch nie einen einzigen vaginalen Orgasmus gegeben. Da ihr diese These zur Begründung des Nutzlosigkeit des Koitus dient, kann diese auch nur in dem Sinne verstanden werden, das der Koitus allein nicht zum Orgasmus führen kann. Diese eindeutige Festlegung ist für Alice Schwarzer allerdings insofern sehr riskant, als ihre Theorie ja nun tatsächlich durch ein einziges Gegenbeispiel empirisch widerlegt werden kann. Würde auch nur eine einzige Frau öffentlich gegenüber Alice Schwarzer bestätigen, allein durch Geschlechtsverkehr zum Orgasmus gekommen zu sein, könnte diese ihre Theorie schon nicht mehr aufrechterhalten. Es wäre der klassische Fall der Falsifikation einer Theorie im Popperschen Sinne.

Im Kapitel "Wie zufrieden sind Hausfrauen" finden wir dann noch folgende Angaben über die Effizienz einer Hausfrau: "Eine Hausfrau spült bis zu ihrem Lebensende einen Geschirrberg, der dreimal so hoch ist wie der Kölner Dom, und verbraucht beim Arbeiten mehr Sauerstoff als ein Maurer." (S.266)
Ob sich da die Anschaffung wirklich lohnt?




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