Kundenmeinungen
Mahnende Erinnerung, 25. August 2008
Es ist eigentlich zu traurig, um es zu lesen und dennoch Geschichte pur. Ich habe es regelrecht verschlungen und mußte auch über so manche Anekdote schmunzeln, was sie als junges Mädchen manchmal so für Ausdrücke in dieser harten Zeit gebrauchte. Einfach lesenswert und zum nachdenken.
unsterblich, 12. August 2008
Nachdem Otto Frank immer wieder gegen Vorwürfe, vornehmlich von Holocaust-Leugnern, gerichtlich vorgehen mußte, das Tagebuch seiner Tochter sei nicht echt, liegt jetzt die ungekürzte Fassung des Original-Tagebuchs von Anne Frank vor.Aus der ersten Fassung, die direkt nach dem Krieg veröffentlicht wurde, hatte Otto Frank noch Annes Aussagen über ihre Sexualität entfernt und allzu wüste Beschimpfungen über ihre Mutter.Diese Textteile sind in der neuen Fassung nun enthalten.Ebenfalls berücksichtig wurde, daß Anne ihr Tagebuch schon redigiert hatte, weil sie es für eine Veröffentlichung nach dem Krieg unter dem Titel Das Hinterhaus vorgesehen hatte.Sie wollte Schriftstellerin werden. Dazu kam es nicht mehr. Sie starb in Bergen-Belsen in den letzten Tagen des Kriegs, kurz vor der Befreiung des Lagers, nachdem einige Tage zuvor ihre Schwester Margot gestorben war.Anne hat ihr Schriftstellerin-sein nicht mehr erlebt, trotzdem ist ihr Buch eins der bekanntesten der Weltliteratur, und auch ihr Name ist kaum einem unbekannt.Die Lebendigkeit und Eindringlichkeit mit der sie schreibt ist beeindruckend.Hätte sie überlebt, wäre das Buch Das Hinterhaus sicher nicht ihr einziges geblieben.Ich habe dieses Buch, die erste Fassung, gelesen, als ich ungefähr in Anne Franks Alter war. Stand für mich damals eher die Identifikation mit der Erzählenden im Vordergrund, die Lebenswelt und die Beschreibung einer Altersgenossin, so bin ich jetzt, zwanzig Jahre später, beeindruckt von der Reife, Reflexionsfähigkeit und Einsicht einer 14-jährigen.Anne Frank erkennt in ihrem Tagebuch tiefere innere Zusammenhänge, die vielen Erwachsenen verschlossen bleiben.Natürlich gleitet ihre Beschreibung ihrem Alter entsprechend oft ins Schwärmerische ab, besonders wenn es um ihre Gefühle für Peter van Daan/van Pels geht, aber insgesamt legt sie eine erstaunlich reife Innensicht an den Tag.Sie konnte nicht hinaus, raus aus dem Hinterhaus, also ging sie nach innen, in ihre eigene Welt und fand dort Erstaunliches.Was Anne Frank in diesem Mikrokosmos, in diesem Leben auf engstem Raum mit anderen Menschen gelernt hat, bleibt manchen Menschen ihr Leben lang verschlossen.Sie schreibt Einsichten und Erkenntnisse über Menschen und Menschsein in ihr Tagebuch, die sie sicherlich nicht erkannt hätte, hätte sie das Leben einer normalen 14-jährigen geführt die nach draußen gehen kann.Sie mußte ein ganzes Leben in sehr kurzer Zeit leben. 1944 wurde sie mit dem letzten Transport, der vom holländischen Lager Westerbork aus ging, nach Auschwitz deportiert. Im Februar oder März 1945 starb sie nach einem sogenannten Evakuierungstransport in Bergen Belsen. Irgendwo in ihrem Tagebuch schreibt sie, daß sie durch ihr Schreiben gerne unsterblich werden will.Das hat sie geschafft.
Ich bin von Anne fasziniert!, 12. April 2008
Wer hätte gedacht, dass man mit 13 bis 15 Jahren schon so reif sein kann? Der Schreibstil und vor allem ihre Gedankengänge haben eine Tiefe, die kaum jemand in seinem Leben erreicht!Der damalige höhere Bildungsstand in den Schulen + die Deprivation der Anne ausgesetzt war, verhalfen ihr jedoch zu einem schnellen geistigen Wachstum und das schlägt sich natürlich auch auf die Qualität ihrer Niederschrift nieder. Natürlich sind typische Jugendprobleme von ihrem Tagebuch zu vernehmen, wie sie diese jedoch mit ihrer Reife meistert, ist einmalig!Welche Person kann das MENSCHSEIN besser repräsentieren als Anne? Nicht viele. Ihre Selbstehrlichkeit, ihr Bildungsstand, ihr Intellekt, ihre Selbstreflexion, ihre Fähigkeit sich selbst zu hinterfragen und zu kritisieren und sich anschließend zu VERÄNDERN, sind Tugenden, die vielen Menschen fehlen.Dieses Buch ist für alle eine Bereicherung, die mal neue Welten, neue Gedankengänge und sich selbst besser kennen lernen möchten.Wer jedoch mehr über die damalige Verfolgung der Juden wissen möchte, so wie die Vorgehensweisen der Nazis, wird hier vermutlich zu kurz kommen, da Anne größtenteils über ihre Unannehmlichkeiten im Hinterhaus berichtet und kaum über die politischen Hintergründe aufklärt.Deswegen ein Stern abzug. Fairerweise muss man jedoch sagen, dass das Buch ursprünglich nur als privates Tagebuch konzipiert war.
Ist dies nun die letzteste Fassung?!, 6. März 2008
Dem unvoreingenommenen Leser, der dieses Buch mit wachem Auge liest und nicht eine politisch korrekte Pflichtübung absolviert, fällt recht bald auf, daß hier nicht wirklich etwas berichtet wird. Wenn man ehrlich ist, ist der Gehalt dieses Werkes gleich null. Belanglosigkeiten werden an eine fiktive Freundin geschrieben, hin und wieder die allgemeine politische und militärische Lage eingeflochten. Aber keine tatsächlichen Erlebnisse, die einem die damalige Zeit näherbringen würden. Außerdem erscheint in regelmäßigen Abständen eine neue Fassung, die sich sehr stark von den älteren unterscheidet. Ich möchte wirklich gerne wissen, was jemanden dazu bringt, das als erschütterndes Zeitdokument zu bezeichnen! Es hat wohl ein bißchen was von des Kaisers neuen Kleidern... Dazu ist übrigens interessant zu wissen, daß Vater Frank mehrere Personen verklagte, die das Tagebuch als eine Fälschung bezeichnet haben. Dabei untersuchte das Bundeskriminalamt das Originalmanuskript und stellte fest, daß die Handschriften von mehreren Personen stammten und Kugelschreiber verwendet wurden, die erst in den 50er Jahren auf den Markt kamen. Die Verfahren wurden alle eingestellt...
pflichtlektüre, 8. Januar 2008
dieses buch ist erschütternd und so authentisch das es fast schon unerträglich ist. aus diesem buch könnten viele leute wirklich noch etwas über menschlichkeit lernen.
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